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Dondorf-Druckerei bleibt

Vorlagentyp: NRLINKE
53 Wochen bis zur Antwort3 Stationen im Verfahren6 Sitzungen
Vorlage
Idee
Bei einigen tausend Vorlagen geht die
Strassenzuordnung nur automatisch
und dadurch werden alle gefundenen
Strassenabschnitte als Punkte angezeigt.

Zusammenfassung

Der Antrag fordert den Erhalt der Dondorf-Druckerei in Frankfurt am Main und appelliert an das Land Hessen, das historische Gebäude zu schützen. Dies wird als notwendig erachtet, um klimaschädlichen Abriss zu verhindern und die kulturelle sowie historische Bedeutung des Gebäudes zu bewahren.

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Thema Stadtplanung verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

  1. Der Magistrat nutzt Möglichkeiten des Planungsrechts und verhindert den Abriss der ehemaligen Dondorf-Druckerei in der Sophienstraße 1-3.
  2. Der Magistrat appelliert an das Land Hessen, das historische Industriegebäude zu erhalten und es künftig im Sinne einer gemeinwohlorientierten Quartiersentwicklung zu nutzen.
  3. Der Bestandsschutz des Gebäudes ist Voraussetzung für künftige Planungen. Ein Abriss ist ausgeschlossen.
  4. Die ehemalige Dondorf-Druckerei wird in die Planungen für den Kulturcampus integriert.

Begründung

Vom 24. Juni bis zum 12. Juli 2023 wurde die ehemalige Dondorf-Druckerei in Bockenheim besetzt. Zahlreiche Initiativen und Einzelpersonen haben damit ein starkes Zeichen gegen klimaschädlichen Abriss, für die Anerkennung als Kulturdenkmal und für die Etablierung eines selbstverwalteten kulturellen Zentrums im Stadtteil gesetzt. Das Gebäude befindet sich im Besitz des Landes Hessen und ist von einem Abriss zugunsten eines Neubaus für das Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik (MPIEÄ) bedroht. Neben zahlreichen Initiativen setzen sich große Teile der Zivilgesellschaft aus Bockenheim, Architects for Future, der Bund Deutscher Architekten u.v.m. für den Erhalt des Gebäudes ein. Auch der betreffende Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) fordert mehrheitlich in einem Antrag den Bestandsschutz (OF664/23). Am 12. Juli wurde die Druckerei mit einem völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz gewaltsam geräumt. Jegliche Verhandlungen um eine soziale Zwischennutzung wurden damit abgebrochen. Damit steht das Gebäude nun mehrere Monate bis zur geplanten Übergabe an das MPIEÄ im November 2023 leer und bleibt ungenutzt. Mittlerweile wurden sogar die Eingänge zugemauert. Das ist ein Symbol für die gescheiterte Stadtentwicklung in Frankfurt. Der Erhalt ist aus verschiedenen Gründen notwendig. Der geplante Abriss muss aus klimapolitischen Gründen unbedingt verhindert werden. Ein Erhalt spart enorm viel Ressourcen und vermeidet hohe Mengen an Kohlendioxid-Emissionen, welche der Abriss und Neubau verursachen würden. Das Backsteingebäude weist enorm viel graue Energie auf, also im Gebäude gebündelte Energie, die für Bau, Herstellung und Transport aufgewendet wurden und durch einen Abriss einfach zerstört werden. Um Klimaschutz wirklich ernst zu nehmen und Klimaziele einzuhalten, muss die Stadt Frankfurt sich endlich vom klimaschädlichen Neubau abwenden und Potenziale des Bauens im Bestand konsequent nutzen. Der Erhalt der Dondorf-Druckerei kann ein Anfang dafür sein. Das 1890 errichtete Bauwerk ist zudem ein wichtiges Zeugnis der Industriekultur und der jüdischen Geschichte in Frankfurt. Über 130 Jahre hinweg haben das Haus und die jüdische Gründerfamilie sowie die Nachfolger*innen eine wechselhafte Geschichte des innovativen Druckhandwerks und der Verfolgung durch die Nationalsozialisten erlebt. Die Geschichte des Familienbetriebs kann nur für nachfolgende Generationen erhalten bleiben, wenn das Gebäude vor dem Abriss geschützt wird. Ein Abriss gleicht einer weiteren Unsichtbarmachung jüdischer Geschichte in Frankfurt und muss unbedingt verhindert werden. Die Dondorf-Druckerei als eine der wenigen historischen Zeugnisse der Industriegeschichte, die noch existieren, darf nicht einfach aus dem Stadtbild verschwinden. Um Bockenheim wirklich zum Kulturcampus zu machen, braucht es ausreichend kulturelle Freiräume für alle. Diese sind aufgrund des steigenden Verwertungsdrucks Mangelware in Frankfurt. Viele bestehende, nicht-kommerzielle kulturelle Zentren sind in ihrer Existenz bedroht, weshalb es umso wichtiger ist, mehr Freiräume zu schaffen. Die Besetzung hat gezeigt, wie innerhalb kürzester Zeit kulturelle und soziale Zwischennutzungen umgesetzt werden können. Sie ermöglichen Kollektivität, Begegnungen ohne Konsumzwang, politische Selbstorganisierung, kulturelle Angebote und Räume für Selbstverwaltung und Selbstbestimmung. Die Dondorf-Druckerei bietet ausreichend Möglichkeiten, diese kulturellen Räume im Stadtteil zu realisieren und Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenzubringen. Auch der Städtebaubeirat lehnt den Abriss der Dondorf-Druckerei ausdrücklich ab. Der Erhalt und Umbau könne auf dem Areal des künftigen Kulturcampus der erste "Baustein einer innovativen, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Quartiersentwicklung" werden. Das Bauwerk weise eine erhaltenswürdige und entwicklungsfähige Gebäudesubstanz auf. Der vom MPIEÄ geplante Neubau wird vom Städtebaubeirat als unzureichender Umgang mit der Geschichte gewertet. Der Erhalt der Druckerei wird demnach nicht nur von Initiativen, Zivilgesellschaft und Politik gefördert, sondern auch von renommierten wissenschaftlichen Gremien wie dem Städtebaubeirat. Angesichts der Klimakatastrophe braucht es einen Paradigmenwechsel im Bereich Bauen. In Zeiten von Demokratie- und Klimakrise ist es fatal, historisch wertvolle Gebäude wie die Dondorf-Druckerei abzureißen, sie endgültig zu zerstören und sich über die vielfältigen Stimmen der Zivilgesellschaft hinwegzusetzen. Die Dondorf-Druckerei hat historische und kulturelle Bedeutung für den Stadtteil und die gesamte Stadt. Das Land Hessen als Eigentümerin muss eine Vorbildfunktion für den Bestandsschutz einnehmen. Sie kann einen wichtigen Beitrag für eine solidarische Stadtteilentwicklung leisten. Die Stadt Frankfurt muss ihr Planungsrecht nutzen, um den Abriss der Dondorf-Druckerei zu verhindern. Der Erhalt der Dondorf-Druckerei, der von Wissenschaftler*innen und der Stadtgesellschaft gleichermaßen mit Nachdruck unterstützt wird, muss planungsrechtlich abgesichert werden, um das Industriedenkmal zu schützen und es für soziale Nutzungen zu öffnen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 23. August 2023Sie sind hier
    NRNR 735Dondorf-Druckerei bleibt
    STVV-Antrag · Linke
  2. 8. Januar 2024BB 4Dondorf-Druckerei bleibtMagistratsbericht
  3. 30. August 2024Antwort des Magistrats · nach 53 WochenBB 332Dondorf-Druckerei bleibtMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf6 Beratungen
OBR 2
Sitzung 23 · 18.09.2023
TO I, TOP 67
Angenommen
Dem Antrag, sich mit der Vorlage NR 735 nicht zu befassen, wird zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
Alle
Abstimmung im Original

Abstimmung: Einstimmige Annahme

Ausschusses für Planen, Wohnen und Städtebau
Sitzung 20 · 19.09.2023
TO I, TOP 11
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 735 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDULinkeÖkoLinX-ELF
Enthaltung:
AfD
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE. und ÖkoLinX-ELF; AfD (= Enthaltung)

Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Sport
Sitzung 20 · 21.09.2023
TO I, TOP 10
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 735 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDULinkeAfDFRAKTIONBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, LINKE., AfD, FRAKTION und BFF-BIG (= Beratung)

Ausschusses für Planen, Wohnen und Städtebau
Sitzung 21 · 17.10.2023
TO I, TOP 8
Beraten
1. Die Ziffer 1. der Vorlage NR 735 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. 2. Die Ziffern 2. bis 4. werden abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Sonstige:
AfD (Prüfung und Berichterstattung)Gartenpartei (Annahme)
zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDFDPVoltBFF-BIG
Ablehnung:
CDULinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELF
zu 2)
Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVolt
Ablehnung:
LinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELFBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1.: GRÜNE, SPD, FDP, Volt und BFF-BIG gegen CDU (= Ablehnung) sowie LINKE., FRAKTION und ÖkoLinX-ELF (= Annahme) zu 2.: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt gegen LINKE., FRAKTION und ÖkoLinX-ELF (= Annahme) sowie BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Prüfung und Berichterstattung) Gartenpartei (= Annahme)

Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Sport
Sitzung 21 · 19.10.2023
TO I, TOP 19
Beraten
Punkt 1: Der Punkt 1. der Vorlage NR 735 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen.
Ganzen Sammelbeschluss anzeigen (4 Punkte, betrifft überwiegend andere Vorlagen)

1. Der Punkt 1. der Vorlage NR 735 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. 2. Die Punkte 2., 3. und 4. werden abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDULinke
Sonstige:
AfD (Prüfung und Berichterstattung)BFF-BIG (Prüfung und Berichterstattung)FRAKTION (Annahme)ÖkoLinX-ELF (Annahme)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU (= Ablehnung) und LINKE. (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung) FRAKTION und ÖkoLinX-ELF (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 26 · 02.11.2023
TO II, TOP 7
Beraten
1. Die Ziffer 1. der Vorlage NR 735 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. 2. Die Ziffern 2. bis 4. werden abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDFDPAfDVoltBFF-BIG
Ablehnung:
CDULinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELFGartenpartei
zu 2)
Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVolt
Ablehnung:
LinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELFGartenparteiAfDBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1.: GRÜNE, SPD, FDP, AfD, Volt und BFF-BIG gegen CDU (= Ablehnung) sowie LINKE., FRAKTION, ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme) zu 2.: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt gegen LINKE., FRAKTION, ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme) sowie AfD und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)

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