Kindergesundheit in Frankfurt - Lippenbekenntnis oder wann werden ausreichende Hilfen angeboten?
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Thema Schulen und Bildung verfolgenInhalt
Bericht des Magistrats vom 28.11.2008, B 802
Betreff: Kindergesundheit in Frankfurt - Lippenbekenntnis oder wann werden ausreichende Hilfen angeboten? Vorgang: A 648 SPD Der Kindergesundheitsbericht 2002-2006 informiert neben den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchungen der Frankfurter Kinder auch über Maßnahmen, die bereits durchgeführt werden. Vorab bleibt anzumerken, dass die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch sehr viele Faktoren beeinflusst wird (siehe KiGGS). Dieses äußerst komplexe Problem wird seitens des Magistrats ernst genommen und erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Der Magistrat setzt dies um, bspw. durch das Projekt "Frühe Hilfen", Schaffung weiterer Spiel-, Grün- und Freiflächen, der AG Kinderarmut, Ausbau der Kinderbetreuung, Mittagessenversorgung der Kinder, Erhöhung des Betreuungsschlüssels in Kindertageseinrichtungen und Netzwerkarbeit zur effektiven Nutzung des vorhandenen Angebotes. Diese genannten Beispiele stehen für eine Vielzahl weiterer Aktivitäten des Magistrats, die alle direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder haben. Auf Grundlage des Kindergesundheitsberichtes 2002-2006 sollen in der Haushaltsplanung 2009 besonders Projekte berücksichtigt werden, die Aktivitäten im Bereich der Kindergesundheit beinhalten. Geplant ist die Aufstockung des Zuwendungsbetrages für die Stadtteilprojekte von Balance e.V. und Zentrum für Essstörungen, die Informationen zur gesunden Ernährung von Kindern und Jugendlichen vermitteln. Des Weiteren wird angestrebt, das Kinder- und Familienzentrum Fechenheim, als vorbildliches Programm zur Frühförderung von Kindern in die Förderung aufzunehmen. Ebenso soll das Präventionsprogramm "Klasse 2000", das zuvor aus Landesmitteln gefördert wurde, verstetigt und das Projekt HALT zur Betreuung von alkoholauffälligen Jugendlichen dauerhaft gefördert werden. Zu 1 Die im Kindergesundheitsbericht implizierte Problematik besteht im Wesentlichen im Bereich der Gewichtsentwicklung, der Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen sowie der Sprachentwicklung. Bereits im Jahre 2003 hat das Stadtgesundheitsamt eine dort angesiedelte AG "Ernährungsgesundheit" gegründet, in welcher zahlreiche Akteure - auch freie Träger - zusammenarbeiten. Unter anderem werden Koch- und Bewegungskurse in Kindergemeinschaftseinrichtungen durchgeführt und betreut, nicht nur für die Kinder, sondern auch für deren Eltern. Auch für die dort tätigen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden gesonderte Schulungen und Kurse mit den Schwerpunkten gesunde Lebensmittel, Essenszubereitung und Bewegung angeboten. Im Rahmen der Einschulungsuntersuchung führt das Stadtgesundheitsamt bereits Ernährungsberatungen durch. Bei darüber hinausgehender Behandlungsbedürftigkeit wird eine Vorstellung zur Beratung und ggf. Therapieeinleitung bei den mit dem Jugendärztlichen Dienst kooperierenden Institutionen "Zentrum für Essstörungen" und "Balance" vermittelt. Neben der Einzelfallbetreuung werden Gruppenangebote, Stadtteilprojekte mit netzwerkartiger Einbeziehung der regionalen sozialen Infrastrukturen sowie Multiplikatorenschulungen in Schulen und Kindergärten durchgeführt. Das Projekt "Frühe Hilfen" bietet seit Oktober 2008 die früheste Möglichkeit - im Idealfall bereits vor der Geburt des Kindes - Einfluss auf die positive Entwicklung von Kindergesundheit zu nehmen. Bei präventiven Hausbesuchen durch Mitarbeiterinnen des Stadtgesundheitsamtes erfolgt eine Beratung und Unterstützung zu gesundheitlichen Themen, Information über Hilfeangebote und ein Heranführen an die in Frankfurt zahlreich vorhandenen Unterstützungsangebote. Eine weitere Verbesserung lässt das neue Hessische Kindergesundheitsschutzgesetz erwarten. Hier ist die verpflichtende Teilnahme an Kindervorsorgeuntersuchungen festgeschrieben. Dadurch können bestehende Gesundheitsprobleme bei allen Kindern frühzeitig erkannt und bei Bedarf behandelt werden. Hinsichtlich der Sprachentwicklung wurde vom Hessischen Sozialministerium das Programm "KiSS - Kindersprachscreening in Hessen" für alle 4 bis 4 1/2 jährigen Kinder eingeführt. Hier werden Sprachexpertinnen und -experten ausgebildet sowie zertifiziert und bilden ihrerseits Erzieherinnen und Erzieher für die Durchführung von Sprachtests aus. Die Ausbildung sowohl der Sprachexpertinnen und -experten als auch der Erzieherinnen und Erzieher wird ebenso wie deren Zertifizierung vom Stadtgesundheitsamt organisiert. Das Stadtgesundheitsamt nimmt auch die Prüfbogen entgegen und leitet sie nach Plausibilitätsprüfung an das Hessische Kindervorsorgezentrum weiter. Kinder mit medizinisch begründeten Sprachauffälligkeiten werden nach einer erneuten Untersuchung durch die Sprachexperten zur weiteren Abklärung an die betreuenden niedergelassenen Kinderärztinnen/-ärzte verwiesen. Bei nichtmedizinischen Sprachentwicklungsauffälligkeiten sollen die Kinder besonders gefördert werden. Ziel ist es, die Defizite spätestens zum Zeitpunkt der Einschulung zu beheben. Zu 2 Die in der AG "Ernährungsgesundheit" zusammen arbeitenden Träger bieten ihre Maßnahmen in Absprache mit dem Stadtgesundheitsamt in Stadtteilen an, die einen besonderen Bedarf haben. Hierzu gehört das Projekt "Ernährungsgesundheit im Stadtteil für Kinder" im Gallus sowie in Nied, das von Balance e.V. bzw. Zentrum für Essstörungen durchgeführt wird. Zielsetzung des Projektes ist die Förderung der Ernährungsgesundheit und damit verbunden die Entwicklung eines gesunden Lebensstils sowie die Verbesserung der Lebensqualität von Kindern im Stadtteil unter Berücksichtigung von kulturellen Besonderheiten. Hierzu wird eine Vernetzung aller im Stadtteil relevanten Akteure angestrebt. Der weitere Arbeitsschwerpunkt ist die Elternarbeit zur Stärkung der Kompetenzen im Bereich der Ernährung. Dieses Angebot von Balance e.V. und Zentrum für Essstörungen soll nachhaltig angeboten werden und darüber hinaus auch auf andere Stadtteile ausgeweitet werden. Das Kinder- und Familienzentrum Fechenheim, als Programm zur Frühförderung von Kindern im Stadtteil, stellt einen Baustein zur Entwicklung von breit gefächerten Unterstützungsangeboten für Familien und deren Kindern dar. Das offene Angebot steht der ganzen Familie zur Verfügung und bietet Familienbildungsangebote bereits ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft an. Die in Fechenheim gewonnenen Erkenntnisse, als wertvolle Informationen zum Thema Früh- und Gesundheitsförderung unter stadtteilspezifischen Gesichtspunkten, sollen in die weitere Arbeit des Magistrats einfließen. Zu 3 Die geschilderten langfristigen Maßnahmen unter Einbindung der Eltern und der in Kindertageseinrichtungen tätigen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden nach Auffassung des Magistrats langfristig dazu führen, das Verhalten der Familien zu ändern und somit auch eine Verbesserung der Gesundheit der Kinder herbeizuführen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 28. August 2008AA 648Kindergesundheit in Frankfurt - Lippenbekenntnis oder wann werden ausreichende Hilfen angeboten?STVV-Anfrage · SPD
- 28. November 2008Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 802Kindergesundheit in Frankfurt - Lippenbekenntnis oder wann werden ausreichende Hilfen angeboten?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FAG und REP (= Kenntnis)