Wasserqualität des Wasserwerks Praunheim
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Stellungnahme des Magistrats vom 06.11.2008, ST 1543
Betreff:
Wasserqualität des Wasserwerks Praunheim
Zur Frage 1:
Urangehalte in der Konzentration, wie sie im Grundwasser in Praunheim vorliegen, können erst seit wenigen Jahren analytisch erfasst werden. Hessenwasser hat erstmals im Jahre 2003 Untersuchungen des Rohwassers auf Uran veranlasst. Die damaligen Befunde entsprechen auch den aktuellen Messwerten.
Zur Frage 2:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahre 2003 einen wissenschaftlich-toxikologisch abgeleiteten Leitwert von 15 µg Uran/l publiziert, bei dessen Unterschreitung auch bei lebenslanger Aufnahme keine gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind.
Aufgrund neuerer Daten, insbesondere vor dem Hintergrund einer besseren Resorption beim Menschen im Vergleich zum Versuchstier hat das Umweltbundesamt im Jahre 2004 einen niedrigeren Leitwert von 10 µg/l veröffentlicht. Dieser wissenschaftlich-toxikologisch abgeleitete duldbare Trinkwasserleitwert bietet allen Bevölkerungs- und Altersgruppen, das Säuglingsalter ausdrücklich eingeschlossen, lebenslange gesundheitliche Sicherheit vor möglichen Schädigungen der Niere durch Uran.
Anfang 2006 wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für die Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quell- und Tafelwasser ein Wert von 2µg/l vorgeschlagen. Er ist seit 01.12.2006 als Grenzwert für abgepackte Wässer mit dem Aufdruck "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ als Grenzwert rechtsverbindlich. Dieser Wert ist, anders als der UBA-Leitwert oder der WHO-Leitwert, der Höhe nach nicht toxikologisch begründet. Vielmehr handelt es sich dabei auch um eine Produktbezeichnung, für abgepackte Wässer. Nur solche Wässer, die diesen und sieben andere "Säuglingswerte“ (für Arsen, Mangan, Natrium, Nitrat, Nitrit, Sulfat und Fluorid) gleichzeitig enthalten, dürfen mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ in besonderer Weise für sich werben. Die Kennzeichnung geht zurück auf § 1, Absatz 2 der Verordnung über solche (diätischen) Lebensmittel.
Es gibt eine Vielzahl an Studien zu Qualitätsvoraussetzungen von Trinkwasser, die Einfluss auf die veröffentlichen Richtwerte von WHO und Umweltbundesamt genommen haben.
Stellvertretend können folgende Quellen genannt werden:
- Guidelines for drinking-water quality, third edition, incorporating first addendum
World Health Organisation. 2006
Guidelines for drinking-water quality (electronic resource):
incorporating first addendum. Vol. 1, Recommendations. – 3rd ed.
- Rainer Konietzka; Hermann H. Dieter; Jens-Uwe Voss
Vorschlag für einen gesundheitlichen Leitwert für Uran in Trinkwasser
Umweltmedizin in Forschung und Praxis, Band 10/2005, Heft 2, Seiten 133 – 143
- Elementgehalte im häuslichen Trinkwasser aus Haushalten mit Kindern in Deutschland
C. Schulz; T. Rapp; A. Conrad; A. Hünken; I. Seiffert; K. Becker; M. Seiwert; M. Kolossa-
Gehring
WaBoLu-Hefte Nr. 04/2008
Die Internetseite des Umweltbundesamtes www.umweltbundesamt.de bietet unter dem Reiter "Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz“ ebenfalls Berichte und Erklärungen zum Thema Uran und Trinkwasser.
Zur Frage 3:
Nach der o.g. Datenlage sind keine manifesten Gesundheitsschäden zu erwarten.
Zur Frage 4:
Nach Auskunft von Hessenwasser gibt es etablierte technische Verfahren zur Uranentfernung.
b) Nach Auskunft von Hessenwasser werden in der einschlägigen Literatur Kosten von 10 Cent pro Kubikmeter Wasser angegeben. Eine konkrete Aussage für die Gegebenheiten im Wasserwerk Praunheim kann nicht getroffen werden.
c) Die Kosten müssten von den Wasserversorgern getragen werden. Es ist davon auszuge- hen, dass die Investitionen über den Wasserpreis refinanziert werden muss. Eine Zu- schussmöglichkeit ist derzeit nicht bekannt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 14. August 2008VV 727Wasserqualität des Wasserwerks PraunheimAnfrage
- 14. August 2008OFOF 327/8Wasserqualität des Wasserwerks PraunheimOrtsbeiratsantrag · CDU
- 6. November 2008Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 12 WochenSTST 1543Wasserqualität des Wasserwerks PraunheimStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.
- 1Antrag, Anregung oder Anfrage
- 2zuständiges Dezernat prüft
- 3Magistrat gibt Stellungnahme ab