Kühle Köpfe in unseren Schulen auch bei Sommerhitze
Zusammenfassung
Der Ortsbeirat fordert Maßnahmen zur Kühlung der Schulen im Stadtteil Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad während der Sommermonate. Die Maßnahmen sollen helfen, unerträgliche Temperaturen zu vermeiden, die den Unterricht und die Lernbedingungen der Schüler und Lehrer erheblich beeinträchtigen. Ziel ist eine innere Temperatur von unter 25°C während der Unterrichtszeit.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenAntrag
Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat wird gebeten, an den Schulen im Frankfurt Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad (OBR5) in den Sommermonaten für ausreichende Kühlung zu sorgen. Das kann durch folgende Minimal-Maßnahmen erfolgen:
- Die vorhandenen Lüftungsanlagen müssen ertüchtigt und regelmäßig gewartet werden. Sollte eine Lüftungsanlage ausfallen, muss in den Nachtstunden und an den Wochenenden händisch durch Öffnen der Fenster für ausreichende Lüftung gesorgt werden, insbesondere am Ende der Sommerferien.
- Da auf einigen der Schuldächer nachträglich Solaranlagen installiert worden sind, soll geprüft werden, ob und inwieweit diese Schulen z.B. in den obersten Etagen mit Klimageräten ausgestattet werden können, die mit dem vor Ort erzeugten Strom versorgt werden.
- Ergänzend sollen für die Klassenräume Ventilatoren angeschafft werden. Die Fenster sollen mit Hitzeschutzfolie beklebt werden. Wo noch nicht vorhanden, sollen Außenrollos bzw. Jalousien eingebaut werden.
- Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen, wo immer dies möglich und sinnvoll ist, in Abstimmung mit Schulleitung und Elternvertretung.
- Alle Schulen im Ortsbezirk sind daraufhin zu überprüfen, welche Maßnahmen erforderlich sind, um eine Innentemperatur während der Unterrichtszeit von unter 25°C sicher stellen zu können.
Begründung
Der letzte Sommer hat gezeigt, dass die Lernbedingungen an den hiesigen Schulen sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schulen bei den erhöhten sommerlichen Außentemperaturen im Jahr 2026 unzumutbar waren und diese durch Klimaveränderungen auch für die kommenden Jahre zu befürchten sind.
Zu 1: Moderne Schulgebäude, teils im Passivhausstandard, verfügen häufig über integrierte Lüftungsanlagen, die unter anderem in den Nachtstunden für Kühlung sorgen sollen. Das funktioniert aber nur, wenn die Anlagen in Betrieb, richtig eingestellt und regelmäßig gewartet sind. Der Magistrat wird daher aufgefordert, die Lüftungsanlagen instand zu halten und während der warmen Monate regelmäßig zu warten.
Besonders wichtig ist eine Kontrolle in der letzten Woche der Sommerferien. Während der Ferien wird mangels Schulbetrieb oft nicht gelüftet. Läuft dann auch die Lüftungsanlage nicht, heizen sich die Gebäude stark auf, und alle, die am ersten Schultag die Schule betreten, finden unerträgliche Temperaturen vor. Das sollte in Zukunft vermieden werden. Notfalls muss am Wochenende vor Schulbeginn händisch gelüftet werden.
Zu 2: Auf einigen Schuldächern wurden Solaranlagen installiert, deren Strom bisher in das städtische Netz eingespeist wird. Gerade an heißen, sonnigen Tagen, wenn der Kühlbedarf am größten ist, erzeugen diese Anlagen besonders viel Strom. Es soll daher geprüft werden, ob dieser Strom direkt vor Ort genutzt und gespeichert werden kann, um mindestens z.B. die obersten Etagen mit Klimageräten zu kühlen. Möglicherweise bestehende Nutzungs- oder Einspeiseverträge sollten zeitnah angepasst werden.
Zu 3: Klimageräte lassen sich nicht überall und nicht sofort einbauen. Ergänzend sollen daher alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, die die Räume kurzfristig und mit überschaubarem Aufwand kühlen. Dazu zählen Ventilatoren in den Klassenräumen, Hitzeschutzfolie an den Fenstern und, wo noch nicht vorhanden, Außenrollos oder Jalousien. Außenliegender Sonnenschutz hält die Wärme schon vor der Scheibe ab und ist wirksamer als Schutz im Rauminneren.
Zu 4: Schulhöfe sind vielerorts großflächig versiegelt und heizen sich im Sommer stark auf. Das belastet die Kinder und das Stadtquartier, und bei Starkregen kann das Wasser nicht versickern. Wo immer möglich und sinnvoll, sollten versiegelte Flächen daher entsiegelt und mit Bäumen und Grün bepflanzt werden. Das schafft Schatten, verbessert das Mikroklima, lässt Regenwasser versickern und macht den Schulhof zu einem besseren Aufenthaltsort. Schulleitung und Elternvertretung sollen dabei einbezogen werden, damit die Umgestaltung zur tatsächlichen Nutzung des Hofes passt.
zu 5: Die Kehrseite der Schulpflicht ist die Pflicht des Staates (hier des Schulträgers), in dafür zur Verfügung gestellten Räumen Unterricht und Lernen zu ermöglichen. Ab einer Temperatur von mehr als 25°C in Klassen- und Lehrerzimmern wird die Erfüllung dieser staatlichen Pflicht erheblich eingeschränkt bzw. ist nicht mehr möglich. Perspektivisch sind daher alle Schulen technisch so auszurüsten, dass diese Rahmenbedingungen eingehalten werden können.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag, den eine Fraktion in den Ortsbeirat einbringt. In der Ortsbeiratssitzung wird darüber beraten und abgestimmt. Wird er beschlossen, geht er — je nach Thema — als Anregung an die Stadtverordnetenversammlung (OA), als Direktanregung (OM) oder als Initiative (OI) weiter.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ortsbeirat berät & beschließt
- 3wird zu OA, OM, OI oder V
- 4Magistrat setzt um oder berichtet
Der Weg dieser Vorlage
Am 14. Oktober 2026 brachten CDU, FDP im Ortsbeirat 5 diesen Antrag ein.