Personalmangel in Kindertagesstätten
Zusammenfassung
Die Stellungnahme des Magistrats thematisiert den Personalmangel in Kindertagesstätten in Frankfurt am Main, der durch die Corona-Pandemie und saisonale Erkrankungen verstärkt wird. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurden Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -bindung initiiert, einschließlich einer Werbekampagne und der Einrichtung eines Fachkräftemonitorings.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenStellungnahme des Magistrats
Der Personalmangel in Kindertagesstätten stellt aufgrund des bundesweit angespannten Fachkräftemarktes ein allgemeines Problem dar, von dem auch in Frankfurt am Main viele Einrichtungen unterschiedlicher Träger im ganzen Stadtgebiet betroffen sind. Aktuell kommen erschwerend gehäufte Personalausfälle aufgrund von Corona sowie den seit jeher in den Wintermonaten auftretenden Erkältungskrankheiten hinzu, das verbliebene Personal arbeitet zunehmend an der Belastungsgrenze. Da bis zum 07.03.2022 alle Kindertageseinrichtungen in Hessen aufgrund der Coronalage in geschlossenen Gruppen arbeiten mussten, ergab sich dadurch zusätzlich ein höherer Personalbedarf, weil auch in den Randzeiten eine Durchmischung der Kinder vermieden werden sollte und diese getrennt beaufsichtigt werden mussten. All dies führte in vielen Fällen zu einer Reduzierung der regulären Öffnungszeiten, da mit dem zur Verfügung stehenden Personal eine dauerhafte Gewährleistung von Aufsichtspflicht und Kindeswohl andernfalls nicht möglich gewesen wäre. Grundsätzlich sind die Träger der Kindertageseinrichtungen selbst für die Gewinnung und Bindung von entsprechendem Fachkraftpersonal für ihre Einrichtungen verantwortlich. Das Stadtschulamt arbeitet zum Thema Fachkraftgewinnung und -bindung jedoch eng mit den Trägern, den zuständigen Fachschulen sowie weiteren Akteuren zusammen. Um diese Kooperation zu intensivieren und gezielte Maßnahmen einleiten zu können, hat das Stadtschulamt Oktober 2021 eine Koordinierungsstelle zur Fachkräftegewinnung und -bindung für die Kindertagesbetreuung eingerichtet. Diese unterstützt die Träger in der Kindertagesbetreuung, Fachschulen und andere wichtige Akteure bei der Fachkräftegewinnung und -bindung im Stadtgebiet Frankfurt am Main. Geplant ist in diesem Zusammenhang unter anderem die Durchführung einer Werbe- und Kommunikationskampagne, um den Beruf der Erzieher*in explizit am Standort Frankfurt attraktiver zu machen. Verschiedene Zielgruppen, wie z.B. junge Menschen sowie Quereinsteiger*innen, sollen durch intensive Werbung für eine Ausbildung zum/zur Erzieher/in begeistert werden, es sollen Maßnahmen erarbeitet werden, die den Einstieg in den Beruf bzw. in die Ausbildung erleichtern, Berufsbildungsmessen für Erzieher*innen sollen ins Leben gerufen sowie ein Fachkräftemonitoring für Erzieher*innen in Frankfurt aufgebaut werden. In der Bergkita (Sachsenhäuser Landwehrweg 157b, 60599 Frankfurt; Träger: Evangelische Dreikönigsgemeinde) können laut Betriebserlaubnis 22 Kinder im U3-Bereich und 84 Kinder im Ü3-Bereich betreut werden. Aktuell sind alle verfügbaren Plätze belegt, zudem werden in der Bergkita Integrationsmaßnahmen durchgeführt, um auch Kindern mit Behinderung die Teilhabe am Bildungsangebot zu ermöglichen. Die Einrichtung beschäftigt laut aktueller Personalbemessung mehr Fachkräfte als erforderlich, um den gesetzlich definierten Bedarf zur Betreuung aller vertragsmäßig aufgenommenen Kinder vor dem Hintergrund der gesetzlichen Mindestanforderungen an Fachkraftstunden nach §25c HKJGB in Kombination mit den Integrationsmaßnahmen zu decken. In den letzten Wochen und Monaten war die Bergkita jedoch in großem Maße von gehäuftem und teilweise länger andauerndem Personalausfall betroffen, der seinen Ursprung vor allem in Erkrankungen sowie allgemeiner Erschöpfung der Fachkräfte aufgrund des hohen Arbeitspensums während der Corona-Pandemie hatte. Zudem standen Fachkräfte auch aufgrund von Erkrankungen der eigenen Kinder phasenweise nicht zur Verfügung. Dies führte zu wiederholten Einschränkungen im Betreuungsalltag sowie zu Reduzierungen der Öffnungszeiten. Durch die Notwendigkeit des Arbeitens in festen Gruppen und den damit verbundenen höheren Personalanforderungen (s.o.) hat sich dieser Zustand auch in der Bergkita noch verschärft. Die Bergkita hat alle Einschränkungen der regelhaften Abläufe mit der Fachberatung vom Evangelischen Regionalverband beraten und diese eng mit dem Elternbeirat abgestimmt; das Stadtschulamt wurde kontinuierlich informiert. Die Elternbeiratsvorsitzende Frau Kaya hat sich im Februar 2022 eigeninitativ an das Dezernat XI gewandt, um Möglichkeiten der personellen Entlastung über einen stadtweiten Fachkräfte-Pool in Erfahrung zu bringen. Zudem sucht der Träger weiter aktiv nach geeignetem Personal, um offene Stellen zu besetzen. Die Einrichtung steht mit diversen Fachschule in Kontakt, um Personen für die Absolvierung eines Anerkennungsjahres in der Bergkita zu gewinnen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 31. Januar 2022OFOF 340/5Personalmangel in KindertagesstättenOrtsbeiratsantrag · CDU, SPD, FDP
- 18. Februar 2022VV 333Personalmangel in KindertagesstättenAnfrage
- 24. Oktober 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 38 WochenSTST 2467Personalmangel in KindertagesstättenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab