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Umstellung Heizkraftwerk West von Kohle auf Gas

Vorlagentyp: B
97 Wochen bis zur Antwort6 Stationen im Verfahren3 Sitzungen

Zusammenfassung

Die Mainova AG plant die Umstellung des Heizkraftwerks West von Kohle auf Gas, um die CO2-Emissionen signifikant zu reduzieren und die Klimaziele bis 2040 zu erreichen. Durch die Umstellung auf Erdgas sollen jährlich 400.000 Tonnen CO2 eingespart werden, was einen wichtigen Schritt in Richtung CO2-Neutralität darstellt.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Bericht

Die Mainova AG investiert in den kommenden Jahren umfangreich in Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Dabei handelt es sich im Schwerpunkt um Investitionen in die Transformation der Energieversorgung. Zum erfolgreichen Gelingen dieser Transformation tragen ein massiver Netzausbau, die weitere Digitalisierung und insbesondere die Dekarbonisierung der eigenen Erzeugungsanlagen bei. Mainova verfolgt dabei das Ziel, bis spätestens 2040 CO2-neutral zu sein. Die CO2-Neutralität der Mainova ist unter Berücksichtigung der relevanten ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte sowie der technischen wie auch technologischen Möglichkeiten realisierbar. Um bezahlbare Energie, die Versorgungssicherheit und eine klimafreundliche Wärme- und Stromversorgung gewährleisten zu können, baut Mainova das Heizkraftwerk West (HKW West) um. Im Zuge des Umbaus wird es von Kohle zunächst auf Erdgas und perspektivisch auf CO2-neutrale Gase umgestellt. Durch die Umstellung auf zunächst Erdgas werden jährlich 400.000 Tonnen CO2 eingespart. Mittelfristig soll eine Umstellung auf Wasserstoff aus bunten Quellen sowie langfristig auf grünen Wasserstoff erfolgen, um den Weg zur CO2-Neutralität zu sichern. Aktuell bezieht die Mainova AG Kohle aus den USA und Kanada. Das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Darmstadt besteht aus mehreren Teilgenehmigungen. Ende April 2023 wurde eine erste Teilgenehmigung erteilt. Der Abschluss des Genehmigungsprozesses hängt von der Dauer der Entscheidungsprozesse des Regierungspräsidiums Darmstadt ab. Die Auftragsvergabe ist bereits durch die Mainova AG erfolgt. Für die beiden Steinkohleblöcke im HKW West lassen sich auf Basis der vergangenen fünf Jahre CO2-Emissionen von ca. 596.000 Tonnen pro Jahr im Durchschnitt ermitteln. Daraus ergibt sich für die beiden Steinkohleblöcke, bezogen auf den Energieertrag (Wärme und Strom), ein Emissionsfaktor von ca. 660g CO2/kWh unter Berücksichtigung des Wirkungsgrads der Anlage unter realen Einsatzbedingungen. Basierend auf Prognosedaten für Wärmebedarfsmengen sowie Strom- und Brennstoffmarktentwicklungen, geht Mainova für die Kohleersatzanlagen derzeit von einem jährlich durchschnittlichen Erdgaseinsatz von ca. 1.500 Gigawattstunden aus. Die Mainova AG bezieht Gas am Großhandelsmarkt. Hinsichtlich der Herkunft der durch Mainova beschafften Gasmengen ergibt sich ein Mix aus verschiedenen Ländern. Dieser lässt sich nicht trennscharf einzelnen Ländern zuordnen. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bestanden etwa im Monat März 2023 physische Gasflüsse nach Deutschland (inklusive sämtlicher Transitmengen) aus Österreich, Schweiz, Belgien, Niederlande, Norwegen, Frankreich sowie direkte LNG-Importe über die deutschen Terminals (stationär und mobil). Hinsichtlich des Emissionsfaktors des Primärenergieträgers Erdgas mit Bezug aus dem öffentlichen Gasnetz legt Mainova öffentlich zugängliche Emissionsfaktoren zugrunde. Das Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle weist in seinem "Informationsblatt CO2-Faktoren" einen Wert von 201 g/kWh für Erdgas aus. Durch die modernen Anlagen des Kohleersatzprojekts der Mainova AG wird eine höhere Strom- und Wärmeerzeugung als in den Kohleblöcken erwartet, da die effizienten Neuanlagen anteilig auch andere Erdgas-Bestandsanlagen verdrängen werden. Vor diesem Hintergrund der höheren Strom- und Wärmeerzeugung wird mit Gesamtemissionen aus den Kohleersatzanlagen von ca. 270.000 Tonnen pro Jahr gerechnet. Bei Normierung auf den gleichen Energieertrag der Kohleblöcke, wäre ein Erdgaseinsatz von ca. 1.050 GWh pro Jahr erforderlich, mit resultierenden CO2-Emissionen von ca. 190.000 Tonnen pro Jahr, was eine deutliche Verringerung der CO2-Emmissionen von rund 400.000 Tonnen CO2 jährlich bedeutet. Unter Berücksichtigung der anlagenspezifischen Umwandlungsverluste ergibt sich ein Emissionsfaktor, bezogen auf den Gesamtenergieertrag (Wärme und Strom), von ca. 240 g/kWh. Etwaige CO2-Emmissionen, die bei Gas-Vorlieferanten anfallen, liegen im Verantwortungsbereich dieser, so dass Mainova in diesem Kontext keine Angaben machen kann. Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für das Ziel der CO2-Neutralität der Stadt Frankfurt. Als gasförmiger Energieträger ist Wasserstoff gut speicherbar und leicht transportabel, was ihn für eine Vielzahl von Einsatzbereichen prädestiniert und zu einem Schlüssel für die Dekarbonisierung der Energieversorgung und Industrie macht. Derzeit sind die politischen Rahmenbedingungen für einen Wasserstoffhochlauf noch nicht abschließend festgelegt. Die Verfügbarkeit von Wasserstoff wird sich nach Erwartung der Mainova AG mit dem Anschluss des HKW West an das Wasserstofffernleitungsnetz voraussichtlich in den frühen 2030er Jahren deutlich verbessern. Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie im Auftrag des Nationalen Wasserstoffrats der Bundesregierung beschäftigt sich intensiv mit der Frage der Dekarbonisierung des Wärmesektors. Die von Fraunhofer ISE und IEE durchgeführte Bottom Up-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Wasserstoff auch in der Wärmeversorgung zum Einsatz kommen muss. Andernfalls ist im Wärmesektor die enorme Leistungsspitze bei tiefen Temperaturen allein aus Strom nicht abdeckbar. Im Sinne einer CO2-neutralen Energieversorgung plädiert die Mainova AG für Technologieoffenheit. Für einen zügigen Markthochlauf von Wasserstoff ist davon auszugehen, dass anfangs auch blauer und türkiser Wasserstoff im Markt notwendig sein wird. Bei der Herstellung werden das Kohlendioxid bzw. der Kohlenstoff abgeschieden, sodass dieses nicht in die Atmosphäre entweicht. Mit Blick auf den bevorstehenden Markthochlauf sind zu den Gesamtemissionen bzw. dem Emissionsfaktor noch keine konkreten Aussagen möglich. Gleiches gilt für den Zeitpunkt, ab dem grüner Wasserstoff eingesetzt werden soll. Die Mainova AG strebt an, klimaneutralen Wasserstoff einzusetzen. Das Heizkraftwerk West ist ein Stützpfeiler der Frankfurter Wärme- und Stromversorgung. Durch die Umrüstung wird nicht nur der bundesweite Kohleausstieg in Frankfurt deutlich vorgezogen, es entsteht auch eines der modernsten Kraftwerke Europas, das die Versorgung der Menschen in Frankfurt am Main mit Energie weiterhin zuverlässig sicherstellen soll. Die Umstellung auf Wasserstoff, der langfristig vollständig aus grüner Erzeugung stammen soll, wird vor diesem Hintergrund als sinnvoll erachtet. Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden und ist abhängig von den Alternativen zur CO2-neutralen Wärmeerzeugung bzw. des Gesamtenergiesystems in Frankfurt. Im Gutleutviertel entsteht durch den Umbau eines der modernsten Kraftwerke Europas, welches in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung Wärme und Strom gleichzeitig produziert und zur Versorgungssicherheit der Frankfurterinnen und Frankfurter weiter beiträgt. Grundsätzlich eignet sich Wasserstoff gut als Energieträger, um produzierten Strom einfach zu speichern und zu transportieren. Die Alternative, produzierten Strom nicht zu speichern, wäre mit einem höheren physikalischen Verlust verbunden. Mainova spielt eine wichtige Rolle auf dem Pfad Frankfurts zur CO2-neutralen Stadt, ist dabei jedoch nur ein Akteur von vielen. Das neue Kraftwerk wird ein wesentlicher bei der Dekarbonisierung der Mainova und damit Beitrag zur Dekarbonisierung der Stadt sein. Allein durch die Umstellung auf zunächst Erdgas werden jährlich ca. 400.000 Tonnen CO2 eingespart - dies entspricht rund 40 Prozent des CO2, das Mainova im Rahmen ihrer eigenen Energieerzeugung emittiert. Mit der bereits heute auf den Einsatz von Wasserstoff ausgelegten Anlagentechnik wird Mainova diesen Einspareffekt noch verstärken. So wird das Heizkraftwerk West die Frankfurterinnen und Frankfurter weiterhin zuverlässig und sicher mit perspektivisch CO2-neutraler Fernwärme versorgen. Verbände spielen in der deutschen Demokratie eine tragende Rolle. Artikel 9 Grundgesetz legt den rechtlichen Rahmen für die Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit in Deutschland fest. Üblicherweise werden Branchenverbände im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren angehört und sind somit bei der Entstehung von Gesetzen als legitime Vertretung aggregierter Interessen einer Branche eingebunden. Die Mainova AG ist Mitglied in folgenden Branchenverbänden: - BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - LDEW Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e.V. - VKU Verband kommunaler Unternehmen e.V. - AGFW Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. - DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. - Zukunft Gas - Initiative für Erdgas und grünes Gas e.V. - ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. - VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. - vgbe energy e.V. - vedec Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting e. V. Dem Magistrat ist nicht bekannt, welche Mitgliedsbeiträge ihre Beteiligungen an Branchenverbände entrichten.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 7. Juli 2022FF 936Aktuell läuft der Umbau des Heizkraftwerkes West. Bis 2026 soll ein Neubau entstehen mit Gasturbinen, die perspektivischFragestunde-Frage
  2. 6. April 2023AA 212Umstellung Heizkraftwerk West von Kohle auf GasSTVV-Anfrage · Linke
  3. 28. August 2023NRNR 739Fossilen Lock-in verhindern - für eine dezentrale Wärmewende in FrankfurtSTVV-Antrag · Linke
  4. 16. Oktober 2023Sie sind hier
    BB 383Umstellung Heizkraftwerk West von Kohle auf Gas
    Magistratsbericht
  5. 18. November 2023OFOF 724/10Müssen Fernwärmekunden im Ortsbezirk 10 mit Lieferausfällen und drastischen Preissteigerungen der Fernwärme rechnen?Ortsbeiratsantrag · GRÜNE
  6. 17. Mai 2024Antwort des Magistrats · nach 97 WochenBB 198Fossilen Lock-in verhindern - für eine dezentrale Wärmewende in FrankfurtMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
OBR 1
Sitzung 25 · 28.11.2023
TO I, TOP 72
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 383 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPDie Partei
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ARL
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Die Partei gegen LINKE. Und ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung)

Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 22 · 28.11.2023
TO I, TOP 15
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 383 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVoltFRAKTION
Ablehnung:
Linke
Sonstige:
ÖkoLinX-ELF (Zurückweisung)BFF-BIG (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und FRAKTION gegen LINKE. (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) BFF-BIG (= Kenntnis)

Ausschusses für Klima- und Umweltschutz
Sitzung 22 · 30.11.2023
TO I, TOP 16
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 383 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltFRAKTION
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELF
Sonstige:
AfD (Kenntnis)BFF-BIG (Kenntnis)Gartenpartei (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD, BFF-BIG und Gartenpartei (= Kenntnis)

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung
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