Kreislaufwirtschaft vorantreiben
Zusammenfassung
In diesem Bericht wird die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft in Frankfurt am Main thematisiert, wobei auf die Herausforderungen bei der Abfallstatistik und den damit verbundenen Kosten eingegangen wird. Die Notwendigkeit einer besseren Datenlage zur Erfassung von Abfallströmen wird betont, um ökologische und ökonomische Optimierungen zu erreichen.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenBericht
Zu den allgemeinen Rahmenbedingungen der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft in Frankfurt am Main, der begrenzten Verfügbarkeit von Daten zu relevanten Abfallströmen und der Unmöglichkeit der Ermittlung eines "ökologischen Fußabdrucks" für die Abfallsammlung wird auf den Vorjahresbericht des Magistrats B 121/2025 verwiesen. Die in der Abfallstatistik für Frankfurt aufgeführten Abfallmengen, die nicht über die kommunale Sammlung erfasst werden, haben sich seit dem letzten Bericht wie folgt entwickelt: Abfallart 2023 2024 2025 Leichtverpackungen1 13.858 14.132 14.206 Altglas1 13.668 13.282 12.745 Alttextilien2 1.950 1.874 1.932 Elektroaltgeräte3 2.350 2.496 2.532 Anmerkungen: 1 - Sammlung im Auftrag der Dualen Systeme nach Verpackungsgesetz 2 - Sammelmenge umfasst nur die Mengen von FES GmbH und DRK 3 - Nur kommunale Sammlung, Rückgabemenge im Handel ist nicht bekannt. Wie bereits im letzten Bericht ausgeführt, können Kosten, konkrete Recyclingquoten und Treibhausgasemissionen für diese Abfallströme nicht beziffert werden. Genauere Angaben im Sinne des Antrags zu den Abfallströmen des kommunalen Siedlungsabfalls (Restabfall, Sperrmüll, Papier und Biomüll) finden sich in den Antworten unter Ziffer 2. Zu 1.: Kosten der Abfallsammlung Für die Sammlung der Fraktionen Restmüll und Bioabfall, die Sperrmüllsammlung, die Annahme von Schadstoffen am Schadstoffmobil sowie den Betrieb der Wertstoffhöfe und Kleinmüllplätze betrug der Festpreis nach Leistungsvertrag zwischen Stadt und FES GmbH im Jahr 2025 rund 70 Mio. Euro. Die FES GMBH ist nach dem oben genannten Vertrag gehalten, die im Auftrag der Stadt gesammelten Abfälle unter Beachtung ökologischer Gesichtspunkte möglichst ortsnah zu behandeln, zu verwerten und zu beseitigen. Alle Anstrengungen der FES GMBH im Bereich Nachhaltigkeit werden auf der Internetseite https://nachhaltigkeit.fes-frankfurt.de/ dargestellt. Der Corporate Carbon Footprint (CCF) wurde von der FES-Gruppe intern nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) erstellt. Der dokumentierte CO2-Fußabdruck beinhaltet alle Gesellschaften der FES-Gruppe (FES GmbH, FAS GmbH, FFR GmbH, RMB GmbH, MHKW GmbH, RMS GmbH, Trapp mbH). Die aktuellsten vorliegenden Werte gelten für das Jahr 2024. Wie bei diesen Betrachtungen üblich, wird zwischen Emissionen in Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (Emissionen durch bezogene Energien) und Scope 3 (vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette) unterschieden. In Scope 1 "Direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen mobiler Anlagen" weist der CCF der FES-Gruppe für das Jahr 2024 die folgenden Werte auf: Aktivität Gesamtverbrauch Emissionen (t CO2e) Dieselverbrauch 3.852.451 L 10.253,49 Benzinverbrauch 88.470 L 208,23 Erdgasverbrauch 8.349 kg 21,44 AdBlue 102.388 L 81,78 Biodiesel Lachgas* 0 L 0 Biodiesel Methan* 0 L 0 * 2024 war kein Biodiesel mehr im Einsatz Der Kfz-Bestand in der gesamten FES-Gruppe (siehe oben) lag zum Bilanzstichtag 31.12.2024 bei insgesamt 1.303 Nutzfahrzeugen, Pkw und Anhängern. Die FES GmbH alleine verfügte zum Bilanzstichtag über insgesamt 718 Nutzfahrzeuge, Pkw und Anhänger. Zur Reduzierung der Lärm- und Schadstoffemissionen innerhalb des Frankfurter Stadtgebiets nutzt die FES GMBH bereits seit Jahren auch Pkw und kleinere Nutzfahrzeuge mit Elektro- bzw. Erdgas-Antrieb. Zum Stichtag 31.12.2024 verfügte die FES-Gruppe über insgesamt 155 Elektrofahrzeuge und 2 Erdgasfahrzeuge. Die FES GmbH verfügte über 11 elektrisch angetriebene Müllsammelfahrzeuge. Außerdem wurde 2024 ein mit Wasserstoff betriebenes Abfallsammelfahrzeug in Betrieb genommen. Die Gesellschaft betreibt eine eigene Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit insgesamt 90 Ladesäulen bzw. 97 Ladepunkten auf 11 Liegenschaften. Der weitere Ausbau der E-Ladeinfrastruktur hängt u. a. davon ab, dass die an einzelnen Standorten verfügbare Netzkapazität erhöht wird. Der entsprechende Stromverbrauch ist unter Scope 2 als indirekte Emission erfasst. Die dort aufgeführten Werte gelten jedoch für den gesamten Energieverbrauch der FES-Gruppe, so dass eine separate Betrachtung des Fuhrparks an dieser Stelle nicht möglich ist. Weitere Informationen zum Energieverbrauch finden sich auch hier: https://nhb.fes-frankfurt.de/umwelt/energieerzeugung-und-verbrauch Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Form und insbesondere auch der Umfang der Abfallsammlung vorrangig durch die Menge der anfallenden Abfälle, hygienische Aspekte und Fragen der Gebührengerechtigkeit bestimmt werden. Ökonomische und ökologische Optimierungen lassen sich nur in diesem Rahmen realisieren. Zu 2.: Art und Volumen der Abfallstoffe, sowie die damit erzielte Wertschöpfung Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf das Jahr 2024. Bei der Abfallmenge wird jeweils die in Frankfurt am Main gesammelte Menge angegeben. Im Abschnitt "Wertschöpfung und wiedergewonnene Rohstoffe" handelt es sich jedoch um die in den Anlagen erzeugten Gesamtmengen. Da die Ausbeute an Strom, Wärme und Biogas von der Zusammensetzung der verwerteten Abfälle abhängt, kann eine einfache prozentuale Umrechnung nicht vorgenommen werden. Insbesondere die im Müllheizkraftwerk Frankfurt (MHKW) ebenfalls verbrannten gewerblichen Abfälle weisen meist einen höheren Kunststoffanteil und einen geringeren Anteil feuchter biogener Stoffe als die kommunalen Siedlungsabfälle auf und besitzen damit einen höheren Heizwert. Restabfall und Sperrmüll Angefallene Menge Frankfurter Siedlungsabfälle: Restabfall: 153.449 t Sperrmüll: 24.222 t Wertschöpfung und wiedergewonnene Rohstoffe (MHKW gesamt): Stromerzeugung: 173.797 MWh Fernwärme: 442.487 MWh bezogen auf eine Gesamtmenge von 480.251 t verbrannte Abfälle. Bioabfall Angefallene Menge Frankfurter Siedlungsabfälle: Biomüll: 26.746 t Grünschnitt: 5.188 t Wertschöpfung und wiedergewonnene Rohstoffe (RMB gesamt): Biogas: 6.216.824 m³ daraus erzeugt: Strom: 2.018.846 kWh Wärme: 2.801.980 kWh veredeltes Biomethan: 23.744.457 kWh Kompost: 14.529 t Flüssigdünger: 28.694 l Metalle: 31 t sowie 1.612 t Kunststoffe, die im MHKW verbrannt werden mussten. (jeweils bezogen auf eine verarbeitete Gesamtmenge von 49.657 t) Zu 3.: Status der Digitalisierung des Abfall-Managements in Frankfurt Die im letzten Bericht genannten digitalen Produkte werden weiterhin eingesetzt und anhand der sich ändernden Anforderungen stetig angepasst und optimiert. Neue digitale Prozesse werden derzeit insbesondere entwickelt, um eine schnellere und effizientere Beseitigung wilder Ablagerungen im Stadtgebiet zu erreichen. Das Ziel hierbei ist es, die Stadtsauberkeit durch diese Prozesse entscheidend zu verbessern. Bausteine dieser Strategie sind derzeit
- Meldeportal zur Steuerung der Beseitigung wilder Ablagerungen. Meldungen zu wilden Ablagerungen aus mehreren Quellen, wie zum Beispiel den verschiedenen Arbeitsgruppen der FES GMBH, dem Ordnungsamt oder dem Außendienst des Umweltamtes und der Stabsstelle Sauberes Frankfurt werden hier zusammengeführt und automatisiert in die Logistikprozesse der verschiedenen Leistungseinheiten der FES GMBH übernommen.
- Erweiterung zur Telematik-Lösung TraceMate. Hier werden mittlerweile auch kleinere wilde Abfallablagerungen bei der Beseitigung digital erfasst. Dies macht eine digitale Auswertung von Schwerpunkten möglich und eröffnet so neue Möglichkeiten der Optimierung von Reinigungsprozessen. Neben diesen internen Digitalisierungsmaßnahmen wird die FES GMBH mit dem Portal FrankfurtPlus künftig auch die verschiedenen Services für Bürger:innen an einem Ort zusammenführen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 22. November 2023NRNR 817Kreislaufwirtschaft vorantreibenSTVV-Antrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
- 21. März 2025BB 121Kreislaufwirtschaft vorantreibenMagistratsbericht
- 8. Mai 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 128 WochenBB 158Kreislaufwirtschaft vorantreibenMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, Linke, AfD, Volt, FDP und ÖkoLinX-ELF-PARTEI Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-DFRA-FREIE WÄHLER und BSW (= Kenntnis)