Förderung des "Frankfodderischen"
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Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats befasst sich mit der Förderung der Frankfurter Mundart im Theater und anderen kulturellen Bereichen. Es wird vorgeschlagen, die Zusammenarbeit zwischen der Volksbühne im Großen Hirschgraben und dem Kulturamt zu intensivieren, um neue Formate und Projekte zur Verbreitung der Mundart zu entwickeln. Ziel ist es, die kulturelle Identität Frankfurts zu stärken und die Mundart in verschiedenen Veranstaltungen zu integrieren.
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In Ausführung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung, § 6984 vom 28.01.2021, berichtet der Magistrat wie folgt: Eine besondere Rolle kommt der Frankfurter Mundart bis heute im Theater zu. Das Anfang der 1970er Jahre von Liesl Christ gegründete Volkstheater Frankfurt schloss 2013, die 2008 gegründete Fliegende Volksbühne unter der Leitung von Michael Quast firmiert seit 2020 als Volksbühne im Großen Hirschgraben, feste Spielstätte ist der Cantate-Saal neben dem Goethe-Haus. Die Volksbühne im Großen Hirschgraben präsentiert Frankfurter Mundarttheater in Verbindung mit neuen Theaterformen, aktuellen Frankfurter Themen und Autor*innen. Sie steht in einer Volkstheatertradition, wie sie im deutschsprachigen Raum nur in zwei weiteren Regionen vorgefunden wird: in Wien und in Berlin. Hierbei wird Wert gelegt auf einen kritischen und auf unsere heutigen Verhältnisse bezogenen Umgang mit Stoffen und literarischen Vorlagen und auf eine offensive Komik in der Darbietung. Das entspricht der Tradition des Volkstheaters und entwickelt sie weiter. Das Stück und die Schauspieler*inne stehen dabei immer im Vordergrund. Auch über das eigentliche Kernmetier hinaus sind Michael Quast und die Volksbühne im Großen Hirschgraben aktiv, beispielsweise durch Kooperationen oder indem der Cantate-Saal für Fremdveranstaltungen zur Verfügung steht. In 2020 gastierte erstmal das vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main veranstaltete Lesefest OPEN BOOKS in der Volksbühne, unter anderem mit einem großen Frankfurt-Abend, der neue Bücher mit Bezug zur Stadt und zu Frankfurter Themen wie beispielsweise dem Stöffche vorstellte. Es ist angedacht, dieses besondere Format in Zukunft fortzuführen und nach Möglichkeit auch um Mundartbeiträge zu erweitern. Weiterhin gab die gute Zusammenarbeit im dem Vorjahr den Anlass, dass das Kulturamt mit Michael Quast den Austausch über neue Formate und mögliche Projekte zur Förderung und Verbreitung der Frankfurter Mundart gesucht hat. Die Überlegungen hierzu stehen noch am Anfang und werden fortgeführt. Literaturhistorisch sind für die Frankfurt Mundart (und darüber hinaus) Autoren wie Friedrich Karl Ludwig Textor, Johann Wilhelm Sauerwein oder Friedrich Stoltze von Bedeutung, wobei insbesondere letzterer bis heute in der Stadt sehr präsent ist. Es gibt den alle zwei Jahre vergebenen Friedrich-Stoltze-Preis, den Friedrich-Stoltze-Platz, die Stoltzestraße, die Stoltzeschneise und so weiter. Das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse, das seit 2018 in der neuen Altstadt beheimatet ist, gegenüber dem Hof Rebstock am Markt, wo sich Stoltzes Geburtshaus befand, präsentiert Leben und Werk des Schriftstellers sowie seine Zeit und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und historischen Bildung. Die Volkshochschule Frankfurt beschäftigt sich schon länger mit dem Frankfurter Dialekt und hat auch im Winter ein Angebot in Form von Kursen und Stadtführungen gemacht. Von 2014 bis 2016 gab es Angebote im Bereich der Sprache, die gut besucht waren. Im Sommersemester hat der Arbeitsbereich Arbeit und Beruf etwas angeboten, was jedoch coronabedingt abgesagt werden musste. Die VHS hofft aber im Herbst einen Kurs zu "Hessisch im Beruf" stattfinden wird. Ein wichtiger Träger des Frankfurterischen sind auch die Fastnachtsvereine, die ihre Büttenreden zumeist in der Mundart halten. Auch Mottis und Veranstaltungen finden dort im Frankfurterisch statt. Hingegen kümmern sich weder das Institut für deutsche Sprache und ihre Dialekte an der Goethe-Universität noch das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas mit Nachdruck um die Erforschung des Frankfodderischen. Die Arbeitsstelle Hessen-Naussauisches Wörterbuch in Marburg erfasst einen anderen Sprachraum.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 12. November 2020NRNR 1326Förderung des „Frankfodderischen“STVV-Antrag · CDU, SPD, GRÜNE
- 30. April 2021Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 24 WochenBB 183Förderung des „Frankfodderischen“Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, BFF-BIG und FRAKTION gegen ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: IBF und Gartenpartei (= Kenntnis)