Umbau Historisches Museum hier: Grundsatzbeschluss für Sanierung, Neubau und Neukonzeption
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Vortrag des Magistrats vom 15.06.2007, M 111
Betreff:
Umbau Historisches Museum hier: Grundsatzbeschluss für Sanierung, Neubau und Neukonzeption
Vorgang:
B 525/06
- Es dient zur Kenntnis, dass das Historische Museum das älteste städtische Museum in Frankfurt am Main ist und am heutigen Platz bereits seit 1955 existiert. Es verfügt mit ca. 1 Million Objekten über die größte Museumssammlung der Stadt und zählt damit zu den wichtigsten kulturhistorischen Museen in Deutschland. Eine Neuausrichtung des Museums durch den neuen Direktor wird unterstützt (siehe Anlage 1).
- Dem beiliegenden Raumprogramm für den geplanten Neubau wird zugestimmt (Anlagen 2 und 3a und b). Die Depots für Gemälde und Textilien sind bis zur endgültigen Unterbringung im neuen Depot in der Borsigallee vorübergehend in angemieteten Räumen einzurichten. Es dient zur Kenntnis, dass die Depotflächen in der Borsigallee noch zu errichten sind.
- Der aus den 1970er Jahren stammende Anbau des Historischen Museums wird abgerissen. Für einen Neubau ist ein Internationaler Wettbewerb auszuschreiben. Dabei sind die Überdachung und die Unterkellerung des Innenhofes Teil der Ausschreibungsanforderungen. Als finanzieller Richtwert ist dort die Summe von 29 Mio. € brutto zu nennen.
- Es dient zur Kenntnis, dass die Altbauten seit Jahren sanierungsbedürftig sind und brandschutztechnisch aufgerüstet werden müssen. Der Magistrat wird beauftragt, dazu in Kürze eine Bau- und Finanzierungsvorlage einzubringen, bei der der jeweiligen architektonischen Innengestaltung der fünf historischen Bauten besondere Bedeutung beizumessen ist. Zudem ist besonderes Augenmerk auf den Rententurm und den Stauferturm zu legen.
- Es dient weiter zur Kenntnis, das die Sanierung der Altbauten vor dem Abriss des 1970er Anbaus abgeschlossen sein muss, damit sich das Museum dort während der Bauphase des Neubaus weiterhin mit Ausstellungen und Veranstaltungen präsentieren kann.
- Das Kindermuseum wird während der gesamten Bauzeit in externen Räumen untergebracht und erst nach der Beendigung des Neubaus in die geplanten Räume im Altbau zurückverlagert.
- Es dient zur Kenntnis, dass die Abteilung Caricatura in die dafür herzurichtenden Räume des Leinwandhauses ausgelagert wird. Eine entsprechende Bau- und Finanzierungsvorlage wird in Kürze eingereicht.
- Die weitere Berichtspflicht zum Vorgang NR 2236/2006 (B 525/2006) ist damit erledigt. Begründung: Das Historische Museum steht an einem der prominentesten Orte in der Frankfurter Innenstadt: am Römerberg, dem historischen Zentrum der Stadt. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex, der aus fünf historischen Bauten aus dem 12. bis
- Jahrhundert an der Mainseite und einem Anbau aus Sichtbeton von 1968/72 besteht. Die Altbauten sind in der Mitte der 1950er Jahre für das Museum hergerichtet worden. Sie sind eines der wichtigsten und schönsten historischen Bauensembles der Innenstadt. Der Komplex beinhaltet immerhin das älteste aufrecht stehende Gebäude der Stadt, die staufische Pfalzanlage mit der Saalhofkapelle aus dem
- Jahrhundert. Die Sammlungen des Museum umfassen ca. 1 Million Objekte. Dabei handelt es sich um Gemälde des 14. bis
- Jahrhunderts, Grafiken, fotografische Medien, geldgeschichtliche Objekte, Textilien des 4. bis
- Jahrhunderts, Möbel, reiche Keramik- und Goldschmiedearbeiten, Objekte zur Wissenschafts-, Technik und Industriegeschichte, Mediengeschichte, Geschichte der Arbeit und umfangreiche Spielzeugsammlungen. Mit diesem Fundus zählt das HMF zu den wichtigsten kultur-historischen Museen in Deutschland. Bei den Sonderbaukontrollen 2000/2001 sind gravierende Mängel im Brandschutz festgestellt worden, sowohl in den Altbauten als auch im 1970er Bauteil. Davon ausgehend wurde ein Konzept zur Sanierung des gesamten Hauses entwickelt, das die modulare Umsetzung der Brandschutzertüchtigung und damit einhergehende Veränderungen der Ausstellungen in kleinen Schritten vorsahen. Einige dieser Schritte, z.B. 2004 die neue Dauerausstellung 19. /20. Jahrhundert, wurden bereits umgesetzt. Dabei haben sich aber auch funktionale Mängel (schlechte Erschließung der Gebäude durch Foyer und Treppenhaus, zu wenig Wechselausstellungsfläche) gezeigt. Zudem hat sich gezeigt, dass die kleinteilige Sanierung des Hauses weder zeitlich noch inhaltlich die gewünschten Ergebnisse bringen wird. Unter dem Eindruck der Altstadtdiskussion hat man die Altbauten unter dem Blickwinkel, dass diese innen nicht mehr als eigenständige Gebäude zu erkennen sind, ganz neu untersucht. Das Gutachterverfahren (2004/2006) für die Erneuerung der Fassade und die Verbesserung der Eingangssituation des Betonbaus hat gezeigt, dass der Bau zwar technisch und architektonisch verbessert werden kann, allerdings nur mit erheblichem finanziellen Aufwand. Das Verfahren wurde abgebrochen, als feststand, dass die finanzielle Gegenüberstellung Umbau zu Abriss und Neubau des Gebäudes einen Abriss des bei den Bürgern unbeliebten Betonbaus nicht ausschließt. Ein weiteres Ergebnis war die Feststellung, dass eine Erschließung des Museums über einen überdachten Innenhof vom Fahrtor her viele der vorher festgestellten funktionalen Mängel beseitigen könne. Das Historische Museum soll deshalb mit umfangreichen baulichen Maßnahmen sowie einer kompletten inhaltlichen Neugestaltung eine neue Gesamtkonzeption erhalten. Die vorgesehenen baulichen Maßnahmen sind 1. die grundlegende Sanierung der fünf Altbauten an der Mainfront sowohl in technischer wie in funktionaler und denkmalpflegerischer Hinsicht 2. der Abriss des Betongebäudes am Römerberg und dessen Ersatz durch einen Neubau. Bestandteil des Neubaus soll die Errichtung eines neuen Foyers im Museumshof sein, an der Nahtstelle zwischen Altbauten und Neubau. Dadurch sollen beide Bauelemente erstmals zu einer funktionierenden Einheit verbunden werden. Die Umbauten in den Altbauten und der Neubau auf dem Gelände des derzeitigen Betonbaus eröffnen die Möglichkeit, Nutzung und Funktionalität des Museums (vor allem der Ausstellungs- und Veranstaltungsräume) entscheidend zu verbessern und eine wesentliche Erweiterung der Flächen erreichen. (Siehe Anlagen 2 und 3). In diesem Zusammenhang wird die Auslagerung einzelner Depots angestrebt, um Platz für bessere Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen zu gewinnen. Eine Verlagerung dieser Sammlungen erfolgt vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus des Depotzentrums der städtischen Museen in der Borsigallee. Dadurch werden in den Stammbauten des Historischen Museums wertvolle Flächen für öffentliche Nutzungen (Ausstellungen, Veranstaltungen, Bibliothek) gewonnen. Zur funktionalen Neuordnung des gesamten Gebäudekomplexes gehören die Verlagerungen von Nutzungen innerhalb der Gebäudeteile (Bibliothek und Graphische Sammlung) und die geplante Überdachung eines Teils des Museumshofs für ein großzügiges Foyer und Erschließungstreppenhaus. Die Verlagerung des Foyers in den Museumshof und des Vortragssaals in den Steinsaal macht es möglich, die Ausstellungsflächen im Erdgeschoss eines Neubaus von 500 qm auf über 1200 qm zu vergrößern, darunter eine ca. 800 bis 1000 qm teilbare Sonderausstellungsfläche. Sonderausstellungen sind für die Attraktivität moderner Museen ausschlaggebend. Die derzeit vorhandenen Flächen sind viel zu klein – das hat erst jüngst die Ausstellung "Die Kaisermacher“ gezeigt. Nur durch diese Maßnahmen kann in einem Neubau ein Zuwachs an Ausstellungsfläche in Höhe von ca. 1400 qm gegenüber dem Bestand erzielt werden (das hat im Gutachterverfahren von 2004/2006 die Planung Braun und Schlockermann nachgewiesen). Dieser Zuwachs ist für die angemessene Präsentation der Frankfurter Stadtgeschichte sowie für attraktive Wechselausstellungen unbedingt erforderlich. Die Maßnahmen sollen zeitlich versetzt erfolgen, so dass immer ein Gebäudeteil für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die geplante Abfolge ist:
- Sanierung der Altbauten (Rententurm, Bernusbau, Burnitzbau, Fahrtor): 2008/2009
- Neubau des Gebäudes am Römerberg sowie Sanierung des Rests der Altbauten (im Kellergeschoss Saalhof): 2009/2011 Nach dem ersten Bauabschnitt in den Altbauten sollen diese neu hergerichteten Räume während des zweiten Bauabschnitts (Neubau und Restsanierung Altbau) als Ausstellungsfläche des Museums dienen, bis der Neubau erstellt ist. Während beider Bauabschnitte soll das Kindermuseum in Interimsräume ausgelagert werden, damit es während der Bauphase seine erfolgreiche Arbeit ohne Unterbrechung fortsetzen kann. Diese Interims-Verlagerung ermöglicht es dem Historischen Museum, in den sanierten Altbauten während der Neubauphase ein attraktives Ausstellungsprogramm auf kleinen, aber bereits modernisierten Flächen anzubieten. Eine komplette Schließung des Museums während der ca. vier bis fünf Jahre dauernde Gesamtsanierung kann so vermieden werden. Der Internationale Neubauwettbewerb wird auf der Grundlage des beigefügten Raumprogramms des Museums und mit der Unterkellerung und Überdachung des Innenhofes ausgeschrieben werden. Die Architektur des Neubaus soll auf die historische Typologie des Umfeldes Bezug nehmen. Es wird um Zustimmung gebeten. Anlage 1 (ca. 75 KB) Anlage 2 (ca. 21 KB) Anlage 3a (ca. 1,4 MB) Anlage 3b (ca. 2,9 MB)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 8. Dezember 2006BB 525a) Umbau Historisches Museumb) Historisches Museum - Umbau oder Neubau?Fakten müssen endlich auf den Tisch!Magistratsbericht
- 15. Juni 2007Sie sind hierMM 111Umbau Historisches Museum hier: Grundsatzbeschluss für Sanierung, Neubau und NeukonzeptionMagistratsvortrag
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine Beschlussvorlage, die der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung vorlegt — für Angelegenheiten, die deren Zustimmung brauchen. Sie wird in Ausschüssen und im Plenum beraten, dann entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- 1Magistrat legt Vortrag vor
- 2Ausschüsse beraten
- 3Plenum entscheidet
Beratungsverlauf7 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: 3 CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP und E.L. gegen 2 CDU (= Annahme), bei einer Enthaltung CDU
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP und FAG
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE.WASG, FDP und BFF
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP und BFF; SPD und LINKE. (= Votum im Plenum) Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (= Annahme) ÖkoLinX/E.L. (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: SPD, LINKE.WASG und 1 GRÜNEN gegen CDU und 1 GRÜNEN (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: CDU, GRÜNE, FDP, BFF, REP und NPD gegen ÖkoLinX/E.L. (= Ablehnung) SPD, LINKE. und FAG haben an der Abstimmung nicht teilgenommen.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.