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Konzeption "Prävention legaler Drogen"

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Zusammenfassung

Der Bericht des Magistrats zur Konzeption "Prävention legaler Drogen" zielt darauf ab, die Prävention von legalen Drogen und nicht stoffgebundenen Süchten zu verbessern. Durch verschiedene Maßnahmen und Programme sollen insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene erreicht werden, um Risiken zu minimieren und verantwortungsbewussten Konsum zu fördern.

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Bericht

Vorbemerkung

Das Drogenreferat befasst sich seit seiner Gründung 1989 unter anderem mit der Analyse von Bedarfs- und Problemlagen sowie der Entwicklung und Implementierung von neuen Maßnahmen und Angeboten, zunächst ausschließlich in Bezug auf sogenannte illegale Drogen. Mit dem Stadtverordnetenbeschluss zum E 99/2010 (§ 7831 vom 25.3.2010) kamen 2010 auch die sogenannten legalen Drogen und Verhaltenssüchte dazu. Die Konzeption "Prävention nicht stoffgebundener Süchte und legaler Drogen" ist eine kontinuierliche Aufgabe für das Drogenreferat mit dem Ziel, nach Möglichkeit sämtliche Zielgruppen mit Angeboten der Prävention und Frühintervention zu erreichen und Schaden zu minimieren ("Harm Reduction", Schadensminderung-Ansatz).

Legale Drogen - dazu gehören u.a. Alkohol, Tabak und E-Produkte - sind unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterverbreiteter als illegale psychoaktive Substanzen. Alkohol ist die beliebteste Substanz, die das zentrale Nervensystem beeinflusst, und dabei leicht verfügbar. Trotz ihres rechtlichen Status ist der Konsum legaler psychoaktiver Substanzen nicht ohne Risiko. Aus diesem Grund ist es notwendig, legale Substanzen in der Prävention zu thematisieren.

Auch weitere riskante, problematische und süchtige Konsumformen werden im Blick behalten, so etwa sogenannte nicht stoffgebundene Suchterkrankungen. Darunter werden Verhaltensbezogene Suchterkrankungen verstanden, die nicht an eine Substanz gebunden sind. Beispiele sind: pathologisches (Glücks-)Spielen oder Computerspielstörungen (nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten der WHO, 11. Ausgabe [1] ) bzw. problematische Online-Aktivitäten von Kindern und jungen Menschen (z.B. "Social Media"), exzessives bzw. extremes Einkaufverhalten bis hin zu Kaufzwang oder zwanghaftes Sexualverhalten.

In der Prävention sind verschiedene Zielgruppenansätze für Maßnahmen bekannt. Eine Einteilung in universelle, selektive, indizierte und umfeldbezogene Interventionen hat sich mittlerweile durchgesetzt [2] . Auch der Ansatz der Verhaltens- und Verhältnisprävention wird genutzt. Im Folgenden werden die Dialog- bzw. Zielgruppen, auf die sich die verschiedenen Ansätze beziehen, näher beleuchtet.

Jede Maßnahme, die dabei hilft, in der allgemeinen Bevölkerung oder einer gesellschaftlichen Teilgruppe künftige Suchtprobleme zu verhindern, wird als "universelle" präventive Intervention bezeichnet. Hierzu gehören z.B. Schulprogramme zur Förderung der Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen. "Selektive" präventive Interventionen sind gezielt an Personen mit riskantem Verhalten oder Risikomerkmalen gerichtet. Hierzu zählen z. B. Kinder von alkoholkranken Eltern. Maßnahmen, die an Personen gerichtet sind, die bereits ein gefestigtes Risikoverhalten aufweisen, ohne dass bereits eine Abhängigkeit nach ICD-11 zu diagnostizieren wäre, fasst man als "indizierte" präventive Interventionen zusammen. Hierzu zählen z.B. junge Erwachsene, die am Wochenende wiederholt exzessiv Alkohol trinken. Selektive und indizierte Maßnahmen können mitunter auch als Frühinterventionen bezeichnet werden, d.h. sie haben das Ziel, die ersten Anzeichen eines problematischen Verhaltens zu identifizieren, einen Handlungsbedarf abzuklären und Betroffene zu unterstützen.

Universelle, selektive, und indizierte Interventionen sind in der Regel verhaltenspräventiv ausgerichtet. Die Verhaltensprävention bezieht sich unmittelbar auf den einzelnen Menschen und dessen individuelles Verhalten. Hierunter fallen etwa Maßnahmen, welche die eigene Risikokompetenz stärken. Das Ziel dabei ist, persönliche Risikofaktoren und riskante Verhaltensweisen zur reduzieren. Die Verhältnisprävention dagegen zielt auf das Umfeld, so zum Beispiel auf die Lebens-, Schul- und Arbeitsverhältnisse von Personen [3] .

Das Drogenreferat der Stadt Frankfurt berücksichtigt diese verschiedenen suchtpräventiven Ansätze in den Angeboten und orientiert sich dabei an den Europäischen Qualitätsstandards zur Suchtprävention des European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction [4] . Gerade bei legalen Drogen und verhaltensbezogenen Problemen und nichtstofflichen Süchten ist ein Abstinenzziel oft unrealistisch, weswegen das suchtpräventive Konzept der Stadt Frankfurt eher auf "Harm Reduction" setzt. Das heißt Menschen dazu zu motivieren, risikoärmer und verantwortungsbewusst zu konsumieren. Exzessiver, problematischer Konsum und schädliche Folgen rücken bei diesem Ansatz in den Problemfokus. Die Konzeption "Prävention nicht stoffgebundener Süchte und legaler Drogen" beinhaltet eine Vielzahl von Projekten, Maßnahmen und Programmen, um unterschiedliche Dialog bzw. Zielgruppen zu erreichen. An diesem "Policy Mix" sind verschiedene Trägervereine in Frankfurt am Main beteiligt. Im "Arbeitskreis Jugend und Suchtprävention" kooperieren alle Ämter und Einrichtungen, die in Frankfurt in der Suchtprävention, Frühintervention und Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen tätig sind. Die aktuellen Projekte sowie Aktivitäten des Drogenreferats sind nachfolgend aufgeführt; der aktuelle Bericht umfasst dabei Daten von 2021 und (soweit vorliegend) aus dem Jahr 2022.

Monitoring-System Drogentrends (MoSyD)

Grundlage für die Weiterentwicklung und Umsetzung von Konzepten sowie Maßnahmen und damit Basis unseres Handelns ist insbesondere im Bereich der Suchtprävention eine regelmäßige Begleitung durch wissenschaftliche Untersuchungen. Nur so können Angebote auf Basis fundierter systematisch erarbeiteter wissenschaftlicher Erkenntnisse in Frankfurt schnell und bedarfsgerecht geschaffen beziehungsweise neu justiert werden.

Finanziell gefördert durch das Drogenreferat erstellt das Centre for Drug Research an der Goethe Universität Frankfurt seit 2002 jährlich die Drogentrendstudie MoSyD [5] . Ein zentrales Modul dabei ist eine repräsentative Schüler:innenbefragung, bei der ca. 1500 Jugendliche ab dem Alter von fünfzehn Jahren aller Schulformen zu ihrem Drogenkonsum und Freizeitverhalten befragt werden. Dank der engmaschigen Erhebung lässt sich differenziert beschreiben, welche legalen und illegalen Drogen Jugendliche in Frankfurt konsumieren, wie viele Jugendliche riskant mit Drogen umgehen und welche neuen Trends gerade beobachtbar sind. Da die Stadt Frankfurt diese Drogentrendstudie inzwischen seit mehr als zwanzig Jahren fördert, können auch mittel- und langfristige Trends dokumentiert und für die Arbeit genutzt werden.

Seit Beginn der Befragung im Jahr 2002 ist ein Anstieg des Alters beim Erstkonsum der beiden meistkonsumierten Drogen, Alkohol und Tabak, zu verzeichnen. Im Jahr 2021 liegt das Durchschnittsalter beim Erstkonsum von Alkohol bei 14,1 Jahren. Das Alter ist gegenüber dem Vorjahr etwas gestiegen (2020: 13,8 Jahre), auch insgesamt ist es seit 2002 (12,9 Jahre) deutlich gestiegen. Das Alter beim Erstkonsum von Tabak liegt 2021 seit dem Vorjahr unverändert bei 14,4 Jahren. 2002 lag es bei 12,8 Jahren. Das heißt, Jugendliche probieren heutzutage deutlich später Alkohol und Tabak aus als noch vor 20 Jahren. Insgesamt zeigt sich über diesen Zeitraum ein deutlicher Rückgang im Konsum von Alkohol und Tabak. Dies trifft sowohl auf den Probierkonsum, als auch auf den regelmäßigen und intensiven Konsum zu. Gleichzeitig ist die Abstinenzrate in Bezug auf den Konsum legaler und illegaler Substanzen gestiegen. 2021 waren es 36 Prozent, die keinerlei Drogen konsumieren, und somit mehr als eine Verdoppelung der Abstinent:innen-Zahl im Vergleich zum Beginn der Studie 2002 (16 Prozent). Im Sinne der Suchtprävention sind diese Entwicklungen sehr zu begrüßen und können als Erfolg gesehen werden. Im Weiteren dienen diese und weitere MoSyD-Zahlen als Grundlage für die präventiven Aktivitäten des Drogenreferats.

Alkohol

In unterschiedlichem Ausmaß und mit unterschiedlichen Schwerpunkten waren im Berichtszeitraum in Frankfurt folgende durch das Drogenreferat geförderten Träger zum Thema Alkoholprävention und -beratung tätig: - BASiS - Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V.

- Blaues Kreuz e.V., Calla e.V.,

- Caritasverband Frankfurt e. V.

- Therapieverbund Hessen GmbH

- Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V.

- Evangelischer Regionalverband Frankfurt und Offenbach

- Jugendberatung und Jugendhilfe e.V.

- Stiftung Waldmühle sowie der

- Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V.

Nach wie vor ist Alkohol mit Abstand die am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz unter Frankfurter Jugendlichen. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hatten Frankfurter Schüler:innen zwischen 15 und 18 Jahren womöglich auch aufgrund eingeschränkter Freizeitmöglichkeiten weniger Alkohol getrunken als je zuvor seit Beginn der Befragung. 2021 wurde dagegen ein Anstieg des Konsums auf das Niveau von vor Corona beobachtet. 51 Prozent (2020: 38 Prozent) der Befragten haben im letzten Monat mindestens einmal Alkohol getrunken, 36 Prozent (2020: 23 Prozent) waren mindestens einmal betrunken und fünf Prozent (2020: vier Prozent) haben mehr als zehnmal im letzten Monat Alkohol konsumiert.

257 Personen, mithin 0,18 % Prozent der bis 21-Jährigen in Frankfurt (insgesamt sind laut Statistischem Jahrbuch der Stadt Frankfurt am Main, 2021, ca. 142.000 Personen 21 Jahre alt oder jünger [6] ), mussten 2021 medizinisch versorgt werden, weil sie stark alkoholintoxikiert waren. 2022 waren es sogar 269 Personen. 196 (2021) bzw. 197 (2022) von ihnen wurden in Frankfurter Krankenhäuser eingeliefert. 61 (2021) bzw. 72 (2022) Personen wurden in Krankenhäusern außerhalb Frankfurts aufgenommen. Im langjährigen Trend ist eine Abnahme der Einlieferungen in Krankenhäuser von jungen Menschen mit Alkoholintoxikation zu beobachten. 2022 waren etwa 40 Prozent weniger Personen betroffen als noch 2017. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Trend sich in den Jahren nach der Pandemie weiter verstetigt.

Alkoholintoxikationen 2017 bis 2022 bis einschl. 21 Jahren nach Krankenhäusern in Frankfurt am Main (Fallzahlen)

Krankenhäuser FFM201720182019202020212022
Hospital zum Heiligen Geist542329151610
Uni-Klinik/Kinderklinik619041/3311/2635/1726/12
Bürgerhospital17151813811
Krankenhaus Sachsenhausen716527251328
Klinikum Frankfurt Höchst/Kinderklinik343642/2016/2238/2034/17
Elisabethenkrankenhaus92839745
Nordwestkrankenhaus27224525107
Markuskrankenhaus10147121232
St. Katharinen Krankenhaus303416367
Clementinen Kinderkrankenhaus21111115178
Gesamt342338328190196197

(Quelle: Rettungsdienststatistik 2017-2022, Branddirektion Stadt Frankfurt am Main)

Alkoholintoxikationen 2020 bis 2022 nach Alter

(Quelle: Rettungsdienststatistik 2020-2022, Branddirektion Stadt Frankfurt am Main)

Die Auswirkungen der Coronapandemie in den Jahren 2020 und 2021 mit eingeschränkten sozialen Kontakten und weniger Gelegenheiten zum Konsumieren (geschlossene Clubs u. Ä.) zeigten sich teilweise auch noch 2022. Obwohl die Zahl der Einlieferungen aufgrund von Alkoholintoxikation bei Personen unter 21 Jahren wieder leicht stieg, liegt sie noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau. Der leichte Anstieg ist bei den älteren Alkohol-Konsumierenden jedoch etwas deutlicher als bei jüngeren.

Um dem riskanten und exzessiven Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener wirksam zu begegnen, werden verschiedene Projekte umgesetzt. Zusammen mit den beteiligten Trägern prüft das Drogenreferat die folgenden Maßnahmen jährlich und trägt zur Fortschreibung und Weiterentwicklung bei.

Präventionsangebote Alkohol

Auf Grundlage der MoSyD-Zahlen und der Alkoholintoxikationsstatistik setzt das Drogenreferat in der Prävention einen besonderen Fokus auf das Thema Alkohol. Im Folgenden werden Angebote und Maßnahmen vorgestellt, die die Stadt Frankfurt für ihre Bürger:innen vorhält.

HaLT - Hart am Limit

"Hart am Limit" (kurz: HaLT ) ist ein Alkoholpräventionsprogramm für Kinder und Jugendliche, das 2002 von Präventionsfachkräften der Villa Schöpflin gGmbH - Zentrum für Suchtprävention entwickelt wurde. Das Programm wird mittlerweile deutschlandweit an mehr als 150 Standorten in 14 Bundesländern umgesetzt. Die Stadt Frankfurt beteiligt sich bereits seit 2004 an dem Projekt. Es war von 2004 bis 2007 zunächst Bundesmodellprojekt und wird seither vom Drogenreferat der Stadt Frankfurt für Frankfurt finanziert. Seit Juli 2019 wird das Projekt zusätzlich finanziert durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des GKV-Bündnis für Gesundheit.

HaLT ist ein Mehrkomponentenprogramm, das verschiedene Zielgruppen anspricht, berät und informiert. HaLT reaktiv wendet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einem riskanten Alkoholkonsum, insbesondere nach einer Alkoholintoxikation und zählt somit zu dem indizierten Zielgruppenansatz. HaLT proaktiv - eine selektive Maßnahme - wendet sich an Jugendliche in Freizeitsettings und fordert die konsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, z.B. bei Stadtfesten, Vereinsfeiern oder Zusammentreffen in der Öffentlichkeit. HaLT reaktiv wird in Frankfurt am Main von dem Verein Jugendberatung und Jugendhilfe e.V. umgesetzt. Kern des Angebots sind sogenannte Brückengespräche mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Ergänzend wird ein Gespräch für deren Eltern angeboten. Seit 2012 wird eine Rufbereitschaft am Wochenende bereitgestellt.

Sieben der zehn Krankenhäuser in Frankfurt am Main beteiligten sich im Berichtszeitraum an dem Projekt. Das freiwillige Angebot wurde gut angenommen. Die Beratungen konnten auch während der Pandemie in den Krankenhäusern durchgeführt werden. Neben Präsenzberatung wurde die Beratung über Video-Chat und Telefon etabliert. Das Durchschnittsalter der eingelieferten Jugendlichen und jungen Erwachsenen lag 2022 bei 18,5 Jahren. Die Meisten hatten - zum Teil selbstgemixte - Spirituosen konsumiert oder Spirituosen in Kombination mit anderen Alkoholika (Bier, Wein, Sekt etc.).

Seit 2019 wurden die Zugangswege zu HaLT erweitert. Hinweise zu den Beratungsmöglichkeiten des Projekts erfolgen nun auch über Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen, Ärzte und andere Einrichtungen.

HaLT proaktiv wird in Frankfurt seit 2013 von BASiS - Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V. umgesetzt. Bei Einsätzen in Parks, am Mainufer und an anderen öffentlichen Plätzen sowie durch Informationsstände in Partysettings wurden im Berichtszeitraum mehrere Hundert Jugendliche und junge Erwachsene erreicht. Die eingesetzten Peers (Gleichaltrige Bezugsgruppe) bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu Information und Beratung, die zu einem risikobewussten Alkoholkonsum motivieren sollen.

Gruppenangebot AlFreD - Frühintervention bei (erst-)auffälligem Alkoholkonsum

Im Jahr 2015 wurde im Rahmen des HaLT -Projekts ein Gruppenangebot zum Thema Alkohol für Jugendliche und junge Erwachsene ins Leben gerufen, das seither meist auf Vermittlung der Jugendgerichtshilfe und anderen Institutionen vorgehalten und genutzt wird. AlFreD zählt somit zu den indizierten Maßnahmen. Es besteht aus einem einstündigen persönlichen Erstgespräch (Intake-Gespräch) in der Jugendberatung und Suchthilfe Am Merianplatz, sowie einem sechsstündigen Kurs mit anderen Teilnehmer:innen. Neben Informationen rund um das Thema Alkohol bietet der Kurs Raum für Selbstreflexion, Motivationsaufbau, Austausch und Diskussion.

Weitere Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene

Viele Maßnahmen und Angebote, die von verschiedenen Trägern umgesetzt werden, decken mehrere Substanzen ab. Alkohol kann hier neben Cannabis, Tabak und weiteren Drogen Thema sein.

Die Fachstelle Prävention führt im Bereich Alkoholsuchtprävention eine Reihe von interaktiven Workshops in Schulklassen durch. Allein beim speziell auf die Thematik zugeschnittenen Workshop Alkohol für Jugendliche ab der 7. Klasse wurden im Jahr 2022 über 300 Schüler:innen erreicht. Alle Angebote der Fachstelle zusammengenommen erreichen jährlich über 5000 Personen. Hierzu sind im Bereich Alkohol z. B. auch die für Jugendliche ab der 9. Klasse konzipierten interaktiven Workshops und Aktionstage Check, wer fährt! zu nennen. Diese befassen sich mit den Risiken von Alkoholkonsum im Straßenverkehr. Des Weiteren wird mit KlarSicht ein Mitmachparcours für Jugendliche der 8. bis 10. Klasse angeboten. Mit It's my party ergänzt BASiS e.V. das Angebot für Schulklassen um einen Workshop für Jugendliche ab der 8. Klasse, in dem eine kritische Auseinandersetzung mit Drogen gefördert wird. Alle im Schulkontext umgesetzten Angebote sind zu den universellen Maßnahmen zu zählen.

Neben diesen Angeboten gibt es noch weitere Projekte in der Alkoholsuchtprävention, die außerhalb der Schule angesiedelt sind. HaLT und AlFreD wurden im Kontext der medizinisch behandlungsbedürftigen Alkoholintoxikationen bereits erläutert. Darüber hinaus führt BASiS e.V. das Projekt Safe Party People durch, das szenenah arbeitet und sich mit Harm-Reduction-Materialien (zum Beispiel Cup-Kondome) und "Safer-Use"-Informationen zu Partydrogen und Alkohol an Partybesucher:innen richtet. Dieses Angebot ist mit seiner Zielgruppe in der Partyszene mit selektiven Maßnahmen einzuordnen.

Angebote für Eltern und Multiplikator:innen

Für Eltern bietet die Fachstelle Prävention u.a. Elternabende zu Alkohol- und Drogenkonsum an, darunter das Angebot Jugend und Rausch , eine universelle Maßnahme zur Alkoholprävention.

Mit ELSA hält BASiS e. V. eine selektive Maßnahme vor - eine Elternberatung bei Suchtgefährdung und Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen.

Das Projekt Kinder aus suchtbelasteten Familien der Fachstelle Prävention bildet als selektive Maßnahme eine Schnittstelle zwischen Eltern und Multiplikator:innen. Aus der Präventionsforschung ist bekannt, dass Kinder aus alkohol- und suchtbelasteten Familien ein statistisch 4- bis 6-fach erhöhtes Risiko aufweisen, im Verlauf ihres weiteren Lebens ebenfalls eine substanzbezogene Suchterkrankung zu entwickeln [7] . In einer umfeldbezogenen und somit verhältnispräventiven Maßnahme werden daher pädagogische Fachkräfte im Umgang mit Kindern von konsumierenden Eltern geschult.

Weitere Angebote für Multiplikator:innen umfassen z. B. das Unterrichtsprogramm Eigenständig werden , eine universelle Maßnahme der Lebenskompetenzförderung für Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse. Diese wird als Schulung für pädagogische Fachkräfte von der Fachstelle Prävention angeboten. Hierbei sind Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltprävention sowie Persönlichkeitsentwicklung Themen.

Auch das universelle Alkoholplanspiel Tom & Lisa, das von der Villa Schöpflin entwickelt wurde, wird in Frankfurt durchgeführt. In einer "Train-the-Trainer"-Schulung befähigt die Fachstelle Prävention Lehrkräfte zur selbstständigen Durchführung des Planspiels.

Mit MOVE (Motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen) bietet die Fachstelle Prävention Schulungen und individuelle Angebote für Multiplikator:innen an. Es handelt sich um eine selektive Maßnahme.

Des Weiteren zählen die universelle Maßnahme einer Infothek für Fachkräfte und die verhältnispräventive Maßnahme der begleiteten schulischen Konsumvereinbarung zu den Angeboten der Fachstelle Prävention.

Ergänzt wird die Angebotspalette an Schulungen durch " Safer Night Life" , einem verhältnispräventiven Workshop von BASiS e.V., der speziell Clubpersonal anspricht, um es im Umgang mit konsumierenden Partybesucher:innen zu schulen.

Kampagne zum Jugendschutz "voll nüchtern!"

Wie Ergebnisse der vom Präventionsrat regelmäßig durchgeführten Testkäufe mit geschulten Jugendlichen zeigen, gaben im Jahr 2022 zwei Drittel der getesteten Frankfurter Gewerbetreibenden Alkohol an Minderjährige ab [8] . Diese Gruppe für den Jugendschutz zu sensibilisieren, ist Ziel der 2012 ins Leben gerufenen Kampagne "voll nüchtern!" . Initiatoren der Kampagne sind das Drogenreferat, das Jugend- und Sozialamt, die Jugendkoordination der Polizei, das Ordnungsamt, das Netzwerk gegen Gewalt und die Geschäftsstelle des Präventionsrates. Das Drogenreferat aktualisiert kontinuierlich die Webseite zur Kampagne https://vollnuechtern.de , die u. a. eine Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung des Jugendschutzes enthält.

Alkohol bleibt für das Drogenreferat auch 2023 ein Schwerpunktthema: Im Moment werden Eckpunkte für eine abgestimmte Alkoholsuchtpräventionsstrategie erarbeitet, die unterschiedliche Handlungsfelder (Familie, Schule, Kinder- und Jugendarbeit, aber auch den Straßenverkehr und die Partyszene) fokussiert und einem Policy Mix aus Verhaltens- und Verhältnisprävention gerecht wird. Auch die Kampagne "voll nüchtern!" wird derzeit evaluiert und ggf. angepasst.

Tabak und Elektronische Zigaretten

Laut der MoSyD-Studie 2021 haben in den letzten 30 Tagen 28 Prozent der Frankfurter Jugendlichen Zigaretten geraucht (2020: 23 Prozent). Zwölf Prozent (2020: neun Prozent) rauchen mindestens einmal täglich Zigaretten, sechs Prozent (2020: fünf Prozent) rauchen mehr als fünf Zigaretten täglich. Insgesamt ist sowohl der gewohnheitsmäßige als auch der gelegentliche Konsum seit Erhebungsbeginn deutlich zurückgegangen, jedoch im Vergleich zum Vorjahr 2020 leicht gestiegen.

Im Langzeitvergleich zeigt sich der Konsumanstieg auch bei Shishas. Er erreichte im Jahr 2007 seinen Höhepunkt. Die seit 2014 gemessene Verbreitung von E-Zigaretten ist seit 2018 zunächst zurückgegangen, im Jahr 2021 jedoch wieder gestiegen. Der gewohnheitsmäßige Konsum ist seit 2018 kontinuierlich angestiegen. Die 30-Tages-Prävalenz bei E-Produkten liegt 2021 bei 29 Prozent (2020: 24 Prozent).

Präventionsangebote Tabak

Im Workshop Tabak & E-Produkte der Fachstelle Prävention wurden 2022 über 500 Schüler:innen erreicht. Das universelle Angebot steht allen Frankfurter Schulklassen ab der

6. Jahrgangsstufe zur Verfügung. Neben den Workshops sind seit 2020 auch digitale Veranstaltungen buchbar. Je nach Zielgruppe und thematischer Ausrichtung spielen neben herkömmlichen Zigaretten die Themen E-Zigaretten, Shisha, Tabakerhitzer und Verdampfer eine Rolle. Gerade nikotinhaltige E-Produkte werden immer beliebter bei Jugendlichen; auch die Nachfrage nach Prävention im Bereich der E-Produkte steigt. Mit dem Schulwettbewerb Be smart - Don't start , den die Fachstelle mit einem Begleitworkshop unterstützt, werden Schüler:innen darin bestärkt, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Die Fachstelle Prävention berät und begleitet Schulen bei der Umsetzung einer Schulischen Konsumvereinbarung . Dort wird auch der Umgang mit Tabak- und E-Produkten geregelt.

Neue Psychoaktive Substanzen (NPS)

Bis zum Jahresende 2020 führt die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) etwa 830 "Neue Psychoaktive Substanzen" (NPS) auf. Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) listet fünf Gruppen psychoaktiver Substanzen auf wie zum Beispiel Cannabinoidmimetika (synthetische Cannabinoide) und einige Benzodiazepine, die einem Verbot unterliegen. Viele weitere Stoffe sind jedoch noch nicht verboten.

Da es sich bei den NPS, die aktuell gehandelt werden, teilweise um hochpotente Substanzen mit erheblichen gesundheitlichen Risiken handelt, beobachtet das Drogenreferat die Entwicklung kontinuierlich. Seit 2020 kam es in Frankfurt und Umgebung immer wieder zu Meldungen über den Konsum von sogenanntem "Baller-CBD" bzw. "Django", einer Flüssigkeit zum Verdampfen in E-Zigaretten. Bei dem oft als vermeintlich legale Substanz auf dem Schwarzmarkt vertriebenen Produkt handelt es sich in Wirklichkeit um Liquids, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt wurden. Zur Warnung vor den Risiken hat das Drogenreferat 2021 unter anderem zwei Fortbildungsveranstaltungen für pädagogische Fachkräfte zu aktuellen Drogentrends umgesetzt. Dies geschah in Kooperation mit dem Präventiven Jugendschutz des Jugend- und Sozialamts der Stadt Frankfurt sowie zwei Trägervereinen.

Präventionsangebote NPS

Die Internetpräsenz www.legal-high-inhaltsstoffe.de von BASiS e.V. wird seit 2016 durch Zuschüsse vom Bundesministerium für Gesundheit, kommunalisierte Landesmittel und Zuwendungen des Drogenreferats finanziert. In den vergangenen Jahren wurden die Angebote (Information, Beratung, Substanzanalyse) des Projekts verstärkt genutzt. Die Beratungen erreichen jährlich mehr als 2000 Personen. Mehr als 90 Prozent der Anfragen bezogen sich dabei auf "synthetische Cannabinoide" oder Liquids für Verdampfer. Zum Projekt gehören zudem Fortbildungen für Multiplikator:innen.

Medienkonsum und -sucht

Die digitale Medienwelt und ihre Angebote entwickeln sich in großem Tempo weiter. Das Smartphone ist mittlerweile nicht nur zu einem vielseitig genutzten multifunktionellen Medium geworden (Telefon, Musik, Filme, Foto, Fotoalbum, Kommunikation, Suchmaschine etc.), sondern ist längst ein beliebtes Spiel(e)gerät. Dabei gibt es durch "In-App-Käufe" unter Einsatz virtueller Zahlungsmittel und Glücksspielwerbung innerhalb von Spielen inzwischen fließende Übergänge zwischen "Gaming" (Spielen) und "Gambling" (Glücksspiel) - gerade für junge Gaming-Konsumierende wird so "spielendleicht" der Weg zum Glücksspiel geebnet. Neben negativen sozialen Konsequenzen exzessiven Spielens kann deshalb auch Verschuldung ein Thema sein. Um Trends erkennen und darauf reagieren zu können, ist das Drogenreferat Mitglied des Fachforums Mediensucht. Auch die wissenschaftliche Befragung MoSyD hat Medienkonsum im Blick.

Das Internet wird laut MoSyD-Studie 2021 an einem Werktag im Schnitt mit 1,5 Stunden für Kommunikation und jeweils eine Stunde zur Informationssuche und für Sonstiges genutzt. Insgesamt nutzen Jugendliche also etwa 3,5 Stunden pro Werktag das Internet für die o. g. Zwecke, digitaler Fernunterricht noch nicht eingerechnet. Dies ist täglich fast eine halbe Stunde mehr als vor der Pandemie. Was soziale Medien und ähnliche Dienste betrifft, wird WhatsApp weiterhin am häufigsten täglich genutzt (91 Prozent). Außerdem spielen Instagram (76 Prozent), Snapchat (64 Prozent) und TikTok (61 Prozent) eine wichtige Rolle für die Jugendlichen.

85 Prozent der Befragten spielen mindestens einmal im Monat Computerspiele. Durchschnittlich werden 8,2 Stunden pro Woche gespielt. Männliche Jugendliche wenden mit 12,2 Stunden dabei deutlich mehr Zeit auf als ihre Mitschülerinnen (vier Stunden).

Präventionsangebote Medien

Seit 2008 gehört die aus Mitteln des Drogenreferates der Stadt Frankfurt finanzierte Fachberatung für Verhaltenssucht am Merianplatz des Vereins Jugendberatung und Jugendhilfe als fester Bestandteil zur Jugendberatung und Suchthilfe. Die Fachberatung spricht Konsument:innen, Angehörige und Multiplikator:innen gleichermaßen an. Klient:innen wenden sich meist an die Beratungsstelle, weil sie ihr Verhalten in Bezug auf Medien, Sexualität oder Kaufen als problematisch erleben. Vermehrt kommen auch Angehörige in die Beratung, meistens Eltern, deren Kinder einen exzessiven Medienkonsum aufweisen. Im Jahr 2021 kam es zu insgesamt mehr als 300 Beratungskontakten. Den größten Anteil der Ratsuchenden bildeten männliche Konsumierende sowie weibliche Angehörige. Thematisch dominieren die Themen Computerspiele und Social Media. In den letzten Jahren haben sich die medialen Möglichkeiten stark ausgeweitet, weshalb sich oftmals die Themen der Beratung nicht mehr klar voneinander abgrenzen lassen. Die meisten Klient:innen suchen Beratungsstellen aufgrund von negativen Folgeerscheinungen von exzessivem Computerspiel auf.

Die Fachstelle Prävention des Vereins Arbeits- und Erziehungshilfe bietet seit 2010 im Rahmen des Projekts Digitale Medien im Kindesalter und Digitale Medien im Grundschulalter Fortbildungen für Erzieher:innen und Grundschullehrkräfte sowie Elternabende in Kitas und Grundschulen an. Hierüber wurden im Jahr 2022 über 200 Personen erreicht.

Mit der JungenMedienJury , die von der Stadtbücherei organisiert wird, unterstützt das Drogenreferat seit 2009 ein Projekt zur Medienkompetenzförderung von 13- bis 16-Jährigen im Bereich des Gamings. Unter Begleitung von Jury-Betreuer:innen und fachkundigen Expert:innen aus der Gaming-Branche diskutieren und bewerten die Jugendlichen im dialogischen Austausch Computerspiele. Auf diese Weise werden sie dazu angeregt, spielerisch ihren Konsum zu reflektieren.

Glücksspiel

Mindestens einmal wöchentlich beschäftigen sich laut MoSyD-Studie 2021 drei Prozent der befragten Jugendlichen mit Glücksspielen - gegenüber sechs Prozent im Jahr 2020. Besonders beliebt sind dabei Sportwetten (zwei Prozent) und Onlinewetten/Internet-Glücksspiele (zwei Prozent). Kartenspiele und Geldspielautomaten werden mit einem Prozent von relativ wenigen Befragten genutzt. Zunehmend finden sich auch in digitalen Spielen, zum Beispiel am Smartphone, Glücksspielangebote, welche die Spieler:innen ganz beiläufig ans Glücksspiel heranführen können. So haben 48 Prozent der Befragten schon mindestens einmal echtes Geld beim Computerspielen ausgegeben, am häufigsten für "In-Game-Währungen", bei denen echtes Geld in virtuelles Geld umgewandelt wird, um im Spiel zum Beispiel Gegenstände, Waffen oder mehr Leben zu kaufen, oder für sogenannte "Skins", Erweiterungspacks, die die Spieloptik nach den Vorstellungen der Spieler:innen verändern.

Präventionsangebote Glücksspiel

Das Drogenreferat hat in Kooperation mit der Evangelischen Suchtberatungsstelle im Jahr 2013 ein neues Angebot zur Frühintervention beim Glücksspiel installiert, den Fachdienst Frühintervention beim Glücksspiel . Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren, die bereits ein riskantes Glücksspielverhalten aufweisen. Pro Jahr gibt es durchschnittlich etwa 350 Beratungsleistungen. Während der Corona-Pandemie nahmen neben dem klassischen "Face-to-Face"-Kontakt auch telefonische und schriftliche Beratungen per E-Mail einen gewichtigen Anteil am Beratungsalltag ein. Informationsveranstaltungen in Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe und anderen Institutionen liefen im Berichtszeitraum sehr eingeschränkt.

Medikamente und Sonstiges

Der Anteil der Frankfurter Jugendlichen, die Medikamente zu Rauschzwecken oder zur Leistungssteigerung eingenommen haben, ist im Jahr 2021 bemerkenswert: Acht Prozent der Befragten gaben laut MoSyD-Studie 2021 an, schon einmal (nicht vom Arzt/von der Ärztin verschriebene) psychoaktiv wirkende Medikamente eingenommen zu haben, um sich zu berauschen oder Leistungen zu beeinflussen (2020: sechs Prozent), drei Prozent auch in den letzten 30 Tagen (2020: drei Prozent). Am häufigsten wurden dabei Dextromethorphan/DXM, Opioide und Benzodiazepine sowie Methylphenidat (Ritalin(r)) konsumiert. Auch Energy Drinks sind weiterhin ein Thema für Jugendliche. 2021 haben sieben Prozent der 15- bis 18-Jährigen täglich Energy Drinks getrunken. Als weiterer Trend hat sich Lachgas herauskristallisiert. 13 Prozent der Jugendlichen haben hiermit bereits Erfahrungen gemacht.

Präventionsangebote Medikamente und Sonstiges

Im Arbeitskreis Jugend und Suchtprävention werden diese und weitere Themen aufgegriffen, wie zum Beispiel das "Spiking" in der Clubszene (das heimliche Verabreichen von Substanzen an andere Personen, etwa Alkohol oder GHB/GBL). Durch die Diskussion solcher und weiterer neuer Trends kann das Drogenreferat direkt gemeinsam mit Trägern Angebote an die Bedarfe anpassen, neue Themen einbringen und zu Harm Reduction beitragen.

Sucht im Alter

Das Drogenreferat hat im Jahr 2013 gemeinsam mit dem Jugend- und Sozialamt und Fachleuten der Sucht- und Altenhilfe eine Arbeitsgruppe gegründet, um Schulungen der Altenhilfe zum Thema Sucht im Alter zu entwickeln. Aus der Altenhilfe sind die Stiftung Waldmühle (Innere Mission), die Evangelische Suchtberatung und der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe beteiligt. Die Arbeitsgruppe hat Schulungskonzepte für den ambulanten und stationären Bereich der Altenhilfe erarbeitet, die seit 2017 als Pilotprojekt in Einrichtungen erprobt wurden. Die Pilotphase wurde ausgewertet, in einem Bericht dokumentiert und als Grundlage genutzt, das Projekt fortzuführen. Ziel ist es, die unterschiedlichen Hilfesysteme zu vernetzen. Im Jahr 2018 wurde das Projekt im Sozial - und Gesundheitsausschuss der Stadt Frankfurt am Main vorgestellt. Dabei wurde auch die gemeinsam mit dem Jugend- und Sozialamt gestaltete Informationsbroschüre für Senior:innen und deren Angehörige mit Beratungs- und Hilfeangeboten ausgegeben. In den Pandemie-Jahren ab 2020 wurde das Projekt trotz erschwerter Zugänge auch zu den älteren Menschen im nicht-stationären Setting fortgeführt und um Online-Angebote erweitert. Auch eine telefonische Sprechstunde und eine offene Sprechstunde "vor Ort" wurden etabliert.

Online-Prävention : Informationsplattformen

Unter der Überschrift "Souverän und selbstbestimmt - Wissen ist die beste Prävention" finden Jugendliche und Eltern auf der Informationsplattform www.be-u.info des Drogenreferats vielfältige Informationen, Selbsttests, Tipps und Hilfestellungen zu psychoaktiven Substanzen und nicht-stofflichem Risikoverhalten. BE.U! will durch sachliche Informationen ein Risikobewusstsein schaffen und jungen Menschen dabei helfen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Das Drogenreferat hat die Webseite neugestaltet, für Suchmaschinen optimiert und 2020 durch eine eigene Seite für Multiplikatoren ergänzt. Fortlaufend werden die Inhalte der Webseite aktualisiert.

Seit dem Jahr 2000 informiert die Kampagne Check, wer fährt! des Drogenreferats Fahranfänger:innen über die Risiken des Alkoholkonsums und den Gebrauch psychoaktiver Substanzen im Straßenverkehr. Ein wichtiger Bestandteil der Kampagne ist neben der von der Fachstelle Prävention durchgeführten alljährlichen Schultour mit Interaktionsmöglichkeiten für Schulklassen auch die Webseite mit ihren vielfältigen Informationen zur Thematik und eigenen Portalen für Jugendliche und Lehrkräfte.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. Mai 2023 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. Sie geht auf E 99 zurück — Etatantrag von GRÜNE, beschlossen am 19. Februar 2010. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 18 · 06.06.2023
TO I, TOP 19
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 204 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeAfDVoltBFF-BIG
Sonstige:
FRAKTION (Kenntnis)ÖkoLinX-ELF (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt und BFF-BIG Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und ÖkoLinX-ELF (= Kenntnis)

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