Zukünftiges Geschäftsmodell der Fraport AG am Standort Frankfurt
Zusammenfassung
Der Bericht des Magistrats befasst sich mit dem zukünftigen Geschäftsmodell der Fraport AG am Standort Frankfurt. Es wird festgestellt, dass eine Änderung des Geschäftsmodells nicht erforderlich ist, da die Fraport AG gut auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie vorbereitet ist und ihre Diversifikation in verschiedenen Geschäftsfeldern erfolgreich ist.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenBericht
Im Dezember 2020 dürften etwa 30 bis 40 Prozent des früheren Verkehrs erreicht werden, in 2021 dann etwa 50 bis 60 Prozent. Die noch instabile Situation der Pandemie, die noch nicht global unter Kontrolle ist und auch in Europa immer wieder aufflackert, die unterschiedlichen politischen Reaktionen führen weiterhin zu andauernden Reisebeschränkungen und -verboten und damit zu einer zurückhaltenden Nachfrage nach Flugreisen. Deshalb erscheint der gegebene Ausblick als realistisch. Der Rückgang des Flugverkehrs und der Besucherfrequenzen am Frankfurter Flughafen wird zu erheblichen Mindererträgen sowohl bei der Gewerbesteuer als auch auf die Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer führen. Eine Prognose der Höhe der Einkommensausfälle kann nicht erstellt werden, da die erforderlichen Informationen über die betroffenen Betriebe und Beschäftigten nicht vorliegen. Der Frankfurter Flughafen ist seit vielen Jahren in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden und der Bereich der Medizin ist ebenfalls seit vielen Jahren Außenstelle des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main. Die Fraport AG ist gemäß ihren Verpflichtungen im Rahmen der Notfallvorsorge auf eine unterschiedliche Vielzahl von Gefahren inkl. medizinischer Gefahrenlagen vorbereitet. Diese Vorbereitung erfolgt immer in enger Abstimmung mit allen beteiligten Behörden wie Sozialministerium, Verkehrsministerium, Landes und Bundespolizei, Branddirektion Frankfurt u.v.a.m. Die etablierten, bewährten Verfahren in der FRANOT (Notfallpläne) bezüglich Infektionskrankheiten werden regelmäßig überprüft und letztmalig in einer großen Übung mit dem Bundesministerium für Gesundheit, dem RKI Berlin, sowie eine Vielzahl von anderen Experten aus anderen lokalen, Landes- und Bundesebene begutachtet. Die Fraport AG überprüft regelmäßig intern und extern ihre Leistungsfähigkeit und passt die Verfahren bei Bedarf schnellstmöglich an. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben dieses Vorgehen bestätigt und die Fraport AG ist in der glücklichen Lage, ihr Know-How auch anderen Verkehrsträgern kollegial anzubieten. Zunächst wird festgehalten, dass der Flughafen Frankfurt nicht einseitig auf eine Hub-Funktion ausgerichtet ist. Im Jahr 2019 waren rund 45 Prozent der Passagiere 'Originärpassagiere', die also nicht umgestiegen sind, sondern deren Start- oder Endziel Frankfurt war. Damit erzielt der Flughafen Frankfurt gemeinsam mit München das höchste Aufkommen an originären Fluggästen in Deutschland. Von einer einseitigen Ausrichtung des Geschäftsmodells kann deshalb keine Rede sein. Dies gilt umso mehr, als Originäre und Umsteiger in Summe das bestehende Flugplanangebot erst ermöglichen. Dies belegt auch die Bewertung der sog. direkten Konnektivität 2019, d. h. die Anzahl von Zielen die ab Frankfurt nonstop erreicht werden können, bei der Frankfurt in Europa den ersten Platz belegte. In der aktuellen Situation wird sich jedoch der Teil des Hub-Verkehrs nur unterproportional wieder erholen, der im Zusammenhang mit dem Interkontinentalverkehr steht. Dies gilt auch im Vergleich zu anderen Flughäfen ohne solchen Hubverkehr, allerdings je nach Flugplanangebot mit unterschiedlicher Betroffenheit. Denn Angebot und Nachfrage ist durch die unterschiedliche Entwicklung von COVID-19 in Drittländern (außerhalb der EU) sowie den für diese Ziele geltenden strengen Reisebeschränkungen oder Einreiseverbote noch wesentlich stärker eingeschränkt als der EU-Verkehr. Die Fraport sieht Frankfurt deshalb nicht in einer ungünstigeren Situation. Die Erfahrung zeigt, dass sich in krisenbedingt nachfrageschwachen Zeiten Verkehre auf größere Flughäfen konzentrieren. Aufgrund des Einzugsgebietes und der verkehrlichen Anbindung wird insbesondere auf diesen Flughäfen eine hinreichende Nachfrage erreicht. Die Hub-Funktion, die der Frankfurter Flughafen für ausgewählte Airlines übernimmt, stellt ihn in erster Linie auch in den Wettbewerb mit anderen Hub-Flughäfen. Diese befinden sich aktuell in einer vergleichbaren Situation. Die Hub-Funktion ist dabei differenziert zu bewerten. Airlines fokussieren ihr operatives Geschäft in Krisenzeiten typischerweise auf ihre großen, bedeutenden Drehkreuze. Hub-Flughäfen profitieren in Krisenzeiten somit auch von der besonderen Rolle, die sie im Netzwerk von großen Airlines einnehmen. Sie befinden sich daher nicht in einer pauschal ungünstigen Position. Das Geschäftsmodell der Fraport AG ist grundsätzlich ein diversifiziertes. Während der Retail-Anteil am Umsatz des Standorts Frankfurt über die vergangenen Jahre gewachsen ist, bietet die Fraport AG ihre Leistungen nach wie vor auch in den Geschäftsfeldern Aviation und Ground Handling erfolgreich an. Zugleich hat sich die Internationalisierungsstrategie der Fraport AG insbesondere in Krisenzeiten als sehr erfolgreich erwiesen - auch die geographische Diversifikation trägt dazu bei, die unternehmerischen Risiken der Fraport AG zu reduzieren. Eine Änderung des bestehenden Geschäftsmodells ist vor diesem Hintergrund nicht angezeigt. Wie schon in Antwort 8 dargelegt, ist eine Änderung des Geschäftsmodells der Fraport AG nicht angezeigt. Gleichwohl hat die Fraport AG frühzeitig und zielgerichtet umfassende Maßnahmen ergriffen, um die dramatischen Folgen der weltweiten Corona-Krise einzudämmen. Dies umfasst insbesondere die Ausrichtung auf eine veränderte Verkehrssituation, von deren Erholung über die Zeit auf das Vor-Krisen-Niveau jedoch auszugehen ist.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 24. Juni 2020AA 724Zukünftiges Geschäftsmodell der Fraport AG am Standort FrankfurtSTVV-Anfrage · AfD
- 25. September 2020Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 13 WochenBB 547Zukünftiges Geschäftsmodell der Fraport AG am Standort FrankfurtMagistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: Einstimmige Annahme
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, FDP, BFF und FRAKTION Sonstige Voten/Protokollerklärung: LINKE. (= Kenntnis)