Ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater in den Stadtteilen
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Thema Senioren verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 06.12.2013, B 564
Betreff: Ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater in den Stadtteilen Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 12.09.2013, § 3608 - NR 659/13 FREIE WÄHLER -
- Ältere Menschen empfinden bestimmte Lebenssituationen weit bedrohlicher als andere Altersgruppen. Sie empfinden Kriminalität häufig als persönliche Bedrohung. Diese Bedrohung kann zum Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben bis hin zur Isolation führen. Gerade die demographische Veränderung unserer Gesellschaft verursacht auch in der Kriminalität eine Verschiebung der Tatstrukturen und der Viktimisierung. So werden in Zukunft verstärkt ältere Menschen gezielt von Tätern aufgesucht, da sie durch altersbedingte körperliche und geistige Einschränkungen, durch ein ausgedünntes soziales Netzwerk und mangelhafte Reflexion in herausfordernden Gesprächssituationen erfolgversprechende Opfer sind. Am häufigsten fallen gemäß der Studie "Opfererfahrung im fortgeschrittenen Alter" (von Daniel Lederer) die über 60-Jährigen Straftaten zum Opfer, die auf Täuschung und Betrug basieren. Aber auch Straftaten im Zusammenhang mit dem Kauf von Waren, gezielte Täuschung durch verschiedene Techniken des Trickbetruges sind immer häufiger feststellbar. Im Umkehrschluss zu den vorgenannten Risikofaktoren können Schutzfaktoren und Präventionsmaßnahmen dazu beitragen, dass ältere Menschen weniger leicht auf Täuschung und Betrügereien hereinfallen. Zu den Schutzfaktoren gehört die Kompetenz der kritischen Reflexion von Gesprächsinhalten, eine Gesundheitsvorsorge gerade des Seh- und Hörvermögens und der Aufbau und die langfristige Sicherung eines persönlichen sozialen Netzwerkes. Auch die Studie des Präventionsrates "Die Auswirkung der demographischen Veränderung auf die Sicherheit älterer Menschen und die Konfliktdynamik zwischen Jung und Alt (siehe www.gewalt-sehen-helfen.de) von 2012 bestätigt diese Thesen. Besonders unter dem Gesichtspunkt der sozialen Kohäsion wird deutlich, dass ältere Menschen verstärkt alleine, einsam und sozial isoliert sind und persönlicher Ansprache bedürfen. Unter kriminologischer Bewertung ist festzustellen: - Ältere Menschen sind verletzlicher, opferanfälliger und können sich wenig wehren. Sie leiden unter den Folgen von Gewalt in psychischer, physischer und sozialer Hinsicht. - Ältere Menschen werden zunehmend schutz- und hilflos und sind von anderen abhängig. - Ältere Menschen sind oft alleine und haben keine Wächter/Kümmerer in der Umgebung. - Ältere Menschen in Not finden weniger Beachtung als Kinder in Not. Der gesellschaftliche Empathiewert sinkt gerade bei Demenzkranken. - Ältere Menschen, besonders in Siedlungen und verdichtetem Wohnungsbau gelten, wenn sie die Minderheit darstellen, oft als Nörgler und Störenfriede.
- In Frankfurt am Main gibt es Senioren-Sicherheitsberater seit
- Angegliedert an das Bürgerinstitut informieren Referenten in Senioreneinrichtungen über sicherheitsrelevante Themen älterer Menschen. Die Referenten werden besonders geschult und haben eine hohe fachliche Kompetenz. Sie arbeiten eng mit Polizei, Feuerwehr und Präventionsrat zusammen. Die Themen der Vorträge reichen von "Selbstschutz vor Straftaten im Alltag, Wohnungssicherung bis zur Unfallvermeidung im Haushalt (vgl. www.buergerinstitut.de). Auf Stadtteilebene nehmen sich die 16 regionalen Präventionsräte des Themas Seniorensicherheit an und sorgen in enger Kooperation mit der Geschäftsstelle des Präventionsrates, der Polizei und dem Bürgerinstitut für notwendige Informationen und Aufklärung der älteren Menschen im ihrem lokalen Umfeld. Besonders vorbildlich ist der Regionalrat Gallus. Dort kümmert sich der Arbeitskreis 50+ seit vielen Jahren um die Lebens- und Sicherheitssituation alter Menschen im Stadtteil. Darüber hinaus ist es wünschenswert, wie die Studie "Generationskonflikte zwischen Jung und Alt" gezeigt hat, wenn auch in kleinräumigen Bereichen niedrigschwellig ehrenamtliche geschulte Personen als Senioren-Sicherheitsberater Verantwortung übernehmen, um - Gefahrenpotentiale bei Ratsuchenden zu erkennen, - erste gezielte Verhaltensempfehlungen zu geben, - bei latenten Gefahrenmomenten den schnellen Kontakt zur Polizei, dem Präventionsrat oder dem Bürgerinstitut herzustellen, - kleine Probleme und Konflikte zu lösen, - präventive Schutzfaktoren im Umfeld zu fördern.
- Das Thema Seniorensicherheit ist seit einigen Jahren ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des Präventionsrates und seiner Regionalräte in enger Kooperation mit der Frankfurter Polizei. Der Präventionsrat legt dabei lageorientiert ein besonderes Augenmerk auf die örtlichen Besonderheiten, aber auch auf eine breite nachhaltige Informations- und Aufklärungsbasis. Von der Polizei geschulte ehrenamtliche Sicherheitsberater in den Stadtteilen können ein großer Gewinn für mehr Sicherheit für Senioren sein. Sie können durch enge Kontaktpflege vor Ort eine hilfreiche Arbeit leisten und verfügen, da sie selbst im unmittelbaren Lebensumfeld älterer Menschen leben, über umfangreiche Kenntnisse der Lebenslagen ihrer älteren Mitmenschen. Bundesweit gibt es vielfältige Modelle von Senioren-Sicherheitsberatern, die auf die Erfordernisse ihrer Stadt zugeschnitten sind. Der Präventionsrat plant im Frühjahr 2014 eine Fachkonferenz, in der die unterschiedlichen kommunalen Beispiele vorgestellt, analysiert und diskutiert werden. Auf der Basis dieses Diskussionsergebnisses wird dann zu entscheiden sein, ob und wie Senioren-Sicherheitsberater in den Frankfurter Stadtteilen realisiert werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 11. Juli 2013NRNR 659Ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater in den StadtteilenSTVV-Antrag · FREIE_WÄHLER
- 6. Dezember 2013Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 21 WochenBB 564Ehrenamtliche Senioren-Sicherheitsberater in den StadtteilenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE. und FREIE WÄHLER Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP, Piraten und RÖMER (= Kenntnis)