In Frankfurt stehen über zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Neuestes Beispiel für den immensen Büroraumleersta
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Frage vom 09.12.2011, F 275 In Frankfurt stehen über zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Neuestes Beispiel für den immensen Büroraumleerstand ist das Bürohochhaus an der Stresemannallee. Büroraum kann zu Wohnraum umgewandelt werden. Gerade jetzt ist der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum besonders offensichtlich. Tausende von Studierenden sind auf der Suche nach einer Bleibe.
Ich frage den Magistrat: Über wie viele Häuser mit wie vielen potenziellen Wohneinheiten verhandelt die Stadt derzeit mit Eigentümern über eine mögliche Konversion, also Umwandlung von Büroleerstand in Wohnungen?
Antwort des Magistrats: Der Magistrat betreibt die Umwandlung von Büros in Wohnungen auf verschiedenen Ebenen und mit verschiedenen Instrumenten von der Bauberatung über die Wohnungsbauförderung bis hin zur Bauleitplanung. Dadurch wird der Umnutzung von Büro- und Gewerbeflächen in Wohnraum, die in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, angemessen Rechnung getragen. Allein im Jahr 2010 sind in Frankfurt 590 Wohneinheiten durch Umnutzung von Büro- und Gewerberaum entstanden. An dieser Steigerung von rund 88 Prozent gegenüber 2009 hat eine aktive Bauberatung entscheidenden Anteil. Im Rahmen der Wohnungsbauförderung wurden bis zum Stichtag 21.11.2011 Fördermittel für 201 Wohnungen, die aus einer Umwandlung von ehemaligen Gewerbeflächen entstehen, bewilligt. Außerdem hat eine intensive Beratung zu bisher mindestens sechs genehmigten Anträgen auf ungeförderte Umwandlung von Büro- in Wohnflächen geführt. Im Allgemeinen setzt eine Aktivierung des Nachverdichtungs- und Umwandlungspotenzials von Gewerbe- und Büroflächen in Wohnraum die Schaffung des geeigneten Planungsrechtes voraus. So soll zum Beispiel durch den Bebauungsplan Nr. 872 "Lyoner Straße" die Umwandlung von Büroraum in circa 3.000 Wohnungen planungsrechtlich ermöglicht werden. Gleichzeitig werden die Umwandlungsaussichten innerhalb anderer Stadtteile untersucht wie unter anderem im Mertonviertel. Dieses war Gegenstand eines Planungsworkshops während des diesjährigen Architektursommers. Zu untersuchen war die Perspektive der Umwandlung von Bürogebäuden zu Wohnraum. Der Magistrat wird auf die Standortinitiative Mertonviertel zugehen, um die Ideen des Planungsworkshops zu diskutieren. Da die Gebäude im Gebiet jedoch noch sehr neu sind und die Standortinitiative zunächst an einer weiteren Entwicklung beziehungsweise dem Erhalt der Büroflächen interessiert ist, können solche Planungsvorstellungen nur mittelfristig angegangen werden. Vom Büroleerstand sind vor allem Gebäude betroffen, die bis in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden sind und modernen Standards nicht mehr entsprechen. Nicht alle ehemaligen Bürogebäude eignen sich ohne weiteres für eine Konversion, sei es unter anderem aus Gründen des Brand- und Schallschutzes, der Energieeinsparung, der Geschosshöhe oder - unter Umständen - wegen der verwendeten Baustoffe, wie zum Beispiel Schadstoffe wie Asbest. In anderen Fällen, als Beispiel sei hier die Büroscheibe Gießener Straße 20 genannt, die in 53 Wohneinheiten umgewandelt wird, ist eine Nutzungsänderung sinnvoll. Damit kommt sehr deutlich zum Ausdruck, dass der Magistrat sehr bestrebt ist, bestehende Umwandlungspotenziale aufzuspüren, auszuloten und einer Wohnnutzung zuzuführen. Antragstellende Person(en): Stadtv. Dr. Peter Gärtner
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 9. Dezember 2011 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.