Mehrsprachiger Online-Wegweiser und Broschüre über Mobbing und Bekämpfungsmöglichkeiten
Zusammenfassung
Die Stellungnahme des Magistrats befasst sich mit der Anregung zur Erstellung einer mehrsprachigen Broschüre über Mobbing und dessen Bekämpfungsmöglichkeiten. Der Magistrat betont die Wichtigkeit präventiver Ansätze und die bestehenden Jugendhilfeangebote in Schulen, um Mobbing zu reduzieren und zu intervenieren. Ziel ist es, Eltern und Fachkräften Informationen und Unterstützung zu bieten.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenStellungnahme des Magistrats
In Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main wird zu der Anregung folgende Rückmeldung gegeben: Mobbing ist eine spezifische Form der Gewalt, die in der Regel in Gruppen auftritt, z.B. auch in der Schule, und negative Konsequenzen für die Gesundheit der Betroffenen haben kann. Im Alltagssprachgebrauch wird der Begriff Mobbing sehr häufig verwendet, auch wenn es sich eher um altersentsprechende Konflikte oder Hänseleien handelt. Für die Erstellung einer Broschüre wäre daher zunächst eine Begriffsdefinition essentiell. Prinzipiell ist es unserer Erfahrung nach wirksamer, in Bezug auf Mobbing einen präventiven Ansatz zu verfolgen. Wenn an einer Schule ein positives, vertrauensvolles, wertschätzendes Klima herrscht, gehen Mobbingfälle zurück oder können schneller und besser erkannt und bearbeitet werden. Die Stadt Frankfurt am Main und das Staatliche Schulamt arbeiten daher im Rahmen der Kooperation Kinderschutz auch an den Themen Rechte, Schutz und Beteiligung von Kindern. Die Stadt Frankfurt hat an über 40 Haupt-Real- und Gesamtschulen Jugendhilfeangebote eingerichtet. Mit dem Projekt "Haltekraft" und der Förderung von bedarfsgerechten, zusätzlichen, sozialpädagogischen Angeboten (2. Säule), werden auch an Gymnasien erste Jugendhilfeangebote umgesetzt, auch zum Thema Mobbingprävention. Die Mitarbeiter*innen der Jugendhilfeangebote in Schulen sind professionelle Ansprechpartner*innen für Schüler*innen und führen umfangreiche Angebote des Sozialen Lernens durch. Aus dem Controlling wissen wir, dass das wichtigste Beratungsthema Konflikte der Schülerinnen und Schüler untereinander sind. Die Jugendhilfemitarbeiter*innen werden hier als kompetent und unterstützend wahrgenommen. Im Sozialen Lernen, das in Klasse fünf und sechs mindestens einmal wöchentlich stattfindet, spielen Fairness, Kooperation, Stärkung der Klassengemeinschaft und Streitkultur eine zentrale Rolle. Weiterhin werden an vielen Schulen Streitschlichter/innen ausgebildet, und es finden Präventionsangebote u.a. zu den Themen "Umgang mit Medien" und Mobbing statt. Darüber hinaus gibt es seit 2015 das Förderprogramm Jugendhilfe in der Grundschule in allen sechs Frankfurter Bildungsregionen. Auch hier gehören Soziales Lernen und Konfliktberatung zu den zentralen Aufgaben. An den 16 beruflichen Schulen in Frankfurt gibt es durch die "Sozialpädagogische Förderung" feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler vor Ort zur Unterstützung durch Einzel- und Gruppenberatung, Coaching und Konfliktmanagement. Ergänzend gibt es abrufbare Vertiefungsangebote zur Arbeit mit Klassen u.a. zur Medienbildung, Gewalt- und Gesundheitsprävention. Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl von Beratungs- und Unterstützungsangeboten in unterschiedlicher Trägerschaft: innerhalb des Schulwesens, kommunal im Rahmen der Jugendhilfe, durch freie Träger oder private Initiativen. Eine mehrsprachige (online-)Broschüre könnte ergänzend nützlich für Eltern sein, die sich über das Thema Mobbing informieren und wissen möchten, an wen sie sich im Einzelfall wenden können. Erste Anlaufstelle ist in allen Fällen die Schule. Dies wird auch im "Wegweiser zur Mobbingprävention und Mobbingintervention in Hessen" deutlich, den das Netzwerk gegen Gewalt herausgegeben hat: 1.02_hmdis_broschuere_mobbing_20_screen_1.pdf (hessen.de). Zielgruppe des Wegweisers sind Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte sowie Eltern. Eine mehrsprachige Broschüre sollte auf dieser Handreichung aufbauen. Ein guter Ausgangspunkt in Bezug auf die Information über mehrsprachige Beratungsstellen ist der Beratungsführer "Mehrsprachige psychosoziale und psychotherapeutische Angebote in Frankfurt" des AmkA (https://www.amka.de/mehrsprachige-psychosoziale-und-psychotherapeutische-angebote-frankfurt-am-main). Die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen des SSA beraten ihre Schulen in Einzelfällen im Bereich Mobbing. Ebenfalls kann bei Bedarf auf Systemebene beraten werden, z.B. in Form einer Fortbildung im Rahmen eines pädagogischen Tages. Auch Eltern und Schülerinnen und Schüler können sich jederzeit an die jeweils zuständige Schulpsychologin bzw. den zuständigen Schulpsychologen wenden. Die Verantwortung für den Themenbereich Gewaltprävention liegt im Staatlichen Schulamt ebenfalls in der Schulpsychologie. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD) des Hessischen Kultusministeriums werden derzeit die folgenden beiden Projekte für Schulen angeboten: • Im Bereich Mobbingprävention: Gemeinsam Klasse sein (GKS) • Im Bereich Mobbingintervention: Mobbing-Interventions-Teams (MIT) Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie hier: https://arbeitsplattform.bildung.hessen.de/lsa/gud/Fortbildungen/Mob-Ueberblick.html
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 22. November 2021KK 54Mehrsprachiger Onlinewegweiser und Broschüre über Mobbing und BekämpfungsmöglichkeitenKAV-Anregung
- 26. September 2022Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 44 WochenSTST 2174Mehrsprachiger Online-Wegweiser und Broschüre über Mobbing und BekämpfungsmöglichkeitenStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab