Problembahn U4
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Stellungnahme des Magistrats vom 19.06.2009, ST 929
Betreff:
Problembahn U4
zu a)
Die Verspätungen auf der Linie U4 haben verschiedene Ursachen, die teilweise nicht vorhersehbar bzw. vor der Verlängerung nach Enkheim in ihrem Ausmaß so nicht einzuschätzen waren.
So berücksichtigte die Steuerung der Ampelanlagen an den Kreuzungspunkten zwischen Schäfflestraße und Enkheim zunächst nur den Betrieb einer Stadtbahnlinie. Zwischenzeitlich wurden die Schwachstellen analysiert und Lösungen erarbeitet, die teilweise bereits umgesetzt sind bzw. in nächster Zeit realisiert werden, so dass der Betrieb der Stadtbahn im Bereich Borsigallee störungsfreier gestaltet werden kann.
Ferner waren die Gleise auf dem Betriebshof und auch die Verbindung zur C-Strecke zwischen den Stationen Schäfflestraße und Johanna-Tesch-Platz nicht für den Linienbetrieb ausgelegt. Die Gleise auf dem Betriebshof werden jetzt technisch für den Linienbetrieb ertüchtigt. Dies wird einige Monate in Anspruch nehmen. Bis zur Umsetzung wurde die Fahrzeit für die U4 zwischen Schäfflestraße und Seckbacher Landstraße an die erforderlichen geringeren Geschwindigkeiten angepasst.
Ein Teil der Verspätungen auf der Linie U4 steht jedoch auch in keinem Zusammenhang mit der Verlängerung nach Enkheim. So ist die Linie auf der Stammstrecke, wo sie in den Hauptverkehrszeiten im 5-Minuten-Takt gefahren wird, sehr störanfällig. Durch die Anordnung der Zugänge in den Stationen kommt es zu einer ungleichen Verteilung der Fahrgäste in den Zügen, was dann häufig zu Verzögerungen beim Fahrgastwechsel führt, weil in Richtung Bockenheimer Warte die letzten zwei Wagen stark ausgelastet sind, während in der Gegenrichtung die ersten beiden Wagen stark besetzt sind.
Um die Verteilung der Fahrgäste in den Zügen zu verbessern und die vorhandenen Platzkapazitäten besser auszunutzen, setzt die VGF an den Stationen Seckbacher Landstraße, Merianplatz und Konstablerwache Fahrgastbetreuer ein, die für eine rasche Abfertigung der Züge sorgen. Weiterhin wurde der Zughalt in der Station Seckbacher Landstraße nach Norden (Zugang zur Bushaltestelle der Linien 43 und 38) verlegt, um es vom Bus umsteigenden Fahrgästen zu erleichtern, in einen der weiter vorne gelegenen Wagen zu gelangen.
Eine weitere Störungsquelle ist die dichte Zugfolge im Tunnelabschnitt zwischen Konstablerwache und Hauptbahnhof, der gemeinsam mit der teilweise im Straßenraum betriebenen Linie U5 genutzt wird.
Durch eine signaltechnische Änderung wird die Reihenfolge der Züge (U4/U5) mittlerweile an der Konstablerwache nicht mehr starr (First In – First Out), sondern flexibel gehandhabt. Damit lassen sich Verspätungen auf der Linie U4 (teilweise auf Kosten der Linie U5) vermeiden. Mittelfristig wird durch den barrierefreien Ausbau inklusive einer Vorrangschaltung an den Lichtsignalanlagen und dem Einsatz von modernen Stadtbahnfahrzeugen auch die Linie U5 weniger störanfällig werden, was sich wiederum positiv auf die Linie U4 auswirken wird.
Zu b)
Die Erfahrungen und Beobachtungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Ferienzeiten sehr wohl auch auf der Linie U4 erheblichen Einfluss auf die Fahrgastzahlen haben. In den Sommerferien liegt die Nachfrage um 30% bis 40% niedriger als an Schultagen während der Wintermonate. Dennoch hat eine Überprüfung ergeben, dass ab dem kommenden Fahrplanwechsel in den Weihnachtsferien das Fahrplanangebot nicht mehr reduziert werden soll. Hingegen haben die Beobachtung der Fahrgastzahlen auch ergeben, dass es weiterhin sinnvoll ist in den Sommerferien das Angebot in den Hauptverkehrszeiten zwischen 7:00 Uhr und 9:30 Uhr sowie zwischen 15:30 Uhr und 19:30 Uhr zu reduzieren. In den Oster- und Herbstferien gilt ohnehin der reguläre Fahrplan.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 24. Februar 2009OFOF 466/4Problembahn U 4Ortsbeiratsantrag · CDU
- 10. März 2009OMOM 3057Problembahn U 4Direktanregung
- 19. Juni 2009Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 16 WochenSTST 929Problembahn U4Stellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab