Kein Sozialstaatsabbau in Frankfurt
Zusammenfassung
Der Antrag fordert die Stadt Frankfurt auf, sich gegen die durch Bund und Länder geplanten Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe zu positionieren. Diese Kürzungen stellen eine Gefährdung für den Sozialstaat dar und sollen nicht umgesetzt werden.
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Die Stadt Frankfurt, vertreten durch den Oberbürgermeister Mike Josef, positioniert sich im Deutschen Städtetag vehement gegen die durch Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände geplanten Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe, die Mitte April geleakt wurden.
- Der Magistrat garantiert, dass es in Frankfurt keine Kürzungen an sowohl Pflicht- als auch freiwilligen Leistungen geben wird.
Begründung
Das Arbeitspapier "Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen" enthält über 100 Seiten mit Kürzungsvorschlägen in der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) sowie der Eingliederungshilfe (SGB IX) mit einem Gesamtvolumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Das tatsächliche Kürzungsvolumen liegt noch erheblich höher, da knapp zwei Drittel aller Vorschläge gar nicht mit Zahlen unterlegt sind. Die Liste, die als "Entwurf" gekennzeichnet ist, zielt vor allem auf Leistungen für Menschen mit Behinderung, Kinder- und Jugendliche ab. Der Paritätische sprach bei der Veröffentlichung von "drastischen Einschnitten in den Sozialstaat." Unter anderem sehen diese die Streichung individueller Rechtsansprüche auf Schulbegleitung und die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts von Menschen mit Behinderungen vor. Zudem soll die Nachbetreuung von in Jugendhilfeeinrichtungen aufgewachsenen jungen Menschen nach deren 18. Geburtstag abgeschafft werden. Der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende soll rigide zusammengestrichen werden. Er soll an Personen, deren Ex-Ehepartner*innen den Unterhalt nicht zahlen, künftig nur noch bis zum zwölften Geburtstag des Kindes gezahlt werden. Bisher wird er bis zur Volljährigkeit gewährt. Diese Kürzungen würden einen massiven Einschnitt in den Sozialstaat bedeuten. Die Stadt Frankfurt muss sich klar dagegen positionieren. Der Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages und muss dort, stellvertretend für Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Stadtgesellschaft, gegen die geplanten Kürzungen protestieren. Darüber hinaus sind Kürzungen an sowohl Pflicht- als auch freiwilligen Leistungen, wie sie vom Arbeitspapier vorgeschlagen werden, verantwortungslos und für Betroffene existenzgefährdend. Sie stünden zudem in starkem Kontrast zu der guten wirtschaftlichen Lage der Stadt Frankfurt. Etwaige Möglichkeiten zu kürzen, die durchgesetzt werden, dürfen daher in Frankfurt nicht greifen. Die Stadt muss sicherstellen, dass am Sozialstaat und seinen Leistungen nicht gekürzt wird, da es hierfür keinerlei Anlässe gibt. Ein solches Versprechen bereits jetzt zu geben, gibt ein klares Signal an die Frankfurter*innen und sichert dementsprechend das Vertrauen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 4. Mai 2026 brachte Linke diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 3 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 21.05.2026 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: Ziffer 1.: CDU, SPD, AfD und FDP gegen GRÜNE, Linke, Volt und ÖkoLinX-ELF-PARTEI (= Annahme) Ziffer 2.: CDU, GRÜNE, SPD, AfD, Volt und FDP gegen Linke und ÖkoLinX-ELF-PARTEI (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF und FREIE WÄHLER (= Ablehnung) BSW, Tierschutzpartei und DFRA (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: zu a) Ziffer 1.: CDU, SPD, AfD, FDP, BFF und FREIE WÄHLER gegen GRÜNE, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF-PARTEI, BSW, Tierschutzpartei und DFRA (= Annahme) Ziffer 2.: CDU, GRÜNE, SPD, AfD, Volt, FDP, BFF und FREIE WÄHLER gegen Linke, ÖkoLinX-ELF-PARTEI, BSW, Tierschutzpartei und DFRA (= Annahme)