Gedenken an die verfolgten Homosexuellen sowie den Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) sichtbarer machen
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Thema Kultur verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 07.04.2014, B 111
Betreff: Gedenken an die verfolgten Homosexuellen sowie den Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) sichtbarer machen Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 14.11.2013, § 3877 - NR 705/13 CDU und GRÜNE - 1. a) + b) + c) Die Ermittlung von Namen verfolgter und ermordeter homosexueller Männer und Frauen Frankfurter Herkunft in Konzentrationslagern des NS-Regimes ist mit weitreichenden Archivarbeiten verknüpft. Da man davon ausgehen kann, dass kaum jemand der Verfolgten sich unter dem Verfolgungsdruck und der Kriminalisierung im NS-System offen seine Homosexualität gelebt hat, ist darüber hinaus ein sensibler Umgang mit der sexuellen Identität der einzelnen Personen notwendig. So könnten auch Angehörige betroffen sein, die nicht ungefragt bleiben sollten. Herangezogen werden müssten die sogenannten Erbgesundheitsakten des Frankfurter Stadtgesundheitsamtes; die Gestapokartei und einschlägige Gerichtsakten des Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden (Datenbank "Widerstand und Verfolgung in Hessen"), die Häftlingsakten zumindest der Konzentrationslager, die sich im Deutschen Reich befanden, weil homosexuelle Häftlinge in verschiedenen Lager interniert wurden sowie die Patientenakten verschiedener Heil- und Tötungsanstalten (z. B. Hadamar, Eichberg etc.). Im Hinblick auf die weiblichen Homosexuellen ist anzumerken, dass Frauen nicht unter den Homosexuellen-Paragraphen 175 fielen, der sich allein auf sexuelle Handlungen zwischen Männern bezog. Dennoch wurden lesbische Frauen während der NS-Zeit zum Beispiel unter dem Vorwand der Asozialität diskriminiert und verfolgt. Die umfangreiche Recherche zum Schicksal homosexueller Frankfurterinnen und Frankfurter müsste aufgrund fehlender Personalressourcen von einer externen wissenschaftlich geschulten Fachkraft ausgeführt werden und würde ungefähr ein halbes bis dreiviertel Jahr in Anspruch nehmen. Es ist mit Honorar- und Reisekosten in Höhe von ca. 30 000 Euro zu rechnen, die bisher nicht im Haushalt veranschlagt sind. Die Kosten für eine bronzene Gedenktafel liegen je nach Größe bei 4000 bis 5000 Euro für eine reine Schrifttafel. Für eine darüber hinaus gehende künstlerische Gestaltung kämen weitere Kosten hinzu, die je nach Künstler, Ausführung und Umfang stark differieren. 2. Um den Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) in der Stadtgesellschaft zu verankern hat der Magistrat in seine Veranstaltungsplanung für das Jahr 2014 eine Gedenkveranstaltung in der Zeit um den 17. Mai aufgenommen, die sich vom Umfang an den Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus am 17. Januar und der Gedenkveranstaltung für die Frauen und Männer des Deutschen Widerstandes gegen die NS-Diktatur 1933 - 1945 und die Opfer des Hitler-Attentats vom Juli 1944 orientiert. Für die Folgejahre ab 2015 wird eine jährliche Kranzniederlegung am Frankfurter Engel in die Veranstaltungsplanung aufgenommen. Mit dem IMH e.V., der Lesben Informations- und Beratungsstelle e. V. (LIBS) sowie der Initiative Kultur und Homosexualität e.V. ist der Magistrat über verschiedene weitere Veranstaltungen wie zum Beispiel eine szenische Stadterkundung, einen Vortrag zur Situation von Schwulen und Lesben in Politik, Rechtsprechung, Kultur und Gesellschaft oder eine Filmvorführung im Gespräch. 3. Die Stadt wird das Verzeichnis der zur Straßenbenennung vorgeschlagenen Namen ("Vorschlagsliste") um wichtige Personen, die für die Lesben- und Schwulenbewegung eingetreten sind, erweitern. Dazu liegen bereits Vorschläge der IMH e.V. vor, weitere werden mit der LIBS und der Initiative Kultur und Homosexualität erarbeitet.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 17. September 2013NRNR 705Gedenken an die verfolgten Homosexuellen sowie den Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) sichtbarer machenSTVV-Antrag · CDU, GRÜNE
- 7. April 2014Sie sind hierBB 111Gedenken an die verfolgten Homosexuellen sowie den Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) sichtbarer machenMagistratsbericht
- 4. Mai 2015OFOF 805/3Gedenktafel für Ottilie W. Roederstein und Elisabeth Winterhalter, die sich für die sexuelle Gleichberechtigung in Frankfurt am Main eingesetzt habenOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 8. Oktober 2015OIBOIB 377Gedenktafel für Ottilie W. Roederstein und Elisabeth H. Winterhalter, die sich für die sexuelle Gleichberechtigung in Frankfurt am Main eingesetzt habenBudget-Initiative
- 23. November 2015STST 1631Gedenktafel für Ottilie W. Roederstein und Elisabeth H. Winterhalter, die sich für die sexuelle Gleichberechtigung in Frankfurt am Main eingesetzt habenStellungnahme
- 8. Dezember 2017Antwort des Magistrats · nach 220 WochenSTST 2375Gedenktafel für Ottilie W. Roederstein und Elisabeth H. Winterhalter, die sich für die sexuelle Gleichberechtigung in Frankfurt am Main eingesetzt habenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf4 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP und RÖMER Sonstige Voten/Protokollerklärung: FREIE WÄHLER und ELF Piraten (= Kenntnis)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, FREIE WÄHLER, ELF Piraten und RÖMER