Via Regia - Historischer Handelsweg und europäische Kulturstraße
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Bericht des Magistrats vom 19.09.2014, B 374
Betreff: Via Regia - Historischer Handelsweg und europäische Kulturstraße Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 26.06.2014, § 4734 - NR 913/14 CDU/GRÜNE - Der Magistrat kann nach Recherchen folgendes berichten: Zu
- Die Via Regia (auch Hohe Straße) war ursprünglich eine römische Heerstraße. Deren westlicher Verlauf ist durch die A66 bei Unterliederbach, Höchst und Sossenheim sowie durch die Heerstraße bei Praunheim bis in die Römerstadt gesichert. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit verlief die Via Regia von Osten her über Görlitz, Leipzig, Erfurt, Eisenach, Fulda und Hanau nach Frankfurt und von dort über Mainz weiter nach Paris. Ein eindeutiger Verlauf der Straße bei Frankfurt lässt sich nicht feststellen, da man entweder nach Frankfurt hineinfahren oder das Territorium der damaligen Reichsstadt auch umgehen konnte. So führte östlich von Frankfurt zum einen die Gelnhäuser Landstraße von Bornheim über Seckbach, Enkheim, Bischofsheim, Hochstadt nördlich von Hanau ins Kinzigtal, zum anderen bestand über die Hanauer Landstraße, die vom Allerheiligentor zwischen den Riederhöfen hindurch zur Mainkur und am Mainufer entlang führte, eine direkte Verbindung nach Hanau. Die in Bergen-Enkheim gelegene moderne Straße "Hohe Straße" markiert im Osten den Beginn der um Frankfurt herum führenden Route auf dem heutigen Stadtgebiet. Viele der Kaufleute und Pilger, die auf der Via Regia reisten, dürften in Frankfurt eingekehrt sein. Von Osten gelangte man über die Hanauer Landstraße durch das Allerheiligentor oder über die Friedberger Landstraße durch das Friedberger Tor in die Stadt. Für die Weiterreise nach Mainz standen das Mainzer Marktschiff oder die Mainzer Landstraße zur Verfügung. Für die Durchreise war innerhalb der Stadt folgende Route möglich: Von der Allerheiligengasse oder der Friedberger Gasse über die Zeil und die Galgen/Gallusgasse durch das Galgen/Gallustor Richtung Westen. Allerdings wurde das Galgen/Gallustor im Zuge des Baus der Bastionen im
- Jahrhundert etwas nach Süden verlegt. Da sich das Straßenbild durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges geändert hat, entspricht dies nur in etwa dem heutigen Straßenverlauf Allerheiligentor-Allerheiligenstraße-Zeil-Große Gallusstr.-Taunustor. Das von der Landwehr umgebene Frankfurter Territorium verließen die Reisenden im Westen an der Galluswarte zur Mainzer Landstraße und im Osten bei den Riederhöfen auf die Hanauer Landstraße. Man hätte aber auch über die Eschersheimer Landstraße wieder auf die ursprüngliche Via Regia nördlich Frankfurts fahren können. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich der Verlauf der Via Regia auf dem heutigen Stadtgebiet nicht eindeutig bestimmen lässt. Es gab mehrere Routen in und um die damalige Reichsstadt Frankfurt herum. Zwischen diesen Routen gab es wiederum Querverbindungen. Zu 1., zweiter Teil der Frage In Frankfurt gibt es keine Vereinheitlichung der "Via Regia"- Beschilderung. Es gibt Edelstahlschilder, Tafeln und Obelisken darunter:
- a)Ohne Foto: Ein "Via Regia"-Schild initiiert vom OBR 9, das an der Ecke Eschersheimer Landstraße und Marbachweg steht. Darauf ist eine Landkarte verzeichnet, auf der Kiew links und Frankreich rechts steht.
- b)Bergen-Enkheim Am 'Tor zur VIA REGIA' im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim beginnt der Erlebnisradweg 'VIA REGIA - Kulturstraße des Europarates' von Frankfurt am Main nach Kraków. Zu Frage 2: Nach Wissen des Magistrats weist bislang die in Bergen-Enkheim gelegene moderne Straße "Hohe Straße", die im Osten den Beginn der um die Reichsstadt Frankfurt herum führenden Route markiert, auf die Via Regia hin. Der im Gallusviertel aufgestellte Obelisk kann nicht wirklich als ein Verweis auf die Via Regia als eine europäische Kulturstraße betrachtet werden. Zwar steht auf der Hinterseite des Obelisk auf einer Klebefolie der Text "Via Regia. Kulturstraße des Europarates", doch kann diese sehr leicht entfernt werden. Ein Foto aus der Einweihungszeit belegt, dass die Folien leicht zu entfernen sind: Links: heutiger Zustand. Rechts: Einweihungsfoto Februar
- Zu Fragen 3-5: Nach Recherchen und Gesprächen mit dem Kultur- und Informationszentrum in Thüringen (EKT) ist folgendes zu vermerken: die Mitgliedschaft dort ist zwar kostenlos, doch wer ihr beitritt, muss sich an die Richtlinien für das einheitliche optische Erscheinungsbild der "Via Regia"-Beschilderung halten. Die EKT empfiehlt Hinweisschilder, die unterhalb der Straßennamensschilder angebracht werden. Diese Schilder sehen ästhetisch sehr gut aus und haben eine harmonisch ausgewogene Farbigkeit. Solche Schilder gibt es in Sachsen-Anhalt und im Landkreis Fulda und in der Löherstraße in Fulda selbst (s. Fotos). Links: "Via Regia" Hinweisschild unter dem Straßennamensschild "Landstraße", Landkreis Fulda: der ausgeschilderte Radweg "Via Regia" führt von Rasdorf bis Hünfeld. Rechts: Via Regia Hinweisschild unter dem Straßennamensschild "Löherstraße" in Fulda Straßennamensschilder in Frankfurt am Main. Wie aus den Fotos ersichtlich, weisen die Schilder im Landkreis Fulda und Fulda selbst eine andere Art von Befestigung auf, als in Frankfurt am Main. Denn im gesamten Gebiet von Frankfurt am Main werden die Straßennamensschilder und die Zusatzschilder auf Rohrrahmen befestigt, die wiederum an einem Rohrpfosten montiert werden. Dies bedeutet, dass die Rahmenkonstruktionen und Straßennamensschilder ein Eigengewicht haben, das von dem Rohrpfosten getragen wird. Wenn beispielsweise ein Schild die Maße 18 x 30 cm hat, wiegt die Konstruktion incl. Rahmen 2-3 kg. So ergibt sich hiermit für die Anbringung eines "Via Regia"-Schildes ein rein technisches Problem - die Statik: Nach Informationen des Amtes für Straßenbau und Erschließung haben manche Straßennamensschilder eine Überlänge, wie etwa das in Riedberg aufgestellte "Graf-von-Stauffenberg-Allee"-Schild, das eine Länge von 120 cm hat. Ein solches Schild ist dermaßen schwer, dass darunter nichts angebracht werden könnte, weil der Rohrpfosten es nicht tragen könnte. Konkret auf die "Via Regia"-Thematik bedeutet dies, dass "Via Regia"-Schilder unter langen Straßennamensschildern nicht ohne größeren Aufwand angebracht werden könnten. Im Unterschied zu anderen Städten werden des Weiteren in Frankfurt am Main die entsprechenden Hausnummern direkt unterhalb des Straßennamensschildes angebracht (s. Foto). Eine direkte Anbringung des "Via Regia"-Schildes unterhalb des Straßennamensschildes wäre somit nicht möglich, das Erscheinungsbild ließe zu wünschen übrig, es wäre nicht kompakt. Die Frage nach den Kosten und Folgekosten kann nicht genau beantwortet werden. Die Kostenkalkulation entsteht nicht nur aus den Kosten der Schilder selbst, denn es müssen zusätzliche Faktoren berücksichtigt werden. Wenn ein Übergewicht wegen der Schilder entsteht, müssten extra Rohrpfosten angefertigt werden, die im Schildpreis nicht enthalten sind. Die Kosten hängen des Weiteren auch von der Beschaffenheit des Schildes selber ab: In Frankfurt werden als Straßennamensschilder Emailschilder verwendet. Als Zusatzschilder werden in Frankfurt verschiedenfarbig gestaltete Blechschilder benutzt, die mit bedruckter Folie überzogen sind. Eine genaue Kostenkalkulation kann erst gemacht werden, wenn die exakten Aufstellungsorte der "Via Regia"-Schilder definiert sind. Und Folgekosten entstehen, wenn Schilder entwendet oder beschädigt werden, ein Phänomen, das leider nur zu oft vorkommt. Auch hier können keine genauen Angaben gemacht werden. Sollte die Stadt Frankfurt am Main beschließen, Mitglied des Kultur- und Informationszentrum in Thüringen (EKT) zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So heißt es beispielsweise in der Satzung des EKT, dass Neumitglieder aufgefordert sind, ihren Zweck und ihre Tätigkeit dem Netzwerk in geeigneter Form vorzustellen und dass bilaterale und multilaterale Beziehungen zu anderen Mitgliedern des Netzwerkes aufzubauen und zu pflegen sind, insbesondere wenn es sich dabei um die gemeinsame Planung und Realisierung von Projekten handelt. Auch eigene VIA REGIA-bezogene Projekte seien zu verwirklichen bzw. zu unterstützen und/oder an Gemeinschaftsprojekten des VIA REGIA-Netzwerkes sei aktiv mitzuwirken. Nach Ansicht des Magistrats werden aus Gründen fehlender personeller Ressourcen diese Mitgliedschaftsvoraussetzungen kaum realisierbar sein. Ein weiteres erhebliches Hindernis Mitglied zu werden, sieht der Magistrat in der Satzung des EKT, unter dem Punkt Finanzierung, in dem es unter anderem heißt: "Die Finanzierung von Projekten wird durch die am Projekt beteiligten Mitglieder gesichert. Sie teilen die Kosten entsprechend der Kosten- und Finanzierungspläne unter sich auf, es sei denn, sie haben untereinander andere Absprachen getroffen." Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der Verlauf der Via Regia auf dem heutigen Stadtgebiet nicht eindeutig bestimmen lässt. Die gegenwärtig existente Vielfalt unterschiedlich gestalteter Hinweise lässt eine Vereinheitlichung wünschen. Leider gibt es aus technischer Sicht Bedenken, die Hinweisschilder, wie vom Kultur- und Informationszentrum in Thüringen empfohlen, unterhalb der Straßennamensschilder anzubringen. Eine Kostenkalkulation und die Ermittlung von Folgekosten einer einheitlichen "Via Regia"-Beschilderung in Frankfurt am Main kann zurzeit nicht dargestellt werden. Darüber hinaus aber sieht sich der Magistrat derzeit nicht in der Lage, grundsätzlich zusätzliche finanzielle Mittel für die Umsetzung einer solchen Idee in den Haushalt einzustellen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 23. Mai 2014NRNR 913Via Regia - Historischer Handelsweg und europäische KulturstraßeSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
- 19. September 2014Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 17 WochenBB 374Via Regia - Historischer Handelsweg und europäische KulturstraßeMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf13 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung: Annahme bei Enthaltung LINKE.
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Abstimmung: Einstimmige Annahme
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Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE und SPD Sonstige Voten/Protokollerklärung: LINKE., FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER (= Kenntnis)