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Trinkwasserverluste im Frankfurter Rohrleitungsnetz

Vorlagentyp: STMagistrat
63 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren

Zusammenfassung

Die Stellungnahme des Magistrats befasst sich mit den Trinkwasserverlusten im Frankfurter Rohrleitungsnetz und erläutert die Maßnahmen zur Reduzierung dieser Verluste. Ziel ist es, die Effizienz der Wasserversorgung zu steigern, ohne die Kosten für die Bürger übermäßig zu erhöhen.

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Stellungnahme des Magistrats

Die Fragen 1-3 werden zusammen beantwortet:

Trinkwasser ist eines unserer wertvollsten Lebensmittel. Mehr als 750.000 Einwohner und mehr als 64.000 Hausanschlüsse in Frankfurt und der Rhein-Main-Region erhalten ihr Trinkwasser über ein mehr als 2.000 km langes Leitungsnetz.

Die Frankfurter Trinkwasserversorgung und der Erhalt und Schutz der notwendigen Infrastruktur erfolgt in erster Linie durch Hessenwasser, den Wasserlieferanten der Mainova AG. Was den Schutz und die Wartung der Anlagen (Wasserwerke, Druckerhöhungsanlagen, Netz-Steuerung) angeht, steht die Mainova AG im engen Austausch mit Hessenwasser.

Unter sog. Rohrnetzverlusten versteht man nicht nur "versickertes Wasser", z.B. aus kleinen Leckagen oder Rohrbrüchen. Auch alle betrieblich und hygienisch notwendigen Spülungen der Netze, beispielsweise nach Baumaßnahmen oder regelmäßig notwendigen Spülungen an Netzausläufern werden hierunter einbezogen. Auch Wassermengen, die durch andere nicht gemessene Verbräuche entstehen, bspw. Wasserdiebstahl, Löschwasser, Mess- und Abrechnungstoleranzen, werden unter den Rohrnetzverlusten erfasst.

Die in der Wasserbilanz des RP Darmstadt dargestellten Zahlen werden seitens Mainova und Hessenwasser ernstgenommen, müssen aber zugleich in einem sachlich fundierten Gesamtzusammenhang betrachtet werden, denn außergewöhnlich hohe Wasserverluste lassen sich anhand der Statistiken für Frankfurt nicht bestätigen. Setzt man die Rohrnetzverluste in Relation zu der durch die Netze transportierten Wassermenge, hat Deutschland im europäischen Vergleich die geringsten Verluste. In den meisten Ländern liegen die Verluste bei einem Vielfachen derer in Deutschland (bspw. Niederlande knapp 9 %, Österreich 10 - 12 %, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien 22 bis 28 %.). Die in der Wasserbilanz des RP Darmstadt für Frankfurt bezifferten Rohrnetzverluste wiederum liegen im durchschnittlichen Maß in Deutschland, als auch im Bereich des RP Darmstadt.

Nichtsdestotrotz ist es das Ziel der Mainova, die Wasserverluste möglichst weiter zu reduzieren. Zu berücksichtigen ist hierbei stets der Aufwand und Nutzen im Rahmen der Kostenverträglichkeit für die Kunden. So können Maßnahmenkosten zur Reduktion der Wasserverluste auch deutlich höhere Wasserpreise für den Bürger zur Folge haben, als durch reduzierte Verluste eingespart werden könnte.

Vor diesem Hintergrund überprüft die Netzdienste RheinMain GmbH (NRM) in einem Zeitintervall von 3 Jahren ihr gesamtes Trinkwasser-Rohrnetz, schadensauffällige Leitungen alle 2 Jahre.

Zudem hat die NRM in den letzten drei Jahren, verteilt in ganz Frankfurt, über 200 Ultraschallsensoren installiert und dabei Frankfurt in rd. 60 Messzonen unterteilt, um im Frankfurter Wassernetz fortwährend für ein zuverlässiges Monitoring zu sorgen. Die Sensoren messen den Wasserdurchfluss und liefern Daten, etwa zu möglichen Undichtigkeiten oder Rohrbrüchen. So lassen sich diese frühzeitig erkennen und Wasserverluste effektiv reduzieren. Gänzlich vermeiden lassen sich Wasserverluste, trotz dieser Maßnahmen, leider nicht.

Das Trinkwassernetz hat ein längengewichtetes Durchschnittsalter von rund 40 Jahren und besitzt somit eine hohe Restlebensdauer. Aktuell findet ein konzertiertes Erneuerungsprogramm seitens der NRM statt, welches das Ziel hat, die Erneuerungsrate von Wasserleitungen von derzeit acht Kilometer Wasserleitung auf 40 Kilometer Wasserleitung pro Jahr im Jahr 2030 zu verfünffachen.

Geplant ist auch die Einführung von digitalen Wasserzählern, um die Messungenauigkeiten zu reduzieren und zusammen mit den o. g. Messzonen Aussagen zu lokalen Wasserverlusten zu ermitteln. Damit können die Netzerneuerungen noch treffsicherer vorgenommen werden.

Abschließend sei noch angemerkt, dass das Trinkwasser für Frankfurt so gefördert wird, dass keine negativen Umweltauswirkungen entstehen. Dies wird durch strenge Auflagen und Monitoring der Grundwasserstände durch das Regierungspräsidium überwacht. Eine oberflächliche Dürre, die Pflanzen und Bäume in den letzten zu trockenen Jahren stark zugesetzt hat, wird durch die Trinkwassergewinnung für Frankfurt weder ausgelöst noch verschärft.

Entdeckte Leckagen werden nicht nach Ortsbezirksgrenzen erfasst, so dass keine Auswertung für einzelne Ortsbezirke vorliegt.

Hinsichtlich Leckagen von Abwasserleitungen liegen Mainova keine Erkenntnisse vor, da Mainova nicht für die Abwasserentsorgung in Frankfurt zuständig ist.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 5. August 2023OFOF 341/8Trinkwasserverluste im Frankfurter RohrleitungsnetzOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
  2. 21. September 2023OMOM 4535Trinkwasserverluste im Frankfurter RohrleitungsnetzDirektanregung
  3. 21. Oktober 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 63 Wochen
    STST 1777Trinkwasserverluste im Frankfurter Rohrleitungsnetz
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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