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Ausbau der Fernwärme im Ortsbezirk 1

Vorlagentyp: STMagistrat
40 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Die Stadt Frankfurt plant den Ausbau der Fernwärmeversorgung im Ortsbezirk 1, unterstützt durch die Mainova AG. Ziel ist die Dekarbonisierung und die Integration erneuerbarer Energiequellen bis 2040, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu gewährleisten. Der Fernwärme-Transformationsplan wird die zukünftige Wärmeversorgung optimieren und die Nutzung von Abwärme sowie erneuerbaren Energien fördern.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Aktuell erarbeitet die Stadt Frankfurt die Kommunale Wärmeplanung, die nach dem Hessischen Energiegesetz für Kommunen ab einer Größe von 20.000 Einwohnern verpflichtend ist. Die Mainova AG unterstützt die Stadt Frankfurt bei der Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung mit ihrer Expertise. Ergänzend dazu arbeitet Mainova an einem Fernwärme-Transformationsplan, in dem sowohl die Dekarbonisierung als auch der Ausbau des Netzes beschrieben wird. Der Fernwärme-Transformationsplan führt die Kundenbedarfe mit den mit aktuellen Wärmequellen in einer Gesamtplanung zusammen. Mainova setzt bei der Erzeugung von Fernwärme auf drei Säulen der Fernwärmeversorgung. Zum einen wird die Wärme aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Dafür werden im Müllheizkraftwerk Nordweststadt und im Biomassekraftwerk Fechenheim bereits heute emissionsarm Strom und Wärme erzeugt. Ergänzend dazu sollen langfristig weitere Quellen wie Geo- oder Solarthermie integriert werden. Hinsichtlich Geothermie prüft Mainova auch die in Frage 2 beschriebene Technologie und ist mit den relevanten Akteuren im Austausch. Insbesondere für die Integration erneuerbarer Energiequellen in das Fernwärmesystem sind Wärmespeicher geplant. Außerdem soll Abwärme aus Rechenzentren verstärkt für die Wärmeversorgung eingesetzt werden. Schon heute nutzt Mainova Abwärme aus Rechenzentren zu Heizzwecken. Diese kann entweder für Bestandsbauten, Neubauquartiere oder im Zusammenspiel mit Wärmepumpen für die Einspeisung in das Fernwärmenetz verwendet werden. Zudem wird auch weiterhin konventionelle Kraftwerkstechnik in der Kraft-Wärme-Kopplung benötigt, insbesondere für die Versorgung der Dampfkunden. Dies soll langfristig mit erneuerbaren Brennstoffen erfolgen. Zu diesem Zweck wird das Heizkraftwerk West zunächst auf Erdgas und perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt. Eine Ergänzung durch alternative Energiequellen und Wärmepumpen ist in Prüfung. Hinsichtlich des Ausbaus der Fernwärme untersucht Mainova jedes potenzielle Gebiet für Fernwärme genau und es wird festgelegt, in welchem Zeitraum und mit welcher Priorität der Anschluss an das Fernwärmenetz erfolgen kann. Dabei wird auch die Möglichkeit der Abwärmenutzung aus dem Gewerbegebiet Griesheim einbezogen. Daher sollte der Fernwärme-Transformationsplan im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung berücksichtigt werden. Nach Fertigstellung des Fernwärme-Transformationsplans wird Mainova über die Ergebnisse informieren. Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur Fernwärmeanschlüsse im Bestandsgebiet möglich. Die Mainova AG verfolgt das Ziel, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Dafür baut Mainova das Heizkraftwerk West (HKW West) um. Im Zuge des Umbaus wird es von Kohle zunächst auf Erdgas und perspektivisch auf CO2-neutrale Gase, wie Wasserstoff, umgestellt. Damit ermöglicht Mainova den Kohleausstieg bereits 2026 und damit 12 Jahre früher als vom Bundesgesetzgeber vorgegeben. Bei der Projektentwicklung der Umstellung des HKW wurde ein umfangreicher Variantenvergleich durchgeführt, in dem mögliche Alternativen bewertet wurden. Die Gasturbinen mit Abhitzedampferzeugern, die in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen, erfüllen als einzige Technologie alle erforderlichen Kriterien der Fähigkeit zur Dampferzeugung, des Platzbedarfs, bzw. der Energiedichte, der Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit des Energieträgers. Allein durch die Umstellung auf zunächst Erdgas werden jährlich 400.000 Tonnen CO2 eingespart. Mit dem Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff wird sich dieser Effekt noch weiter verstärken. Durch die bereits heute auf Wasserstoff ausgelegte Anlagentechnik ("H2-ready"), ist die Umstellung auf Wasserstoff in der Zukunft schnell und kostengünstig möglich. Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für das Ziel der Klimaneutralität der Stadt Frankfurt. Als gasförmiger Energieträger ist Wasserstoff gut speicherbar und leicht transportabel, was ihn für eine Vielzahl von Einsatzbereichen prädestiniert und zu einem Schlüssel für die Dekarbonisierung der Energieversorgung und Industrie macht. Damit hat Wasserstoff als speicherbarer Brennstoff auch das Potenzial, die Volatilität der erneuerbaren Energien auszugleichen. Damit entsteht im Gutleutviertel eines der modernsten Kraftwerke Europas, das die Versorgung der Menschen in Frankfurt am Main mit bezahlbarer und klimafreundlicher Wärme sowie Strom weiterhin zuverlässig sicherstellt. Hinsichtlich der weiteren Einbindung von erneuerbaren Energien verweisen wir auf unsere Antwort zu Frage 1, sowie den in Entstehung befindlichen Fernwärme-Transformationsplan.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 22. August 2023OFOF 983/1Ausbau der Fernwärme im Ortsbezirk 1Ortsbeiratsantrag · CDU
  2. 12. September 2023VV 748Ausbau der Fernwärme im Ortsbezirk 1Anfrage
  3. 27. Mai 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 40 Wochen
    STST 994Ausbau der Fernwärme im Ortsbezirk 1
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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