Stadtweites Verkehrskonzept - aber richtig!
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Thema Verkehr und Straße verfolgenBegründung
Harte oder rein ideologiegetriebene Eingriffe in das Straßennetz, etwa in Form von Experimenten ohne wissenschaftliche Begleitung (wie zuletzt die willkürliche Sperrung des nördlichen Mainufers), sind reiner politischer Aktionismus und verkehrspolitisch ein Irrweg. Verkehrsberuhigung und Verkehrsverlagerung machen nur dann Sinn, wenn sie im Vorfeld auf Nebenfolgen hin untersucht wurden und in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden sind, um unerwünschte Rebound-Effekte zu verhindern. Ein zukunftsfähiges Gesamtverkehrskonzept wiederum hat die Mobilitätsbedürfnisse von Anwohnern, Beschäftigten, Berufspendlern und das Wirtschaftsverkehrs gleichermaßen zu berücksichtigen und muss von Echtzeitdaten getrieben sein. Daher kann die Erarbeitung eines solchen, von zahlreichen Verbänden, Institutionen und Akteuren bereits seit geraumer Zeit vehement geforderten Verkehrskonzeptes (Stichwort "Strategischer Masterplan zur Verkehrsinfrastruktur und Mobilität in Frankfurt") nur auf validen, empirisch abgesicherten Mobilitätsdaten basierend erfolgen.
Inhalt
Antrag vom 17.02.2020, NR 1105
Betreff: Stadtweites Verkehrskonzept - aber richtig! Dem Antrag NR 1096/19 der FDP-Fraktion im Römer wird unter Berücksichtigung folgender Ergänzung zu Punkt 3. zugestimmt: Die Erarbeitung eines stadtweiten Verkehrskonzeptes muss auf der Basis empirisch abgesicherter Informationen über das tatsächliche Mobilitätsverhalten der Frankfurter sowie deren jeweiligen spezifischen Bedürfnisse erfolgen. Insbesondere sind hierbei heranzuziehen: - die Erkenntnisse aus der Stau- und Pendlerstudie 2018 über die Pendlerverflechtungen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain (https://www.frankfurt-main.ihk.de/images/broschueren/St au-%20und%20Pendlerstudie%202018.pdf) - die Ergebnisse und Erfahrungen mit dem Mobilitätsmanagement in anderen Metropolen (siehe z. B. Schwedes, Oliver; Benjamin Sternkopf; Alexander Rammert (2016): Mobilitätsmanagement in Deutschland. IVP-Discussion Paper. 3/2016. Berlin) - sämtliche, z. B. über die MDM-Plattform des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), bereits verfügbaren und für die Metropolregion FrankfurtRheinMain relevanten Mobilitätsdaten Sofern für die Erstellung stadtweiten Verkehrskonzeptes darüber hinaus erforderliche Mobilitätsdaten noch nicht in empirisch abgesicherter Form bzw. auf aktuellem Stand vorliegen, sind diese mittels der Durchführung von repräsentativen verkehrswissenschaftlichen Studien im Vorfeld der Konzepterstellung zu erheben.
Begründung: Harte oder rein ideologiegetriebene Eingriffe in das Straßennetz, etwa in Form von Experimenten ohne wissenschaftliche Begleitung (wie zuletzt die willkürliche Sperrung des nördlichen Mainufers), sind reiner politischer Aktionismus und verkehrspolitisch ein Irrweg. Verkehrsberuhigung und Verkehrsverlagerung machen nur dann Sinn, wenn sie im Vorfeld auf Nebenfolgen hin untersucht wurden und in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden sind, um unerwünschte Rebound-Effekte zu verhindern. Ein zukunftsfähiges Gesamtverkehrskonzept wiederum hat die Mobilitätsbedürfnisse von Anwohnern, Beschäftigten, Berufspendlern und das Wirtschaftsverkehrs gleichermaßen zu berücksichtigen und muss von Echtzeitdaten getrieben sein. Daher kann die Erarbeitung eines solchen, von zahlreichen Verbänden, Institutionen und Akteuren bereits seit geraumer Zeit vehement geforderten Verkehrskonzeptes (Stichwort "Strategischer Masterplan zur Verkehrsinfrastruktur und Mobilität in Frankfurt") nur auf validen, empirisch abgesicherten Mobilitätsdaten basierend erfolgen.Hauptvorlage: Antrag vom 04.02.2020, NR 1096 Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Ausschuss für Wirtschaft und Frauen Verkehrsausschuss Versandpaket: 19.02.2020
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.
- 1Fraktion bringt Antrag ein
- 2Ausschüsse beraten & empfehlen
- 3Plenum beschließt
Der Weg dieser Vorlage
Am 17. Februar 2020 brachte BFF diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 26.03.2020 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FRAKTION und FRANKFURTER gegen AfD und FDP (= Annahme) sowie BFF (= Annahme im Rahmen NR 1105) zu 2. CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FRAKTION und FRANKFURTER gegen FDP (= Prüfung und Berichterstattung) und BFF (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: ÖkoLinX-ARL (NR 1096 und NR 1105 = Ablehnung)