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Menschen, die unfreiwillig in Obdachlosigkeit leben oder davon bedroht sind, sollen perspektivisch sowohl kurzfristige a

Vorlagentyp: F
Beantwortet
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Zusammenfassung

Die Stadt Frankfurt plant, obdachlosen Menschen sowohl kurzfristige als auch langfristige Wohnangebote zu bieten, insbesondere mit dem Ansatz des Housing-First-Modells. Angesichts des bevorstehenden Winters werden Nothilfemaßnahmen ergriffen, um die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern und ihnen einen sicheren Schlafplatz zu ermöglichen.

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Frage an den Magistrat

Menschen, die unfreiwillig in Obdachlosigkeit leben oder davon bedroht sind, sollen perspektivisch sowohl kurzfristige als auch langfristige Wohnangebote in Frankfurt bekommen können. Das Housing-First-Modellprojekt soll Erkenntnisse liefern, dies umzusetzen. Bis dieses Konzept greift und obdachlose Menschen die Möglichkeit haben, sicher zu wohnen, müssen diese Menschen gerade jetzt mit Beginn der kalten Jahreszeit besonders unterstützt werden. Ich frage den Magistrat: Welche Nothilfemaßnahmen sind angesichts des bevorstehenden Winters zum Schutz obdachloser Menschen nötig beziehungsweise geplant?

Antwort des Magistrats

Die Stadt Frankfurt verfügt über ein differenziertes und vor allem flexibles Hilfesystem, um obdachlosen Menschen zu helfen und deren Lebenssituation zu verbessern. Grundsätzlich stehen unterschiedliche Angebote bereit, welche die Menschen direkt in ihrer aktuellen Lebenssituation abholen und auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie unterstützen. Neben Aufnahme- und Übergangswohnheimen sind dies Wohnungen des Betreuten Wohnens, Hotelunterbringungen und auch Notübernachtungsstätten, denn nicht jeder obdachlose Mensch kann und will dringend notwendige Hilfen auch annehmen oder ist bereit, viel von sich preiszugeben, daher das differenzierte und teils sehr niedrigschwellige Angebot. Das Ziel aller Bemühungen ist ganz selbstverständlich, dass die Menschen wieder eine Wohnung bekommen. Eine Versorgung mit Wohnraum des sozialen Wohnungsbaus stößt jedoch in unserer Stadt leider noch an Kapazitätsgrenzen. Fehlender Wohnraum ist unser zentrales Problem. Nur deshalb sind rund 2.700 Menschen in Übergangswohnheimen und Hotels untergebracht und rund 600 Personen in zwischengenutzten Wohnungen. Zu diesen Zahlen kommen dann noch 3.700 geflüchtete Menschen. Frankfurt ist sehr kreativ, was Angebote für Menschen ohne Wohnung anbelangt. Das wird exemplarisch deutlich an der Zwischennutzung von Wohnraum, was jetzt in vielen Städten ja auch als Lösung angepriesen wird, das wird tatsächlich hier in Frankfurt schon seit 1995 erfolgreich gemacht, nämlich, dass wir sehr wohl schon Zwischennutzungen machen. Es gibt tatsächlich auch schon Housing-First-Modelle in der Stadt. Es gibt einen Modellversuch des Frankfurter Vereins, der seit 2009 in der Bolongarostraße in Höchst läuft. 2014 ist dann die Meersburger Straße dazugekommen und seit 2018 die Kasinostraße, und wir werden in absehbarer Zeit mit neuen an den Start gehen. Das verdeutlicht noch einmal ganz anschaulich: Konzepte, Ideen, Engagement und auch der Wille, neue Wege zu gehen, sind nicht unser Problem. Die Träger gehen da auch mit. Wir benötigen Wohnraum, der auch bezahlbar sein muss. Für die Menschen auf der Straße verfügt Frankfurt über ein umfangreiches Hilfesystem, um zu unterstützen und die Lebenssituation zu verbessern. In Frankfurt muss niemand auf der Straße schlafen. Wir haben ausreichend Angebote. Gleichzeitig ist aber der Wille der Menschen ein hohes Gut, und nicht jeder ist in der Lage oder auch willens, tatsächlich ein Angebot anzunehmen. Das müssen wir akzeptieren und auch respektieren, auch wenn das manchmal kaum auszuhalten ist, vor allem für die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die im Kältebus sitzen und zu den Leuten hinfahren und Angebote machen. Wenn sie sie nicht annehmen wollen, dann kann man sie auch nicht dazu zwingen. Dann versucht man es eben ein paar Stunden später noch einmal oder Tage oder auch Wochen später noch einmal und teilweise sogar jahrelang bei Einzelnen. Es stehen ganzjährig 260 Plätze in den Notübernachtungsstätten der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung. Aufgrund der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen musste die Platzzahl auf 240 reduziert werden. Die Winterübernachtung in der B-Ebene "Eschenheimer Tor" ist eine Innenstadt-Übernachtungsmöglichkeit, die zum Beispiel in 2021 durchgängig geöffnet war und auch durchgängig genutzt wurde. Die Übernachtungsplätze im Tagestreff Bärenstraße von der Caritas und in der Weser 5 der Diakonie öffnen nächste Woche am 15.11.2021. In den Abend- und Nachtstunden fährt der Kältebus in der Zeit von Oktober bis 30. April im Stadtgebiet bekannte und festgestellte Übernachtungsorte an. Damit meine ich die Orte, wo unsere Leute auch wissen, wo die Menschen schlafen. Die gehen also nicht in die Einrichtungen, sondern die wissen, wo die übernachten, und fahren dann da auch immer wieder hin. Die zeitliche Anpassung ist individuell und je nach Witterung auch möglich. Die angetroffenen Personen werden mit Decken und heißen Getränken versorgt und, wenn die Menschen es annehmen können, in Unterkünfte gebracht.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 4. November 2021 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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