Zunehmende Gewalt im Frankfurter Amateurfußball
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Umwelt und Energie verfolgenInhalt
Anfrage vom 18.12.2014, A 757
Betreff: Zunehmende Gewalt im Frankfurter Amateurfußball Laut Presseberichten kommt es immer häufiger zu gewalttätigen Ausschreitungen im Amateurfußball, auch in Frankfurt. Nach Ausschreitungen aufgrund einer gelben Karte für einen Spieler bei einem Spiel zwischen der TSG Niederrad und dem FC Mainfeld wird der Vorsitzende des Frankfurter Sportsgerichts und ehemalige Präsident von Eintracht Frankfurt, Rolf Heller, mit den Worten zitiert: "Der Spieler ist Türke. Ich befürchte, dass das kein Zufall ist." Der Teammanager eines Vereins aus dem Ruhrgebiet wird nach einer dortigen Massenschlägerei folgendermaßen zitiert: "Ich bin selbst ein Libanese und Migrant. Doch ich muss leider feststellen, dass sich die Migrantenvereine nicht benehmen können. Da wird mehr gepöbelt, geredet als Fußball gespielt." Für eine Doktorarbeit am Institut für Kriminologie an der Universität Tübingen wurden die 700 Urteile mit schweren Gewaltvorfällen der Sportgerichte der Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 untersucht. Es stellte sich heraus, dass Spieler mit Migrationshintergrund überproportional oft Täter sind: sie stellen nur etwa ein Drittel aller Fußballspieler, sind aber an jedem zweiten besonders schweren Fall beteiligt. Oft geht es um Gewalt gegen Schiedsrichter. So hat Mathias Lippert, Obmann im Frankfurter Kreisschiedsrichterausschuss, Probleme für manche Partien im Fußballkreis Frankfurt überhaupt noch Schiedsrichter zu finden. Besonders häufig, so Lippert, "knalle" es zwischen Vereinen mit besonders vielen Migranten oder solchen Vereinen, die sich dem Namen nach als monoethnisch verstehen. Drei solcher Vereine hätten in Frankfurt aktuell Spielverbot. Lippert wird für das Jahr 2014 zitiert: "So schlimm wie in diesem Jahr war es in Frankfurt bisher noch nicht. Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach." Der Sportliche Leiter des Herrenfußballs des jüdischen Vereins TuS Makkabi Frankfurt 1965 e.V., wurde schon zu Beginn des Jahres 2014 in der Presse zitiert, es seien vor allem Mannschaften mit muslimischen Spielern die Sorgen bereiten: "Die glauben, sie spielen gegen Israel, wenn sie den Davidstern sehen." Und weiter: "Wenn es mal wieder im Nahen Osten brennt, kriegen wir die Wut ab." Der Magistrat möge folgende Fragen beantworten:
- Wie viele Vorfälle von Gewalt bei Fußballspielen gab es in den Jahren seit 2010, einschließlich 2014, jeweils in Frankfurt?
- Welche Frankfurter Vereine waren seit 2010, einschließlich 2014, von Verurteilungen durch das Sportgericht aufgrund von gewalttätigen Zwischenfällen auf dem Fußballplatz betroffen?
- Mathias Lippert, der Obmann im Frankfurter Kreisschiedsrichterausschuss und für die Verteilung der Unparteiischen verantwortlich, wurde mit Blick auf die Entwicklung der Gewalt auf Frankfurter Fußballplätzen zitiert: "So schlimm wie in diesem Jahr war es in Frankfurt bisher noch nicht. Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach." Wie bewertet der Magistrat diese Aussagen?
- Wo sieht der Magistrat die Gründe für die nach Presseberichten zunehmende Gewalt bei Fußballspielen in Frankfurt?
- Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat der geschilderten Situation (zunehmende Gewalt im Frankfurter Amateurfußball) entgegen zu wirken?
- Befürwortet es der Magistrat, wenn sich Migranten in separaten Vereinen zusammentun statt sich in bestehende Fußballvereine zu integrieren?
- Wie gefährlich sieht der Magistrat antisemitische Tendenzen bei Vereinen mit mehrheitlich muslimischen Spielern?
- Welche Fußballvereine in Frankfurt haben aktuell Spielverbot und aus welchen Gründen?
- Muss die Frankfurter Erklärung gegen Gewalt im Fußball vom September 2013 als gescheitert angesehen werden?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 18. Dezember 2014Sie sind hierAA 757Zunehmende Gewalt im Frankfurter AmateurfußballSTVV-Anfrage · FREIE_WÄHLER
- 20. März 2015Antwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 130Zunehmende Gewalt im AmateurfußballMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate