Neue Perspektiven für Beschäftigte der Stadt Frankfurt
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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 01.11.2019, B 392
Betreff: Neue Perspektiven für Beschäftigte der Stadt Frankfurt Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 26.04.2018, § 2600 Anlage 5 - E 48/18 CDU/SPD/GRÜNE - Der Aspekt der Durchlässigkeit zwischen den Ämtern und Betrieben ist aus Sicht des Magistrats ein bedeutendes Thema. So werden die Optionen der Durchlässigkeit von der Stadtverwaltung im Kontext von Maßnahmen zur Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung vorangetrieben. Die Stadtverwaltung mit rund 14.000 Beschäftigten ermöglicht weitgehend jeder Mitarbeiterin/jedem Mitarbeiter nach Wunsch und Befähigung eine Neuorientierung oder flexible Veränderung. Unter dem Gesichtspunkt der zielgerichteten Förderung städtischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sinne einer bedarfsangemessenen und flexiblen Personalentwicklung werden diese Möglichkeiten stetig reflektiert und verbessert. Dabei stehen folgende Maßnahmebündel im Vordergrund: A. Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften und Fachkräften Im Zusammenhang mit dem Ziel der Gewinnung von Nachwuchskräften für den Verwaltungs- und IT-Bereich wurde ein Halteprogramm entwickelt, welches Bewerberinnen und Bewerber bis zum Beginn ihrer Ausbildung bzw. ihres Studiums an die Stadt Frankfurt am Main binden soll. Diese Maßnahme ist erfolgreich implementiert und vermindert die Zahl der Rücknahmen von Bewerber/-innen deutlich. Dazu gehört beispielsweise die Veranstaltung "Come together", welche von städtischen Auszubildenden etwa ein halbes Jahr vor Ausbildungsbeginn für die angehenden Auszubildenden und Studierenden durchgeführt wird. Dort erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in einer ungezwungenen Atmosphäre mit städtischen Nachwuchskräften auf Augenhöhe auszutauschen, sich untereinander zu vernetzen, aber auch erste Informationen zum Ankommen sowie über den Ausbildungsverlauf zu erhalten. Im Rahmen der 3-jährigen Ausbildung/Studiums werden mehrere Praxisphasen absolviert. Neben der Förderung einer breiten fachlichen Qualifikation unterstützen diese Praxisphasen in wechselnden Abteilungen, Ämtern oder Betrieben die Einsicht in die Tätigkeiten der Verwaltung sowie den Aufbau von persönlichen Netzwerken. Für die zur Übernahme anstehenden jungen Menschen bieten sich Wahlmöglichkeiten zwischen den Übernahmestellen an, die die Vielfalt der Stadtverwaltung widerspiegeln. Zur zielgerichteten Ausrichtung der städtischen Personalwerbung im Fachkräftebereich wurde 2016 eine Ist-Analyse (Kennzahlen-, SWOT- und Zielgruppenanalyse) durchgeführt. Nach der Erstellung eines Grobkonzepts konnten sogenannte Fokusämter identifiziert werden, mit denen in 2017, 2018 und 2019 Workshops durchgeführt wurden. Diese Workshops bildeten die Basis zur Identifizierung geeigneter Personalwerbungsinstrumente für die einzelnen Fachämter und Betriebe. Erste Instrumente wurden bereits erfolgreich implementiert, und die Einbindung weiterer Ämter und Betriebe findet statt. Parallel läuft das Projekt "Arbeitgebermarke" mit einer Kulturanalyse zur Erhebung des IST-Standes mittels einer Befragung der Mitarbeiter/-innen bezogen auf gelebte Werte, Grundhaltungen, beispielsweise in der Mitarbeiterführung, der Serviceorientierung, der Teamarbeit und der Entwicklung einer Soll-Perspektive bezogen auf alle kulturellen Dimensionen, über Interviews mit den Amts-/Betriebs-/Instituts-/Museums- und Referatsleitungen. Ziel ist die Positionierung der Arbeitgeberin Stadt Frankfurt am Main sowohl intern als auch extern. Zum einen um geeignetes und passendes Personal stärker anzusprechen, zum anderen um die Identifikation der Beschäftigten mit der Arbeitgeberin (und umgekehrt) zu erhöhen und damit zu einer aktiven Bindung beizutragen. Zudem soll damit auch die Marke Stadtverwaltung Frankfurt am Main am Markt besser positioniert werden. B. Stellenausschreibungen und Beratungsangebote Im Rahmen von Veröffentlichungen im internen und externen Jobportal werden frei werdende, frei gewordene oder neue Stellen bekanntgegeben. Ob interne oder externe Ausschreibung: alle Interessierten erhalten auf diesem Weg die Möglichkeit, sich auf freie Stellen in allen Amtsbereichen der Stadtverwaltung, soweit es ihre Qualifikation zulässt, zu bewerben. Die Zahlen in diesem Bereich sprechen eine beeindruckende Sprache. Ausgehend von der Wiederbesetzungssperre seit 2002 hat sich die Zahl der Stellenausschreibungen vervielfacht (von 2003 bis 2018 auf das mehr als 14-fache). Besonders stark ist der Anstieg von 547 Ausschreibungen im Jahr 2016 auf 810 Ausschreibungen im Jahr 2017. Daran wird deutlich, welche Vielzahl von Möglichkeiten sich den Beschäftigten der Stadtverwaltung zur Veränderung bieten. Die Zentrale Personalvermittlungsstelle (PVM) steht allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen, die sich mit einem Veränderungswunsch beschäftigen. Im Personal-und Organisationsamt beraten Mitarbeiter/-innen hinsichtlich der individuellen Qualifikationen und Einsatzmöglichkeiten in der Stadtverwaltung. Dieses zentrale Angebot der PVM wird rege frequentiert. Die schriftlichen, telefonischen und im persönlichen Beratungsgespräch geäußerten Veränderungswünsche von Mitarbeitenden nehmen stetig zu und dürften sich mittlerweile auf geschätzt bis zu 80 Anfragen im Jahr belaufen. Dabei kommen regelmäßig in Abstimmung mit Ämtern und Betrieben, die über entsprechende Einsatzmöglichkeiten verfügen, zeitlich befristete Hospitationen von in der Regel drei Monaten zustande, die im positiven Falle zu einer dauerhaften Stellenübertragung im neuen Amt führen. Darüber hinaus werden stadtweite Einsatzmöglichkeiten in den Ämtern und Betrieben für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprüft und realisiert, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, ihr bisheriges Tätigkeitsgebiet wahrzunehmen und für die es in den bisherigen Beschäftigungsämtern keine alternativen Einsatzmöglichkeiten gibt. Neben der bisherigen Prüfung nach "leistungsgerechten Arbeitsplätzen" gibt es seit 2017 eine weitere Möglichkeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich trotz gesundheitlicher Einschränkungen im Hinblick auf andere Einsatzmöglichkeiten weiter qualifizieren möchten und ein Interesse daran haben, im Rahmen einer Qualifizierung in verschiedenen Ämtern und Betrieben einzusetzen. Im Rahmen des "Personalservice Mobilität (PSM)" werden diese für ein neues, konkretes Tätigkeitsgebiet, in der Regel in inneren Verwaltungsbereichen wie zum Beispiel in Geschäftsstellen, der Allgemeinen Verwaltung, Personal oder Finanzen, qualifiziert. Für dieses Programm stehen derzeit 5 Stellen zur Verfügung. Die Einarbeitung von Kolleginnen und Kollegen stellt allerdings stets eine zusätzliche Aufgabe zum Alltagsgeschäft dar. Die Aufrechterhaltung des Bürgerservice sowie die Aufgabenerledigung genießen oberste Priorität, sodass alle Maßnahmen eines probeweisen Einsatzes eine gewisse Mindestdauer voraussetzen, um den Mehrwert für Personal und den Dienstleistungsbetrieb tatsächlich zu erzielen. Schließlich gibt es ein zentrales Informationsangebot der städtischen Fortbildung, welches gezielt die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter aller Ämter und Betriebe anspricht,die nach einer Elternzeit oder Beurlaubung zurückkehren. Sofern ein anderweitiger Einsatz benötigt oder aus eigener Motivation angestrebt wird, kann dieses Beratungsangebot in Anspruch genommen werden. Selbstverständlich können sich Betroffene aber auch an die zentrale Personalvermittlungsstelle werden, sofern ein anderweitiger Einsatz als vor der Beurlaubung angestrebt wird. C. Weiterqualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Neben einem stetig auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und der Aufgabenstellung in den Ämtern und Betrieben weiterzuentwickelnden Fortbildungsangebot mit rund 300 verschiedenen Angeboten in den Themenfeldern
- Personalentwicklung (Führungskräfte(nachwuchs)-entwicklung, Einarbeitungsqualifizierung, Mobilitätsförderung)
- Wirtschaftlichkeit und Effektivität in der Verwaltung
- Bürger/-innen- und Serviceorientierung
- Frauenförderung
- Betriebliches Gesundheitsmanagement
- Familie und Beruf
- Arbeits- und Selbstmanagement
- Verwaltung / Technik
- IT-Lehrgänge
- und besondere Angebote wurden weitere unterschiedliche Programme für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt. Mit dem "Trainee-Programm" und dem "Mentoring-Programm" insbesondere für weibliche Führungsnachwuchskräfte hat das Personal- und Organisationsamt bereits Lern- und Praxismöglichkeiten sowie Einblicke in andere Arbeitsbereiche durch Hospitationen geschaffen. Das Traineeprogramm wurde kürzlich in einer Neuauflage an die Ämter und Betriebe kommuniziert, sodass in 2019 aktuell 20 Personen im Rahmen dieses Programms weiterqualifiziert (interne Bewerber/-innen) beziehungsweise erstmals qualifiziert (externe Bewerber/innen) werden. In diesem Zusammenhang wird auch auf das interne Hospitationsprogramm des Jugend- und Sozialamtes verwiesen. Erstmals zum Einsatz kam 2018 die Umsetzung des "prüfungsfreien Aufstiegs" für Beamtinnen und Beamte des mittleren Dienstes in die Laufbahn des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes. Auch 2019 können bis zu 10 Beamtinnen und Beamte im mittleren Dienst, die bereits Tätigkeiten des gehobenen Dienstes wahrnehmen, im Rahmen der Förderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum prüfungsfreien Aufstieg zugelassen werden. Darüber hinaus wurde eine Kooperation mit der Hochschule "FOM Die Hochschule. Für Berufstätige." eingegangen. Diese dient der Weiterqualifizierung von Beschäftigten. Dazu wird ein Bachelorstudiengang angeboten, der unter bestimmten Zulassungsvoraussetzungen Beschäftigten, zentral gefördert, eine Weiterqualifizierung mit einem einschlägigen Abschluss ermöglicht, um ihnen den Zugang zu höherwertigen Tätigkeiten zu öffnen. Perspektivisch wird dies auch für Beschäftigte ohne Abitur angeboten werden. Die Bewerbungsphase für den ersten Studiengang läuft, das Studium beginnt zum Sommersemester, am 01.03.2020. Schließlich wurde das Thema "Masterstudiengang" im Rahmen einer Bachelorthesis 2018 einer Betrachtung unterzogen. Insbesondere die Gegenüberstellung des Qualifikationsaufstiegs nach § 37 Abs. 2 HLVO zum Erfahrungsaufstieg war unter Beteiligung von Betroffenen Gegenstand der Arbeit. Zur Abrundung der Einschätzungen finden noch Gespräche mit den Ausbildungsstellen der anderen hessischen Großstädte statt. Ziel all dieser Maßnahmen und Programme ist es, eine hohe Durchlässigkeit und vielfältige Perspektiven für die Bediensteten der Stadtverwaltung zu gewährleisten. Sie werden ständig im Hinblick auf eine Anpassung an die tatsächlich vorhandenen Bedürfnisse überprüft.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 16. März 2018EE 48Produktbereich: 32 Personal und Organisation Produktgruppe: 32.06 Zentrale Personalangelegenheiten Neue Perspektiven für Beschäftigte der Stadt FrankfurtEtatantrag · CDU, SPD, GRÜNE
- 1. November 2019Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 85 WochenBB 392Neue Perspektiven für Beschäftigte der Stadt FrankfurtMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRAKTION