Kühlung und Wasserspeicherung: Hydroaktive Fassaden
Zusammenfassung
Der Bericht behandelt die Testphase hydroaktiver Fassaden zur Kühlung und Wasserspeicherung in städtischen Gebäuden. Es wird geprüft, ob diese Systeme in Frankfurt am Main als Pilotprojekte eingesetzt werden können, insbesondere in schlecht gedämmten Gebäuden. Ziel ist es, die Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit der Systeme zu evaluieren.
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Thema Wohnen verfolgenBericht
Hydroaktive Fassaden befinden sich noch in der Testphase zur Praxistauglichkeit, bis jetzt wurden nur einzelne Elemente als Prototyp auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart und an einem Bürogebäude in der Schweiz getestet und sie befinden sich derzeit noch im Stadium des Technologietransfers. Seit April letzten Jahres gibt es die Transfer- und Gründerunternehmung "HydroSKIN TGU" (https://www.tti-stuttgart.de/tgu-hydroskin/im) im Rahmen der Technologie-Transfer-Initiative (TTI GmbH) der Universität Stuttgart, die es ermöglichen soll, geschäftlich tätig zu werden, um erste Schritte in Richtung Vertrieb des Systems zu gehen. Die Abteilung Energiemanagement des Amtes für Bau und Immobilien (ABI) steht aktiv in Kontakt mit der Leitung der "HydroSKIN TGU". Die Funktion des Systems wurde der Abteilung Energiemanagement am 30.07.2024 vorgestellt und wird von dieser auf Praxistauglichkeit und Eignung für städtische Gebäude bewertet. Das Prinzip der adiabaten Kühlung von Gebäuden wird vom Energiemanagement grundsätzlich befürwortet, jedoch sind Hochhäuser und städtische Gebäude überwiegend Sonderbauten. Bei diesen bestehen erhöhte bauordnungsrechtliche Anforderungen und Prüfpflichten, die mit den entsprechenden Stellen abzustimmen sind, u. a. der Bauaufsicht, dem Brandschutz, der Statik. Im Eigentum der Stadt Frankfurt befinden sich bis auf ein angemietetes Objekt keine Hochhäuser. Neben Hochhäusern wären auch schlecht gedämmte und zur Überhitzung neigende Gebäude für hydroaktive Fassaden geeignet. Dies ist bei einigen Containeranlagen als Auslagerung von Schulen der Fall. Unter der Voraussetzung, dass alle bauordnungsrechtlichen Vorgaben mit dem System "HydroSKIN" eingehalten werden, prüft das ABI zurzeit, ob Containeranlagen oder andere Gebäude aus dem städtischen Portfolio als Pilotprojekt für den Einsatz von hydroaktiven Fassaden geeignet sind. Abschließend muss geprüft werden, ob sich bei Systemkosten von 500 €/m2 zuzüglich Planungskosten eine Wirtschaftlichkeit gegenüber anderen Verschattungs- und Kühlsystemen darstellen lässt. Das 2022 an der Universität Stuttgart vorgestellte Fassadentextil "Hydroskin" verspricht die aktive Kühlung von Gebäuden und bietet sich laut Entwicklungsteam insbesondere für Hochhäuser an. Die Kühlung der Gebäudehülle soll auch für eine gesamtstädtische Kühlung sorgen, was in Frankfurt am Main sehr nützlich wäre. Allerdings erfüllen die Fassadenteile nicht die Funktion von Fenstern (Transparenz), was den Einsatz nur partiell machbar erscheinen lässt. Das System ist zurzeit nur ein Prototyp. Eine herstellende oder vertreibende Firma ist bisher nicht bekannt. Somit kann das System an einem städtischen Gebäude noch nicht eingesetzt werden. Für zukünftige Neubauten und auch für Planungsgespräche zu Hochhäusern sollten die dann aktuellen Möglichkeiten eruiert werden. Eine Bewerbung einzelner Firmen ist grundsätzlich nicht möglich (Wettbewerbsvorteile). Hydroaktive Fassaden sollen Regenwasser auffangen und zur Kühlung des Gebäudes und seines Umfelds beitragen bzw. Brauchwasser zur Verfügung stellen. Die Stadtplanung wird die Anwendung derartiger Fassaden in der Praxis beobachten. Sofern die Bauteile in der Praxis überzeugen, wird das Stadtplanungsamt Bauherren in der Bauberatung über die Vorteile hydroaktiver Fassaden informieren. Die hydroaktiven Gebäudefassaden der Universität Stuttgart sind der Bauaufsicht bisher nicht bekannt. Die Fassadenelemente befinden sich noch in einem experimentellen Stadium. Aus Sicht der Bauaufsicht ist es daher zum jetzigen Zeitpunkt noch viel zu früh, um Bauherren im Rahmen der Bauberatungen über die hydroaktiven Gebäudefassaden zu informieren. Sollte eine Bauherrschaft oder ein Unternehmen bereits mit einem Konzept auf die Bauaufsicht zukommen, kann dies von dort konstruktiv begleitet werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 24. April 2024NRNR 931Kühlung und Wasserspeicherung: Hydroaktive FassadenSTVV-Antrag · CDU
- 11. Oktober 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 24 WochenBB 392Kühlung und Wasserspeicherung: Hydroaktive FassadenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (= Kenntnis als Zwischenbericht) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und Gartenpartei (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und BFF-BIG gegen CDU (= Kenntnis als Zwischenbericht) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Gartenpartei (= Kenntnis)