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Die Reise des Ausschusses für Umwelt und Sport nach Rotterdam und Münster vermittelte eindrucksvoll, welches Ausmaß Star

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Frage vom 21.02.2019, F 1707 Die Reise des Ausschusses für Umwelt und Sport nach Rotterdam und Münster vermittelte eindrucksvoll, welches Ausmaß Starkregenereignisse haben können und welche Gefahren sie für die Städte und ihre Bewohner*innen haben können. Der Ausschuss erhielt aber auch Einblicke über Starkregenrisikomanagement und Maßnahmen der Städte.

Ich frage den Magistrat: Welche Anstrengungen werden seitens der Stadt Frankfurt unternommen, um diesen gefährlichen Auswirkungen der Klimaerwärmung gegenzusteuern, Schäden zu minimieren und auch Bürger*innen, Unternehmen und Einrichtungen vorzubereiten?

Antwort des Magistrats: Stadträtin Rosemarie Heilig: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Frau auf der Heide, meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie alle haben die Folgen des Klimawandels, wie er sich letztes Jahr in Form der sogenannten "Heißzeit" gezeigt hat, bestimmt noch deutlich vor Augen. Und auch dieser erstaunlich trockene und warme Februar zeigt, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden. Aber es gibt auch andere Folgen, die wir hier zwar schon teilweise, aber noch nicht in ihrem ganzen Ausmaß erleben mussten: das sind die von Frau auf der Heide angesprochenen Starkregenereignisse. Vielleicht erinnern sich einige von Ihnen daran, dass eine Unterführung in Sachsenhausen buchstäblich abgesoffen ist. Die Risiken und die Folgen wirken sich auf die menschliche Gesundheit, auf die Gebäude und Infrastruktur, die Umwelt, das Kulturerbe und die wirtschaftlichen Tätigkeiten aus. Um diese Folgen zu ermitteln und soweit wie möglich dann auch zu reduzieren, wurde im Jahr 2017 eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe "Starkregenvorsorge" ins Leben gerufen. Diese hat den Zweck, einen fach- und ämterübergreifenden Austausch zum Thema Starkregen zunächst zu befördern, Maßnahmen zur Risikominimierung zu erörtern und natürlich auch auf den Weg zu bringen. Daraus haben wir eine erste konkrete Maßnahme umgesetzt, und zwar, dass im Umweltamt eine Stelle für die Projektleitung Starkregenvorsorge im Oktober 2018 besetzt wurde. Zu deren vorrangigen Aufgaben gehört zunächst die Erstellung von Starkregengefahrenkarten. Die Ergebnisse werden in den Starkregengefahrenkarten EDV-technisch simuliert. Wir werden Fließwege simulieren, wie wir es auch in Münster von der Feuerwehr vorgestellt bekommen haben, wir werden die maximalen Wasserstände in Karten darstellen, und diese Starkregengefahrenkarten sollen bis Mitte 2020 vorliegen und anschließend allgemein zur Verfügung stehen und veröffentlicht werden. Weiterhin wird durch die Starkregenvorsorge die Öffentlichkeitsarbeit und Information über Starkregenereignisse ausgeführt. Wir wollen versuchen, mit dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach eine bessere Voraussage zu machen, als wir es heute können, denn es ist oft so, dass diese Starkregenereignisse so wahnsinnig schnell und plötzlich kommen, dass sie schwer voraussagbar sind. Das ist keine so triviale Aufgabe. Zudem soll die Starkregenvorsorge in der Stadtverwaltung und hier insbesondere in Planungsprozessen, zum Beispiel bei der Aufstellung von Bebauungsplänen in neuen Stadtteilen, aber natürlich auch in den Verkehrs- und Straßenplanungen, im Sinne einer "wassersensiblen Stadtentwicklung" dauerhaft verankert werden. Das ist der wichtigste Aspekt des gesamten Vorgehens.

(Beifall) Ziel ist es, die Widerstandskraft - man spricht auch von Resilienz - der Kommune gegen Starkregenereignisse zu erhöhen. Um dies zu erreichen, sind unterschiedliche nachhaltig wirkende Maßnahmen und klimafolgenangepasstes Handeln notwendig. Daher ist die Starkregenvorsorge auch ein Schwerpunktthema der "Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel". Wo möglich, sollen Synergien mit weiteren Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel genutzt werden. So können insbesondere Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung gleichzeitig auch zur Verbesserung des Stadtklimas oder zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität führen, wie wir sie jetzt bei den öffentlichen Plätzen angehen wollen. Auch die Umsetzung von Förderprogrammen wie das städtische Programm "Frankfurt frischt auf" fördert Maßnahmen zur Starkregenfolgenminimierung. Die Realisierung von planerischen und baulichen Einzelmaßnahmen zur Starkregenfürsorge müssen an den lokalen Gegebenheiten ausgerichtet werden. Dabei dienen die Starkregengefahrenkarten als Hinweiskarten für die jeweilig zuständigen Ämter, die politischen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger, also Ihnen, dem Stadtparlament, den Vorhabenträgerinnen und Vorhabenträgern, den Immobilieneigentümerinnen und Immobilieneigentümern sowie den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern. Die Starkregengefahrenkarten bilden hierfür eine belastbare Entscheidungs- und Handlungsgrundlage zur Bewertung der starkregenbedingten Überflutungsgefahren und zur Veranlassung weiterer konkretisierender Maßnahmen, wie insbesondere die Erstellung von Risikoanalysen und Handlungskonzepten.

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die erste Zusatzfrage kommt von Frau Luxen von der SPD-Fraktion. Bitte! Stadtverordnete Kristina Luxen, SPD: (Zusatzfrage) Grundsätzlich finde ich es spannend, wenn es Reisen nach Rotterdam und Münster bedarf, um die Starkregenereignisse zu begreifen. Kommen Sie nach dem nächsten Gewitter nach Harheim. Hier ist es nämlich heute auch schon gang und gäbe, dass dann das Wasser die Straßen herunterläuft und die Taunusbäche über die Ufer treten. Ich hatte vor einem Jahr zu dem Thema auch eine Frage in der Fragestunde gestellt. Damals wurde noch mehr auf die Vorsorge der Bürgerinnen und Bürger gesetzt, und zwar zugespitzt gesagt mit Sandsäcken und Flyern. Mich interessiert, ob es für die Anwohnerinnen und Anwohner konkrete Hilfen gibt, zum Beispiel in Form einer Hausbegehung, und Hinweise gegeben werden, wo sie nachbessern müssen, um ihr Haus zu sichern? Gibt es städtische Finanzspritzen, wenn wirklich einmal etwas passiert ist? Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Ich versuche, die Fragen zu beantworten. Wir sind nach Rotterdam und nach Münster gefahren, weil zum Beispiel die Stadt Münster unter dem Meeresspiegel liegt und somit einer permanenten Bedrohung ausgesetzt ist. Außerdem ist Münster einmal nach einem schweren Gewitter total abgesoffen. Wir wollten schauen, was dort in der Folge gemacht wurde. Ihre Frage ist absolut berechtigt, aber ich möchte nicht dem Kollegen Markus Frank das Wort reden, der für die Beantwortung dieser Frage auf die Feuerwehr eingehen würde. Tatsache ist, dass wir in der Vergangenheit diese Folgen, die der Klimawandel mit sich bringt, eben nicht berücksichtigt haben. Wir haben Fehler gemacht. Das muss man heute ganz klar sehen. Aber unsere Reise war dazu da, Erkenntnisse mitzunehmen, was in Münster gemacht wurde und wie sich die Feuerwehr darauf einstellen muss. Wie muss sich der Katastrophenschutz insgesamt auf solche Ereignisse einstellen, um eben die Bürgerinnen und Bürger zukünftig schützen zu können? Genau deswegen haben wir auch diese Gruppe eingerichtet. Ich war wirklich sehr überrascht, wie viel Kenntnis schon vorhanden ist. Es ist aber auch ganz klar, dass wir die Bürgerinnen und Bürger gar nicht so schnell vor Starkregenereignissen schützen können, denn die Überraschung kommt immer sehr schnell. Das haben wir jetzt in einigen Sommern erlebt. Selbst wenn Sie auf Ihrem Handy sehen, woher die Gewitterwolken kommen, wissen Sie nie, wie stark das Ereignis vor Ort sein wird. Die Folgen wirklich abschätzen und uns vor ihnen bewahren zu können, ist natürlich genau das Ziel. Wir haben das in der Vergangenheit nicht gemacht. Das war ein Fehler. Ich hoffe aber, dass nach diesem Sommer 2018 und nach dem, was sich gerade wieder zeigt, jedem die Ernsthaftigkeit bewusst ist, dass wir uns mitten im Klimawandel befinden. Wir müssen diese Folgen jetzt auch endlich erkennen und Abhilfe schaffen. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Kliehm von den LINKEN. Bitte! Stadtverordneter Martin Kliehm, LINKE.: (Zusatzfrage) Sehr geehrte Frau Heilig, Sie haben in Ihrem Eingangsstatement gesagt, wie wichtig es ist, Klimawandel als gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen und darüber auch zu informieren. Demokratisch-gesellschaftliches Engagement kann in diesem Zusammenhang nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wie bewerten Sie daher die Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Attac und die Forderungen, die auch vonseiten der CDU gestellt werden, der Deutschen Umwelthilfe zum Beispiel ebenfalls die Gemeinnützigkeit abzuerkennen? (Heiterkeit) Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Den zweiten Teil der Frage versuche ich noch einmal nachzuempfinden, weil es von der rechten Seite etwas laut war. Wenn ich das richtig verstanden habe, ... Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Das brauchen Sie nicht, weil nur der erste Teil der Frage zulässig ist. Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Aber Sie überlassen mir schon, wie ich antworte. Das ist nett, Herr Siegler. Ich halte von der Aberkennung der Gemeinnützigkeit nichts, weder für Attac noch für die Deutsche Umwelthilfe, um es klar zu sagen. Ist die Antwort angekommen, Herr Kliehm? Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 1707 Stadtverordnete Ursula auf der Heide, GRÜNE: Herr Vorsteher, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Den Zusammenhang zwischen extremen Wetterereignissen und globaler Erwärmung hatte Professor Latif beim Neujahrsempfang galaktisch klar aufgezeigt. Die lange heißen, trockenen Sommer mögen dennoch nicht wenige Frankfurterinnen und Frankfurter begrüßen, das gehört auch zur Wahrheit. Die lange Trockenheit hat jedoch erhebliche Schäden verursacht und Anpassungsmaßnahmen erforderlich gemacht, die sich jetzt im Haushalt niederschlagen. Klimarelevante Haushaltspositionen werden in den nächsten Jahren einen noch größeren Raum einnehmen müssen. Auch wenn Wasserkaskaden im Südbahnhof und Autofahrer, die ihre Kfzs für Amphibienfahrzeuge halten, für manche noch einen gewissen Unterhaltungswert haben, bei der Evakuierung eines Altenwohnheims, wie in Frankfurt geschehen, dürfte das Amüsement enden. Starkregenereignisse sind extreme Wetterereignisse, extrem nass, extrem lokal, sie haben eine extrem kurze Vorwarnzeit und sie richten unter Umständen extreme Schäden an. Man kann solche Ereignisse weder verhindern noch sich vollständig dagegen schützen, sagen die Experten. Deswegen ist ein Starkregenrisikomanagement mit dem Ziel der Verringerung nachteiliger Folgen für die menschliche Gesundheit, Gebäude, Infrastruktur, Umwelt, das Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten das Gebot der Stunde.

(Beifall) Es ist gut, dass die Umweltdezernentin das Thema aufgegriffen hat. Es ist gut, dass Frankfurt auf dem Weg ist. Alle Fraktionen, alle Dezernate, alle Ämter sollten das uneingeschränkt unterstützen. In Münster, wo ein siebenstündiges Starkregenereignis die Stadt unter Wasser gesetzt und Menschenleben gekostet hat, ist das jetzt so. Wir sollten das Menschenmögliche tun, bevor eine Katastrophe da ist. Was zu tun ist, da sind sich auch die Experten einig. Auf der Grundlage einer Starkregengefahrenkarte muss die Stadt Steuerungsmaßnahmen entwickeln. Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger müssen informiert und beraten werden, wie sie Eigenvorsorge treffen können. Der Ausbau der Kanalisation ist übrigens nicht das Mittel der Wahl. Vielmehr sind alle Maßnahmen darauf auszurichten, dass nicht zu viel Wasser zu schnell in die Kanäle läuft. Frankfurt muss sich zur Schwammstadt entwickeln. Alle Möglichkeiten zur Versickerung sind anzugehen, Entsiegelung, Dachbegrünung, Auffangbecken im Straßenbau, Plätze, auch Parks, die geflutet werden können, oder vielleicht auch Deichbauten. Die wassersensible Stadtentwicklung muss zur Vorgabe für alle Neubaugebiete und für Nachverdichtung werden. Die Schäden solcher Starkregenereignisse sind gewaltig und wirken lange nach. Gelingt es nicht, das Wasser schnell und vollständig abzuleiten, kommt es zum Beispiel zu einer Grundwasserverunreinigung, sind die Schäden unabsehbar. Der Oberbürgermeister von Rotterdam hat die stark verdichtete Innenstadt zum Starkregenlabor erklärt, ... Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Frau auf der Heide, Ihre Redezeit ist überschritten. Stadtverordnete Ursula auf der Heide, GRÜNE: (fortfahrend) ... Mittel zur Verfügung gestellt und Bauvorschriften außer Kraft gesetzt. Jeder Bürger, jede Bürgerin ist aufgerufen, Ideen auszuprobieren. Ein Vorbild für Frankfurt? Warum nicht. Danke schön!

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Lange von der CDU-Fraktion. Bitte schön! Stadtverordneter Robert Lange, CDU: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Damen und Herren! Starkregenereignisse, auch in Frankfurt, werden wohl leider weiter zunehmen. Wobei leider insgesamt auch die Regenwahrscheinlichkeit und die Regenmenge im Jahresdurchschnitt gegenüber den vergangenen Jahren weiter, gegebenenfalls sogar sehr deutlich abnehmen dürften. Frankfurt am Main, unsere Heimatstadt oder auch unsere Stadt, unsere Arbeitsplätze, hat im Jahr 2018 den leider doch sehr fragwürdigen ersten Preis der heißesten Stadt in Deutschland gewonnen. Auch in 2019, im Januar und im Februar, ging zudem die Regenmenge auf extrem niedrigem Niveau weiter. Leider gibt es derzeit keinerlei Anzeichen, dass es weniger warm wird oder es mehr Regen geben könnte. Extreme Gewitter jedoch werden zunehmen und die Wahrscheinlichkeit wird steigen, dass Straßen überflutet werden oder Keller, gegebenenfalls auch Häuser absaufen. Aufgabe der Stadt wird es mehr denn je sein, alle Anstrengungen vorzunehmen, damit es auch künftig, insbesondere für unsere Kinder und Enkelkinder, in Frankfurt lebenswert sein kann, möglichst auch besser werden wird. Hierzu wird es sinnvoll sein, dass Regen nicht zu schnell in den Main oder die Nidda abfließt, sondern mehr denn je gespeichert werden kann, um auch so die Gefahren vor zu viel Wasser auf Straßen oder in Kellern in unserer Stadt zu minimieren. Zudem werden alle Aufgaben in der künftig möglichst nicht zu heißen Stadt liegen. Dies alles kann, darf und wird uns nicht zu viel sein dürfen, sondern hier müssen künftig alle Ebenen intelligente und bezahlbare schnelle, aber auch nachhaltige Lösungen suchen und finden. Ein etwaiges "Weiter so" bei eventuellem Däumchendrehen wird es so nicht geben können und dürfen. Die Römerkoalition, insbesondere die CDU-Fraktion, wird sich dafür einsetzen, dass alle Stellschrauben auf den Prüfstand kommen, die uns in Sachen Klimawandel, gerade in Frankfurt am Main, weiterbringen. Ich persönlich werde mich dafür einsetzen, unnötige oder gar leichtfertige Bodenversieglungen, die auch dazu beitragen könnten, in Frankfurt zu verhindern. Ich denke, alle Ämter und Dezernate müssen das positiv angehen. Gerade die Bodenversiegelung der vergangenen Jahre darf so in Frankfurt nicht unnötigerweise weitergehen. Wir haben eine besondere Verantwortung auch da unseren künftigen Generationen gegenüber. Wir dürfen so nicht die Zukunft geradezu verbauen lassen. Wir müssen mehr denn je intelligent und umsichtig planen. Wohnungsmangel muss intelligent begegnet werden, insbesondere das Umland Frankfurts muss hier in die Pflicht genommen werden. Auch der ländliche Raum darf und muss gestärkt werden. Insgesamt darf ich festhalten und abschließen: Freiflächen werden mehr denn je gebraucht werden, um eine weitere Überhitzung oder auch mehr Starkregenereignisse künftig zu vermeiden. Arbeiten wir bitte alle daran, dieses Problem, das gegebenenfalls das Wohlfühlklima oder das Leben, Wohnen und Arbeiten erschweren könnte, zu vermeiden. Vielen Dank!

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Vielen Dank, Herr Lange! Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Schenk von der BFF-Fraktion. Bitte schön! Stadtverordneter Patrick Schenk, BFF: Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich wollte ich mit der Frau Dezernentin beginnen, aber ich muss Robert Lange jetzt in den Reihen der BFF-Fraktion begrüßen. Herzlich willkommen, lieber Robert! Deine Worte haben genau gegen die Planung des neuen Stadtteils gesprochen, denn da wird versiegelt.

(Beifall) Da wird Natur plattgemacht, und deswegen ist es goldrichtig, wenn du dich ein bisschen nach da setzt und zu uns kommst. Denn deine Worte werden wir dann wieder aufrufen, wenn der neue Stadtteil zubetoniert ist und das dem Klima in Frankfurt richtig abträglich ist.

(Beifall) Aber ich habe mir bei der Rede der Dezernentin zwei Sätze notiert. Der erste Satz war: Es wird eine Taskforce "Starkregen" gebildet. Das begrüßen wir. So hatte ich Sie verstanden. Zumindest wird da etwas passieren in Ihrem Amt. Das ist gut. Aber der zweite Satz, den können wir nicht begrüßen, da sagten Sie nämlich: Wir haben Fehler gemacht. Das finden wir jetzt wiederum nicht so gut. Dass Sie Fehler gemacht und nicht so gehandelt haben, wie Sie es hätten tun sollen, möchte ich Ihnen anhand von Ortsbeiratsanregungen aus dem Ortsbeirat 16 einmal aufzählen. Die sind aus den letzten zwei Jahren. Denn gerade die Bergen-Enkheimer sind vom Starkregen relativ betroffen. Sie haben auf dieses Problem hingewiesen beim Thema "Fließwasserverbindung zum Ostparkweiher und FFH-Gebiet Seckbacher Ried", Folgen der von der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat mehrheitlich geforderten Aufhebung der Siedlungsbeschränkung für Bergen-Enkheim, "Grundwasserstand in Enkheim", "Befahren Fußweg zwischen Triebstraße und Laurentiusstraße, Abwasser entsorgen, Regenwasserbewirtschaftung über Zisternen ohne Überlauf in den Kanal und Versickerung über unterirdische Rigolen in Bergen-Enkheim" und so weiter. Das alles hat dieser Ortsbeirat mehrheitlich beschlossen und Sie auf die Probleme bei Starkregen hingewiesen. Gemacht haben Sie nichts. Sie wollen eine Taskforce bilden. Warum jetzt? Warum nicht schon vor drei oder vier Jahren? Das wissen wir nicht erst seit dem letzten Sommer, sondern das wissen wir schon viel länger. Es wäre schön, wenn Sie das früher gemacht hätten. Zum Thema Versiegelung. An dieser Stelle hat unser Kollege Hans-Günter Müller schon vor fünf Jahren, zugegebenermaßen in etwas sehr komprimierter Form, darauf hingewiesen, dass die Versiegelung der Fußballplätze mit Kunstrasen ein ganz schlechtes Vorgehen ist, wenn es um Versickerung gehen soll. Auch da müssen wir dringend überlegen. So schön es für die Vereine ist, weil es pflegeleicht ist, so schlecht ist es für das Klima. Da sind nämlich auch der Vogel- und der Naturschutz betroffen in dieser Stadt. Wir müssen konstatieren, im Grunde genommen haben Sie das Thema verschlafen. Dass Sie es heute anmelden, ist peinlich für Sie. Vielen Dank!

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die nächste und letzte Wortmeldung zu dieser Aktuellen Stunde ist von Frau Hahn von der LINKE.-Fraktion. Bitte schön! Stadtverordnete Pearl Hahn, LINKE.: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren! Erfreut ist die LINKE. auf jeden Fall, dass es eine ämterübergreifende Initiative gibt, um die Starkregenfürsorge zu betreiben. Ämterübergreifend - genau das ist der Schlüsselpunkt -, es ist ein Problem, das durchgängig in dieser Gesellschaft gefühlt und gespürt wird, und somit brauchen wir alle Ämter an Bord. Es geht aber nicht nur um die Folgen und die Bekämpfung von Folgen, sondern auch die Ursachenbekämpfung muss in den Vordergrund gestellt werden. Das heißt, wir müssen uns dennoch am Ende des Tages darum kümmern, dass wir den CO2-Ausstoß dieser Stadt reduzieren. Frau Heilig, Sie haben vorhin gesagt, dass Sie gerne öffentliche Plätze angehen wollen. Lasst uns einmal die öffentlichen Plätze in dieser Stadt anschauen. Beim Thema Entsiegelung müssen wir uns nur den Goetheplatz anschauen. Da ist alles komplett versiegelt und da wird momentan keine Maßnahme betätigt, um dort eine Entsiegelung hinzubekommen. Es gibt aber auch andere Beispiele in dieser Stadt. Im Ostend auf dem Paul-Arnsberg-Platz gab es eine Initiative des Lebenswertes Ostend e. V., der die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil befragt hat, was sie gerne auf diesem Platz haben wollen. Mehrheitlich wurde gesagt, wir würden gerne eine Begrünung und eine Entsiegelung haben. Ist das passiert? Nein, nichts ist passiert. Beim Thema Entsiegelung haben wir noch ganz viel zu tun. Zu der Frage der Begrünung: Wir brauchen Dachbegrünung und Fassadenbegrünung, das Mainufer kann intensiver begrünt werden, auch da gibt es Mängel in dieser Stadt. Nichts wird getan. Wir müssen uns nur das Unwetter im Juni 2018 anschauen. Was ist da passiert? Eine Krabbelstube im Gallus stand unter Wasser. Das Wasser kam aus der Toilette, es gab überflutete Straßen, ein Teil der Gleise im Tiefgeschoss des Hauptbahnhofes stand unter Wasser. Das zeigt einfach nur, wie gravierend so ein Unwetter sein kann und welche Bereiche dadurch gehemmt werden. Wenn wir uns Starkregen anschauen, dann müssen wir uns auch die Frage von Hitze stellen. Das ist alles miteinander verknüpft. Wir dürfen nicht nur auf der einen Seite schauen, wie es mit Starkregenrisikomanagement aussieht, sondern wie sieht es mit Hitzerisikomanagement aus? Wir haben im Sommer ein Problem mit Hitze. Wir LINKE. fordern da eine Fort- und Weiterbildung, Ressourcen und Personal müssen zur Verfügung gestellt werden, damit auch Sanitäterinnen und Sanitäter dem Problem gerecht werden können. Die müssen auch aufgeklärt werden, ebenso die Feuerwehr und die Pflegekräfte in Altersheimen. Das Problem Starkregen muss verknüpft werden mit Hitze. Wenn wir diese zwei Sachen zusammen denken, dann können wir tatsächlich das Problem beheben. Vielen Dank!

(Beifall) Antragstellende Person(en): Stadtv. Ursula auf der Heide

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 21. Februar 2019 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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