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Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung für den Frankfurter Westen

Vorlagentyp: STMagistrat
9 Wochen bis zur Antwort4 Stationen im Verfahren

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Inhalt

Stellungnahme des Magistrats vom 05.08.2003, ST 1009

Betreff:

Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung für den Frankfurter Westen

Die bedarfsgerechte Bereitstellung von Kita-Infrastruktur in allen Stadtteilen gehört seit vielen Jahren zu den ausdrücklichen Leitzielen der Angebotsplanung im Bereich Kindertageseinrichtungen (vgl. zuletzt den Bericht B 457 vom 06.06.2003). Daher hat der Magistrat auch für die absehbaren Entwicklungen im Bereich des Ortsbezirks 6 in seinen Auswirkungen auf den Plätzebedarf kalkuliert, Projekte zur Verbesserung der Versorgungssituation geplant und Umsetzungsschritte eingeleitet.

Alle in Planung befindlichen Maßnahmen stehen bis zur endgültigen Genehmigung des Haushalts 2003 durch den Hessischen Innenminister unter einem Finanzierungsvorbehalt.

Im Bereich des Ortsbezirks 6 (Goldstein, Griesheim, Höchst, Nied, Schwanheim, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach, Zeilsheim) stehen in den Kindertageseinrichtungen zurzeit 3.484 Plätze für Kinder im Alter von 3-6 Jahren (Kindergärten, Kinderläden) sowie 1.943 Plätze für Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren (Horte, Schülerläden, Über-Mittag-Betreuungsangebote an Grundschulen) zur Verfügung.

Die aktuellen Versorgungswerte im Ortsbezirk 6 liegen im gesamtstädtischen Vergleich leicht unter den angestrebten Richtwerten und Versorgungszielen.

Für die einzelnen Stadtteile im Bereich des Ortsbezirks 6 ergibt sich in Bezug zur Maßnahmenplanung folgende Situation:

Goldstein

In Goldstein wurde im Rahmen der Planung zur Umwandlung der Spiel- und Lernstube am Kiesberg 7 die Option eines Kindertagesstätten-Neubaus offengehalten.

Planungsmittel für diesen Neubau, der die Grundversorgung dieses Stadtteils verbessern soll, sind im Haushalt 2004 vorgesehen.

Für die Übergangszeit, bis zur Realisierung eines Neubaus, wird z.Zt. eine Erweiterungsmaßnahme geprüft. Der Caritasverband Frankfurt betreibt in der Straße Am Kiesberg 3 ein Kinderhaus. Der Träger hat angeboten, dort zeitlich befristet eine Kindergartengruppe einzurichten, in der 20 bis 24 Kinder betreut werden können.

Nach Abschluss der Prüfung könnte diese Maßnahme kurzfristig, vorraussichtlich schon zum Herbst diesen Jahres, umgesetzt werden.

Griesheim

In Griesheim wurde zum Schuljahresbeginn 2001/2002 eine Übermittag-Betreuung mit 35 Plätzen an der Eichendorffschule eingerichtet.

Im vergangenen Jahr war Griesheim in der Maßnahmenplanung priorisiert. Es wurde nach geeigneten Liegenschaften gesucht und in der Rehstraße auch eine solche gefunden. Da zum selben Zeitpunkt wegen der schwierigen Haushaltslage der Stadt Frankfurt auch die Verausgabung von Mitteln aus dem Frankfurter Sofortprogramm Kinderbetreuung gesperrt wurde, konnte das Projekt nicht weiterverfolgt werden.

Auch im Jahr 2003 ist Griesheim wieder priorisiert. Die Erweiterung um 2 Kindergartengruppen (vorrangig im Schulbezirk Berthold-Otto-Schule) über das Frankfurter Sofortprogramm Kinderbetreuung ist geplant. Die Träger der freien Jugendhilfe wurden am 23. Juni 2003 in der Sitzung des Fachausschusses Kinderbetreuung informiert und gebeten, Erweiterungen im Bestand zu prüfen oder nach geeigneten Liegenschaften für eine neue Einrichtung zu suchen.

Höchst

In Höchst konnte im vergangenen Jahr der Kindertagesstätten-Neubau in der Karl Blum Allee 5-9 (Lindenviertel I) in Betrieb genommen werden. In dem umgebauten Torgebäude der ehemaligen McNair Kaserne bietet die Lehrerkooperative als Träger der Einrichtung 70 Kindergarten- und 20 Hortplätze an.

Der ursprünglich geplante Umzug der Einrichtung der Lehrerkooperative aus der Gotenstraße 55 in den Neubau im Lindenviertel wurde nicht realisiert.

Wegen des anhaltenden Nachfragedrucks im Stadtteil Höchst wurde die Einrichtung in der Gotenstraße renoviert und wird nun mit verminderter Kapazität (Abbau von 40 auf 30 Plätze) dauerhaft weiterbetrieben.

Der zweite geplante Kindertagesstätten-Neubau im Lindenviertel ist im Juni diesen Jahres in Auftrag gegeben worden. Das Gebäude wird im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages durch einen Investor finanziert. Der Standort befindet sich in der Windthorststraße. Er liegt zwar im Lindenviertel, aber auf der Gemarkung von Unterliederbach. Diese Lage wird von Seiten der Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung positiv bewertet, da ein Versorgungsauftrag in beide Stadtteile (Höchst und Unterliederbach) beschrieben werden kann.

Die Betriebskostenzuschüsse für die 4-gruppige Einrichtung mit 80 Plätzen sind in der Maßnahmenliste zum Haushaltsplan eingestellt.

Darüberhinaus ist der Stadtteil Höchst ebenfalls in der Maßnahmenplanung priorisiert. Im Fachausschuss Kinderbetreuung wurden die Träger der freien Jugendhilfe gebeten, über Erweiterungen oder Neugründungen vor allem im Bereich Alt-Höchst (Schulbezirk Hostatoschule) nachzudenken. Geplant ist hier die Erweiterung um 1 bis 2 Kindergartengruppen. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Frankfurter Sofortprogramms Kinderbetreuung.

Nied

Zum Schuljahresbeginn 2002/2003 konnte in Nied sowohl an der Friedrich-List-Schule als auch an der Fridtjof-Nansen-Schule eine Betreuungseinrichtung neu eröffnet werden.

In der Übermittag-Betreuung der Friedrich-List-Schule werden 30 Plätze angeboten, an der Fridtjof-Nansen-Schule 15 Plätze.

Im Jahr 2002 war Nied in der Maßnahmenplanung priorisiert. Nach Auskunft der KT-Leitungen nach dem letzten Abgleichtermin im Stadtteil im Februar 2003 hat sich die Nachfragesituation z.Zt. entspannt. Für 2003 ist Nied daher in der Maßnahmenplanung nicht mehr priorisiert.

Der Magistrat wird die Entwicklung in Nied allerdings weiter beobachten, insbesondere im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Neubaugebietes in Nied-Ost, und ggf. kurzfristig mit geeigneten Maßnahmen reagieren.

Schwanheim

Schwanheim war im Jahr 2002 bezüglich der Maßnahmenplanung ein priorisierter Stadtteil.

Mit Schuljahresbeginn 2001/2002 wurde an der August-Gräser-Schule eine Übermittag-Betreuung mit 20 Plätzen eingerichtet.

Im vergangenen Jahr wurde über das Sofortprogramm Kinderbetreuung eine neue Kindergarteneinrichtung realisiert: Der Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern e.V. betreibt seitdem in der Blankenheimer Straße 27 einen Waldkindergarten mit 20 Plätzen.

Der Planungsauftrag für einen Kindertagesstätten-Neubau in der Deidesheimer Straße in Schwanheim-West wurde am 02.05.2003 vom Stadtschulamt an das Hochbauamt erteilt.

Die Einrichtung wird auf einer Fläche von ca. 2500 m² entstehen (westliches Teilstück des Geländes südlich Aldi-Markt) und ist 4gruppig mit 80 Plätzen konzipiert.

Im Haushalt 2003 sind für den Neubau 1.550.000,- € vorgesehen.

Sindlingen

Sindlingen ist ein überdurchschnittlich versorgter Stadtteil. Dennoch lassen sich kleinräumig Unterschiede beschreiben. Während im nördlichen Sindlingen (Schulbezirk Ludwig-Weber-Schule) im Kindergartenbereich eine mehr als ausreichende Versorgungsquote von 96% vorherrscht, ist in Sindlingen-Süd (Schulbezirk Meisterschule) ein unterdurchschnittlicher Versorgungsgrad von 68% feststellbar.

Ausgelöst durch die Zusammenlegung der evangelischen Kirchengemeinden in Sindlingen und die Veräußerung des Gemeindezentrums in der Hugo Kallenbach Straße, beabsichtigt der Evangelische Regionalverband den Kindergarten "Arche" in Sindlingen-Nord zu schließen.

Im Gegenzug soll der Kindergarten in der Gustavsallee (Sindlingen-Süd) um 2 Kindergartengruppen erweitert werden.

Diese Einrichtung würde dann von 2 auf 4 Gruppen aufgestockt, es kämen 40 neue Kindergartenplätze dazu.

Der evangelische Regionalverband hat für diese Umbaumaßnahme einen städtischen Zuschuss beantragt.

Sossenheim

Zum Schuljahresbeginn 2001/2002 konnte in Sossenheim an der Albrecht-Dürer-Schule eine Betreuungseinrichtung eröffnet werden. Die Arbeiterwohlfahrt betreibt dort eine Übermittag-Betreuung, in der anfangs 35 Plätze zur Verfügung standen.

Im Schuljahr 2002/2003 wurde dieses Angebot sogar noch einmal um 16 Plätze erweitert, seitdem können hier nun 51 Schulkinder der Albrecht-Dürer-Schule betreut werden.

Unterliederbach

In Unterliederbach-Ost konnte im vergangenen Jahr der Kindertagesstätten-Neubau Engelsruhe in Betrieb genommen werden. Der Caritasverband Frankfurt bietet hier als Träger insgesamt 100 Betreuungsplätze für alle Altersgruppen an.

Der geplante zweite Kindertagesstätten-Neubau im Lindenviertel wird auf der Gemarkung von Unterliederbach in der Windhorststraße entstehen (vgl. Angaben unter Stadtteil Höchst).

In Unterliederbach-West wurde im vergangenen Jahr der Kindergarten der evangelischen Gemeinde in der Wartburgstr. 1 mit Mitteln aus dem Sofortprogramm Kinderbetreuung um eine Gruppe mit 15 Plätzen erweitert.

Die Übermittag-Betreuung an der Karl von Ibell Schule konnte im vergangenen Jahr um 13 Plätze erweitert werden und bietet nun insgesamt 55 Plätze an.

Trotz dieser vielen Maßnahmen besteht in Unterliederbach weiterhin Handlungsbedarf, weswegen dieser Stadtteil in der Maßnahmenplanung 2003 ebenfalls priorisiert wurde.

Im Rahmen der Sitzung des Fachausschusses Kinderbetreuung am 23.06.2003 wurden die Träger der freien Jugendhilfe darüber informiert, und gebeten nach Erweiterungsmöglichkeiten in bestehenden Einrichtungen oder nach Liegenschaften für Neugründungen zu suchen.

Es ist geplant im Bereich des Schulbezirks Walter Kolb Schule das Angebot um mindestens eine Kindergartengruppe zu erweitern. Dafür stehen Mittel aus dem Frankfurter Sofortprogramm Kinderbetreuung zur Verfügung.

Zeilsheim

Zum Schuljahresbeginn 2002/2003 konnte in Zeilsheim die Übermittag-Betreuung an der Käthe-Kollwitz-Schule um 16 Plätze erweitert werden.

Dadurch stehen an dieser Grundschule nunmehr 41 Betreuungsplätze zur Verfügung.

Der Magistrat geht davon aus, dass er sowohl mit den in jüngster Vergangenheit umgesetzten Maßnahmen, als auch mit den Planungen für zukünftige Maßnahmen, umfangreich zur Verbesserung der Versorgungssituation im Bereich der Kindertages-einrichtungen in den 9 Stadtteilen des Ortsbezirks 6 beigetragen hat und weiter beiträgt.

Dies kann unter anderem damit begründet werden, dass von den im Jahr 2002 insgesamt 6 in Betrieb gegangenen Kindertagesstätten-Neubauten allein 2 Neubauten im Bereich des Ortsbezirks 6 lagen (Höchst-Lindenviertel I und Unterliederbach-Engelsruhe).

Auch im Bereich der in Planung befindlichen Neubauten sind 3 Standorte im Ortsbezirk 6 angesiedelt (Schwanheim-West, Höchst-Lindenviertel II, Goldstein)

In Bezug auf die Maßnahmenplanung 2003 für Projekte aus dem Sofortprogramm Kinderbetreuung sind in Frankfurt am Main 8 Stadtteile priorisiert worden. 3 dieser priorisierten Stadtteile befinden sich im Ortsbezirk 6 (Höchst, Unterliederbach, Griesheim).

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 6. Juni 2003BB 457Stand und Perspektiven der Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung in Frankfurt am Main hier: Kindergarten- und Hortbereich, FortschreibungMagistratsbericht
  2. 27. Juni 2003OFOF 884/6Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung für den Frankfurter WestenOrtsbeiratsantrag · CDU
  3. 1. Juli 2003VV 940Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung für den Frankfurter WestenAnfrage
  4. 5. August 2003Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 9 Wochen
    STST 1009Kindertagesstätten-Entwicklungsplanung für den Frankfurter Westen
    Stellungnahme

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

STStellungnahme des Magistrats

Die Antwort des Magistrats auf einen Antrag, eine Anregung oder eine Anfrage — aus dem Ortsbeirat, der Stadtverordnetenversammlung oder der KAV. Sie gibt die Sicht der Verwaltung wieder und fließt in die weitere Beratung ein.

  1. 1Antrag, Anregung oder Anfrage
  2. 2zuständiges Dezernat prüft
  3. 3Magistrat gibt Stellungnahme ab
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

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