Wie teuer war die Fashion Week?
Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats informiert über die finanziellen Aspekte der Frankfurt Fashion Week und die damit verbundenen Fördergelder. Es wird festgestellt, dass keine städtischen Fördergelder verausgabt wurden, sondern lediglich gegenseitige Leistungen zwischen der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen und der Messe Frankfurt vereinbart wurden. Ziel ist es, die lokale Modewirtschaft und Kreativszene zu stärken und die Frankfurt Fashion Week als bedeutendes Event zu etablieren.
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Thema Kultur verfolgenBericht
- Welche genaue Fördersumme wurde für die bisher stattgefundenen zwei Modewochen der Frankfurt Fashion Week verausgabt? Die Stadt Frankfurt hat für die Frankfurt Fashion Week im Sommer 2021 und für den Winter 2022 keine Fördergelder verausgabt, sondern lediglich vereinbarte gegenseitige Leistungen erbracht. Für den Zeitraum von 2020 bis zum Jahr 2023 waren gegenseitige Leistungen zwischen der Messe Frankfurt GmbH und der Stadt Frankfurt einerseits sowie dem Land Hessen anderseits in Höhe von insgesamt 9 Millionen Euro vereinbart. Hierfür waren in entsprechender Höhe von der Messe Frankfurt zu erbringende Leistungen vertraglich vereinbart worden. Bis zum Stichtag 04.03.2022 hat die Stadt Frankfurt liquide Mittel in Höhe von rd. 4,1 Mio. Euro brutto an die Messe Frankfurt gezahlt. Für die Gesamtveranstaltung Frankfurt Fashion Week wurden seit dem Jahr 2020 3,1 Mio. EUR verwendet für den Aufbau der Marke, internationale Kommunikation, die Durchführung internationaler Konferenzen (EU New Bauhaus, UN SDG Summit), Streamingdienstleistungen, Aufbau des Digitalportals FFW Studio, Umsetzung der Show-Formate im Januar 2022 etc. Mit Aufhebungsvertrag vom
- Juni 2022 wurde sich für die Durchführung der FFW 2022 auf eine Rückzahlung in Höhe von 970.000 € brutto geeinigt. Hiermit verrechnet wurden die zur Durchführung der FFW Januar 2022 vereinbarten Leistungen sowie die Übertragung der Markenrechte von Euro 9.000 brutto. Diese Rückzahlung der Messe Frankfurt GmbH an das Dezernat IV erfolgte am
- Juni 2022.
- Wie hoch ist daran der Anteil städtischer Fördergelder, wie hoch der Anteil von Landesmitteln und wie hoch der Anteil, den die Messe Frankfurt beigetragen hat? Die unter Punkt 1 beschriebenen vertraglichen Vereinbarungen sehen mit der Stadt Frankfurt einen Leistungsaustausch in Höhe von 6 Mio. Euro brutto und mit dem Land Hessen in Höhe von 3 Mio. Euro brutto vor. Die Messe Frankfurt hat sich darüber hinaus mit Eigenmitteln in Höhe von 1 Mio. Euro zur Investition in die Marke FFW engagiert. Ferner sind keine Fördergelder vonseiten der Stadt Frankfurt gezahlt worden.
- Aus welchen Haushaltstiteln wurden die städtischen Fördergelder bereitgestellt und welche Summe und welcher Anteil ist bisher aus Mitteln der Tourismusabgabe bereitgestellt worden? Gemäß dem Stadtverordnetenbeschluss § 6678 vom 05.11.2020 (M 177/2020) erfolgte die Realisierung der Frankfurt Fashion Week vonseiten der Stadt Frankfurt aus Mitteln des Tourismusbeitrages. Hierfür standen im Haushaltsjahr 2020 3.883 T Euro zur Leistung von überplanmäßigen Aufwendungen zur Verfügung. Über die ausstehenden 2.117 T Euro hätte der Tourismusbeirat eine Empfehlung für die Folgejahre aussprechen müssen. Zusätzlich hat die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH im Rahmen ihres Haushalts Projektmittel in Höhe von insgesamt 14.500 Euro für Projekte im Rahmen der Frankfurt Fashion Week im Juli 2021 und Januar 2022 aufgebracht.
- Was im Einzelnen wurde mit den Fördergeldern in welcher Höhe finanziert und inwiefern hat die lokale Modewirtschaft und Kreativszene daran einen Anteil bzw. davon profitiert? Es wurden zu keinem Zeitpunkt Fördergelder verausgabt. Im Rahmen des Aufbaus der Gesamtveranstaltung Frankfurt Fashion Week sowie der Etablierung der entsprechenden Marke sind lokale Akteure der Modewirtschaft und der Kreativwirtschaft mit einbezogen worden. In Aktivierungsgesprächen fanden Austausche mit zahlreichen Frankfurter Akteuren statt, darunter IHK, Wirtschaftsforderung, Tourismus & Congress GmbH, Frankfurt Hotel Alliance, Dehoga, Museen, Hoch- und Berufsfachschulen, Textiler Modefachhandel, Handwerkskammer, Designern u.v.m. Für das Dach FFW sowie für die Veranstaltungen im Juni 2021 und Januar 2022 wurden Frankfurter Agenturen mit der Konzeption und Umsetzung kommunikativer Maßnahmen beauftragt. Während beider FFWs haben zahlreiche lokale Designer und Handler eigene kleine Shows und Events veranstaltet. Die lokale Modewirtschaft und Kreativszene hat von diesem Markenaufbau und der Reichweite der FFW profitiert. Zusätzlich hat die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH die Veranstalter und Initiativen zur Frankfurt Fashion Week bei der Realisierung ihrer Projekte unterstützt. Die Finanzierung der Vorhaben bestand im Wesentlichen aus Eigen- und Drittmitteln sowie Sponsorings. Die finanzielle Unterstützung der Wirtschaftsförderung stellt sich anteilig wie folgt dar: 1.) Die Frankfurt Fashion Lounge, ein von der lokalen Modewirtschaft privatwirtschaftlich organisiertes Veranstaltungsformat für die lokale Branche, präsentierte im Juli 2021 und im Januar 2022 ein vielseitiges Programm: Runway-Shows, Showroom für Designerinnen und Designer, Netzwerkformate und Vorträge zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Im Januar 2022 startete zudem ein erstes Fashion Mentoring Programm für Nachwuchstalente. - Frankfurt Fashion Lounge, Juli 2021 - 3.000 Euro - Frankfurt Fashion Lounge, Januar 2022 - 5.000 Euro 2.) "Transforming Frankfurt Fashion - The Frankfurt Fashion & Design Forum" bot im Januar 2022 in einem PopUp Showroom in der Innenstadt ein Präsentations- und Diskussions-Programm mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit, Kunst, Performance und Information. Von den 12 beteiligten regionalen Labels waren die Hälfte Frankfurter, die sich mit dem Thema nachhaltige Mode und Materialien auseinandersetzen. - Transforming Frankfurt Fashion, Januar 2022 - 2.000 Euro 3.) "voilà - where to find und who they are" präsentiert als erstes Frankfurter Fashion-Designer Magazin und Einkaufsführer 20 Frankfurter Fashionlabels, die sich besonders der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Das Magazin ist in Deutsch/Englisch erschienen, ist digital verfügbar, hat eine Printauflage von 6.000 Stk. und liegt kostenfrei in den Modeläden, Hotels und in der Bürgerinformation aus. - Voilá-Magazin, Januar 2022 - 4.500 Euro
- Welche genaue Fördersumme hat die Berliner Premium Group für ihre Premium Modemessen und Veranstaltungen zur Frankfurter Fashion Week bisher erhalten? Es wurden zu keinem Zeitpunkt Fördergelder verausgabt. Auch die Premium Group hat keine Fördergelder erhalten. Die Premium Group war als Gastveranstalterin mit ihren Messeformaten Premium und Seek sowie ihrer Konferenz Fashiontech Mieterin auf dem Gelände der Messe Frankfurt.
- Entspricht die Fördersumme der vollen Vertragssumme, zu der sich die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und die Messe Frankfurt gegenüber der Premium Group verpflichtet haben? Die vertraglich vereinbarten Leistungen mit der Stadt Frankfurt bzw. des Landes Hessen dienten der Bewerbung der Stadt Frankfurt bzw. des Landes Hessen im Rahmen der FFW in exponierter Form. Hierfür hat die Messe Frankfurt eine entsprechende Vergütung von der Stadt Frankfurt bzw. vom Land Hessen erhalten. Diese Vergütungen wurde nicht dafür eingesetzt, die Veranstaltungen der Premium Group zu unterstützen oder zu finanzieren.
- Wenn nein, in welcher Weise und Höhe wurde das coronabedingt reduzierte Programm der Modewoche in Abzug gebracht und welcher Abzugsbetrag ergibt sich aus dem Umstand, dass die Premium Group entgegen vertraglicher Verpflichtungen nur zwei statt drei Modewochen mitveranstaltet hat? Der beschriebene coronabedingte Abzug hat sich in den vertraglichen Vereinbarungen mit der Stadt insoweit widergespiegelt, als dass die Verträge mit der Stadt Frankfurt als auch mit dem Land Hessen nicht für eine bestimmte Veranstaltung der FFW, die perspektivisch zwei Mal im Jahr stattfinden sollte, geschlossen wurden, sondern die Vereinbarungen hatten eine Laufzeit bis zum Jahr 2023 (siehe hierzu Antwort zur Frage 1). Die jeweiligen konkreten Leistungen für die einzelnen FFW-Veranstaltungen wurden spezifisch für die jeweilige nächste Veranstaltung vereinbart. Aufgrund dieser strukturellen Vertragsvereinbarungen konnte konkret auf die jeweilige Situation reagiert werden und so wurden nur tatsachlich umsetzbare Leistungen für die jeweilige FFW-Ausgabe mit der Stadt Frankfurt bzw. mit dem Land Hessen vereinbart und abgerechnet.
- Wenn ja, warum wurde die volle Vertragssumme gezahlt, obwohl die Premium Group nur zwei statt der drei vertraglich verpflichtenden Modewochen mitveranstaltet hat? Die Zahlung der Vergütung durch die Stadt Frankfurt bzw. des Landes Hessen erfolgte für durch die Messe Frankfurt erbrachte Leistungen (siehe dazu auch die jeweiligen Antworten zur Frage 6 und 7).
- Werden die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und die Messe Frankfurt in diesem Fall Rückforderung an die Premium Group stellen und wenn ja, in welcher Höhe? Es bestand einzig zwischen der Messe Frankfurt und der Premium Group ein Gastveranstaltervertrag, der seitens der Premium Group am 03.02.2022 gekündigte wurde. Hieraus entstand eine Forderung seitens der Messe Frankfurt Venue GmbH an die Premium Group. Diese wird zurzeit gegenüber der Premium Group geltend gemacht.
- Wann genau, in welcher Form und von wem hat der Magistrat vom Rückzug der Premium Group von der Frankfurter Fashion Week erfahren? Die Geschäftsführung der Messe Frankfurt hat unmittelbar nach der telefonischen Information durch die Premium Group am 31.01.2022 die Gesellschafter schriftlich informiert.
- Hat der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann den Kontakt zur Parteifreundin und Regierenden Bürgermeisterin der Stadt Berlin, Franziska Giffey, gesucht, um sich über den Fördergelder-Tourismus des Fashion-Week-Formats der Berliner Premium Group zu unterhalten und mit welchem Ergebnis? Es wurden keine Fördergelder an die Premium Group verausgabt. Ein Austausch mit der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin hat nicht stattgefunden, da hierzu kein Anlass bestand. Die Premium Group hat ein Hallennutzungsvertrag mit der Messe abgeschlossen. Aufgrund Vertragsfreiheit können Partner entsprechend Verträge mit den jeweiligen Folgen des Vertragsrechts aufkündigen.
- Welche Konsequenzen zieht die Wirtschaftsdezernentin Frau Wüst aus dem vorerst gescheiterten Versuch, in Frankfurt eine international beachtete Fashion Week zu etablieren? Die Stadt Frankfurt hat für die Frankfurt Fashion Week im Sommer 2022 gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH sowie den lokalen Akteuren innerhalb von drei Monaten ein facettenreiches Programm auf die Beine gestellt. Die Veranstaltungen wurden von der Kreativbranche eigens konzipiert und organisiert, auch wurden Kollektionen in diesem kurzen Zeitraum realisiert. Das zeigt die Präsenz und die Kraft der Branche in Frankfurt. Die Wirtschaftsförderung hat in diesem Zeitraum die Branche aktiviert, unterstützt und die FFW 2022 koordiniert. Frankfurt am Main hat - und das trotz Corona - gezeigt, dass die Stadt aktive, renommierte Handwerks- sowie eine vitale Design- und Kunstszene hat. Zusammen mit dem kreativen Potenzial am Standort kann es gelingen, der Frankfurt Fashion Week ein eigenes Profil zu geben, mit dem sich die Messe und die Stadt Frankfurt am Main auch im internationalen Wettbewerb behaupten kann.
- Welche konzeptionellen Veränderungen ergeben sich aus dem Weggang der Premium-Formate und wie gedenkt der Magistrat, die ursprünglich intendierten Stadtentwicklungspotenziale und wirtschaftlichen Folgewirkungen der Fashion Week noch zu realisieren? Gemeinsam mit der Messe Frankfurt GmbH hat die Stadt Frankfurt eine Neukonzeptionierung der Frankfurt Fashion Week 2022 innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt. Die Messe Frankfurt hatte ihre internationalen Leitmessen, die Textil-Leitmessen Techtextil, Texprocess und Heimtextil Summer Special gebündelt und die Neonyt für Endkonsumentinnen und Konsumenten geöffnet und als Direct-to-Consumer Lab in der Stadt ausgerichtet. Die Stadt Frankfurt hat gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt kreative Akteure aus der Fashionbranche zur Einreichung von Konzeptideen für die Frankfurt Fashion Week 2022 aufgerufen. Das Ergebnis des Aufrufes war ein facettenreiches Programm, das insgesamt 121 verschiedenen Events umfasste, davon 52, die für alle Interessierte frei zugänglich waren. 39 Veranstalter gaben nationalen sowie internationalen Talenten eine Bühne. 123 Designerinnen und Designer, darunter 88 regionale, waren mit ihren Shows, Projekten und Aktionen beteiligt.
- In welcher Form wird in Zukunft die lokale Modewirtschaft und Kreativszene stärker in die Modewoche eingebunden, auch finanziell? Frankfurt am Main hat im Bereich der Kunst, Kultur und Design sowie mit seinen hier vor Ort bestens ausgebildeten Kreativen und Handwerkern, Fachkräften aus Handwerk und Kreativwirtschaft eine Quelle von Kreativität und Experimentierfreude vorzuweisen. Die von der regionalen Kreativszene entwickelten und erfolgreich umgesetzten Formate wie die Frankfurt Fashion Lounge oder Transforming Frankfurt Fashion setzten wichtige Impulse für den Standort. Diese und neue Initiativen aus der Kreativ- und Designszene werden auch künftig von der Wirtschaftsförderung unterstützt und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten befördert. Dies dient insbesondere der Stärkung des Kreativstandortes Frankfurt am Main.
- Wann und wie sorgt der Magistrat vor dem Hintergrund des Debakels um die Frankfurt Fashion Week für eine umfassende Transparenz über die Mittelvergabe aus den Tourismusbeiträgen? Den durch die Stadtverordnetenversammlung in das Steuerungsgremium zur Frankfurt Fashion Week entsandten Mitgliedern wurde Bericht über den Verbrauch der zur Verfügung stehenden Mittel abgelegt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 10. Februar 2022AA 93Wie teuer war die Fashion Week?STVV-Anfrage · LINKE.
- 17. Februar 2022NRNR 284Finanzierungsvorbehalt für die Fashion WeekSTVV-Antrag · LINKE.
- 9. Januar 2023Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 48 WochenBB 6Wie teuer war die Fashion Week?Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, Volt und BFF-BIG Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD und FRAKTION (= Kenntnis) ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung)