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Frankfurter Programm "Würde im Alter" hier: Neufassung

Vorlagentyp: B
52 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren1 Sitzung

Zusammenfassung

Der Bericht beschreibt die Entwicklung des Frankfurter Programms "Würde im Alter" und die geförderten Projekte im Jahr 2022. Ziel ist es, älteren Frankfurter:innen Unterstützungsangebote zu ermöglichen, die ohne das Förderprogramm nicht verfügbar wären. Die Maßnahmen sollen die Lebensqualität und Teilhabe älterer Menschen verbessern.

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Thema Senioren verfolgen

Bericht

Einleitung

Das Frankfurter Programm "Würde im Alter" (FPWiA) besteht seit 22 Jahren. Die aktuelle Förderrichtlinie wurde durch die Stadtverordneten im Juni 2019 (§ 4219) beschlossen. Der wesentliche Leitgedanke ist für die älteren Frankfurter:innen Unterstützungsangebote zu ermöglichen, die ohne das Förderprogramm nicht zur Verfügung stehen würden, d.h. Angebote, die nicht unter die Leistungen in den Sozialgesetzbüchern SGB V, IX , XI und XII fallen. [1]

Entwicklung des Förderprogramms und der geförderten Projekte

Nachfolgend wird über die Entwicklung des Förderprogramms in den Bereichen "Zugehende Beratung, Betreuung und Begleitung zu Hause" und " Stationär" im Jahr 2022 berichtet.

2022 - Anträge auf Förderung / Projekte

Im Jahr 2022 wurden im FPWiA - Zugehend 14 Projekte von neun Trägern mit einer Gesamtsumme in Höhe von 925.156 € [2] gefördert. Anträge für neue Projekte wurden nicht gestellt. Gefördert wurden Projekte, die sich im zweiten oder dritten Förderjahr befanden.

Fortgeführt werden konnten:

  • Die psychosozialen Hilfen für ältere Personen mit psychischen Beeinträchtigungen in den Frankfurter Stadtteilen Westend, Bockenheim, Eckenheim, Eschersheim, Hausen sowie Ginnheim, Bonames, Heddernheim, Praunheim und in der Nordweststadt. [3]
  • Das Angebot einer zugehenden Beratung zur Förderung der Teilhabechancen und Selbstmanagementkompetenzen für ältere Personen, die psychotrope Substanzen riskant, missbräuchlich oder abhängig konsumieren. [4]
  • Die Lebensbegleitung für ältere Personen mit einer Zuwanderungsgeschichte aus Italien. [5]
  • Die zugehende Beratung und psychosoziale Begleitung sowie die Möglichkeit der Teilnahme an Gruppen für die älteren Bürger:innen bzw. für deren An- und Zugehörige in den Frankfurter Stadtteilen Schwanheim, Goldstein, Niederrad, Sachsenhausen, Nied, Höchst und Unterliederbach. [6]
  • Der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst für Männer liebende Männer. [7]
  • Die Ehrenamtliche Begleitung von isoliert lebenden älteren Frankfurter:innen bei ihrem Weg zur Wiedergewinnung sozialer Kontakte und gesellschaftlicher Teilhabe. [8]
  • Die Koordination personenzentrierter Assistenzleistungen für ältere Personen in Sachsenhausen und die ehrenamtlich organisierte zugehende Beratung sowie die psychosoziale Begleitung und Betreuung dieses Personenkreises. [9]
  • Das Projekt für die älteren Bürger:innen mit einer psychischen Erkrankung, die zugehend beraten und betreut werden. Für An- und Zugehörige finden Beratungsangebote in Form von Veranstaltungen, Gruppen und Einzelgesprächen statt. [10]
  • Das Projekt, in dem ältere Personen mit einer chronischen, nicht heilbaren Krankheit in einem palliativen Setting begleitet werden. [11]
  • Das Projekt, in dem durch die Begleitung und Unterstützung im Alltag von älteren Personen (die noch in kein Versorgungssetting eingebunden sind) eine Versorgungskontinuität hergestellt wird. Dazu gehört auch das Angebot einer Soforthilfe für die Bürger:innen. [12]
  • Das Projekt in dem Bürger:innen, die noch nicht pflegebedürftig sind, zugehend zu den Themen Vorsorge, Förderung der Gesundheit und Erhalt der Selbstständigkeit im Alternsprozess beraten werden. [13]
  • Das Projekt, das Personen mit einer gerontopsychiatrischen Erkrankung und deren An- und Zugehörigen eine zugehende psychologische Beratung sowie Seminare und Gruppenaktivitäten bietet. [14]

Am Ende des Förderjahres 2022 wurden insgesamt zwei Projekte beendet.

Dies waren folgende Projekte:

  • Das Projekt der AGAPLESION MARKUS DIAKONIE gGmbH "Seniorenlotsen in Sachsenhausen - Aufsuchende Beratung, psychosoziale Begleitung und Koordination personenzentrierter Assistenzleistungen für ältere Menschen im Stadtteil Sachenhausen".

Die Angebote wurden zunehmend bekannt und von den älteren Bürger:innen genutzt, aber nach Rückmeldungen aller Projektbeteiligten und der Nutzenden wurde beschlossen eine aktualisierte Konzeption anhand der vorhandenen Bedarfe zu erstellen.

  • Das Projekt "Unter die Leute kommen" im Hufeland-Haus Hilfezentrum.

Gründe hierfür waren personelle und organisatorische Veränderungen. Da die Trägervertreter:innen weiterhin Bedarf für eine zugehende psychosoziale Unterstützung und Begleitung von älteren Personen mit psychischen Problemlagen im Frankfurter Osten sieht, stellte die bisherige Kooperationspartnerin (Institutsambulanz der Klinik Hohe Mark) einen Projektförderantrag für das Jahr 2023 im FPWiA - Zugehend.

Im stationären Bereich des FPWiA wurden 29 Projekte in 25 Einrichtungen von 18 Trägern, davon fünf einrichtungsübergreifende Projekte, mit einer Gesamtsumme in Höhe von 1.322.572 € gefördert.

Es wurden vier neue Projekte beantragt, davon ein einrichtungsübergreifendes Projekt. Alle beantragten Projekte waren förderwürdig im Rahmen des FPWiA-Stationär. Fortgeführt werden konnten zudem die Projekte, die bereits in den Jahren 2020 bis 2021 gefördert wurden.

Neu beantragt und im Jahr 2022 gefördert wurde:

  • Ein Projekt in dem die Bewohner:innen in der Pflegeeinrichtung einen Zugang zu digitalen Medien erhalten. [15]
  • Ein Projekt in dem Maßnahmen durchgeführt werden, die dazu beitragen, dass Gefühle wie z.B. Trauer, Wut oder Ohnmacht in der letzten Lebensphase zum Ausdruck gebracht werden können und miteinander teilbar sind. Dazu werden Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet. [16]
  • Ein Projekt in dem die Maßnahmen der spirituellen Begleitung weiterentwickelt werden. Erarbeitet und implementiert werden spirituelle Rituale, die das Angebot der Kirchengemeinden ergänzen sollen. [17]
  • Ein Projekt in dem ein Beitrag dazu geleistet wird, dass angehende Pflegekräfte in der generalisierten Ausbildung für ethische Fragestellungen sensibilisiert werden. Um dies zu erreichen, wird das Thema Ethik in die Praxisphase der Pflegeausbildung integriert. [18]

Im dritten Jahr der Förderung waren insgesamt folgende 14 Projekte:

  • Das Projekt in dem die Methoden zur Anregung der Sinneswahrnehmungen der Bewohner:innen (deren Lebensmittelpunkt ihr Zimmer geworden ist) erweitert werden. [19]
  • Das Projekt in dem die Schaffung einer Tagesoase zur Begleitung und pflegerischen Versorgung für schwerstpflegebedürftige, kognitiv eingeschränkte und überwiegend bettlägerige Bewohner:innen mit dem Schwerpunkt der palliativen Betreuung vorangetrieben wird. [20]
  • Das Projekt mit dem Thema Diversität im Schwanthaler Carrée. Neben der Fortführung der Angebote für LSBTIQ+ Bewohner:innen wird die Ethnizität und die Religion der Bewohner:innen miteinbezogen. [21]
  • Das Projekt in dem Interventionsmaßnahmen und Angebote etabliert werden, damit das Thema Gewaltprävention in der Einrichtung umfassend und ganzheitlich bearbeitet werden kann. [22]
  • Die beiden Projekte in denen Maßnahmen zu den Querschnittsthemen psychische Erkrankungen und Interkulturalität / Migration durchgeführt werden.

Im ersten Projekt wird ein Konzept entwickelt, das es ermöglicht, Bewohner:innen mit einer psychischen Erkrankung in einer Weise psychosozial zu begleiten, die ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse berücksichtigt. [23]

Im zweiten Projekt wird eine Einzelbegleitung der Bewohner:innen mit einer Zuwanderungsgeschichte ermöglicht. Dies insbesondere für Bewohner:innen, die von einer kognitiven Beeinträchtigung betroffen sind. [24]

  • Ein Projekt, in dem ein Nachtcafé umgesetzt wird. Der Besuch des Cafés soll den Bewohner:innen, die Schwierigkeiten haben sich an das Leben in einer Pflegeeinrichtung zu gewöhnen, soziale Teilhabe ermöglichen. [25]
  • Das Projekt in dem Bewohner:innen mit einer psychischen Erkrankung (insbesondere in der Einzugsphase) eine intensive und ihren jeweiligen Fähigkeiten und Wünschen aufgreifende Einzelbetreuung ermöglicht wird. [26]
  • Die Projekte zur Gewaltprävention in den Pflegeinrichtungen Hufeland-Haus und Nellinistift. Unter anderem konnte die Deeskalationsfachkraft bzw. Interventionskraft wieder wohngruppenübergreifend tätig sein. [27]
  • Die beiden Projekte zur Inklusion mehrfachbelasteter Bewohner:innen im Franziska Schervier Seniorenzentrum sowie im Pfarrer Münzenberger Haus, in dem in Teilprojekten Maßnahmen durchgeführt werden, die einzelne belastende Situationen der Bewohner:innen positiv verändern sollen. [28]
  • Das Projekt im Altenzentrum der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main zur Verbesserung des interkulturellen Milieus. [29]
  • Das Projekt, dessen Ziel es ist, Situationen der Angst, die Bewohner:innen mit einer psychischen Beeinträchtigung belasten, zu mildern. Gefördert wird die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit der Bewohner:innen und die Teilnahme am Leben in der sozialen Gemeinschaft. Auch mögliche Konflikte mit Mitbewohner:innen (ausgelöst durch ein für diese unverständliches und herausfordernd wirkendes Verhalten) sollen reduziert werden. [30]
  • Das einrichtungsübergreifende Projekt der Evangelischen Suchtberatung. In den kooperierenden Einrichtungen werden Bewohner:innen beraten und begleitet sowie quartalsweise offene Sprechzeiten auch für die Mitarbeitenden sowie An- und Zugehörige angeboten. [31]

Am Ende des Förderjahres 2022 wurden insgesamt neun Projekte beendet.

Dies waren folgende Projekte:

  • "Psychische Erkrankungen / Gerontopsychiatrische Erkrankungen: Förderung und Erhalt der psychosozialen Gesundheit", Sankt Konradheim. [32]

Im Projekt sollten Maßnahmen durchgeführt werden, die Selbstständigkeit, Orientierung und Handlungsfähigkeit der Bewohner:innen mit einer psychischen / gerontopsychiatrischen Erkrankung fördern und zum Erhalt ihrer psychosozialen Gesundheit beitragen. Es fanden gemeinschaftliche und identitätsstärkende soziale Aktivitäten statt. Insbesondere waren dies Eins-zu-Eins-Betreuungen, die für Bewohner:innen mit Rückzugstendenzen soziale Teilhabe ermöglichen sowie psychiatrischen Interventionen in Form von Fallkonferenzen mit Fachärzt:innen / Psychotherapeut:innen, um nicht-medikamentöse Handlungsoptionen zu finden.

  • "Gewaltprävention, Versorgung von psychisch kranken Personen", Alten- und Pflegeheim Anlagenring. [33]

Im Projekt wurden (vor dem Hintergrund des Themas Gewaltprävention) Maßnahmen, die Bewohner:innen mit psychosozialen Einschränkungen helfen ihren Alltag selbstbestimmt in der Einrichtung zu leben, durchgeführt. Auch nach Projektende finden Fallbesprechungen oder kollegiale Beratungen bei kritischen Situationen in der Pflege und Betreuung statt. Fortgesetzt wird ebenso die psychotherapeutische / psychologische Unterstützung sowie Beratung für die Bewohner:innen und ggf. ihrer Bezugspersonen sowie für die Mitarbeiter:innen.

  • "Anlassbezogene Fortbildungen und vertiefende Workshops zum Thema Palliative Betreuung in Frankfurter stationären Pflegeeinrichtungen, einrichtungsübergreifendes Projekt", Bürgerinstitut. [34]

Die Fortbildungen sowie Workshops fanden in den kooperierenden Pflegeeinrichtungen für die Mitarbeitenden statt.

  • "Qualifikation Pflegemitarbeiter:innen zu Ethikbeauftragten in Einrichtungen der stationären Altenpflege", einrichtungsübergreifendes Projekt, Frankfurter Ethiknetzwerk. [35] Die Qualifikation ist abgeschlossen. Ausgebildet wurden 11 Ethikbeauftragte.
  • "Erarbeitung eines ethisch begründeten Praxisleitfadens für psychiatrische Notfälle in Frankfurter Altenpflegeeinrichtungen", einrichtungsübergreifendes Projekt, Frankfurter Ethiknetzwerk. [36]

Der erstellte Praxisleitfaden mit Handlungsempfehlungen wurde bei einer Veranstaltung im Mai 2022 vorgestellt. Zudem gibt es ein fortbestehendes Schulungsangebot für die Mitarbeitenden zum Umgang mit psychiatrischen Krisensituationen.

  • "Zusammenleben mit Menschen mit psychischen Erkrankungen - Verbesserung der Betreuung und Pflege - Kompetenzentwicklung und gemeinsame Konfliktbewältigung", Bürgermeister-Gräf-Haus. [37]

Das entwickelte Aufnahmekonzept veränderte die Aufnahmepraxis positiv. Etabliert wurde z.B. eine zugehende Beratung in der eigenen Häuslichkeit / im Krankenhaus vor dem Einzug in die Einrichtung.

Insgesamt konnten dadurch auftretende Herausforderungen nach dem Einzug konstruktiv und leichter gelöst werden. Zur Kompetenzerweiterung der Mitarbeitenden wurden Online-Schulungen zum Themenfeld psychische Erkrankungen des höheren Lebensalters durchgeführt.

  • "Selbstbestimmung und Selbstverantwortung von pflegebedürftigen Menschen im Kontext von Fürsorge und Überfürsorge in der Pflege - Gewaltprävention", Sozial- und Rehazentrum West. [38]

Im Projekt wurde bearbeitet, wie die Einschränkung von Entscheidungs- und Handlungsoptionen der Bewohner:innen vermieden werden kann, da Einschränkungen zu Auslösern von Gewaltsituationen werden können oder selbst als Gewalt empfunden werden. Erfolgt ist eine Analyse der Pflegebeziehung, die Betrachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Veränderbarkeit von Abläufen in der pflegerischen Versorgung und denkbare Alternativen.

  • "Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes zur Verbesserung der Betreuung und Pflege von Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen unter Berücksichtigung der Superdiversität mit besonderem Schwerpunkt auf die Merkmale Migration, soziale Prägung und sexuelle Identität", Victor-Gollancz-Haus. [39]

Das Projekt ist zu einem Organisationsentwicklungsprojekt weiterentwickelt worden. Verfolgt wird eine eigenständige Zielsetzung im Rahmen der Weiterentwicklung des Trägers zu einer diversen Organisation.

Die Förderhöhe für alle Projekte im FPWiA umfasste im Jahr 2022 ein Volumen von insgesamt 2.247.728 €.

Inhaltliche Weiterentwicklung des Programms 2022

Auswirkungen der Covid-19 Pandemie

Um die Ausnahmesituation der Pandemie im Rahmen der Förderung zu berücksichtigen, wurde die maximale Laufzeit der Projekte in beiden Bereichen des FPWiA für ein Jahr verlängert. Dies vor dem Hintergrund, dass die überwiegende Anzahl der Trägervertreter:innen rückgemeldet hatte, dass aufgrund des Auftretens des Corona-Viruses die einzelnen Projekte (unabhängig davon, in welchem Förderjahr sie sich befanden) nicht wie vorgesehen durchgeführt werden konnten.

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine

Im Bereich des FPWiA-Zugehend berichteten die Projektmitarbeiter:innen, dass sich bei den von ihnen begleiteten älteren Bürger:innen Anzeichen einer Retraumatisierung zeigten. Um dem Bedarf an Austausch und Unterstützung gerecht zu werden, wurde die Begleitung in den Projekten entsprechend intensiviert und anpasst.

Im stationären Bereich hatte die Aufnahme von Personen mit Pflegebedürftigkeit aus der Ukraine keine Auswirkungen auf die Gestaltung und den Verlauf der Projekte.

Im Projekt zur Verbesserung des interkulturellen Milieus im Altenzentrum der Jüdischen Gemeinde führte der Ausbruch des Krieges zu einer Anpassung des Projektplans.

Um im sozialen Miteinander mögliche Konflikte zu begrenzen, wurden Bewohner:innen und geflüchtete ältere Personen aus der Ukraine in der Pflegeeinrichtung interviewt. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Konzeption für eine transkulturelle Organisation einfließen. [40]

Fachtag des Frankfurter Programms "Würde im Alter" 2022

Der erste Fachtag [41] fand im September 2022 statt. Die Veranstaltung startete mit Vorträgen zu den Themen psychische Erkrankungen im Alter [42] und Traumen, Retraumatisierung und Traumareaktivierung im Alter. [43] Im Anschluss sammelten die Teilnehmenden Themen (mit dem Focus auf eine Zusammenarbeit in der Altenhilfe) zu denen sie sich anschließend in Kleingruppen austauschten. Erste Ideen dazu, wie weitergearbeitet werden könnte, wurden zu 15 Themen entwickelt.

Die Themen wurden später inhaltlich zusammengeführt und sechs Themenbereiche mit Empfehlungen, wie weiterbearbeitet werden könnte, herausgearbeitet.

  1. Einsamkeit im Alter, Beratungs- und Begegnungsladen, Offene Begegnungsmöglichkeiten, Intergenerationelle Zusammenarbeit.

2. Versorgung älterer Menschen mit psychischen Auffälligkeiten, Angebote für "Systemsprenger", Medizinische Versorgung im Alter.

3. Wohnen / Barrierefrei, Altersfreundliche Stadt, Füreinander sorgen.

4. Altersfreundliche Stadt, Gemeinsam alt werden mit allen Kulturen, Altersarmut ist weiblich.

5. Akademie des Alterns.

Die Weiterarbeit an den Themen und die gewonnenen Erkenntnisse und Handlungsbedarfe können im weiteren Verlauf neue Projekte im Förderprogramm FPWiA anstoßen.

Das bisher Erreichte im Frankfurter Programm "Würde im Alter"

Nachfolgend wird das Gesamtfördervolumen sowie das Fördervolumen für die beiden Bereiche des FPWiA zusammenfassend dargestellt. [44]

Fördervolumen Frankfurter Programm "Würde im Alter - Zugehende Beratung, Betreuung und Begleitung zu Hause" JahrProjekteHöhe der Förderung
2019161.111.210 €
202015977.728 €
202115985.210 €
202214925.156 €
Gesamtförderung3.999.304 €
Fördervolumen Frankfurter Programm "Würde im Alter - Stationär" JahrProjekteHöhe der Förderung
2019231.286.165 €
2020221.118.145 €
2021251.793,667 €
2022271.322.572 €
Gesamtförderung5.520.549 €
Gesamtfördervolumen für die Jahre 2019 bis einschließlich 2022 Frankfurter Programm "Würde im Alter"
JahrProjekteHöhe der
Förderung
2019392.397.375 €
2020372.095.873 €
2021402.778.877 €
2022412.247.728 €
Gesamtförderung9.519.853 €

Ergebnisse und Nutzen

Drei Projekte stehen beispielhaft für den Nutzen älterer Bürger:innen in hochbelasteten Lebenssituationen durch die Maßnahmen im Zugehenden Bereich des FPWiA . [45]

"Rosa Paten (Homeworker) - Ehrenamtliche Begleitung": Besuche wurden wieder in vollem Umfang durchgeführt und die Kontaktaufnahme gelang leichter durch die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartner:innen bzw. durch die Eigeninitiative der älteren Männer. Auch Erstkontakte wurden wieder möglich. Neu gewonnen wurden vier Interessenten für die Nutzung des Besuchsdienstes. Drei der Interessenten wurden erfolgreich vermittelt, bei einer vierten Person gelang dies bis zum Jahresende nicht. Insgesamt wurden Ende 2022 zwölf ältere Männer begleitet.

"Beistehen Beizeiten! Frühe Palliative Unterstützung für Frankfurter Bürger:innen": Die Nutzer:innen mit einer unheilbaren Erkrankung profitierten von einer frühzeitigen palliativen Versorgung (Early Integration).

Es fanden Besuche statt und akute krankheitsbedingte Beschwerden wurden behandelt. Auf Wunsch wurde eine Entscheidungsfindung (z.B. hinsichtlich einer Vorsorgeplanung) unterstützt.

Zudem wurden isoliert lebende Nutzer:innen in ambulante, zugehende Hilfen vermittelt oder punktuell Mitarbeiter:innen im freiwilligen sozialen Jahr zur Alltagsbegleitung eingesetzt. Im Jahr 2022 nutzten 65 ältere Personen mit einer chronischen Erkrankung die Begleitung. Sie profitierten von insgesamt 168 Besuchen sowie ca. 520 weiteren Kontakten via E-Mail oder Telefon. Bei sechs Nutzer:innen wurde die Begleitung beendet, da sich ihr gesundheitlicher Zustand stabilisierte.

Im Projekt "Gemeinschaft wagen - Initiative gegen Einsamkeit im Alter" besuchten ehrenamtliche Mitarbeitende durchschnittlich zwei Stunden pro Woche ältere Frankfurter:innen, die von sozialer Isolation betroffen sind. Die älteren Personen wurden darin unterstützt, Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen und Veranstaltungen zu besuchen. Außerdem erbrachten die Begleiter:innen gelegentlich leichte Hilfeleistungen für die Nutzer:innen im Alltag. Psychosozial begleitet wurden insgesamt 43 ältere Frankfurter:innen und einige von ihnen fanden Möglichkeiten, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen (bspw. wieder die U-Bahn zu nutzen).

Im stationären Bereich des Frankfurter Programms "Würde im Alter" wird der Nutzen für die Bewohner:innen in den Pflegeeinrichtungen exemplarisch an einem Projekt zu jeweils einem Querschnittsthema dargestellt. [46]

Sucht im Alter

Im Projekt "Sucht im Alter - Schulungen und zugehende Beratung in stationären Einrichtungen der Altenhilfe" wurden Bewohner:innen im Einzelsetting begleitet und beraten. Ein:e Bewohner:in stabilisierte sich im Verlauf der beratenden Besuche, so dass eine weitere Begleitung nicht mehr nötig war. Außerdem wurden offene Sprechzeiten von den Bewohner:innen, den Mitarbeitenden und den An- und Zugehörigen genutzt. Auch Fallbesprechungen zu riskantem Suchtmittelkonsum von Bewohner:innen fanden statt. [47]

Gewalt in der Pflege

Im Projekt "Selbstbestimmung und Selbstverantwortung von pflegebedürftigen Menschen im Kontext von Fürsorge und Überfürsorge in der Pflege - Gewaltprävention" wurde die pflegerische Versorgung als eine Beziehung verstanden, die von den pflegenden Mitarbeitern:innen und von den Bewohnern:innen gestaltet wird. Mögliche Konflikte mit dem Potential zu gewalttätigem Handeln, entstehen in dieser Beziehung, wenn die Mitarbeitenden bei zunehmendem Pflegebedarf den Entscheidungsspielraum und die Handlungsoptionen der Bewohner:innen durch eine Überfürsorge einschränken. Bearbeitet wurde daher, wie sich Überfürsorge in der pflegerischen Versorgung vermeiden lässt. Dazu gehörte, dass Bewohner:innen befragt wurden, wie sie ihren Alltag in der Pflegeeinrichtung gestalten. Gefragt wurde außerdem, inwieweit eine pflegerische Unterstützung notwendig ist und was gebraucht wird, um selbstbestimmt leben zu können.

Die Erkenntnisse aus der Befragung wurden zur Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden genutzt und sollen die Bewohner:innen davor schützen, dass ihre Selbstbestimmung bei einer höheren Pflegebedürftigkeit zunehmend eingeschränkt wird. [48]

Psychische Erkrankungen

Im Projekt "Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen / Beeinträchtigungen und ihre Inklusion" wurde insbesondere für neu in der Einrichtung lebende Bewohner:innen mit psychischen Einschränkungen eine ihren jeweiligen Fähigkeiten und Wünschen entsprechende Begleitung angeboten.

Es gab z.B. Angebote, die diesem Personenkreis das Kennenlernen der Einrichtung und der Umgebung ermöglichten (Café Besuche im Stadtteil). Außerdem stand für mindestens sechs Wochen ausreichend Zeit für Gespräche und persönliche Zuwendung zur Verfügung. [49]

Palliative Betreuung

Im Projekt "Spiritualität und Religion im Zugehen auf den Tod" wurden erste Maßnahmen entwickelt die dazu beitragen, dass die Bewohner:innen in ihrer letzten Lebensphase ihre spirituellen Bedürfnisse ausdrücken können. Vor dem Hintergrund, dass für die Bewohner:innen Spiritualität als ein Zustand zu fassen ist, in dem sie sich geborgen und angekommen fühlen, ermöglichten bspw. therapeutische Öldispersionsbäder, vertrauliche Gespräche oder Spaziergänge im Garten ein Finden der inneren Ruhe. Solche besonderen Momente tragen dazu bei, dass die Bewohner:innen ihre spirituellen Bedürfnisse ausdrücken können. [50]

Interkulturalität / Migration

Im Projekt "Integration Messeturm - Psychosoziale Begleitung und Betreuung von Bewohner:innen mit einem Migrationshintergrund" wurden Angebote entwickelt die es dieser Personengruppe ermöglicht, Teilhabebarrieren zu überwinden. Bspw. wurden die Bewohner:innen durch eine feste Bezugsperson betreut und ggf. in der jeweiligen Erstsprache angesprochen und begleitet. Des Weiteren wurden Aktivitäten in denen die Sprache nicht im Vordergrund steht (z.B. Bewegungsspiele) angeboten. Außerdem konnten Bewohner:innen in Kleingruppen ihr Herkunftsland vorstellen oder in Back- und Kochangeboten Speisen und Gerichte aus unterschiedlichen Ländern ausprobieren. [51]

Inklusion

Im Projekt "Inklusion und soziale Teilhabe, Chancengleichheit und diskriminierungsfreier Zugang zu den neuen digitalen Medien für ältere Menschen" konnten Bewohner:innen unter Einsatz des CareTable [52] gemeinsam spielen oder an einem Quiz teilnehmen. Ein zweiter CareTable sowie Tablets wurden von den Bewohner:innen im Einzel-Setting genutzt um bspw. im Internet zu recherchieren. Insbesondere die Bewohner:innen mit Einschränkungen der Sehkraft oder haptischen Einschränkungen profitierten vom Einsatz der CareTables.

Im zweiten Halbjahr 2022 wurden die Bewohner:innen individuell zum Umgang mit dem Smartphone, Tablet oder Computer beraten und Mitarbeitende unterstützten bei der Bedienung der Geräte. Unter anderem wurde der Nutzen und der Umgang mit Apps aufgezeigt, Tablet Funktionen optimiert oder Software auf dem Computer installiert. Von Nutzen war für die Bewohner:innen auch, dass in Einzelgesprächen mit den An- und Zugehörigen Verbesserungen im Bereich der visuell unterstützten Telefonie erreicht werden konnten. Zudem konnten die Bewohner:innen durch das Installieren entsprechender Apps das kostenfreie WLAN nutzen. [53]

Diversität

Im Projekt "Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes zur Verbesserung der Betreuung und Pflege von Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen unter Berücksichtigung der Superdiversität mit besonderem Schwerpunkt auf die Merkmale Migration, soziale Prägung und sexuelle Identität" wurde angenommen, dass unterschiedliche Lebensgewohnheiten und Erfahrungen einen Konsens über den Sinn von Alltagssituationen erschweren können. Deshalb sollte u.a. ein Handbuch erarbeitet werden, dass den Mitarbeitenden konkrete Hilfestellung zum Thema Diversität und Interkulturalität bietet. Im Bearbeitungsprozesses zeigte sich aber, dass es unzureichend ist, das komplexe Thema verkürzt in einem Handbuch darzustellen.

Deutlich wurde die Notwendigkeit einer Konzeptentwicklung, da nur so die Komplexität des Themas aufgegriffen und unterschiedliche Wege des Umgangs aufzeigt und so Möglichkeiten eröffnet werden können. Das Projekt wird als Organisationsentwicklungsprozess der Einrichtung fortgeführt und soll zu einer Versorgung der Bewohner:innen führen, die ihre Person in all ihren Facetten berücksichtigt. [54]

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 20. November 2023Sie sind hier
    BB 438Frankfurter Programm „Würde im Alter“ hier: Neufassung
    Magistratsbericht
  2. 9. September 2024AA 307Frankfurter Programm „Würde im Alter“STVV-Anfrage · ÖkoLinX-ELF
  3. 18. November 2024Antwort des Magistrats · nach 52 WochenBB 422Frankfurter Programm „Würde im Alter“Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 23 · 18.01.2024
TO I, TOP 12
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 438 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeAfDVolt
Sonstige:
FRAKTION (Kenntnis)ÖkoLinX-ELF (Kenntnis)BFF-BIG (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD und Volt Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Kenntnis)

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