Gymnasiale Nachfrage in den Stadtteilen Gallus und Griesheim
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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 24.10.2011, B 421
Betreff: Gymnasiale Nachfrage in den Stadtteilen Gallus und Griesheim Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 29.09.2011, § 626 - A 36/11 Bunte - Mit der Verabschiedung des Integrations- und Diversitätskonzepts haben Stadt, Politik und Verwaltung die grundsätzliche Verantwortung dafür übernommen, Benachteiligungen entgegenzuwirken, Zugänge zum und Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen zu erleichtern und sich insbesondere im Bildungsbereich für mehr Chancengleichheit einzusetzen. Dazu gehört auch die Sicherstellung eines über die Stadt bedarfsgerecht verteilten wohnortnahen Bildungs- bzw. Schulangebotes, das für SchülerInnen und Eltern, insbesondere aus sog. bildungsfernen oder sozial benachteiligten Milieus, kurze Lauf- und Anfahrtswege, auch zu höheren Schulformen gewährleistet. Dies vorausgeschickt, beantwortet der Magistrat die Anfrage wie folgt:
Zu 1. - 3. Erhebungen des Hessischen Kultusministeriums zu den Übergängen aus den Grundschulen in die weiterführenden Schulen liegen bis einschließlich des Schuljahres 2009/2010 vor. Die nachfolgenden Auswertungen stellen die Übergänge der Schuljahre 2005/2006 - 2009/2010 summarisch und prozentual dar: Stadtteil Gallus
Förderstufe Hauptschule Realschule Gymnasium IGS Summe 12 44 207 227 214 704 1,7% 6,3% 29,4% 32,2% 30,4% 100,0% Davon an: Goethegymnasium Westend 96 Bettinaschule Westend 65 Helene-Lange-Schule Höchst 17 Georg-Büchner-Schule Bockenheim 12 Freiherr-vom-Stein-Schule Sachsenhausen 8 Carl-Schurz-Schule Sachsenhausen 7 Leibnizschule Höchst 6 Schillerschule Sachsenhausen 4 Außerhalb 3 Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Ostend 2 Musterschule Nordend 2 Lessinggymnasium Westend 1 Elisabethenschule Nordend 1 Ziehenschule Eschersheim 1 Liebigschule Praunheim 1 Privatschule Außerhalb 1 Stadtteil Griesheim Förderstufe Hauptschule Realschule Gymnasium IGS Summe 55 11 154 222 345 787 7,0% 1,4% 19,6% 28,2% 43,8% 100,0% Davon an: Goethegymnasium Westend 85 Helene-Lange-Schule Höchst 58 Leibnizschule Höchst 45 Bettinaschule Westend 15 Privatschule Außerhalb 6 Liebigschule Praunheim 5 Schillerschule Sachsenhausen 3 Elisabethenschule Nordend 2 Außerhalb 2 Musterschule Nordend 1 Zu 4. Dem Schulträger liegen keine Daten vor, die eine Beantwortung der Frage ermöglichen. Dies liegt daran, dass die allgemeine Schulstatistik (LUSD) keine Individualdaten liefert, sondern nur für jeweils einen Messzeitpunkt alle schulbezogenen Daten ausweist. Um eine Schulbiografie im Verlauf nachvollziehen zu können, wären Individualdaten mit Personenkennung erforderlich. Eine entsprechende Umstellung der Schulstatistik des Landes ist aus datenschutzrechtlichen Gründen derzeit nicht absehbar.
Zu 5. Ja, eine Verpflichtung dazu besteht durch das Hessische Schulgesetz: "Schülerinnen und Schüler, deren Sprache nicht Deutsch ist, sollen unabhängig von der eigenen Pflicht, sich um den Erwerb hinreichender Sprachkenntnisse zu bemühen, durch besondere Angebote so gefördert werden, dass Sie ihrer Eignung entsprechend zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern deutscher Sprache unterrichtet und zu den gleichen Abschlüssen geführt werden können" (§ 3 Abs. 13 HSchG).
Zu 6. Die Förderung der deutschen Sprachkompetenz auch bei Zuwandererkindern in der Schule stellt damit eine übergeordnete Aufgabe des Landes dar. Hierfür wurde ein Gesamt-Sprachförderkonzept erarbeitet, das im Einzelnen die folgenden Komponenten enthält: - freiwillige, kostenlose neunmonatige (seit 01.08.2010 zwölfmonatige) Vorlaufkurse hessenweit für schulpflichtig werdende Kinder zugewanderter Eltern zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse (hessenweit eingeführt seit November 2002). - verpflichtende schulische Sprachkurse oder verpflichtender Besuch einer Vorklasse für schulpflichtige Kinder bei Zurückstellung vom Schulbesuch wegen nicht hinreichender Sprachkenntnisse (hessenweit eingerichtet seit dem Schuljahr 2003/2004). - Intensivklassen/Intensivkurse für Neuankömmlinge (Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger), die über keine bzw. nur geringe Deutschkenntnisse verfügen und dem Unterricht in einer Regelklasse noch nicht folgen können (mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 hessenweit eingerichtet) - Alphabetisierungskurse für Schülerinnen und Schüler ohne schulische Vorbildung, die im Rahmen von Intensivklassen oder Intensivkursen stattfinden. - Deutsch-Förderkurse für Schülerinnen und Schüler, die sich zwar verständigen können, die deutsche Sprache jedoch in Wort und Schrift noch nicht so beherrschen, dass sie die Anforderungen des Regelunterrichts problemlos erfüllen können. - Deutsch & PC Dieses besonders intensive Sprachförderprogramm für den Regelunterricht ist in derzeit 72 Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil eingerichtet, darunter die Ackermannschule, die Hellerhofschule, die Günderrodeschule und die Berthold-Otto-Schule. Das Projekt ist von seinem Ursprung her ein Kooperationsprojekt mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Durch eine eigens eingerichtete Beratungsstelle (Hessenbüro Deutsch & PC) fand in den letzten Jahren zunehmend eine Vernetzung der Schulen untereinander statt, erfolgen regelmäßige Regionaltreffen zur Fortbildung, die aktuelle Themen zum Zweitspracherwerb und eine wirksame Elternarbeit zum Thema haben. Außerdem gibt es in den Stadtteilen Gallus und Griesheim an der Ackermannschule, der Günderrodeschule, der Eichendorffschule und der Berthold-Otto-Schule sozialpädagogische Kleinprojekte des Stadtschulamtes. Diese sozialpädagogische Förderung in der Schule soll die schulische und soziale Integration von Schüler/innen ermöglichen. Übergeordnete Ziele sind die Entwicklung und Förderung von personalen und sozialen Kompetenzen, der Sprachkompetenz und der Fähigkeit, mit den alltäglichen Anforderungen schulischen Lernens angemessen umzugehen. Daneben bestehen in den beiden Stadtteilen eine Vielzahl weiterer Förderprogramme für Migranten. Beispielhaft seien hier nur einige genannt: - "Mama lernt Deutsch - Papa auch" (Amt für multikulturelle Angelegenheiten) vermittelt Eltern die Deutschkenntnisse, die sie benötigen, um die schulische und berufliche Integration ihrer Kinder zu unterstützen. - "Deutsch-Sommer" (Stiftung Polytechnische Gesellschaft) bietet Frankfurter Drittklässlern mit gezieltem Förderbedarf in der deutschen Sprache eine intensive Förderung vor dem Übergang in die für die weitere Schullaufbahn wegweisende vierte Klasse. - El Ele-Projekt fördert türkischstämmiger Kinder. - Unterstützung der Günderrodeschule durch die Peter-Fuld-Stiftung und weitere Projekte.
Zu 7. Das Merkmal Migrationshintergrund wird erst seit dem Schuljahr 2009/2010 in der hessischen Schulstatistik ausgewiesen. Schüler/innen mit Migrationshintergrund an Grundschulen im Gallus und in Griesheim Quelle: Hessisches Kultusministerium (LUSD 2009/2010 und 2010/2011)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 1. September 2011AA 36Gymnasiale Nachfrage in den Stadtteilen Gallus und GriesheimSTVV-Anfrage · Bunte
- 24. Oktober 2011Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 8 WochenBB 421Gymnasiale Nachfrage in den Stadtteilen Gallus und GriesheimMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
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Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE. und FDP gegen Piraten (= Kenntnis als Zwischenbericht) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FREIE WÄHLER und NPD (= Kenntnis)