Grundwasserspiegel in Bergen-Enkheim und Frankfurts Wasserversorgung
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenInhalt
Anfrage vom 27.06.2016, A 59
Betreff: Grundwasserspiegel in Bergen-Enkheim und Frankfurts Wasserversorgung Vorgang: Zwischenbescheid des Magistrats vom 21.09.2016 In den vergangenen Wochen sind in weiten Teilen des Stadtgebiets hunderte Keller, Tiefgaragen und Straßen infolge von Unwettern vollgelaufen bzw. überschwemmt worden. Besonders stark betroffen war der Stadtteil Bergen-Enkheim. Dort hat das Neubaugebiet "Leuchte" ohnehin immer wieder mit einem hohen Grundwasserspiegel zu kämpfen, so dass die Bauarbeiten unterbrochen werden mussten. Das seit 50 Jahren in Planung befindliche Baugebiet Leuchte konnte bisher nicht umgesetzt werden, weil nach der Auflassung des Wasserwerkes im Enkheimer Wald im Jahr 2011 der Grundwasserspiegel um mindestens 80 cm angestiegen ist. Die Erschließung bereitet große Schwierigkeiten, da der Grundwasserspiegel im ehemaligen Ried, einem alten Mainarm, grundsätzlich sehr hoch ist. Dies betrifft nicht nur das Neubaugebiet Leuchte, sondern auch weite Teile von Enkheim, in denen bei den Unwettern der zurückliegenden Wochen das Wasser durch die Kellerwände sickerte. Verdichtung und Versiegelung im Frankfurter Stadtgebiet nehmen immer weiter zu, und über Bergens steile Hanglagen wird das Regenwasser bei Unwettern über die Abwasserkanäle sofort nach Enkheim transportiert. In Bergen-Enkheim gibt es eine zunehmende Zahl von unterirdischen Zisternen. Das ist insofern sinnvoll, da diese einen Teil des anfallenden Regenwassers erst einmal speichern und damit die Kanalisation entlasten. Nicht sinnvoll ist hingegen, dass diese Zisternen nicht genehmigungspflichtig sind, in der Mehrzahl offensichtlich keinen Überlauf in die Kanalisation haben und somit einfach überlaufen, wenn sie voll sind. Das verschärft die Gefahr von Rutschungen durch die instabile geologische Schichtung des Berger Hanges und die Flutung auch benachbarter Grundstücke, da der wasserundurchlässige Letsch (Lehm/Ton/Mergel-Boden) kein Wasser aufnehmen kann. Nach dem Gesetz ist das Ableiten von "wildem Wasser" auf die Nachbargrundstücke aber nicht zulässig. Das Wasserwerk zur Trinkwassergewinnung im Enkheimer Wald wurde vor Jahren stillgelegt. Der Eigenanteil der Stadt Frankfurt bei der Trinkwassergewinnung liegt bei etwa 20 % (s. Antwort des Magistrats auf Frage 1.947, STVV am 18.12.2014). Da die Stadt Frankfurt jedes Jahr um ca. 15.000 Einwohner wächst, wächst auch der Wasserbedarf - und zwar um bis zu 6-7 Millionen m3 pro Jahr bezogen auf den Stand von 2011 (s. Antwort des Magistrats auf Frage 1.949, STVV am 18.12.2014). Andererseits wird in den wichtigsten Wassergewinnungsgebieten für Frankfurt, im Vogelsberg und im hessischen Ried, der Widerstand gegen diese große Wasserableitung nach Frankfurt immer größer. Der Magistrat möge folgende Fragen beantworten:
- Wie will der Magistrat bei zunehmender Verdichtung und zunehmender Unwetterneigung die Wassermassen bändigen, welche so wie in den zurückliegenden Tagen z.B. in Bergen-Enkheim 341 Keller überschwemmt und große Schäden angerichtet haben?
- Sieht der Magistrat in Anbetracht des Bevölkerungswachstums der Stadt und zur Sicherung einer zumindest teilweisen autarken Wasserversorgung eine sinnvolle Möglichkeit darin, die Trinkwassergewinnung im Enkheimer Wald wieder zu beleben?
- Wenn nein, wie gedenkt der Magistrat den hohen Grundwasserstand in Bergen-Enkheim abzubauen? Falls durch Abpumpen in den Kanalisation:
- a)Wer trägt die Kosten hierfür?
- b)Würde dies die Überlastung bei Unwettern nicht noch weiter steigern?
- Wird der Magistrat in Anbetracht der von namhaften Meteorologen prognostizierten zunehmenden Unwetterneigung endlich eine Genehmigungspflicht für Zisternen einführen - wie in vielen anderen Kommunen üblich - und was hat ihn bisher davon abgehalten?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 27. Juni 2016Sie sind hierAA 59Grundwasserspiegel in Bergen-Enkheim und Frankfurts WasserversorgungSTVV-Anfrage · BFF
- 11. November 2016Antwort des Magistrats · nach 20 WochenBB 283Grundwasserspiegel in Bergen-Enkheim und Frankfurts WasserversorgungMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP und BFF Aktenzeichen: 91 50