„Geringe Produktivität“ der Mitarbeiter des Klinikums Frankfurt-Höchst?
Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.
Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.
Thema Gesundheit und Soziales verfolgenInhalt
Anfrage vom 14.04.2014, A 570
Betreff: "Geringe Produktivität" der Mitarbeiter des Klinikums Frankfurt-Höchst? Der Magistrat beantwortete in der 29. Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung am 03.04.2014 die Frage 1425, die das KPMG-Gutachten zum Klinikum Hoechst zum Gegenstand hatte. Konkret wurde gefragt, ob der Magistrat die Auffassung vertritt, dass die Feststellung des Gutachtens, die Mitarbeiter des Klinikums zeigten eine geringe Produktivität, geeignet ist, die die Belegschaft der Klinik zu einer engagierten Tätigkeit zu motivieren. Der Magistrat führte in seiner Antwort hierzu aus, er "selbst beabsichtigte allerdings keinesfalls, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums Frankfurt Höchst mit diesem Gutachten Unproduktivität zu unterstellen". Im Gegenteil: "Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation und Arbeitnehmerbindungen sind integraler Bestandteil der Geschäftspolitik des Klinikums - gänzlich unabhängig von den Ergebnissen des Gutachtens". Hierzu sei dem Magistrat der Wortlaut des Gutachtens, das für jedermann über die Internetpräsenz der Stadt Frankfurt als Anlage zum M 26 zugänglich ist, in Erinnerung gerufen. Das Gutachten stellt auf S. 11 unter der Überschrift "Produktivität" folgendes fest: "Die im Marktvergleich hohen Personalaufwandsquoten resultieren nicht nur aus hohen Personalkosten je Vollzeitkraft, sondern insbesondere auch aus einer geringen Produktivität der Mitarbeiter." Dieser Satz ist unmissverständlich und unterstellt der gesamten Belegschaft des Klinikums eine generell zu geringe Produktivität. Das Gutachten selbst wurde vom Magistrat in Auftrag gegeben. Er hat selbst die dort getroffenen Feststellungen ausdrücklich als zutreffend bezeichnet und in die Vorlage M 26 übernommen. Insoweit muss sich der Magistrat diese Aussagen auch zurechnen lassen. Es ist auch ganz offensichtlich, dass ein Mitarbeiter des Klinikums kaum zu einer weiteren engagierten Tätigkeit motiviert wird, wenn ihm von seinem Arbeitgeber mangelnde Produktivität unterstellt wird. Tatsächlich ist die ganz überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter des Klinikums bislang mit hohem Engagement und Einsatz tätig, viele auch unter erschwerten Bedingungen wie Schicht- und Bereitschaftsdienst. Die Bezahlung der Mitarbeiter entspricht zwar den entsprechenden Tarifen und ist damit als angemessen anzusehen, aber vor dem Hintergrund der Kostensituation in der Stadt Frankfurt mit überproportional steigenden Mieten auch gerade ausreichend. Vor diesem Hintergrund sind Aussagen wie "hohe Personalkosten je Vollzeitkraft" und "geringe Produktivität der Mitarbeiter", die ausdrücklich vom Arbeitgeber unterstützt und öffentlich verbreitet werden, kaum geeignet, deren Motivation und die Identifikation mit dem Haus zu stärken. Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:
- Warum distanziert der Magistrat nicht von den Aussagen des KPMG-Gutachtens hinsichtlich der Produktivität der Mitarbeiter des Klinikums Hoechst, wenn er - wie in der Antwort zur Frage 1425 ausgeführt - nicht beabsichtigt, den Mitarbeitern mangelnde Produktivität zu unterstellen ?
- Hält es der Magistrat tatsächlich mit der von ihm angeblich angestrebten Mitarbeitermotivation für vereinbar, wenn er in einer öffentlich zugänglichen Vorlage ausdrücklich die Feststellungen und Aussagen eines Gutachtens bestätigt, in dem den Mitarbeitern zu geringe Produktivität unterstellt wird ?
- Hält es der Magistrat tatsächlich mit der von ihm angeblich angestrebten Mitarbeitermotivation für vereinbar, wenn er in einer öffentlich zugänglichen Vorlage ausdrücklich die Feststellungen und Aussagen eines Gutachtens bestätigt, in dem festgestellt wird, dass die Personalkosten je Vollzeitkraft zu hoch seien, obwohl diese nach geltenden Tarifverträgen bezahlt werden ?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 14. April 2014Sie sind hierAA 570„Geringe Produktivität“ der Mitarbeiter des Klinikums Frankfurt-Höchst?STVV-Anfrage · RÖMER
- 4. Juli 2014Antwort des Magistrats · nach 12 WochenBB 260„Geringe Produktivität“ der Mitarbeiter des Klinikums Höchst?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate