Im Zuge der Sicherung des Club Voltaire wurde das Gebäude durch medico international erworben, wobei die Stadt Frankfurt
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Zusammenfassung
Die Frage betrifft die Prüfungen des Magistrats im Vorfeld des Erwerbs des Club Voltaire durch medico international und die Kooperation städtischer Einrichtungen mit medico. Der Magistrat erklärt, dass er nicht an den Verhandlungen beteiligt war und keinen Anlass sieht, sich zu den Vermutungen der Fragestellung zu äußern.
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Neues zu Hochstraße per E-MailFrage an den Magistrat
Im Zuge der Sicherung des Club Voltaire wurde das Gebäude durch medico international erworben, wobei die Stadt Frankfurt eine vermittelnde Rolle übernommen hat. Angesichts öffentlicher Debatten über internationale Partnerstrukturen von medico sowie der besonderen Sensibilität im Kontext von Antisemitismus und Nahostkonflikt besteht ein gesteigertes Interesse an einer nachvollziehbaren Bewertung durch die Stadt. Ich frage den Magistrat: Welche Prüfungen hat der Magistrat im Vorfeld vorgenommen und welche städtischen Einrichtungen beziehungsweise Beteiligungen der Stadt Frankfurt kooperieren derzeit mit medico?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Shefatja, bis vor kurzem stand der traditionsreiche Club Voltaire vor dem Aus: der Mietvertrag des Hauses in der Kleinen Hochstraße lief Ende diesen Jahres aus, der Vermieter hatte angekündigt, das Haus verkaufen zu wollen. Der Club Voltaire ist ein Urgestein unter den Clubs unserer Stadt, ein Biotop, dessen Wert man nicht mit Geld beziffern kann. In diesem kleinen Club im Schatten der Bankentürme von Frankfurt wurde politische Debattenkultur geschrieben. Seit 1962 gibt es ihn und er ist seitdem ein Ort, an dem Demokratie gelebt wird, an dem politisch heiß diskutiert wurde, an dem musiziert, gefeiert und geredet wird. Der Club Voltaire ist ein Ort, der untrennbar mit unserer Stadt und ihrer Geschichte verknüpft ist; hier wurde und wird Diskursgeschichte geschrieben: Künstler:innen und Schriftsteller:innen aus der DDR waren da: Christa Wolff, Anna Seghers, Erwin Geschonnek, die Brüder Emil und Albert Mangelsdorff haben hier Jazz gespielt, Franz Degenhardt oder Hannes Wader haben ihre kämpferischen Lieder gesungen. Weil dieser einmalige Kulturort zu dem vielfältigen und kulturell so reichen Leben unserer Stadt fest dazu gehört, hat sich breite Unterstützung gefunden: Den bundesweiten Appell zum Erhalt des Clubs haben viele prominente Personen aus Kultur, Wissenschaft und Politik unterzeichnet. Darunter z.B. die Intendanten von Oper und Schauspiel in Frankfurt - Bernd Loebe und Anselm Weber oder der Theatermacher Willy Praml. Auch der Publizist und Politiker Daniel Cohn-Bendit hat unterzeichnet genauso wie der Künstler Thomas Bayrle, dessen Werk aktuell in der Schirn Kunsthalle ausgestellt wird. Oder auch Karikaturist Pit Knorr, die Fotografin Barbara Klemm, der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar oder der Historiker Peter Brandt. Und auch uns als Stadt war und ist es ein Anliegen, solche Orte mit hoher kulturhistorischer Bedeutung wie den Club Voltaire zu erhalten. Nachdem der Eigentümer sich persönlich an die Stadt gewandt hatte, habe ich mit diesem, einer alteingesessenen Frankfurter Familie, Kontakt aufgenommen. Der Eigentümer war sich der Bedeutung dieses Ortes bewusst und ich habe dessen Interesse wahrgenommen, an einer für alle Seiten akzeptablen Lösung mitwirken zu wollen und Vermittlungsbemühungen aufgeschlossen zu sein. In diesem Rahmen konnte dann eine Vereinbarung zwischen dem Eigentümer und der Stiftung Medico International geschlossen werden, die einen Verkauf des Gebäudes an die Stiftung vorsieht. Medico hat erklärt, die Räumlichkeiten weiterhin an den Club vermieten zu wollen. Der Magistrat war an den Verhandlungen zwischen den beiden Parteien nicht beteiligt. Er sieht deswegen keinen Anlass, sich zu den in der Frage enthaltenen Vermutungen zu äußern.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Mai 2026 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.