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Eindämmung der Nil- und Grauganspopulation im Licht- und Luftbad (LiLu) Niederrad

Vorlagentyp: STMagistrat
24 Wochen bis zur Antwort4 Stationen im Verfahren
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Zusammenfassung

Die Stellungnahme des Magistrats befasst sich mit der Eindämmung der Nil- und Grauganspopulation im Licht- und Luftbad Niederrad. Es wird darauf hingewiesen, dass die Gänsepopulation nicht signifikant zunimmt, jedoch durch illegales Füttern und Essensreste in bestimmten Bereichen konzentriert wird. Eine Bejagung ist aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich, und es werden alternative Lösungsansätze diskutiert.

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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgen

Stellungnahme des Magistrats

Gänse kommen nahezu überall in den Grünanlagen der Stadt vor, bevorzugt in Bereichen, in denen es auch Zugang zu Wasserflächen gibt. Die Vögel sind sehr mobil und wechseln immer wieder den Aufenthaltsort. Hierbei handelt es sich zum überwiegenden Teil um Kanada- und Graugänse, Nilgänse machen den zahlenmäßig kleinsten Teil der Gänsevorkommen in Frankfurt aus.

Das Kotproblem auf den Liegewiesen entsteht neben der Bevorzugung kurzrasiger Flächen insbesondere dadurch, dass die Tiere verbotenerweise gefüttert werden (siehe §3 Abs. 4, Nr. 4 der Grünanlagensatzung). Den selben Effekt hat das Liegenlassen von Essensresten nach dem Picknick oder dem Grillen. Dieses übermäßige Nahrungsangebot führt dazu, dass sich die Tiere in bestimmten Bereichen konzentrieren, was dort schließlich zur Verschmutzung mit Exkrementen führt. Als besonders betroffene Bereiche haben sich bestimmte Stellen am Mainufer und der Ostpark herausgestellt.

Kot von Wild - aber auch von Haustieren - ist überall im Außenbereich und in den Grünanlagen, Gärten usw. vorzufinden, sehr häufig von Hunden und Katzen, aber auch von allen anderen Tieren, die in der Stadt vorkommen (z. B. Ratten, Mäuse, Tauben und viele andere Vögel, sowie Füchse). Eine Beseitigung allen Kotes - oder auch nur des Kotes einzelner Tierarten - ist aus verständlichen Gründen nicht möglich. Erkrankungen, die auf Ausscheidungen von Tieren zurückzuführen sind, wie z. B. der Fuchsbandwurm oder Salmonellen, sind dennoch äußerst selten. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes sind in Frankfurt bisher keine akuten hygienischen Probleme in dieser Hinsicht aufgetreten. Regelmäßiges Händewaschen und das Reinigen von Schuhen reichen aus, um Infektionen zu vermeiden.

Die gefühlt "massive Zunahme" der Gänse beruht hauptsächlich auf dem jährlichen Mauserzyklus, in dem sich die Individuen an für sie günstige Standorte versammeln. Die Ansammlungen der Mauserbestände der in dieser Zeit teils flugunfähigen Gänse sind an Futterquellen gebunden und werden in den städtischen Parkanlagen durch die bereits angesprochenen Essensreste und illegalen Fütterungen unvernünftiger Parkbesucher:innen erst ermöglicht und konditioniert. Nach der Mauser wandern die wieder flugfähigen Gänse etwa von Mitte Juni bis in den August hinein in die Felder rund um Frankfurt ab und die Situation entspannt sich in den Grünanlagen, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass das Futterangebot reduziert ist.

Stadtweit gesehen ist nach aktuellen Erkenntnissen von Fachleuten jedoch insgesamt keine signifikante Zunahme der Gänsebestände zu erkennen, gleichwohl aber eine Verlagerung von Mausergebieten als auch eine Verschiebung der Artenzusammensetzung. So nimmt die Kanadagans in sehr moderatem Umfang eher zu, während die Graugans abnimmt. Die Nilgans ist im Artengefüge weitgehend gleichbleibend.

Eine Bejagung ist in den innerstädtischen Grünanlagen oder am Mainufer nicht möglich, da sich diese in sogenannten "befriedeten Bereichen" befinden, in denen die Jagd mit der Waffe untersagt ist. Es sind zwar in begründeten Fällen Ausnahmen vom Jagdrecht möglich, aber dafür müssen die Gegebenheiten vor Ort eine Jagd zulassen. Die jederzeit öffentlich zugänglichen Grünflächen und auch das Licht- und Luftbad (LiLu) Niederrad müssten für eine Bejagung weiträumig abgesperrt und polizeilich geräumt werden und das in regelmäßigen Abständen, da eine einmalige Bejagung keinerlei Erfolgsaussichten hat. Eine nachhaltige Wirkung des Vergrämungsabschusses wird unter Fachleuten jedoch in Frage gestellt.

Für diese komplexe Problematik gibt es derzeit zwar Lösungsansätze durch Lenkungsmaßnahmen (wie im Ostpark praktiziert), aber keine Patentlösungen. Eine Umsetzung der im Ostpark durchgeführten Vergrämungsmaßnahmen ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im LiLu Niederrad nicht möglich.

In Zeiten, in denen viel von Artenvielfalt gesprochen wird, sollte es möglich sein, auch den Gänsen in ihrem jahreszeitlich begrenzten Zyklus einen Raum in den Grünanlagen zu gewähren und sie zu tolerieren.

Die Tiere durch fortwährende Futterverfügbarkeit anzulocken und gleichzeitig vergrämen zu wollen, ist ein wenig erfolgversprechender Ansatz, der die Problematik nur in andere Grünanlagen verlagert.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 27. August 2023OFOF 902/5Eindämmung der Nil- und Grauganspopulation im Licht- und Luftbad (LiLu) NiederradOrtsbeiratsantrag · CDU, SPD, FDP
  2. 15. September 2023OMOM 4449Eindämmung der Nil- und Grauganspopulation im Licht- und Luftbad (LiLu) NiederradDirektanregung
  3. 8. Januar 2024STST 88Eindämmung der Nil- und Grauganspopulation im Licht- und Luftbad (LiLu) NiederradStellungnahme
  4. 9. Februar 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 24 Wochen
    STST 366Eindämmung der Nil- und Grauganspopulation im Licht- und Luftbad (LiLu) Niederrad
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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