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Fossilen Lock-in verhindern - für eine dezentrale Wärmewende in Frankfurt

Vorlagentyp: B
97 Wochen bis zur Antwort5 Stationen im Verfahren4 Sitzungen

Zusammenfassung

Der Bericht des Magistrats beschreibt die Maßnahmen zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2040 durch die Mainova AG. Geplant sind umfangreiche Investitionen in die Transformation der Energieversorgung, insbesondere durch den Umbau des Heizkraftwerks West und den Ausbau des Fernwärmenetzes. Ziel ist es, die Wärmeversorgung in Frankfurt klimafreundlicher und nachhaltiger zu gestalten.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Bericht

Die bis 2040 von der Mainova angestrebte CO2-Neutralität ist unter Berücksichtigung der relevanten ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte sowie der technischen wie auch technologischen Möglichkeiten realisierbar.

Die Mainova investiert in den kommenden Jahren umfangreich in Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Dabei handelt es sich im Schwerpunkt um Investitionen in die Transformation der Energieversorgung. Zum erfolgreichen Gelingen dieser, tragen ein massiver Netzausbau, die weitere Digitalisierung und insbesondere die Dekarbonisierung der eigenen Erzeugungsanlagen bei.

Um bezahlbare Energie, die Versorgungssicherheit und eine klimafreundliche Wärme- und Stromversorgung gewährleisten zu können, baut Mainova das Heizkraftwerk West (HKW West) um. Im Zuge des Umbaus wird es von Kohle zunächst auf Erdgas und perspektivisch auf CO2-neutrale Gase, wie Wasserstoff, umgestellt. Damit wird der politisch beschlossene Kohleausstieg bei Mainova bereits 2026 vollzogen, 12 Jahre früher als vom Bundesgesetzgeber vorgegeben. Allein durch die Umstellung auf Erdgas werden am HKW West jährlich 400.000 Tonnen CO2 eingespart, dies entspricht etwa 40% der von Mainova im Rahmen der Energieversorgung emittierten Menge CO2.

In hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen die leistungsstarken Gasturbinen mit Abhitzedampferzeugern Wärme und Strom gleichzeitig. Insbesondere für den Ausgleich der volatilen Einspeisung erneuerbarer Energien, sowie zur Abdeckung von Lastspitzen in Frankfurt ist dies elementar. Durch den perspektivischen Einsatz CO2-neutraler Gase können die CO2-Emissionen dabei minimiert werden.

Der Umbau des Heizkraftwerk West hat planmäßig im Sommer 2023 begonnen und ist entsprechend weit vorangeschritten. Die Umstellung des HKW West ist im Kontext der gesamten Erzeugungs- und Versorgungsstrategie in Frankfurt zu betrachten.

So erstellt die Mainova AG derzeit einen Fernwärme-Transformationsplan, in dem die Dekarbonisierung und der Ausbau des Fernwärmenetzes beschrieben werden.

Mainova setzt bei der Erzeugung von Fernwärme auf drei Säulen der Fernwärmeversorgung. Zum einen wird die Wärme aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Ergänzend dazu sollen langfristig weitere Quellen wie Geo- oder Solarthermie integriert werden. Insbesondere für die bessere Integration erneuerbarer Energiequellen sind Wärmespeicher geplant.

Außerdem wird Abwärme aus Rechenzentren verstärkt für die Wärmeversorgung eingesetzt. Schon heute nutzt Mainova Abwärme aus Rechenzentren zu Heizzwecken. Diese kann entweder für Bestandsbauten, Neubauquartiere oder im Zusammenspiel mit Wärmepumpen für die Einspeisung in das Fernwärmenetz verwendet werden.

Der Umbau des HKW West ist für den Ausbau des Fernwärmenetzes, bzw. die Versorgung mit Fernwärme notwendig. Bereits heute deckt die Mainova AG 25% des Wärmebedarfes in Frankfurt durch Fernwärme. Perspektivisch sollen die Hälfte des Frankfurter Wärmebedarfs durch Fernwärme gedeckt werden und somit auch deutlich mehr Menschen in Frankfurt mit Fernwärme versorgt werden.

Hinsichtlich des Ausbaus der Fernwärme untersucht Mainova jedes potenzielle Gebiet für Fernwärme genau und ermittelt bei Eignung, in welchem Zeitraum und mit welcher Priorität der Anschluss an das Fernwärmenetz erfolgen kann.

Die Ergebnisse des Fernwärme-Transformationsplans sind daher in der Kommunalen Wärmeplanung zu berücksichtigen. Die Veröffentlichung des Fernwärme-Transformationsplans wird voraussichtlich im Sommer 2024 erfolgen.

Zudem versorgt Mainova Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen mit Nahwärme. Im Rahmen eines sogenannten Contracting werden Wärmequellen und -verbraucher in einem festgelegten Bereich berechnet und geplant, sowie im Hinblick auf deren Wirtschaftlichkeit geprüft.

Im Bereich Photovoltaik-Mieterstrom ist die Mainova AG bundesweit führend und hat hierfür 2019 sogar den Deutschen Solarpreis gewonnen. Zum Ausbau von Photovoltaik-Anlagen im urbanen Raum kooperiert die Mainova AG u.a. mit Wohnungsunternehmen und pachtet deren Dachflächen für die Installation der Anlage. Den erzeugten Ökostrom beziehen Mieter anschließend auf Wunsch direkt von der Mainova AG. Lokal erzeugter Sonnenstrom kann auch in Verbindung mit Energiespeichern für den späteren Eigenverbrauch genutzt werden.

Insbesondere hochverdichtete urbane Gebiete wie die Stadt Frankfurt bieten großes Potenzial für den effizienten Einsatz des Mieterstrommodells bei der Dekarbonisierung der Energieversorgung.

Das Amt für Bau und Immobilien teilt hierzu mit, dass städtische Dächer im Rahmen der gegebenen personellen und finanziellen Ressourcen geprüft und mit größtmöglichen Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Eine Auflistung der städtischen Photovoltaikanlagen ist demnach auf der Internetseite des Amtes für Bau und Immobilien unter "Regenerative Energiequellen" veröffentlicht.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist Bundessache und in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 2023 langfristig geregelt.

Energy-Sharing-Konzepte können eine Möglichkeit sein, um zeitweise nicht benötigten Solarstrom Dritten zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende rechtliche Regelung steht noch aus.

Hinsichtlich der stärkeren Unterstützung von Privathaushalten zur Hebung des Solarpotenzials der Stadt teilt der Magistrat mit, dass sich das von der Stadtverordnetenversammlung am 02.11.2023, § 3994 (M 152/23), beschlossene städtische Förderprogramm "Klimabonus" in Höhe von 21 Millionen Euro für das städtische Förderprogramm "Klimabonus" in der Umsetzung befindet. Neben Klimaanpassungsmaßnahmen werden auch Solaranlagen (Solarthermie/Photovoltaik) inklusive Mini-PV-Anlagen, Batteriespeicher und Ladesäulen unterstützt. Antragsteller können für ihre Maßnahmen insgesamt bis zu 100.000 Euro an Fördermitteln erhalten. Weitere Informationen siehe: frankfurt.de/klimabonus.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 7. Juli 2022FF 936Aktuell läuft der Umbau des Heizkraftwerkes West. Bis 2026 soll ein Neubau entstehen mit Gasturbinen, die perspektivischFragestunde-Frage
  2. 6. April 2023AA 212Umstellung Heizkraftwerk West von Kohle auf GasSTVV-Anfrage · Linke
  3. 28. August 2023NRNR 739Fossilen Lock-in verhindern - für eine dezentrale Wärmewende in FrankfurtSTVV-Antrag · Linke
  4. 16. Oktober 2023BB 383Umstellung Heizkraftwerk West von Kohle auf GasMagistratsbericht
  5. 17. Mai 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 97 Wochen
    BB 198Fossilen Lock-in verhindern - für eine dezentrale Wärmewende in Frankfurt
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf4 Beratungen
OBR 1
Sitzung 31 · 02.07.2024
TO I, TOP 57
Zur Kenntnis
Die Vorlage B 198 dient zur Kenntnis.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 29 · 03.09.2024
TO I, TOP 9
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 198 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltFRAKTION
Ablehnung:
Linke
Sonstige:
AfD (Kenntnis)BFF-BIG (Kenntnis)ÖkoLinX-ELF (Zurückweisung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen Linke (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD und BFF-BIG (= Kenntnis) ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung)

Ausschusses für Klima- und Umweltschutz
Sitzung 29 · 05.09.2024
TO I, TOP 12
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 198 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVoltBFF-BIG
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELF
Sonstige:
FRAKTION (Kenntnis)Gartenpartei (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und BFF-BIG gegen Linke und ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und Gartenpartei (= Kenntnis)

Ausschusses für Planen, Wohnen und Städtebau
Sitzung 29 · 10.09.2024
TO I, TOP 22
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 198 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeVoltBFF-BIG
Ablehnung:
ÖkoLinX-ELF
Sonstige:
AfD (Kenntnis)FRAKTION (Kenntnis)Gartenpartei (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, Volt und BFF-BIG gegen ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD, FRAKTION und Gartenpartei (= Kenntnis)

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