Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde Niederursel
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- Versetztes Parken im Oberurseler Weg01.09.2026 · OF (Antrag Ortsbeirat)
- Umwidmung Oberurseler Weg01.09.2026 · OF (Antrag Ortsbeirat)
- Versetztes Parken im Oberurseler Weg umsetzen20.08.2026 · OM (Anregung an Magistrat (Ortsbeirat))
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Jüdische Gemeinde Niederursel Der Ortsbeirat wolle beschließen: Der Magistrat wird gebeten, mit dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt zu klären, ob an oder in dem Haus Alt-Niederursel 3, derzeit noch Kindergarten der Ev. Kirchengemeinde Niederursel, eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde Niederursel angebracht werden kann. Eine Finanzierung aus Mitteln seines Budgets stellt der Ortsbeirat in Aussicht. Begründung: Die beiden Friedhöfe entlang des Oberurseler Weges erinnern an die Existenz einer Jüdischen Gemeinde in Niederursel, die zwischen dem frühen 18. und dem 20. Jahrhundert bestand. Nach der Realteilung des Dorfes 1714 war es Juden gegen die Zahlung eines "Schutzgeldes" erlaubt, in der zu Solms-Rödelheim gehörenden Dorfhälfte zu siedeln. Die Gemeinde war zwar arm, aber sie wuchs stetig (bis 1811 auf 130 Personen) und konnte sich 1848 durch den Bau einer Synagoge auf der heutigen Liegenschaft Alt-Niederursel 3 festigen. Antisemitische Vorfälle führten gleichwohl zu einem Rückzug der Juden aus Niederursel. 1865 kam es zur Auflösung der Gemeinde sowie zur Schließung der Synagoge. Manfred Gerner schreibt dazu in seinen "Chronikalischen Aufzeichnungen" zu Niederursel: "Das Grundstück mit der Synagoge schenkte der Jude Goldschmidt der evangelischen Gemeinde, die 1910 statt des Bethauses eine Kleinkinderschule errichtete, bei deren Bau die Sockelsteine der Synagoge mitverwendet wurden". 1898 lebten nur noch 13 Juden in Niederursel, 1933 waren es nach Angaben der Volkszählung in diesem Jahr wieder 18; die beiden Friedhöfe wurden in der NS-Zeit zerstört. Was aus der jüdischen Bevölkerung Niederursels wurde, ist bislang nicht erforscht. Durch eine Dokumentation des Bundesarchivs und der Internetplattform "Alemannia-Judaica" sind aber die Namen von zwei gebürtigen Niederurselern bekannt, die im Ghetto Litzmannstadt beziehungsweise im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben kamen. Eine Gedenktafel am oder im Gebäude der ehemaligen Synagoge könnte an die wechselhafte Geschichte der Jüdischen Gemeinde des heutigen Frankfurter Stadtteils erinnern.
Inhalt
Antrag vom 05.06.2013, OF 331/8
Betreff: Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde Niederursel Der Ortsbeirat wolle beschließen: Der Magistrat wird gebeten, mit dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt zu klären, ob an oder in dem Haus Alt-Niederursel 3, derzeit noch Kindergarten der Ev. Kirchengemeinde Niederursel, eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde Niederursel angebracht werden kann. Eine Finanzierung aus Mitteln seines Budgets stellt der Ortsbeirat in Aussicht.
Begründung: Die beiden Friedhöfe entlang des Oberurseler Weges erinnern an die Existenz einer Jüdischen Gemeinde in Niederursel, die zwischen dem frühen 18. und dem 20. Jahrhundert bestand. Nach der Realteilung des Dorfes 1714 war es Juden gegen die Zahlung eines "Schutzgeldes" erlaubt, in der zu Solms-Rödelheim gehörenden Dorfhälfte zu siedeln. Die Gemeinde war zwar arm, aber sie wuchs stetig (bis 1811 auf 130 Personen) und konnte sich 1848 durch den Bau einer Synagoge auf der heutigen Liegenschaft Alt-Niederursel 3 festigen. Antisemitische Vorfälle führten gleichwohl zu einem Rückzug der Juden aus Niederursel. 1865 kam es zur Auflösung der Gemeinde sowie zur Schließung der Synagoge. Manfred Gerner schreibt dazu in seinen "Chronikalischen Aufzeichnungen" zu Niederursel: "Das Grundstück mit der Synagoge schenkte der Jude Goldschmidt der evangelischen Gemeinde, die 1910 statt des Bethauses eine Kleinkinderschule errichtete, bei deren Bau die Sockelsteine der Synagoge mitverwendet wurden". 1898 lebten nur noch 13 Juden in Niederursel, 1933 waren es nach Angaben der Volkszählung in diesem Jahr wieder 18; die beiden Friedhöfe wurden in der NS-Zeit zerstört. Was aus der jüdischen Bevölkerung Niederursels wurde, ist bislang nicht erforscht. Durch eine Dokumentation des Bundesarchivs und der Internetplattform "Alemannia-Judaica" sind aber die Namen von zwei gebürtigen Niederurselern bekannt, die im Ghetto Litzmannstadt beziehungsweise im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben kamen. Eine Gedenktafel am oder im Gebäude der ehemaligen Synagoge könnte an die wechselhafte Geschichte der Jüdischen Gemeinde des heutigen Frankfurter Stadtteils erinnern.Beratung im Ortsbeirat: 8
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 5. Juni 2013Sie sind hierOFOF 331/8Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde NiederurselOrtsbeiratsantrag · CDU, SPD
- 20. Juni 2013OMOM 2308Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde NiederurselDirektanregung
- 6. September 2013Antwort des Magistrats · nach 13 WochenSTST 1368Gedenktafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde NiederurselStellungnahme
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Annahme bei Enthaltung FREIE WÄHLER