Juden in Bockenheim. Eine Recherche
Zusammenfassung
Der Ortsbeirat 2 beschließt die Unterstützung der Publikation "Juden in Bockenheim. Eine Recherche" mit bis zu 2.000 Euro aus dem Budget. Dies geschieht zur Erinnerung an die Verfolgung jüdischer Bürger während der nationalsozialistischen Diktatur und zur Förderung der Aufarbeitung dieser Geschichte.
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Thema Kultur verfolgenAntrag
Der Ortsbeirat wolle beschließen:
Der Ortsbeirat 2 unterstützt die Publikation "Juden in Bockenheim. Eine Recherche" (Arbeitstitel) der Freunde Bockenheims e.V. und des Instituts für Selbstorganisation e.V. mit einem Betrag von bis zu € 2.000,00 aus seinem Budget.
Begründung
Vor 90 Jahren wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Damit entstand die nationalsozialistische Diktatur mit der Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung politischer und gesellschaftlicher Gruppen und Minderheiten, die von den Nationalsozialisten als nicht deutsch betrachtet wurden. Die erneute staatliche Diskriminierung jüdischer Bürger begann unmittelbar. Auf Grundlage des "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7.4.1933 wurden politisch Andersdenkende und jüdische Beschäftigte aus den Ämtern, Hochschulen und Schulen entlassen. Damit begann eine beispiellose Verfolgung der jüdischen Bürger Deutschlands und später, nach den Kriegszügen der Wehrmacht, auch die Verfolgung und Ermordung jüdischer Bewohner vieler Länder. Die auf Bockenheim bezogene Erinnerung an diese Zeit wurde 1988, 50 Jahre nach der Pogromnacht des 9./10. November 1938, durch einen Arbeitskreis der Evangelischen St. Jakobsgemeinde erstmalig unter dem Titel "Gedenke! Jüdische Bürger in Bockenheim" in die Öffentlichkeit gebracht. Damit waren Grundlagen gelegt für weitere Forschungen, die u.a. in der Ausstellung des Jüdischen Museums der Stadt Frankfurt am Main unter dem Titel Vergessene Nachbarn zu sehen war (1990-1991). Es entstanden dann darauf aufbauende Broschüren für die Stadtteile Bergen-Enkheim, Bockenheim, Heddernheim, Höchst und Rödelheim. Diese Publikationen sind 2023 nicht mehr präsent, wenn die Erwerbung im Antiquariat ausgespart bleibt. Sie sind auch seither nicht aktualisiert und erweitert worden. Dies ist nicht nur bedauerlich, sondern eine unmittelbare Aufforderung für uns ein Projekt anzugehen, nämlich eine neue Publikation über das Thema vorzubereiten, die im Herbst 2023 erscheinen soll.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 29. Januar 2023Sie sind hierOFOF 592/2Juden in Bockenheim. Eine RechercheOrtsbeiratsantrag · GRÜNE
- 13. Februar 2023OIBOIB 200Juden in Bockenheim. Eine RechercheBudget-Initiative
- 30. Juni 2023Antwort des Magistrats · nach 22 WochenSTST 1411Juden in Bockenheim. Eine RechercheStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme