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Illegale Strukturen in der Mietwagenbranche bekämpfen

Vorlagentyp: NRLINKE
2 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Der Antrag zielt darauf ab, illegale Strukturen in der Mietwagenbranche zu bekämpfen, indem das Ordnungsamt mit dem Berliner Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten zusammenarbeitet und Daten abgleicht. Dies soll dazu beitragen, die Anzahl der Mietwagen ohne gültige Genehmigung zu reduzieren und ein transparentes Register zu schaffen.

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Thema Sicherheit verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Das Ordnungsamt tritt mit dem Berliner Landesamts für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten in Erfahrungsaustausch über die Kontrolle von Mietwagenkonzessionen.
  2. Das Ordnungsamt gleicht nach dem Berliner Vorbild die Daten registrierter Mietwagen der Vermittlungsplattformen Uber, Freenow, Bolt u.a. mit den Daten der vergebenen Mietwagenkonzessionen ab.
  3. Das Ordnungsamt geht gegen angebotene Mietwagen ohne entsprechende Genehmigung für den Betrieb vor.
  4. Entsprechende Personalressourcen hierfür werden zur Verfügung gestellt.
  5. Perspektivisch soll ein transparentes digitales und öffentlich einsehbares Register von konzessionierten Taxis und Mietwagen geschaffen werden.

Begründung

In Deutschland vermitteln Plattformen wie Uber, Bolt, Freenow u.a. die Fahraufträge nicht direkt an einzelne Fahrer*innen, sondern an sogenannte Mietwagen-Unternehmen. Ihnen gehören die Autos und bei ihnen sind die Fahrer*innen angestellt. Sie melden sich bei den Plattformen an, benötigen vorher jedoch eine Konzession der jeweiligen Kommune, die für die Genehmigung und die laufenden Kontrollen zuständig sind. Nachdem es immer mehr Hinweise auf Mietwagen mit gefälschten oder ungültigen Genehmigungen gab, hat das Berliner Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten die bei sich gespeicherten Mietfahrzeuge mit den Daten der Plattformen abgeglichen. Das Ergebnis: Jedes vierte Mietfahrzeug in der Hauptstadt war ohne eine dafür notwendige Genehmigung unterwegs. Die zuständige Behörde geht gegen diese Fälle von Betrug und organisierter Kriminalität, bei denen Mietwagen ohne oder mit gefälschten Konzessionen Personen im Auftrag von Bolt, Uber, Freenow und anderen Anbietern beförderten, vor. Inzwischen wurden rund 1.700 Mietwagen stillgelegt. Grundsätzlich sind Berlin und Frankfurt, was die Verbreitung von taxiähnlichen Mietwagen betrifft, sehr ähnlich. Stand 2023 war die Zahl der Taxikonzessionen in Frankfurt bei 1.712 gedeckelt, darüber hinaus gibt es eine große Zahl von taxiähnlichen Mietwagen, die unter alltäglicher Missachtung von Recht und Gesetz taxiähnlichen Verkehr anbieten. Die Zahl der Mietwagenkonzessionen liegt in Frankfurt inzwischen höher als die der Taxikonzessionen: 1.781 Mietwagen sind im Stadtgebiet konzessioniert und die Nachfrage hoch. Es ist davon auszugehen, dass auch in Frankfurt eine hohe Zahl angebotener Autos ohne entsprechende Genehmigung fährt. Neben den Vorwürfen von Korruption muss sich die Frankfurter Genehmigungsbehörde auch vorwerfen lassen, die letzten Jahre nahezu nichts gegen den Wildwuchs der taxiähnlichen Mietwagen unternommen zu haben. Für faire Geschäftsbedingungen, gegen prekäre Beschäftigung, Sozialdumping und organisierte Kriminalität und zum Schutz der Kund*innen, die im Fall eines Unfalls bei einer illegalen Fahrt ggf. nicht versichert wären, muss die Stadt Frankfurt ihrer Verantwortung nachkommen. Frankfurt sollte dem Berliner Beispiel folgen und illegale Strukturen im Mietwagengewerbe aktiv bekämpfen, die angebotenen Fahrzeuge systematisch mit den vergebenen Konzessionen abgleichen, nachträglich kontrollieren und ggf. auch Konzessionen entziehen. Auf den Erfahrungswerten aus Berlin sollte hierfür aufgesetzt werden. Vertreter von Vermittlerplattformen haben signalisiert, dass sie ihrerseits die erforderlichen Daten bereitstellen würden, damit diese im Ordnungsamt mit den vorliegenden Daten über die vergebenen Konzessionen abgeglichen werden können. Perspektivisch sollte in Frankfurt - wie es Standard in anderen europäischen Märkten, wie in den Niederlanden, Polen oder Litauen, ist -, ein digitales, öffentlich einsehbares Register von konzessionierten Taxis und Mietwagen geschaffen werden.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt

Der Weg dieser Vorlage

Am 10. Juni 2024 brachte Linke diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 11.07.2024 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Ausschusses für Personal, Sicherheit und Digitalisierung
Sitzung 28 · 08.07.2024
TO I, TOP 59
Abgelehnt
Die Vorlage NR 956 wird mit der Maßgabe abgelehnt, dass der Magistrat seine Anstrengungen zur Einführung eines digitalen Datenabgleichs bezüglich der Mietwagenkonzessionen beschleunigt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDULinkeAfDÖkoLinX-ELFBFF-BIGFRAKTIONGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU (= Ablehnung ohne Zusatz) sowie Linke, AfD, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 33 · 11.07.2024
TO II, TOP 10
Abgelehnt
Die Vorlage NR 956 wird mit der Maßgabe abgelehnt, dass der Magistrat seine Anstrengungen zur Einführung eines digitalen Datenabgleichs bezüglich der Mietwagenkonzessionen beschleunigt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDULinkeAfDÖkoLinX-ELFFRAKTIONBFF-BIGGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU (= Ablehnung ohne Zusatz) sowie Linke, AfD, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION, BFF-BIG und Gartenpartei (= Annahme)

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