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Pilotprojekt: Kostenlose Menstruationsprodukte an Schulen und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit

Vorlagentyp: NRGRÜNESPDFDPVolt
216 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren4 SitzungenAngenommen

Zusammenfassung

Der Antrag fordert die Einführung eines Pilotprojekts zur kostenlosen Bereitstellung von Menstruationsprodukten an Schulen und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt am Main. Ziel ist es, Periodenarmut zu bekämpfen und menstruierenden Personen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hygieneartikeln zu ermöglichen, um Scham und Bildungsungerechtigkeit zu reduzieren.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Antrag

  1. Der Magistrat wird beauftragt, ein Pilotprojekt zur kostenlosen Verfügbarkeit von Menstruationsartikeln (Binden und Tampons) an allen Frankfurter Schulen, inkl. Grundschulen, sowie Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu erarbeiten. Im Zuge dessen sollen alle Einrichtungen angeschrieben und zur Teilnahme sowie Erarbeitung der Rahmenbedingungen des Pilotprojektes ermuntert werden.
  2. In einer einjährigen Pilotphase sollen Erfahrungen, Reaktionen (vor allem vonseiten der Schüler*innen und Lehrkräfte) und Kosten des Angebots evaluiert werden. Dazu werden den Schulen in regelmäßigen Abständen entsprechende Fragebögen zur Verfügung gestellt.
  3. Weiter wird der Magistrat darum gebeten, mögliche Bundes- und Landesmittel zur Umsetzung von kostenloser Verfügbarkeit von Menstruationsartikeln an Schulen zu prüfen und ggf. abzurufen.
  4. Des Weiteren wird der Magistrat beauftragt, sich beim Land Hessen dafür einzusetzen, die Ausstattung von Hochschulen mit Menstruationsartikeln zu gewährleisten.
  5. Bei der Erarbeitung des Pilotprojektes wird der Magistrat gebeten, sich an bereits laufenden Pilotprojekten wie z. B. im Landkreis Gießen oder Städten wie Darmstadt zu orientieren. Ferner sollen folgende Kriterien im Pilotprojekt berücksichtigt werden: - Hinweis/Informationen auf andere/weitere Alternativprodukte - Niedrigschwelliger Zugang - Sicherstellung entsprechender Entsorgungsmöglichkeiten - Ausarbeitung des Konzepts unter breiter Beteiligung betroffener Akteur*innen (insbesondere Stadtschüler*innenrat) - Frühzeitige Berücksichtigung in der Haushaltsplanung - Schaffung eines Begleitgremiums, welches die Ausarbeitung des Konzepts und den Vergabeprozess begleitet sowie ein Monitoring für die ersten 48 Monate sicherstellt, dass die Rückmeldung der Schulen einbezieht - Transparente Umsetzung und Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit - Ausarbeitung eines Konzepts zur Unterstützung der Schulen bei der pädagogischen Begleitung - Bereitstellung von Informationsmaterialien in den Toilettenräumen zur Verwendung und Entsorgung der Produkte (z.B. analog Anleitung zum Händewaschen)

Begründung

Die Periode nimmt keine Rücksicht auf ein perfektes Timing oder die Lebenssituation, lässt sich nicht planen oder beeinflussen. Daher passiert es häufig, dass menstruierende Menschen plötzlich und unerwartet in die Situation kommen, akut Hygieneartikel zu benötigen. Vor allem in der Pubertät, in der die Periode erstmals oder unregelmäßig eintritt, führt dies zu Situationen in denen Menstruierende eingeschränkt werden und mit Scham reagieren. Scham und Einschränkungen für einen natürlichen biologischen Prozess des Körpers. Die Kosten für Menstruationsartikel werden jährlich auf mind. 200 EUR geschätzt - Schmerzmittel sind hier noch nicht eingerechnet. Schüler*innen verfügen über kein eigenes Einkommen und stehen daher zusätzlich vor finanziellen Herausforderungen. Das Problem, das hier deutlich wird, hat seit einiger Zeit einen Namen: Man spricht von Periodenarmut. Armut, die auftritt, wenn sich Menstruierende diese Produkte nicht mehr leisten können. Sie verwenden Toilettenpapier oder Stoffreste, die eine gesundheitliche Gefahr darstellen und nehmen in diesen Tagen weniger bis gar nicht am gesellschaftlichen Leben teil. Schüler*innen verpassen in der Folge nicht selten Unterricht, sodass Bildungsungerechtigkeit eine direkte Konsequenz der Periodenarmut darstellt. Dem ist nun mit der Bereitstellung kostenloser Menstruationsartikel zu begegnen. Da Kinder bereits ab dem Grundschulalter menstruieren können, ist die Bereitstellung der Produkte bereits in dieser Schulform erforderlich. Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung und Enttabuisierung der Periode leisten kann, da Kinder von Beginn ihrer Schullaufbahn an mit dem Thema vertraut gemacht werden. Da im Grundschulalter voraussichtlich weniger Produkte benötigt werden, ist hierbei von einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis auszugehen. In Schottland ist seit Ende 2020 gesetzlich geregelt, dass in öffentlichen Einrichtungen (insbesondere Schulen und Universitäten) Menstruationsartikel kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Immer mehr Länder und Städte, auch in Deutschland (z.B. Hamm), folgen diesem Beispiel und ziehen nach. Wir möchten hiermit eine wichtige Initiative des Stadtschüler*innenrats Frankfurt aufgreifen. Die Stadt kann einen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas leisten und Schüler*innen mit konkreter Unterstützung im Alltag stärken, ihnen Sicherheit geben und vor Periodenarmut schützen.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 5. Oktober 2021Sie sind hier
    NRNR 124Pilotprojekt: Kostenlose Menstruationsprodukte an Schulen und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit
    STVV-Antrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
  2. 24. November 2025Antwort des Magistrats · nach 216 WochenBB 427Pilotprojekt: Kostenlose Menstruationsprodukte an Schulen und Einrichtungen der offenen Kinder- und JugendarbeitMagistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf4 Beratungen
Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 2 · 26.10.2021
TO I, TOP 7
Angenommen
Der Vorlage NR 124 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltBFF-BIGFRAKTION
Ablehnung:
LinkeAfDÖkoLinX-ELF
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt, BFF-BIG und FRAKTION gegen LINKE. (= Annahme im Rahmen NR 88) sowie AfD und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung)

Ausschusses für Soziales und Gesundheit
Sitzung 2 · 28.10.2021
TO I, TOP 7
Angenommen
Der Vorlage NR 124 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltFRAKTIONÖkoLinX-ELFBFF-BIG
Ablehnung:
LinkeAfD
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt und FRAKTION gegen LINKE. (= Annahme im Rahmen NR 88) und AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ELF (= Annahme im Rahmen NR 88) BFF-BIG (= Annahme)

Ausschusses für Bildung und Schulbau
Sitzung 2 · 01.11.2021
TO I, TOP 8
Angenommen
Der Vorlage NR 124 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltBFF-BIGFRAKTION
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFAfD
Sonstige:
Gartenpartei (Prüfung und Berichterstattung)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt und BFF-BIG gegen LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Annahme im Rahmen NR 88) sowie AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (= Annahme) Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 7 · 11.11.2021
TO II, TOP 3
Angenommen
1. Der Vorlage NR 88 wird im Rahmen der Vorlage NR 124 zugestimmt. 2. Der Vorlage NR 124 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

zu 1)
Zustimmung:
GrüneSPDFDPVolt
Ablehnung:
CDUAfDBFF-BIGLinkeÖkoLinX-ELFFRAKTIONGartenpartei
zu 2)
Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltBFF-BIGFRAKTION
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFAfDGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: zu 1. GRÜNE, SPD, FDP und Volt gegen CDU, AfD und BFF-BIG (= Ablehnung) sowie LINKE., ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme ohne Zusatz) zu 2. GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt, BFF-BIG und FRAKTION gegen LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Annahme im Rahmen NR 88), AfD (= Ablehnung) und Gartenpartei (= Prüfung und Berichterstattung)

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