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FES zurück in die öffentliche Hand

Vorlagentyp: NRLINKE
2 Stationen im Verfahren3 SitzungenAbgelehnt

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Thema Abfall und Sauberkeit verfolgen

Begründung

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Die Stadtverordnetenversammlung lehnt die Vorlage M 76/2019 "Neuvergabe der strategischen Partnerschaft an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH" ab.
  2. Die Stadt Frankfurt schafft alle Voraussetzungen, um die Anteile der Firma Remondis an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES GmbH) in städtischen Besitz überführen zu können.
  3. Die nötigen Mittel dafür werden in den Haushalt eingestellt.
  4. Die FES GmbH wird künftig als eine 100 prozentige städtische Gesellschaft (z.B. gGmbH) geführt.
  5. Ihr werden die Einzelleistungsverträge für die Bioabfallverwertung, Straßenreinigung und Abfallsammlung und Entsorgung mit der Stadt Frankfurt übertragen. Begründung: In der Vorlage M 76/2019 hat sich der Magistrat eindeutig für die Fortführung des ÖPP-Projekts festgelegt. Eine vollständige Rekommunalisierung der Abfallentsorgung würde laut Magistrat zu betriebsbedingten Kündigungen führen und eine Wertminderung bedeuten. Die Gründung einer 100 prozentig städtischen Gesellschaft kommt für den Magistrat ebenfalls nicht in Frage. Dies wäre ebenfalls mit Risiken verbunden. Allein die Fortführung des ÖPP-Projekts, indem der Anteil von Remondis ausgeschrieben wird, stellt für den Magistrat die "risikoloseste" Alternative dar. Hier wird die EU-Kommission als Beistand für seine Position angeführt. Doch die sogenannte Ex-Ante-Notifizierung der Kommission liest sich anders als vom Magistrat dargestellt. Die EU-Kommission hält das Verfahren im Prinzip für unbedenklich. Welche Risiken nach der genauen Ausgestaltung der Ausschreibung auftreten können, dazu kann die Kommission keine Unbedenklichkeit aussprechen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Bewertung des Magistrats als ideologisch verzerrt, voreilig und interessengeleitet. Nach vorliegenden Informationen birgt die vorgeschlagene europaweite Ausschreibung mehr Risiken als eine Gründung einer 100 prozentig städtischen Gesellschaft. Bei dieser Variante weist der Magistrat darauf hin, dass Remondis sich dagegen zur Wehr setzen würde. Dieses Argument ist unbegründet. Remondis könnte sich aber auch im Falle einer europaweiten Ausschreibung, die das Unternehmen nicht für sich entscheiden kann, "zur Wehr setzen". Bei der langfristigen Betrachtung erweist sich der vom Magistrat vorgeschlagene Weg ebenfalls als riskant. Schließlich muss nach 20 Jahren wieder eine Lösung für das ÖPP-Projekt gefunden werden. Zwar werden die heutigen Entscheider*innen dann nicht mehr im Amt sein, aber die Kommune wird weiterhin existieren und die Bewohner*innen müssen für die Fehlentscheidungen von heute geradestehen. Seit den 1990er Jahren lässt sich generell ein Wandel zur Privatisierung kommunaler Aufgaben und zu einer zunehmenden Liberalisierung des Marktes erkennen. Dies führte zu weitreichenden Veränderungen im Bereich der Arbeitsbedingungen und stellt die betriebliche Mitbestimmung noch immer vor große Herausforderungen. Außerdem führt die Übernahme kommunaler Aufgabenbereiche durch private Unternehmen häufig direkt zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und einer Tarifflucht. Der Trend zur Rekommunalisierung ausgelagerter Dienstleistungen ist die Antwort auf die Fehlentwicklungen der Vergangenheit.

Inhalt

Antrag vom 07.06.2019, NR 884

Betreff: FES zurück in die öffentliche Hand Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Die Stadtverordnetenversammlung lehnt die Vorlage M 76/2019 "Neuvergabe der strategischen Partnerschaft an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH" ab.
  2. Die Stadt Frankfurt schafft alle Voraussetzungen, um die Anteile der Firma Remondis an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES GmbH) in städtischen Besitz überführen zu können.
  3. Die nötigen Mittel dafür werden in den Haushalt eingestellt.
  4. Die FES GmbH wird künftig als eine 100 prozentige städtische Gesellschaft (z.B. gGmbH) geführt.
  5. Ihr werden die Einzelleistungsverträge für die Bioabfallverwertung, Straßenreinigung und Abfallsammlung und Entsorgung mit der Stadt Frankfurt übertragen. Begründung: In der Vorlage M 76/2019 hat sich der Magistrat eindeutig für die Fortführung des ÖPP-Projekts festgelegt. Eine vollständige Rekommunalisierung der Abfallentsorgung würde laut Magistrat zu betriebsbedingten Kündigungen führen und eine Wertminderung bedeuten. Die Gründung einer 100 prozentig städtischen Gesellschaft kommt für den Magistrat ebenfalls nicht in Frage. Dies wäre ebenfalls mit Risiken verbunden. Allein die Fortführung des ÖPP-Projekts, indem der Anteil von Remondis ausgeschrieben wird, stellt für den Magistrat die "risikoloseste" Alternative dar. Hier wird die EU-Kommission als Beistand für seine Position angeführt. Doch die sogenannte Ex-Ante-Notifizierung der Kommission liest sich anders als vom Magistrat dargestellt. Die EU-Kommission hält das Verfahren im Prinzip für unbedenklich. Welche Risiken nach der genauen Ausgestaltung der Ausschreibung auftreten können, dazu kann die Kommission keine Unbedenklichkeit aussprechen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Bewertung des Magistrats als ideologisch verzerrt, voreilig und interessengeleitet. Nach vorliegenden Informationen birgt die vorgeschlagene europaweite Ausschreibung mehr Risiken als eine Gründung einer 100 prozentig städtischen Gesellschaft. Bei dieser Variante weist der Magistrat darauf hin, dass Remondis sich dagegen zur Wehr setzen würde. Dieses Argument ist unbegründet. Remondis könnte sich aber auch im Falle einer europaweiten Ausschreibung, die das Unternehmen nicht für sich entscheiden kann, "zur Wehr setzen". Bei der langfristigen Betrachtung erweist sich der vom Magistrat vorgeschlagene Weg ebenfalls als riskant. Schließlich muss nach 20 Jahren wieder eine Lösung für das ÖPP-Projekt gefunden werden. Zwar werden die heutigen Entscheider*innen dann nicht mehr im Amt sein, aber die Kommune wird weiterhin existieren und die Bewohner*innen müssen für die Fehlentscheidungen von heute geradestehen. Seit den 1990er Jahren lässt sich generell ein Wandel zur Privatisierung kommunaler Aufgaben und zu einer zunehmenden Liberalisierung des Marktes erkennen. Dies führte zu weitreichenden Veränderungen im Bereich der Arbeitsbedingungen und stellt die betriebliche Mitbestimmung noch immer vor große Herausforderungen. Außerdem führt die Übernahme kommunaler Aufgabenbereiche durch private Unternehmen häufig direkt zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und einer Tarifflucht. Der Trend zur Rekommunalisierung ausgelagerter Dienstleistungen ist die Antwort auf die Fehlentwicklungen der Vergangenheit.Hauptvorlage: Vortrag des Magistrats vom 17.05.2019, M 76 Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Umwelt und Sport Haupt- und Finanzausschuss Versandpaket: 12.06.2019

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 17. Mai 2019MM 76Neuvergabe der strategischen Partnerschaft an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbHMagistratsvortrag
  2. 7. Juni 2019Sie sind hier
    NRNR 884FES zurück in die öffentliche Hand
    STVV-Antrag · LINKE.

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf3 Beratungen
Ausschusses für Umwelt und Sport
Sitzung 31 · 13.06.2019
TO I, TOP 21
Abgelehnt
1. a) Der Vorlage M 76 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. b) Es dient zur Kenntnis, dass die Herren Gannoukh und Zengin gemäß § 25 HGO an der Beratung und Abstimmung nicht teilgenommen und den Sitzungssaal verlassen haben. 2. a) Die Vorlage NR 884 wird abgelehnt. b) Es dient zur Kenntnis, dass die Herren Gannoukh und Zengin gemäß § 25 HGO an der Beratung und Abstimmung nicht teilgenommen und den Sitzungssaal verlassen haben.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Ablehnung:
LinkeFRAKTION
Sonstige:
AfD (M 76 = Annahme, NR 884 = Prüfung und Berichterstattung)BFF (M 76 = Annahme, NR 884 = Ziffern 1. und 3. Ablehnung, Ziffern 2., 4. und 5. Prüfung und Berichterstattung)Frankfurter (M 76 = Ablehnung)ÖkoLinX-ARL (M 76 = Ablehnung, NR 884 = Annahme)
zu 2)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Ablehnung:
LinkeFRAKTION
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen LINKE. und FRAKTION (= Ablehnung) zu 2. CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen LINKE. und FRAKTION (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (M 76 = Annahme, NR 884 = Prüfung und Berichterstattung) BFF (M 76 = Annahme, NR 884 = Ziffern 1. und 3. Ablehnung, Ziffern 2., 4. und 5. Prüfung und Berichterstattung) FRANKFURTER (M 76 = Ablehnung) ÖkoLinX-ARL (M 76 = Ablehnung, NR 884 = Annahme)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 32 · 25.06.2019
TO II, TOP 11
Abgelehnt
1. Der Vorlage M 76 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. 2. Die Vorlage NR 884 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneAfDFDPBFF
Ablehnung:
LinkeFrankfurter
zu 2 / Ziffer 1. und 3)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPBFF
Ablehnung:
AfDLinke
zu 2 / Ziffer 2., 4. und 5)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Ablehnung:
AfDBFFLinke
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, AfD, FDP und BFF gegen LINKE. und FRANKFURTER (= Ablehnung) zu 2. Ziffern 1. und 3.: CDU, SPD; GRÜNE, FDP und BFF gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung) und LINKE. (= Annahme) Ziffern 2., 4. und 5.: CDU, SPD; GRÜNE und FDP gegen AfD und BFF (= Prüfung und Berichterstattung) und LINKE. (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 34 · 27.06.2019
TO I, TOP 5
Abgelehnt
1. a) Der Vorlage M 76 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. b) Es dient zur Kenntnis, dass die Herren Gannoukh und Zengin gemäß § 25 HGO an der Beratung und Abstimmung nicht teilgenommen und den Sitzungssaal verlassen haben. 2. a) Die Vorlage NR 884 wird abgelehnt. b) Es dient zur Kenntnis, dass die Herren Gannoukh und Zengin gemäß § 25 HGO an der Beratung und Abstimmung nicht teilgenommen und den Sitzungssaal verlassen haben. c) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Pauli, Busch, Lange, Hanisch und Christann sowie von Bürgermeister Becker und Stadträtin Heilig dienen zur Kenntnis. d) Es dient zur Kenntnis, dass die FRANKFURTER zwei Minuten Redezeit an die LINKE. übertragen haben.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneAfDFDPBFF
Ablehnung:
LinkeFrankfurterÖkoLinX-ARL
zu 2 / Ziffer 1. und 3)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDPBFF
Ablehnung:
AfDLinkeÖkoLinX-ARL
zu 2 / Ziffer 2., 4. und 5)
Zustimmung:
CDUSPDGrüneFDP
Ablehnung:
AfDBFFLinkeÖkoLinX-ARL
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, AfD, FDP und BFF gegen LINKE., FRANKFURTER und ÖkoLinX-ARL (= Ablehnung) zu 2. zu a) Ziffern 1. und 3.: CDU, SPD, GRÜNE, FDP und BFF gegen AfD (= Prüfung und Berichterstattung) sowie LINKE. und ÖkoLinX-ARL (= Annahme) Ziffern 2., 4. und 5.: CDU, SPD, GRÜNE und FDP gegen AfD und BFF (= Prüfung und Berichterstattung) sowie LINKE. und ÖkoLinX-ARL (= Annahme)

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