Gedenken an die NS-Opfer würdig gestalten - Einrichtung einer Informations- und Bildungsstätte KZ "Katzbach"/Adlerwerke
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Thema Kultur verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 27.08.2010, B 576
Betreff: Gedenken an die NS-Opfer würdig gestalten - Einrichtung einer Informations- und Bildungsstätte KZ "Katzbach"/Adlerwerke Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 27.05.2010, § 8187 Ziff. 2 - NR 1880 LINKE. - Die Erinnerungskultur an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors hat in Frankfurt am Main eine lange Tradition. Schon wenige Monate nach dem Ende des Krieges wurden in unserer Stadt Gedenkorte in unterschiedlicher Form eingerichtet. Mittlerweile sind im Stadtgebiet an fast 90 Orten Erinnerungsmale zu finden. Auch die aktive Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen des nationalsozialistischen Terrors findet in Frankfurt am Main seit langem statt. Die regelmäßigen Veranstaltungen an Gedenktagen, Einladungen an ehemalige jüdische Bürger sind nur ein Hinweis hierfür. Die Angebote des Jüdischen bzw. des Historischen Museums, des Instituts für Stadtgeschichte und der von der Stadt Frankfurt unterstützten Einrichtungen wie des Fritz Bauer Institutes und der Anne Frank Jugendbegegnungsstätte zur Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Terror in Frankfurt werden von Bürgerinnen und Bürgern Frankfurts, Besuchern der Stadt, Schulen, Vereinen, Initiativen und Arbeitsgemeinschaften regelmäßig intensiv genutzt. Insofern unterstützt die Stadt Frankfurt am Main das Anliegen einer intensiven Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Terror und seiner Auswirkungen bereits in vielfältiger Hinsicht. Erst im letzten Jahr wurde in gemeinsamer Trägerschaft von Jüdischem Museum und des Fritz Bauer Institut ein neues pädagogisches Zentrum errichtet, in welchem vier Lehrer sich darum bemühen, in den Schulen sowohl den Holocaust als auch die deutsch-jüdische Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren. Vor dem Hintergrund der Bündelung auf diese vorgenannten städtischen bzw. städtisch geförderten Aktivitäten und im Blick auf den neu geplanten Erinnerungsort an der Großmarkthalle, von dem die Deportation der Frankfurter Juden ausgegangen war, und auf den vorgesehenen Ankauf des ehemaligen NS-Bunkers in der Friedberger Anlage, der auf den Ruinen der zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft bis heute von dem November-Pogrom 1938 zeugt und in dem ebenfalls ein weiterer Ort des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte entstehen soll, plant der Magistrat auf dem Gelände des KZ "Katzbach"/Adlerwerke keine Errichtung einer Informations- und Bildungsstätte zur NS-Zeit. An das Schicksal der Zwangsarbeiter im KZ "Katzbach"/Adlerwerke wird seit 1994 in der Kleyerstrasse mittels einer bronzenen Gedenktafel mit folgendem Text erinnert: "In Erinnerung an das KZ-Außenlager Frankfurt-Adlerwerke Über 1.600 Häftlinge verschiedener Nationalität wurden zwischen August 1944 und März 1945 unter SS-Bewachung im Werk I der Adlerwerke AG gefangen gehalten. In der Endphase des "Totalen Krieges" wurden sie in der Rüstungsproduktion und bei Aufräumarbeiten eingesetzt. 528 starben in Frankfurt am Main an Hunger und Kälte, wurden hingerichtet und ermordet und starben infolge unzureichenden Schutzes bei einem Luftangriff am 8. Januar 1945. 245 wurden als "Arbeitsunfähige" selektiert. Sie starben im Konzentrationslager Dachau und im Sterbelager Vaihingen. Hunderte starben bei der Evakuierung des Lagers in die Konzentrationslager Bergen-Belsen und Buchenwald. .Verantwortung aber gebietet, das Leiden der Opfer zu begreifen.' Rafael Seligmann"
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 26. Mai 2010NRNR 1880Gedenken an die NS-Opfer würdig gestalten - Einrichtung einer Informations- und Bildungsstätte KZ .Katzbach./AdlerwerkeSTVV-Antrag · LINKE.
- 27. August 2010Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 576Gedenken an die NS-Opfer würdig gestalten - Einrichtung einer Informations- und Bildungsstätte KZ "Katzbach"/AdlerwerkeMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf5 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU und FDP; GRÜNE (Kenntnis unter Hinweis auf NR 2007) gegen SPD und LINKE. (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP, FAG und FREIE WÄHLER gegen SPD (= Kenntnis als Zwischenbericht) und LINKE. (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: NPD (= Kenntnis) ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP, FAG und FREIE WÄHLER gegen SPD (= Kenntnis als Zwischenbericht) und LINKE. (= Zurückweisung)