Freibad Silo - Neues Preismodell
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenInhalt
Stellungnahme des Magistrats vom 17.01.2014, ST 57
Betreff: Freibad Silo - Neues Preismodell Zu 1.: Das neue Angebot der Vorteilskarte, das die bis 30.04.2013 erhältliche Monatskarte ablöste, wurde erfreulicherweise wie erwartet insbesondere von den Stammkunden gut angenommen.
Zu 2.: Während im Jahr 2012 insgesamt 97.329 Gäste in das Silobad kamen, waren dies im Jahr 2013 insgesamt 99.096 Gäste. Das Silobad hatte in diesem Jahr somit 1,81% mehr Besucherinnen und Besucher als im Vorjahr.
Zu 3.: nein Zu 4.: Es ist darauf hinzuweisen, dass die letzte Eintrittspreiserhöhung im Jahr 2008 vorgenommen wurde und somit bereits fünf Jahre zurück liegt. In der Zwischenzeit sind in nahezu allen Bereichen des Bäderbetriebs die Kosten, vor allem auch die Energie- und Personalkosten, erheblich gestiegen. In den letzten Jahren wurden sehr große Anstrengungen unternommen, um die Bäder nicht nur baulich und technisch auf akzeptablem Stand zu halten. Es wurde auch viel für die Attraktivierung der Schwimmstätten getan. Es erfolgte eine vollständige Erneuerung der Badelandschaft der Freibäder Silo, Brentano, Eschersheim und Hausen, wobei bei den drei letztgenannten auch für Neubauten im hochbaulichen Bereich gesorgt wurde. Das ehemalige Bezirksbad Sachsenhausen wurde als "Textorbad" im Schwanthaler Carrée als Neubau errichtet. In mehreren Abschnitten wurde der Hallenbadbereich des Riedbades Bergen-Enkheim modernisiert. Hieraus - und dies stellt nur die Benennung der größten Baumaßnahmen dar - ergeben sich erheblich gestiegene Zins- und Abschreibungslasten, die von der BBF über lange Zeiträume hinweg mit erwartungsgemäß steigenden Zinskonditionen zu finanzieren sind. Die aufgezeigten Maßnahmen tragen maßgeblich dazu bei, den langfristigen Erhalt der genannten Bäder in einer Zeit zu sichern, in der in anderen Kommunen die Schließung von Schwimmbädern auf der Tagesordnung ist, weil die durch den Badbetrieb verursachten Finanzlasten nicht mehr getragen werden können. Dies soll in Frankfurt am Main wenn irgend möglich vermieden werden. Deshalb müssen alle, die vom Bäderangebot profitieren, stärker an den entstehenden Aufwendungen beteiligt werden. Mit dem neuen Preiskonzept der BBF wird dem Prinzip Rechnung getragen, dass sich die ohnehin nur für Teilkosten praktizierte Umlage der entstehenden Kosten nach dem Pro-Kopf-System wirklich an alle richtet, die etwas von der Einrichtung Bad haben; dies ist altersunabhängig der Fall - und zwar vom Kleinkind bis zum Hochbetagten. Die Kommunen in Deutschland stehen vor tiefgreifenden Veränderungen und müssen die Kommunalfinanzen in Ordnung bringen. In zahlreichen Kommunen werden freiwillige Leistungen, gerade im Sport- und Bäderbereich flächendeckend gestrichen und zahlreiche Schwimmbäder geschlossen. Der Magistrat der Stadt Frankfurt geht einen anderen Weg. In Bau und Technik der Bäder der Stadt Frankfurt am Main wurden in den letzten 10 Jahren 70.000.000 € gesteckt. Dass die Frankfurter Bäder gerade auch wegen der getätigten Investitionen bestens angenommen werden, zeigt nicht zuletzt die herausragenden Besucherzahlen von rd. 2,4 Mio. Gästen pro Jahr. Leider musste die BBF bisher pro Badbesuch - und hier sind Kleinkinder genauso eingerechnet wie Vielschwimmer, Schüler/innen oder Vereinsmitglieder - alles in allem immer noch rund 10 Euro pro Kopf zum Eintrittspreis dazu legen, um die entstehenden Kosten auszugleichen. Bei den speziell Kleinkindern zuzuordnenden Kosten kann am Beispiel des Planschbeckens im Brentanobad aufgezeigt werden, wie teuer Bäderbau und -technik ist. Der Bau des 2006 errichteten neuen Planschbeckens im Brentanobad hat rund 400.000 Euro gekostet. Somit schlagen allein aus hieraus entstehenden Abschreibungs- und Zinslasten Kosten von rund 40.000 Euro pro Jahr zu Buche. Bei insgesamt 8.698 Nutzungen durch Kleinkinder, die laut statistischer Auswertung im Jahr 2012 das Brentanobad besucht haben, bedeutet dies, dass der Kostenblock für Abschreibungen und Zinsen jeder Planschbeckennutzung mit 4,60 Euro zuzurechnen ist, wobei noch keine Kosten für den laufenden Betrieb, Wartung und Instandhaltung berücksichtigt sind. Auch die finanzielle Situation vieler Badbetreiber bundesweit ist mittlerweile so schwierig, dass in jüngerer Vergangenheit einige Schwimmstättenbetreiber dazu übergehen mussten, Eintrittsentgelt für Kleinkinder zu erheben. Beispielhaft kann auf die Regelung in Köln hingewiesen werden, wo je nach Badausstattung und Aufenthaltsdauer Kinder unter fünf Jahren jeweils zwischen 0,50 Euro bis 6 Euro zahlen. Für den Frankfurter Bereich ist wichtig, dass für den Kreis der wirtschaftlich Schwächsten ein Kleinkindbeitrag nicht erhoben wird, um einer Ausgrenzung vorzubeugen. Dies ist bei den Bädern in unserer Stadt der Fall, da sie von Kleinkindern von Frankfurt Pass-Inhabern zum "Nulltarif" genutzt werden können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. September 2013OFOF 821/6Freibad Silo - Neues PreismodellOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 24. September 2013VV 824Freibad Silo - Neues PreismodellAnfrage
- 17. Januar 2014Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 19 WochenSTST 57Freibad Silo - Neues PreismodellStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab