Projekt "Soziale Stadt Frankfurt am Main" Programm Frankfurt - Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften Jahresbericht 2007
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Bericht des Magistrats vom 24.11.2008, B 757
Betreff:
Projekt "Soziale Stadt Frankfurt am Main"
Programm Frankfurt - Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften
Jahresbericht 2007
Vorgang:
Beschl. d. Stv.-V. vom 29.08.2008, § 3544
- OA 870 OBR 3, B 544/07 -
Vorbemerkung:
Das kommunale Programm "Frankfurt - Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“ wurde mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 06.09.2007, § 2509, zum Vortrag des Magistrats M 134 vom 16.07.2007 in "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft“ umbenannt.
Diese Umbenennung hat sich in der Wahrnehmung der Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere in der Zwischenzeit etabliert. Die neue Bezeichnung verdeutlicht die programmatische und inhaltliche Ausrichtung des Programms und stellt eine Verbesserung der Identifikationsmöglichkeit der angesprochenen Bewohner mit ihrem Quartier dar.
Mit diesem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sind weitere vier Quartiere in das "Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ aufgenommen worden. Es handelt sich um
- Zeilsheim – Siedlung Taunusblick
Träger des Quartiersmanagements ist der Internationale Bund Frankfurt am Main
- Sindlingen – Hermann-Brill-Siedlung
Träger des Quartiersmanagements ist der Caritasverband Frankfurt am Main e.V.
- Seckbach – Atzelberg Siedlung
Träger des Quartiersmanagements ist die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Frankfurt am Main e.V.
- Rödelheim – West
Träger des Quartiersmanagements ist das Diakonische Werk Frankfurt am Main
Aufgrund der Erfahrungen aus den ersten vier Quartiersgebieten (s. B 544 vom 06.08.2007) wurde ebenfalls ein modulares Unterstützungsmanagement für ausgewählte ehemalige Quartiere in Fechenheim, in der Platensiedlung und in der Siedlung Am Bügel, beschlossen.
Erfahrungen aus der Arbeit in diesem Zusammenhang liegen mit Ausnahme des Unterstützungsmanagements in der Platensiedlung für den Zeitraum 2007 noch nicht vor.
Dies gilt ebenso für die Ergebnisse in den genannten vier neuen Quartiersgebieten mit Ausnahme der Atzelberg Siedlung in Seckbach.
Der Magistrat wird entsprechend für das Jahr 2008 berichten.
Programmatisches
Das "Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ beansprucht realistischerweise nicht, die je nach Quartier spezifischen sozialen, ökonomischen und kulturellen Defizite – insbesondere die unterschiedlichen Problemlagen, die mit Unterstützung anderer staatlicher Hilfestrukturen zu bewältigen sind - mit den Möglichkeiten des Programms alleine zu lösen.
Eine Aufgabe und auch wichtiges Erfolgskriterium der sozialräumlichen Arbeit in den Quartieren besteht darin, die Selbsthilfemöglichkeiten gezielt zu fördern und die vielfältigen Fähigkeiten, das Engagement und den Mitbestimmungswillen der Bewohnerinnen und Bewohner für ihren Stadtteil zu wecken und zu stärken. Hierfür hat das Programm auch im Berichtsjahr einen bedeutenden Beitrag geleistet.
Der Kern der Arbeit des Frankfurter Programms, die Interessen und den Willen der Bewohnerinnen und Bewohner ernst zu nehmen, die Menschen vor Ort zu aktivieren, die im Quartier vorhandenen persönlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ressourcen zu entdecken und einzubinden, auf die unterschiedlichen Zielgruppen bedarfsgerecht einzugehen und die vor Ort und im sozialen Raum vorhandenen Akteure zu vernetzen und dies nachhaltig sicherzustellen, hat sich als Erfolgsgarant für das Programm dargestellt.
Umsetzung
Die, unter den oben genannten Prämissen von den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Aktiven im Quartier und in dem umliegenden Stadtteil angestoßenen und mitgetragenen Projekte über die in den bisherigen Berichten des Magistrats zu den einzelnen Quartieren (s. a. B 295 vom 02.06.2006 und B 544 vom 06.08.2007) berichtet wurde, konnten auch im Jahr 2007 in den Quartieren erfolgreich weitergeführt werden.
In den vier aktiven Quartieren wurden im Berichtsjahr insgesamt 47 Projekte im Rahmen des zur Verfügung stehenden Projektbudgets durch das Quartiersmanagement finanziert.
Darüber hinaus wurden durch das jeweilige Quartiersmanagement weitere 30 Projekte in den Quartieren in Angriff genommen, die keinerlei finanziellen Auswirkungen auf das Projektbudget hatten.
Seitens der Stabsstelle Aktive Nachbarschaft wurde zusätzlich quartiersübergreifend das Qualifizierungsprojekt "Ausbildung zum Jugend- und Übungsleiter Sport“ in Zusammenarbeit mit der Werkstatt Frankfurt und dem Sportkreis Frankfurt weiterhin durchgeführt.
Für den Bereich der Beschäftigungsförderung und zur Weiterführung des Ausbildungsprojektes in den Quartieren wurde mit der IHK Frankfurt, dem RMJ und dem Sportkreis Frankfurt eine Kooperation zur weiteren beruflichen Qualifikation der Teilnehmer eingegangen. Den Teilnehmern soll hierdurch die Möglichkeit den Ausbildungsberuf Sportfachfrau/mann zu ergreifen, offen stehen.
Weiterhin war die Stabsstelle Aktive Nachbarschaft im Rahmen der Quartiere des kommunalen "Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ bei dem Projekt "Stadtteilbotschafter“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft beteiligt.
Im Rahmen des mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 06.09.2007 beschlossenen modularen Unterstützungsmanagements für die ehemaligen Quartiere des kommunalen Programms wurde im Bereich der Platensiedlung das dort vorhandene ehemalige Quartiersbüro in Kooperation mit dem Nachbarschaftsbüro und mit Unterstützung der ABG Frankfurt Holding weiter betrieben. Es dient als Treffpunkt für die Akteure vor Ort und wird als Beratungsstelle des örtlich zuständigen Sozialrathaus Nordweststadt genutzt. Sowohl die ABG Frankfurt Holding, als auch die FAAG stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort ebenso mit festen Beratungszeiten zur Verfügung. Die während des Quartiersmanagements entstandene Siedlungszeitung Ho…Pla…Post wurde erfolgreich weitergeführt.
Weiterhin wurde in der Platensiedlung die Initiative des Fördervereins der Astrid-Lindgren-Schule mit dem Ziel "Kinder weg von der Straße“ gefördert, da es geeignet war, die Ziele des Programms "Aktive Nachbarschaft“ zu unterstützen. Für die Platensiedlung hatte dies eine besondere Bedeutung, da es sich um einen sehr kinderreichen Stadtteil handelt, und Aktivitäten außerhalb von schulischen Betreuungszeiten einen großen Stellenwert einnehmen.
In diese außerschulischen Betreuungszeiten war auch das BMX-Gelände des Vereins Stahlfräse e.V. eingebunden, der Betreuungsangebote für die Kinder und Jugendlichen vor Ort zur Verfügung gestellt hatte. Im Rahmen des noch zu beschreibenden Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojektes Sport konnten zwei aktive Mitglieder dieses Vereins erfolgreich in die Schulung als Jugend- und Übungsleiter eingebunden werden.
Im neuen Quartier Atzelberg wurden durch die Stabsstelle der Stadtteilarbeitskreis und Initiativen, die sich bereits in Erwartung des Quartiersmanagements gebildet hatten, unterstützt. So hatte sich dort auch bereits eine Siedlungszeitung gegründet, welche auch genutzt wurde, um die Bewohner für die unter Federführung des Stadtplanungsamtes seinerzeit vorgesehene und mittlerweile durchgeführte Planungswerkstatt für die Umgestaltung des Atzelbergplatzes zu aktivieren.
Der Magistrat möchte nun an dieser Stelle auf einige übergreifende, jedoch wesentliche Projekte aus dem kommunalen Programm detailliert eingehen.
Sozialpartnerschaft mit der Stadt Krakau
Die Städte Frankfurt am Main und Krakau verbindet seit 1991 eine aktive Städtepartnerschaft.
Die in diesem Zusammenhang entwickelte Sozialpartnerschaft mit der Stadt Krakau hat sich im Laufe der Jahre äußerst positiv entwickelt. Das Interesse an gemeinsamer Arbeit für die Entwicklung neuer Konzepte und Formen der Zusammenarbeit ist bei den Mitarbeiter/innen beider Kommunen und bei den daran beteiligten sozialen Organisationen kontinuierlich gestiegen. Erfreulich ist auch, dass sowohl die Frankfurter als auch die Krakauer Jugend- und Sozialverwaltung die erforderliche Fachlichkeit und organisatorische Hilfe weiterhin mit viel Engagement zur Verfügung stellen, um die regionale Kooperation mit neuen Ideen und konkreten Projekten voranzutreiben.
Vom 17. bis 21. September 2007 hat die Stadt Krakau eine Fachkonferenz zu Methoden der Sozialarbeit organisiert. An dieser Konferenz nahmen sieben Experten des Jugend- und Sozialamtes, drei Fachleute von sozialen Organisationen und drei Wissenschaftler/innen von der Fachhochschule bzw. der Universität Frankfurt teil.
Ein Aspekt der fachlichen Diskussion beider Regionalverwaltungen war in diesem Zusammenhang ein innovatives binationales Modellprojekt zum Thema Aktivierung von nachbarschaftlichen Potentialen. Aufgrund der Erfahrungen und positiven Ergebnisse der Stadt Frankfurt am Main mit dem "Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft" hat die Stadt Krakau starkes Interesse an einem Erfahrungsaustausch und den Wunsch, die in Frankfurt erprobten und bewährten Methoden des Quartiersmanagements auch in Krakau einzuführen. In der polnischen Kommune existieren ähnlich wie in Frankfurt einige Stadtteile, in denen durch neue Angebote und Bewohnerbeteiligung Konflikte vermieden und die Lebensqualität verbessert werden sollen.
Es ist im Rahmen des kommunalen "Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft“ vorgesehen, eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Städten Krakau und Frankfurt zu entwickeln.
Diese Zusammenarbeit wird, wie auch die Sozialpartnerschaft, durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung im Zusammenhang mit dem Austauschprogramm KAFKA im Rahmen der europäischen Integration begleitet und unterstützt.
Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt Sport
Seit dem 05.11.2003 läuft erfolgreich das vom Magistrat, vertreten durch die Stabsstelle Aktive Nachbarschaft initiiertes Projekt.
Die Zielsetzungen des Projektes sind vielfältiger Art und können wie folgt in
- berufsqualifizierende,
- soziale,
- gesundheitsfördernde,
- gewaltpräventive und
- integrative
Aspekte differenziert werden.
Für die Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer stellt die Beschäftigung und Qualifizierung eine sinnvolle Überbrückung von temporärer Arbeitslosigkeit dar. Durch die Förderung sowohl sportfachspezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten als auch der Weiterentwicklung sozialer Kompetenzen in der Ausübung der projektbezogenen Tätigkeiten werden Selbstwertgefühl und Verantwortungsbewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltig gestärkt. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit durch die positive Resonanz insbesondere der Kinder und Jugendlichen in den Sportprojekten wird zudem begleitet von Freude und Genugtuung über die persönliche Anerkennung. Dies bewirkt eine Stabilisierung der Motivation gerade im Hinblick auf den beruflichen Entwicklungsprozess der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.
Über die Einrichtung von regelmäßigen Sport- und Spielangeboten für Kinder und Jugendlichen in den Quartieren des kommunalen "Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung des sozialen Zusammenlebens in den jeweiligen Stadtteilen.
Durch die Schaffung der "Bewegungsspielräume“ werden Begegnungen ermöglicht und dauerhaft Kontakte geschlossen und erweitert.
Das Erlernen von gewaltfreien Konfliktlösungen im sportlichen Wettstreit und das Einhalten von Regeln im Sport befördern einen respektvollen und toleranten Umgang der Kinder und Jugendlichen für ein friedliches Miteinander. Damit werden schon früh gewaltpräventive Formen des Umgangs untereinander an die jungen Bewohner eines Stadtviertels beispielhaft vermittelt.
In der Anleitung zu einem regelmäßigen und maßvollen Sporttreiben werden darüber hinaus gesundheitsfördernde Ziele erreicht. Durch die Schaffung von Selbstvertrauen in die eigene Leistung und die Vermittlung von Spaß an der Bewegung wird den bekannten Risiken zur Entstehung von Bewegungsmangelkrankheiten frühzeitig entgegengewirkt. Damit werden auch Anregungen für ein sinnvolles Einbeziehen sportlicher Aktivitäten in das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen im präventiven Sinne gegeben.
Durch die Vorbildfunktion der Jugend- und Übungsleiter – mit und ohne Migrationshintergrund – werden nicht zuletzt auch integrative Aspekte gefördert. Im Vorleben von respektvollem und teamorientiertem Umgang der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer miteinander wird den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl für individuelle Akzeptanz und Toleranz im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft eindrucksvoll vermittelt.
An diesem Projekt haben seit dem Start im Jahre 2003 bis heute insgesamt 54 Personen teilgenommen. Davon haben 28 Teilnehmer die Lizenz als Jugend- und Übungsleiter Sport erhalten.
Beschäftigung
Seit dem 01.08.2007 existiert der neu geschaffene Beruf der Sportfachfrau bzw. des Sportfachmanns.
Sehr frühzeitig wurden zwischen der Industrie- und Handelskammer, dem Sportkreis Frankfurt und dem Magistrat Gespräche, wie Absolventen des oben beschriebenen Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojektes Sport in eine Berufsausbildung gebracht werden können und den Teilnehmern auch gleichzeitig eine Perspektive mit realen Aussichten gegeben werden kann, begonnen.
Ambulante präventive Hausbesuche
In einer Großstadt wie Frankfurt am Main, ist es wichtig, mit Blick auf die demographische Entwicklung, zukunftsweisende altenpolitische Entscheidungen zu treffen. Dabei ist die Weiterentwicklung und Verstetigung von geeigneten und unterstützenden Angeboten für ältere Menschen zur Förderung und Erhaltung ihrer Selbstbestimmung und Selbstständigkeit ein primäres Ziel.
Die fachliche Notwendigkeit, insbesondere in den westlichen Stadtteilen in denen ein Defizit an Einrichtungen der sozialen Seniorenarbeit feststellbar ist, lag nach fachlichen Beratungen innerhalb des Jugend- und Sozialamtes für ein derartiges Projekt eindeutig vor. So wurde mit Ausrichtung auf die westlichen Stadtteile und die besondere Berücksichtigung der Quartiere des "Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ eine Notwendigkeit der präventiven ambulanten Beratung der angesprochenen Zielgruppe festgestellt.
Um weitere Möglichkeiten im Rahmen dieses Projektes zu ermitteln und zu prüfen, ob dieses sich auch für weitere Standorte des Programms "Aktive Nachbarschaft“ eignet, wurde eine Kofinanzierung gemeinsam mit dem "Frankfurter Programm – Würde im Alter“ für dieses Pilotprojekt unter der Trägerschaft des Caritasverbandes Frankfurt als sinnvoll festgestellt und vereinbart.
Forschungsprojekt Soziale Stadt Uni Kiel
Ein Forschungsvorhaben des Geographischen Instituts der Uni Kiel beschäftigte sich mit dem kommunalen Entwicklungsprogramm "Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“. Den größeren Rahmen stellt ein Vergleich dieses Frankfurter Programms mit einem recht ähnlichem Programm in Mailand dar, nicht zuletzt deshalb, da Frankfurt und Mailand Partner
städte sind.
Inhaltlich ging es um Kooperationswege und -strategien bei der Umsetzung von Problemlösungen in den Quartieren. Ein wichtiger Bestandteil dieser Programme stellt dabei die Verbindung von zentral und dezentral arbeitenden Einrichtungen und Mitarbeitern dar. Von besonderem Interesse waren vor allem Kooperationen. Zu diesem Zweck wurden seitens des Geographischen Instituts Gespräche mit Quartiersmanagern und anderen Akteuren der Quartiersgebiete geführt. Über das Ergebnis dieses Projektes wird im Kurzbericht für das Jahr 2008 berichtet werden.
European Neighbours Day
Der europäische Nachbarschaftstag ist auf eine im Jahr 1999 in Paris ins Leben gerufene Initiative zurückzuführen. Ziel dieser Initiative ist es, der zunehmenden Isolation in den Großstädten durch lokal organisierte Nachbarschaftsfeste entgegenzuwirken. Der Magistrat hat der Stabsstelle Aktive Nachbarschaft die Federführung zur Organisation für die Stadt Frankfurt übertragen.
Im Jahr 2007 hatte sich die Stadt Frankfurt erstmalig an diesem europaweiten Festtag am 29.05.2007 beteiligt. Europaweit hatten sich in diesem Jahr mehr als 6 Millionen Menschen in 22 Ländern beteiligt. Die Medienberichterstattung war sehr positiv und hat den guten Erfolg dieser Veranstaltung dokumentiert. Auch im folgenden Jahr wird die Stadt Frankfurt an diesem Event, der europaweit zeitgleich stattfindet, aktiv teilnehmen.
Nachbarschaftspreis
Der Nachbarschaftspreis für das Jahr 2006 wurde am 26. September 2007 in einer Feierstunde vor rund 250 Gästen verliehen.
Aus einer Anzahl von 36 Bewerbungen konnten die Jurymitglieder, bestehend aus Vertretern der Wohnungswirtschaft, der Stadtverordnetenversammlung und Vertretern der Verwaltung, die Preisträger ermitteln.
Der Nachbarschaftspreis ist ein wichtiger integraler Bestandteil des kommunalen "Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft" und daher eng mit dessen Umsetzung verbunden. Die hohe Beteiligung seit der Auslobung des Nachbarschaftspreises und vor allem die Vielfältigkeit der Bewerbungen zeigten wieder sehr deutlich, dass in Frankfurt die "Nachbarschaft" in allen ihren Facetten tatsächlich gelebt wird. Außerdem ist zu erkennen, dass der Nachbarschaftspreis von der Frankfurter Bevölkerung sehr gut angenommen wird. Alleine die Tatsache der Teilnahme an dieser Feierstunde ist eine Ehrung aller aktiven Menschen und Initiativen in dieser Stadt, die damit gewürdigt werden.
Resümee
Eine wichtige Erfahrung ist, dass das "Anschieben“ und "Ingangsetzen“ von Entwicklungen in den Quartieren nicht kurzfristig gelingen kann. Dieser Prozess braucht Zeit und Kontinuität.
Es ist bei der Umsetzung und Bewertung zu berücksichtigen, dass sich die vorhandenen Sozialräume in Frankfurt nicht homogen darstellen. Die vorhandenen Strukturen und Entwicklungen in den einzelnen Quartieren werden von den dort tätigen Quartiersmanagern als sehr pluralistisch beschrieben.
Es ist festzustellen, dass Entwicklungsabläufe im Regelfall abhängig von bereits bestehenden Netzwerken sind, aber auch von engagierten Einzelpersonen und Bewohnergruppen, denen die Entwicklung "Ihrer“ Siedlung "am Herzen“ liegt.
Als ein sehr bedeutender Bestandteil dieses Prozesses ist daher auch der Aufbau eines nachhaltigen Vertrauensverhältnisses zwischen dem jeweiligen Quartiersmanagement, der Stabsstelle, den örtlichen Trägern, der Wohnungswirtschaft und der Bewohnerschaft zu nennen.
Bereits im Rahmen der Vorstellung der vier neuen Quartiere konnte in den Diskussionen festgestellt werden, dass die ausdrückliche Einbindung der um das Kerngebiet des Programms liegenden Gebiete und die Potentiale der dort lebenden und agierenden Personen und Institutionen als überaus positiv und wichtig bewertet wurde.
Abschließend kann der Magistrat feststellen, dass eine nachhaltige und selbsttragende Stabilisierung in den ausgewählten Quartieren des "Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ nur auf Grundlage und in Kooperation mit den jeweils dort und in den angrenzenden Gebieten vorhandenen Ressourcen und Potentialen gelingen kann. Hierzu ist eine gemeinsame Anstrengung, Kreativität und auch Geduld aller Beteiligten innerhalb und außerhalb der Verwaltung erforderlich, ebenso wie der Wille zur Kooperation und vernetztem Denken und Handeln.
Der Magistrat wird diesen erfolgreichen Weg weiter entwickeln und regelmäßig über die Ergebnisse berichten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Der Weg dieser Vorlage
Am 24. November 2008 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. Sie geht auf OA 870 zurück — Anregung, beschlossen am 13. Juni 2002. In 10 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten.
Beratungsverlauf10 Beratungen
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Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und BFF Sonstige Voten/Protokollerklärung: NPD (= Kenntnis)