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Frage vom 28.06.2013, F 953 Im März wurden von Professor Oswald von der Goethe-Universität die Ergebnisse des Projekts "BEWOHNT" - Zur Bedeutung des Wohnens in der Nachbarschaft für gesundes Altern - basierend auf Befragungen von 600 Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadtteile Bockenheim, Schwanheim und der Nordweststadt vorgestellt, jetzt liegt ein ausführlicher Bericht vor. Für diese Stadtteile werden darin Vorschläge zur künftigen Gestaltung und zur Verbesserung der Situation älterer Menschen gemacht.
Ich frage den Magistrat: Werden in der Nordweststadt im Rahmen des Programms "Aktive Nachbarschaft" und insbesondere bei der neuen Nutzung des Gemeindezentrums Gerhart-Hauptmann-Ring die Vorschläge der Studie zur Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen aufgegriffen?
Antwort des Magistrats: Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Schubring! In der Tat ist die Studie von Professor Dr. Oswald eine wichtige Grundlage für unsere weiteren Planungen zur Steigerung der Lebensqualität von älteren Menschen in Frankfurt. Das Frankfurter Programm "Aktive Nachbarschaft" war von Beginn an in die Untersuchung eingebunden und hat wichtige Informationen aus den Stadtteilen und insbesondere aus der Nordweststadt an das Forschungsprojekt weitergegeben. Die praktische Umsetzung der Ergebnisse der Studie soll dann auch konsequenterweise mit dem Frankfurter Programm "Aktive Nachbarschaft" stattfinden. Das hatten wir von Studienbeginn an so geplant. Das gilt im Übrigen insbesondere für die Nordweststadt, die bekanntlich schon seit vielen Jahren ein Standort mit sehr guten Ergebnissen ist, deren engagierte Bewohnerinnen und Bewohner vom Programm begleitet werden. Die möglichen Nutzungen in dem Sozial- und Kulturzentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring Nr. 398 werden derzeit in einer Arbeitsgruppe unter Leitung der Quartiersmanagerin durch die Bewohnerinnen und Bewohner diskutiert. Ein in Gründung befindlicher Verein aus diesem Kreis wird für das Zentrum die Koordination der Angebote mittragen und weiterentwickeln. Dabei sind die Seniorinnen und Senioren maßgeblich beteiligt. In jedem Fall kann das Sozial- und Kulturzentrum eine in den Befragungen als sehr wichtig formulierte Wunschvorstellung der Senioren umsetzen. Es wird ein Raum für informelle Begegnungen zwischen Jung und Alt entstehen, wie es von vielen der Befragten gewünscht wurde. Alle weiteren Ergebnisse der Studie wird die Arbeitsgruppe mit Sicherheit in die Diskussion aufnehmen. Ich kann Ihnen aber auch sagen, dass unabhängig davon das HILDA-Mobil, das Ihnen allen vom Bürgerinstitut bekannt ist, ab Juli jeweils am letzten Mittwoch des Monats im Nordwestzentrum Station machen und hier die Bewohner insbesondere zum Thema Demenz beraten wird. Ob und welche weiteren Ergebnisse in der Nordweststadt umzusetzen sind, werden die Gespräche mit den entsprechenden Partnern in den nächsten Monaten zeigen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass der Magistrat die Chancen, die sich beim entstehenden Sozial- und Kulturzentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring Nr. 398 gerade für die Seniorinnen und Senioren durch die Umsetzung der Ergebnisse der Studie von Professor Dr. Oswald ergeben, sicherlich nicht ungenutzt lassen wird.
(Beifall) Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Es gibt eine Zusatzfrage von Frau Schubring. Bitte! Stadtverordnete Christiane Schubring, CDU: (Zusatzfrage) Was kann der Magistrat darüber hinaus noch tun, um den sozialen Austausch und auch die Teilhabe am Leben im Stadtteil zu fördern, die als wichtige Faktoren gegen die Vereinsamung älterer Menschen gelten? Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld: (fortfahrend) Ihnen ist bekannt, dass Frankfurt langsamer altert, aber dennoch auch altert. Mittlerweile leben 39 Prozent der über 65-Jährigen in Einpersonenhaushalten. Das haben wir vor einigen Jahren bereits erkannt und deshalb gesagt, dass wir der Vereinsamung im Alter schrittweise und vor allen Dingen präventiv begegnen müssen. Sie können sich alle noch an die partizipative Altersplanung erinnern. Dort haben wir die ersten Hinweise dafür bekommen, wie wir mit Kooperationen und Trägern der offenen Altenhilfe in der Tat Initiativen entwickeln, weiterentwickeln und auch umsetzen können. So hat auch hier wieder einmal das Quartiersmanagement im Rahmen des Frankfurter Programms Nachbarschaftstreffs eingerichtet. Aber auch die klassischen Vereine haben mitgeholfen. Es sind stadtteilorientierte Netzwerke entstanden, die den Zusammenhalt stärken. Das Thema Vereinsamung im Alter war auch bei den Aktionswochen "Älter werden in Frankfurt" von 2009 bis 2011 mit neuen, in den Sozialrathausbezirken eingerichteten Foren ein großes Thema. Das Schöne ist, dass diese Foren dazu geführt haben, dass in der Folge in neun Bezirken sechs Stadtteilgruppen entstanden sind, die nach wie vor stabil und aktiv sind und ihren Horizont oder ihre Aktivitäten immer weiter ausdehnen. Das unterstützen wir auch. Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass der Frankfurter Verband mittlerweile so ein kleines dreirädriges Fahrzeug hat, das er auch an seine Kooperationspartner verleiht. Die Netzwerke der neuen Nachbarschaften nutzen dieses Fahrzeug auch, um auf Wochenmärkten, auf denen insbesondere viele Seniorinnen und Senioren zusammentreffen, zu informieren und auch Kontakte aufzubauen, damit im Stadtteil der Vereinsamung im Alter tatsächlich vorgebeugt werden kann.
(Beifall) Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Vielen Dank! Die zweite Zusatzfrage kommt von Frau Sautner von der SPD-Fraktion. Bitte! Stadtverordnete Elke Sautner, SPD: (Zusatzfrage) Frau Stadträtin, das hört sich alles sehr gut an. Ich würde mich freuen, wenn alles so umgesetzt wird. Ich habe aber eine andere Frage: Vor ein paar Jahren gab es schon einmal eine Untersuchung zur Situation der Seniorinnen und Senioren in der Nordweststadt, insbesondere das Thema Wohnen stand im Mittelpunkt. Die Schader-Stiftung hatte eine Untersuchung durchgeführt. Eines der Ergebnisse war, dass es dort einen Bedarf an zusätzlichem seniorengerechten Wohnraum gibt. Ist seitdem überhaupt etwas passiert? Gibt es zusätzlichen Wohnraum für Senioren in der Nordweststadt? Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld: (fortfahrend) Frau Sautner, Sie haben sicherlich in den letzten Wochen aus den Zeitungen entnehmen können, dass Wohnraum in Frankfurt insgesamt fehlt - natürlich auch für Senioren. Gerade heute gab es wieder eine aktuelle Zeitungsmeldung, wie viel Wohnraum denn tatsächlich fehlt. Eines unserer Hauptprobleme ist, dass wir Wohnungen haben, die früher einmal als seniorengerecht, barrierefrei oder barrierearm galten und für Senioren anmietbar sind. Sie werden von den Senioren aber nicht angenommen, weil man zum Beispiel früher davon ausgegangen ist, dass die Senioren gerne im Erdgeschoss wohnen möchten, weil sie dann nur wenige Stufen zu bewältigen haben. Genau das wollen die Senioren aus Sicherheitsgründen aber nicht, sodass mittlerweile in den ursprünglichen Seniorenwohnungen in Frankfurt andere Altersgruppen wohnen. Wir müssen jetzt in der Tat nach und nach versuchen, durch unsere Wohnungsbaugesellschaften unsere ganzen Wohnungen umbauen zu lassen. Deswegen gibt es auch ein Programm für barrierefreien Wohnraum, das von Herrn Cunitz verwaltet wird. Die ABG Frankfurt Holding ist dabei, die Wohnheim ist dabei, die Nassauische ist dabei. Aber ich gebe Ihnen recht: In der Nordweststadt wie auch in allen anderen Stadtteilen haben wir einen hohen Bedarf. Antragstellende Person(en): Stadtv. Christiane Schubring
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 28. Juni 2013 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.