Affetheater im Römer: Sterbt die Frankforder Mundart endlich aus?
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Anfrage vom 26.02.2013, A 303
Betreff: Affetheater im Römer: Sterbt die Frankforder Mundart endlich aus? De aktuell Spar- unn Verkündischungsspolitik von der schwarz-grien Römermehrheit is zu ent-nemme, dass des dribbdebächer "Projekt Paradieshof" (Paradiesgasse 23) em Rotstift zum Opfer falle duhe dääht. Dabei habbe se unjüngsd vollmundisch propagierd (O-Ton Magistrat): Das zukünftige Nutzungskonzept beruht darauf, mit der von Michael Quast geleiteten Fliegenden Volksbühne im Paradieshof einen auf die Region Rhein-Main ausstrahlenden Identifikationspunkt moderner (Volk-)Theaterkultur zu realisieren). Da habbe doch erst kerzlich (2008) die Rathausolwwel die Kneip bzw. Lieschenschaft ferr schlappe 1.292.500,00 € von de stadtnah KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH kaafe lasse, um dem Herrn Quast en Altherrenwusch zu erfille, unn ihn, sowie die "Flieschend Volksbühn" von de Gass weg zu hole. Doch des 1,29 Milliönsche war nedd alles, e Machbarkeidsstudie hadd ferr die Bauinvestition von dem kinftische Theater schlappe 5 Milliönscher ermiddeld. Von de Folschekosde ganz zu schweische. Des von de selige Liesel Christ gegründ "Frankforder Volkstheater" lässd Ende Mai 2013 ferr immer de Vohang falle, nachdem die gleiche Rathausolwwel es langsam am ausgestreckde Arm habbe verhungern lasse. Ersd habbe se ihr Döchter (Gisela Dahlem-Christ und Bärbel Christ-Heß) de Herr Quast wärmsdens empfohle bzw. ins gemachte Nest setze wolle, dann die Lieschenschaft im Holzgrabe ner annerweitische Nutzungen vorgesehe, zwischezeidlisch habe (scheinheilisch) dene zwaa Christmädscher de Tormpalast als neu Spielstätt in Aussicht gestellt - ledzendlich habbe se doch nix Gescheides gedaan. Die Nordendlerin Stefanie Zweig hadd des in de Frankforter Neu Press wie folsch beschiebbe: "Das Theater, das ich liebte und dessen Arbeit ich seit 1972 als Kritikerin begleitete, ist in die Hände von Kulturbonzen geraten, die sich schon Lokalpatrioten wähnen, wenn sie zu ihrem Rindfleisch Grüne Soße essen und die Konstablerwache "Konsti" nennen. Zum Teufel mit ihnen." Korzum, es "Frankforder Volkstheater" is bald nur noch Historie unn die "Flieschend Volksbühn" lernd wo annersder es fliesche. De Frankforder Mundart, von so (un)vergessene Dichter wie: Friedrich Stoltze unn Adolf Stolze odder aach Georg Leonhard Beck, Karl Ettlinger, Johann Jakob Fries, Ernst Hermann Adolph Hallenstein, Ferdinand Happ, Max Leopold Langenschwarz, Johann Jakob Löhr, Carl Balthasar Malß, Georg Wilhelm Pfeiffer, Paul Quilling, Johann Wilhelm Sauerwein unn Johann Albrecht Vogtherr gehd ferr immer verlorn. Abber ach zeidgenössische Mundartdichterinne unn -dichter wie Kurt Bambach, Karl-Ludwig Bickerle, Reinhold Brückl, Anneliese Brustmann, Erwin Dolle, Fritz Enders, C. W. Fischer, Erich Fries, Mario Gesiarz, Hildegard Göbel, Leni Herrmann, H. P. Müller, Walter Oftring, Hildegard Pornschlegel, Dieter Schneider, Kurt Sigel, Maria Vogel, Rainer Weisbecker, Walter Weisbecker, Hans W. Wolff, Lothar Zenetti unn Aenne Zimmermann geriete bald in Vergesseheit. Deshalb frach ich ehrlichen Herzens de Magistrat in seiner (hoffentlich) unerschöpfliche Weisheit:
- Geht dem frankforder Magistrat die Frankforder Mundart in Form von schauspielerischer Darstellung völlisch am A... (pardon: Gesäß) vorbei?
- Wo kann merr demnächst in Frankford Volkstheater - außer im Römer - uff nerr Bühn erlebbe?
- Is an e baulich Alternativ (Spielstätte) ferr Frankforder Volks- bzw. Mundtheater gedacht (beispielsweis im Ebbelwei-Keller vom Possmann in Rödelheim odder die leerstehend OB-Villa am Lerchesberg), wenn ja, wann, wo unn wie dann?
- Was hadd de Magistrat bisher ferr de Kauf, die Planung unn annern Nebbekoste bezüchlich des "Projekt Paradieshof" (O-Ton Magistrat: Schlüsselliegenschaft für das Stadterneuerungsverfahren Alt-Sachsenhausen) in de Sand gesetzt? (bitte nur e ehrlich Antword!)
- Gibt es bereids e "Finanzierungs- und Förderkonzept", Koste ferr en Wettbewerb oder e Kosteberechnung ferr de Umbau vom Paradieshof, wenn ja, was hadd des gekost?
- Was is'en jetzd mit de vollmundisch propagierde "städtebaulichen Erneuerung und dem Förderprogramms für Alt-Sachsenhausen"? Ferr die Katz?
- Kann merr demnächst Frankforder Volkschauspieler nur noch im Senckenberg-Museum (in ausgestoppter Form bzw. Formalin) bewunnern?
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 26. Februar 2013Sie sind hierAA 303Affetheater im Römer: Sterbt die Frankforder Mundart endlich aus?STVV-Anfrage · RÖMER
- 3. Mai 2013Antwort des Magistrats · nach 9 WochenBB 211Affetheater im Römer: Sterbt die Frankforder Mundart endlich aus?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine schriftliche Frage von Stadtverordneten oder Fraktionen an den Magistrat. Die Antwort erfolgt schriftlich innerhalb von drei Monaten und fließt in spätere Beratungen ein.
- 1Stadtverordnete stellen Anfrage
- 2Magistrat antwortet schriftlich
- 3Antwort fließt in Beratungen ein
Frist: 3 Monate