Für eine saubere Stadt
Zusammenfassung
Der Antrag schlägt die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen vor, um den Müll in Frankfurt zu reduzieren. Dies soll durch eine Umverteilung der Einnahmen und zusätzliche Unterstützung für Mehrwegsysteme erreicht werden.
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Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Seit der Coronapandemie konsumieren mehr Menschen Essen und Trinken außerhalb der Gastronomie im öffentlichen Raum. Dies führt aktuell zu einem erhöhten Aufkommen von Einweggeschirr im städtischen Raum. Die Stadt reagiert mit größeren Mülleimern und an Hotspots mit erhöhten Reinigungsintervallen. Leider nutzen jedoch nicht alle Menschen die vorhandenen Mülleimer. Um die Verantwortung, die Jede*r einzelne für die Sauberkeit im öffentlichen Raum trägt, noch stärker ins Bewusstsein zu holen, startete der Magistrat eine neue Kampagne von cleanffm.
Neben der Frage, dass der entstehende Müll sachgerecht entsorgt wird und nicht in unseren Parks, Grünanlagen und Straßen landet, stellt sich auch die Frage, wie man gleichzeitig das Problem am anderen Ende angeht: Bei der Entstehung des Mülls.
Der Magistrat wird beauftragt, im Austausch mit betroffenen Betrieben und Gastronomen und deren Interessensvertretungen ein Konzept für die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen vorzubereiten. Diese soll von Verkaufsstellen von Einwegverpackungen, Einweggeschirr und Einwegbesteck erhoben werden, die darin Speisen und Getränke für den sofortigen Verzehr oder zum Mitnehmen ausgeben.
Die Verpackungssteuer soll mit dem Ziel erhoben werden, den Verpackungsmüll in der Stadt, insbesondere in der Umgebung der genannten Verkaufsstellen, zu reduzieren. Die Steuereinnahmen sollen wiederum für die Sauberkeit der Stadt eingesetzt werden. Eine genaue juristische und finanzielle Ausarbeitung des Konzepts soll der Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss vorgelegt werden.
Der Magistrat wird gebeten, sich hierzu mit anderen Städten und Kommunen, die ebenfalls die Einführung einer Verpackungssteuer planen, auszutauschen und zu koordinieren.
Außerdem wird der Magistrat gebeten, zu prüfen und zu berichten,
- wie die Steuer und die dazugehörige Steuererklärung einfach und effizient umgesetzt werden kann,
- wie Informationsveranstaltungen zu Verpackungsalternativen und den verschiedenen Mehrwegsystemen erfolgen können,
- wie kleine Betriebe generell bei der Einführung von Mehrwegsystemen unterstützt werden können,
- wie die Einnahmen aus der Verpackungssteuer für die Sauberkeit der Stadt eingesetzt werden können.
Des Weiteren wird der Magistrat gebeten, zu prüfen und zu berichten, ob und wie bei der Verpackungssteuer eine Ausnahmeregelung für kleine Betriebe die nicht der Mehrwegangebotspflicht gemäß § 33 VerpackG unterliegen und die gleichzeitig ein Pfandsystem für Einwegverpackungen einführen, sinnvoll umzusetzen ist.
Ausnahmeregelungen für nicht-kommerzielle Veranstaltungen und Feste, die nicht von der Stadt organisiert werden, sollen zudem erlassen werden können, wenn entsprechende Konzepte für die Müllentsorgung, wie zum Beispiel Pfand- oder dezentrale Poolsysteme, vorgelegt und umgesetzt werden. Der Magistrat soll Frankfurter Vereine und Fest-Veranstalter bei der Entwicklung entsprechend bezahl- und handhabbarer Alternativen unterstützen.
Begründung
In der Stadt Tübingen gilt seit dem
- Januar 2022 eine Verpackungssteuer. Der Steuerbetrag beträgt 0,5 Euro für Einwegverpackungen wie zum Beispiel Kaffeebecher, 0,5 Euro für Einweggeschirr wie zum Beispiel Pommesschalen und 0,2 Euro für Einwegbesteck und andere Hilfsmittel wie zum Beispiel Trinkhalm oder Eislöffel. Auch in Frankfurt ist die zunehmende Vermüllung des Stadtbilds durch weg geworfene Einwegverpackungen zu einem viel kritisierten Problem geworden. Durch eine Verpackungssteuer könnten die Kosten der Müllentsorgung zumindest teilweise an die Verursacher*innen gerichtet werden. Vor allem aber soll ein Anreiz zur Verwendung von Mehrwegsystemen geschaffen werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 3. September 2025Sie sind hierNRNR 1357Für eine saubere StadtSTVV-Antrag · GRÜNE, SPD, Volt
- 13. Februar 2026Antwort des Magistrats · nach 23 WochenBB 56Für eine saubere StadtMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Beratungsverlauf5 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION zu 2. GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION zu 2. GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen Linke (= Annahme) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, BFF-BIG und Volt gegen CDU, FDP, AfD und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (NR 1128 und NR 1357 = Annahme) Gartenpartei (NR 1128 und NR 1357= Prüfung und Berichterstattung) Stadtv. Bäppler-Wolf (NR 1128 und NR 1357 = Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen Linke und FRAKTION (= Annahme) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, BFF-BIG, Volt und FRAKTION gegen CDU, FDP, AfD und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. GRÜNE, CDU, SPD, FDP, BFF-BIG, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF und Stadtv. Bäppler-Wolf gegen Linke und FRAKTION (= Annahme) sowie Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung) zu 2. GRÜNE, SPD, Linke, Volt und FRAKTION gegen CDU, FDP, BFF-BIG, AfD, ÖkoLinX-ELF und Stadtv. Bäppler-Wolf (= Ablehnung) sowie Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung)