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In Westhausen soll in einem ehemaligen Gemeindehaus ein Nachbarschaftszentrum entstehen. Das geht aus der Presse hervor,

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Zusammenfassung

In Westhausen wird ein Nachbarschaftszentrum in einem ehemaligen Gemeindehaus geplant, um die Bürger:innen aktiv in die Gestaltung einzubeziehen. Die Stadt Frankfurt unterstützt dieses Vorhaben durch Kooperationen und die Einbindung von Bürger:innen-Initiativen. Ziel ist es, einen integrativen Begegnungsort zu schaffen, der den Bedürfnissen der Anwohner:innen gerecht wird.

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Frage an den Magistrat

In Westhausen soll in einem ehemaligen Gemeindehaus ein Nachbarschaftszentrum entstehen. Das geht aus der Presse hervor, aber auch aus dem Jahresbericht Projekt Soziale Stadt. Die Stadt Frankfurt kooperiert bei der Realisierung des Nachbarschaftszentrums mit einer sehr engagierten Bürger:innen-Initiative aus dem Stadtteil.

Ich frage daher den Magistrat:

Inwieweit können sich Bürger: innen für dieses Projekt in der Kollwitzstraße mit ihren Ideen und Bedarfen im Rahmen nachbarschaftlichen Engagements bei der Stadt Frankfurt einbringen und wie werden sie dabei unterstützt?

Antwort des Magistrats

Stadträtin Elke Voitl:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

sehr geehrte Anwesende,

sehr geehrter Herr Stadtverordneter Lauterwald!

Bei einer Veranstaltung des Quartiersmanagements Praunheim im vergangenen Mai im letzten Jahr wurden erste konzeptionelle Ideen zur Nutzung dieser beiden ehemaligen Kirchengebäude in der Kollwitzstraße vorgestellt. Bei dieser Veranstaltung beteiligten sich rund 170 Bürger:innen, die dort in Workshops ihre Wünsche und auch Anregungen eingebracht haben.

Am Ende der Veranstaltung wurde vereinbart, dass das Sozialrathaus Bockenheim, SRH, ein Nutzungskonzept ausarbeiten wird. Das kann im Rahmen des Bundesprogramms "Zukunftswerkstatt Kommunen - attraktiv im Wandel" gefördert werden. Damit ist neben dem Quartiersmanagement eben auch das Sozialrathaus Bockenheim eine Anlaufstelle für alle Interessierten und für alle, die Auskünfte brauchen und nicht nur Anlaufstellen, sondern auch eine Unterstützungseinheit.

Die bürgerschaftliche Initiativgruppe, die es dort im Stadtteil gibt, wurde in den Folgemonaten durch das Institut Lebenswerke aus Stuttgart wissenschaftlich begleitet. Zusammen mit Mitarbeiter:innen der Fachstelle Aktive Nachbarschaft im Jugend- und Sozialamt und dem Quartiersmanagement wurde eine Konzeptskizze erarbeitet, in die genau diese Nutzungswünsche aus der Veranstaltung mit eingeflossen sind.

Parallel dazu gab es eine Befragung der Bewohner:innen dort im Stadtteil, die noch einmal viele bestätigte und auch neue Wünsche erbracht hat. An dieser Befragung haben sich knapp 300 Personen beteiligt.

Bei der Liegenschaft in der Kollwitzstraße handelt es sich um zwei Gebäude, die unterschiedlich, aber dennoch ergänzend genutzt werden können. Und zwar wird das ehemalige Pfarrhaus dazu genutzt oder umgebaut, um dort vier Wohnungen für geflüchtete Familien einzurichten. Der sogenannte Pavillon, der direkt daneben ist, soll für eine gemeinschaftliche Nutzung, im Sinne eines Nachbarschaftszentrums, ausgebaut werden. Diese Konstellation eignet sich gut, um in der Kollwitzstraße einen integrativen Begegnungsort zu schaffen.

Um das Projekt "Nachbarschaftszentrum" zu koordinieren, wurde auf Dezernatsebene eine Arbeitsgruppe installiert, die aus dem Sozialrathaus Bockenheim, der Fachstelle Aktive Nachbarschaft, der Stabstelle Unterbringungsmanagement und Geflüchtete und der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, BSMF, die mit der baulichen Planung beauftragt ist, besteht. Ganz selbstverständlich bindet diese Arbeitsgruppe die Initiative und damit das bürgerschaftliche Engagement mit ein.

Aktuell klären wir Fragen rund um die Drittmittelfinanzierung und des Sponsorings. Bei den baulichen Detailfragen wird zum Beispiel auch geprüft, inwiefern angebotene Eigenleistungen der Bürger:inneninitiative auch dafür in Anspruch genommen werden können. Bei einer gemeinsamen Begehung, wieder mit der Initiative, sollen auch diese Ergebnisse der Bemühungen zusammengetragen werden. Wir denken, dass über die Sommermonate schon eine Nutzung des wirklich großen Freigeländes möglich sein wird, auch für die Initiative. Auch da sollen wieder Möglichkeiten zur Beteiligung bürgerschaftlichen Engagements geschaffen werden.

Alle Interessierten können sich jederzeit gerne beim Quartiersmanagement Praunheim oder dem Sozialrathaus Bockenheim melden.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Danke schön! Es gibt eine Zusatzfrage vom Fragesteller Herrn Lauterwald. Bitte!

Stadtverordneter Johannes Lauterwald, GRÜNE:

(Zusatzfrage)

Vielen Dank, Frau Dezernentin, für diese Antwort! Ich denke, das ist ein richtiges Positivbeispiel dafür, wie wir nachbarschaftliches Engagement stärken können. Ich hätte jetzt folgende Nachfrage: Welche Angebote sollen den Bürger:innen im geplanten Nachbarschaftszentrum zur Verfügung stehen, beziehungsweise welche Angebote haben die größten Aussichten darauf, auch gefördert zu werden?

Stadträtin Elke Voitl:

(fortfahrend)

Wir haben sehr unterschiedliche Wünsche, da wir nicht festlegen, was es für Angebote gibt, sondern weil genau das im Rahmen der Beteiligung auch entwickelt werden soll. Das ist auch ganz wichtig. Deshalb sage ich, es können Angebote in Form einer Sozialberatung sein, die es im Moment in einem kleinen Raum auch schon in Westhausen gibt. Das ist zum Beispiel die Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen oder auch eine Elternberatung. Das ist ganz unterschiedlich. Es wurden auch Wünsche geäußert von den Senior:innen nach IT-Beratung und -Angeboten. Es wird mit Sicherheit Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie Kulturveranstaltungen geben, ganz in dem Sinne: Die Angebote müssen zu den Menschen in den Stadtteil kommen, damit sie auch wirklich niedrigschwellig erreicht werden.

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 1495

Stadtverordneter Johannes Lauterwald, GRÜNE:

Sehr geehrte Frau Vorsteherin,

liebe Kolleg:innen!

Wenn über die Kollwitzstraße in Westhausen gesprochen wird, ist auch die verkehrliche Situation aufgrund der zahlreichen Bildungseinrichtungen Thema. Das Nachbarschaftszentrum, über das wir heute diskutieren, ist das langersehnte Positivbeispiel und steht exemplarisch dafür, wie wir Sozialarbeit im Quartier definieren. Der Wunsch der Bürger:innen nach einem solchen Anlaufpunkt im Viertel besteht schon seit der Schließung des Bürger:innentreffs 2008 und erst recht seit dem Wegzug des Gemeindezentrums im Jahr 2019. Mittlerweile ist nebenan im Westring eine zusätzliche Einrichtung des Quartiersmanagements entstanden. Doch die von der Dezernentin erwähnte Bürger:innen-veranstaltung im Mai letzten Jahres sowie das Adventsfest im Dezember zeigen den weiterhin hohen Bedarf und das große Interesse.

Mit dem Verkauf des Grundstücks an die Stadt hat die Sache Fahrt aufgenommen. Der Weg von der ursprünglichen Idee eines sozialen, medizinischen Nachbarschaftszentrums, die von Beginn an die Unterstützung des Ortsbeirats hatte, hin zu dem jetzt geplanten Nutzungskonzept war keine Selbstverständlichkeit. Erst einmal musste sich gegen andere Überlegungen durchgesetzt werden, die in der Siedlung aber nicht mehrheitsfähig gewesen wären. Im gesamten Projektverlauf spielte das bürgerschaftliche Engagement vor Ort eine wesentliche Rolle, um die herum die benötigten Strukturen aufgebaut wurden. Mit der KEG wurde eine Partnerin gewonnen, die für zuverlässige und soziale Kooperation in der Stadt steht; insbesondere auch hinsichtlich der Unterbringung von Geflüchteten.

Dass fast zeitgleich der Sozialrathausbezirk Bockenheim den Zuschlag für das Modellprojekt "Zukunftswerkstatt Kommune" bekommen hat, ist ein echter Glücksfall. Ressourcen konnten gebündelt und finanzielle Mittel abgerufen werden. Und noch viel wichtiger, es konnte genau das erfolgreich umgesetzt werden, was durch dieses Bundesförderprogramm bezweckt werden soll: den Sozialraum durch Vernetzung der unterschiedlichen lokalen Akteur:innen miteinander so zu gestalten, dass bestehende Lücken geschlossen und für Menschen jeglichen Alters ansprechende Angebote geschaffen werden können und der integrative Aspekt gestärkt wird.

Ich freue mich darauf, das Projekt weiterhin zu begleiten. Die bisher geäußerten Ideen wie Sozialberatung, IT-Unterstützung und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sowie kulturelle Angebote lassen berechtigterweise erwarten, dass dieser neue Ort von der umliegenden Nachbarschaft umfangreich bespielt werden wird.

Ich kann nur alle ermutigen, sich hier weiter einzubringen. Auf Nachahmungen in den anderen Stadtteilen ist zu hoffen.

Vielen Dank!

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 23. März 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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