Hitzebedingte Sterblichkeit während der Hitzeperioden 2026
Zusammenfassung
Die Vorlage fordert den Magistrat auf, Fragen zur hitzebedingten Sterblichkeit und Übersterblichkeit während der Hitzewellen 2026 zu beantworten. Hintergrund sind die besonderen Gefahren für ältere Menschen, die allein leben und möglicherweise nicht ausreichend auf extreme Hitze reagieren können. Ziel ist es, gefährdete Gruppen frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen zu entwickeln.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAntrag
Der Magistrat wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten:
- Sind in den Zeiten der besonders hohen Temperaturen in den Sommermonaten dieses Jahres im Ortsbezirk mehr Menschen verstorben, als zu erwarten war? Wie viele Todesfälle wären in diesen Zeiträumen aufgrund der durchschnittlichen Sterblichkeit in den vergangenen 5 Jahren zu erwarten gewesen? Ergibt sich daraus eine erkennbare Übersterblichkeit?
- Überstieg die Zahl der Sterbefälle auch im September die Zahl der Sterbefälle im September im langjährigen Mittel?
- Wie verteilen sich die hitzebedingten Sterbefälle bzw. die während Hitzeperioden festgestellte Übersterblichkeit auf verschiedene Altersgruppen?
- Wie viele Menschen sind während der Hitzeperioden in ihren Wohnungen im Ortsbezirk tot aufgefunden worden?
- Wie viele Einsätze des Rettungsdienstes gab es während der Hitzeperioden im Ortsbezirk, bei denen ein Zusammenhang mit der Hitze (Dehydrierung, Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit., etc.) bestand. Um wieviel Prozent überstiegen die Einsätze während der Hitzeperioden 2026 die Einsatzzahlen in vergleichbaren Zeiträumen in der Vergangenheit?
- Gibt es Erkenntnisse darüber, wie viele ältere bzw. hochaltrige Menschen im Ortsbezirk 8 allein leben und damit während extremer Hitzeperioden besonders gefährdet sind, weil sie möglicherweise krankheitsbedingt ihre Wohnungen nicht verlassen können?
- Welche Schlussfolgerungen zieht der Magistrat aus den Erkenntnissen und sind aufgrund der Erfahrungen des Sommers 2026 zusätzliche oder gezielte Maßnahmen vorgesehen? Gibt es beispielsweise telefonische Kontaktangebote, aufsuchende Hilfen, Kooperationen mit Pflegediensten?
- Plant der Magistrat, die vorhanden Daten zur Hitzebelastung, Übersterblichkeit, hitzebedingte Erkankungen und Inanspruchnahme des Rettungsdienstes um kleinräumige gesundheitliche Daten zu ergänzen, dies möglichst auf Ebene der Ortsbezirke, um besonders belastete Quartiere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen frühzeitig zu erkennen?
Begründung
Im Ortsbezirk befinden sich zahlreiche Hochhäuser und dicht bebaute Wohnbereiche. Wohnungen in höheren Etagen oder mit starker Sonneneinstrahlung können sich erheblich aufheizen. Gleichzeitig leben nicht wenige ältere Menschen allein und haben nur eingeschränkte soziale Kontakte. Gerade bei alleinlebenden Menschen kann eine gesundheitliche Verschlechterung unbemerkt bleiben.
Die beantragten kleinräumigen Daten sind deshalb für den Ortsbeirat nicht lediglich von statistischem Interesse. Für den Ortsbeirat ist es wichtig zu erkennen, wo Gefährdungslagen sind, wer nicht erreicht wird. Diese Daten werden gebraucht, um präventiv handeln zu können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 6. Oktober 2026 brachte GRÜNE im Ortsbeirat 8 diesen Antrag ein.