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Olympia in Rhein-Main - Folgen der gescheiterten Bewerbung

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Bericht des Magistrats vom 12.12.2014, B 481

Betreff: Olympia in Rhein-Main - Folgen der gescheiterten Bewerbung Vorgang: A 664/14 RÖMER Zu 1 - 3: Eine nachhaltige Wirkung des intensiven Kontakts zu den Bürgermeistern und Landräten ist tatsächlich eingetreten. So erfolgt z. B. seit 2002 eine gemeinsame touristische Vermarktung der Region Frankfurt Rhein-Main als Tourismus- und Kongressdestination durch den Arbeitskreis Tourismus, welcher im Rahmen der Regionalkonferenz Frankfurt Rhein-Main, einem Verbund von Städten und Landkreisen in der Region, gegründet wurde. Dem AK Tourismus gehören folgende Partner an: Aschaffenburg, Bad Homburg v.d.Höhe, Bingen am Rhein, Darmstadt, Frankfurt am Main, Fraport AG, Hanau, Hochtaunus-Kreis, IHK-Forum Frankfurt Rhein-Main, Main-Taunus-Kreis, Messe Frankfurt GmbH, Kreis Limburg-Weilburg, Kreis Offenbach, Offenbach, Rhein-Main-Verkehrsverbund, Rheingau-Taunus-Kreis, Rüsselsheim, Wetteraukreis und Wiesbaden. Betrachtet man die Entwicklung der Übernachtungszahlen in der Region Frankfurt Rhein-Main in den letzten zehn Jahren, zeigt sich insgesamt ein erfreuliches Bild. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Aschaffenburg Übernachtungen 2003: 112.296 Übernachtungen 2013: 130.292 (Entwicklung 2003 - 2013: + 16%) Bettenanzahl 2003: 850 Bettenanzahl 2013: 779 (Entwicklung - 8,4%) Bad Homburg v. d. Höhe Übernachtungen 2003: 498.239 Übernachtungen 2013: 534.585 (+ 7,3%) Bettenanzahl 2003: 2.473 Bettenanzahl 2013: 2.596 (+ 5,0%) Bingen am Rhein Übernachtungen 2003: 59.985 Übernachtungen 2013: 107.532 (+ 79,3%) Bettenanzahl 2003: 906 Bettenanzahl 2013: 1.082 (+ 19,4%) Darmstadt Übernachtungen 2003: 457.887 Übernachtungen 2013: 594.488 (+ 29,8) Bettenanzahl 2003: 3.412 Bettenanzahl 2013: 4.358 (+ 28,2%) Frankfurt am Main Übernachtungen 2003: 3.929.199 Übernachtungen 2013: 7.498.881 (+ 90,9%) Bettenanzahl 2003: 25.433 Bettenanzahl 2013: 41.241 (+ 62,2%) Hanau Übernachtungen 2003: 124.465 Übernachtungen 2013: 147.422 (+ 18,4%) Bettenanzahl 2003: 1.093 Bettenanzahl 2013: 1.131 (+ 3,5%) Hochtaunuskreis Übernachtungen 2003: 1.245.121 Übernachtungen 2013: 1.302.323 (+ 4,6%) Bettenanzahl 2003: 8.356 Bettenanzahl 2013: 8.273 (- 1,0%) Kreis Limburg-Weilburg Übernachtungen 2003: 443.464 Übernachtungen 2013: 566.179 (+ 27,2%) Bettenanzahl 2003: 3.411 Bettenanzahl 2013: 5.284 (+ 54,9%) Main-Taunus-Kreis Übernachtungen 2003: 619.355 Übernachtungen 2013: 718.860 (+ 16,0%) Bettenanzahl 2003: 5.406 Bettenanzahl 2013: 6.143 (+ 13,6%) Offenbach am Main Übernachtungen 2003: 403.351 Übernachtungen 2013: 387.459 (- 3,9%) Bettenanzahl 2003: 2.777 Bettenanzahl 2013: 2.688 (- 3,2%) Kreis Offenbach Übernachtungen 2003: 709.101 Übernachtungen 2013: 886.310 (+ 25,0%) Bettenanzahl 2003: 6.198 Bettenanzahl 2013: 6.757 (+ 9,0%) Rhein-Taunus-Kreis Übernachtungen 2003: 1.088.970 Übernachtungen 2013: 1.210.700 (+ 11,2%) Bettenanzahl 2003: 7.971 Bettenanzahl 2013: 9.400 (+ 17,0%) Rüsselsheim Übernachtungen 2003: 120.125 Übernachtungen 2013: 128.563 (+ 7,0%) Bettenanzahl 2003: 1.056 Bettenanzahl 2013: 1.097 (+ 3,9%) Wetteraukreis Übernachtungen 2003: 952.201 Übernachtungen 2013: 1.116.078 (+ 17,2%) Bettenanzahl 2003: 5.909 Bettenanzahl 2013: 6.799 (+ 15,0%) Wiesbaden Übernachtungen 2003: 967.088 Übernachtungen 2013: 1.127.993 (+ 16,6%) Bettenanzahl 2003: 6.319 Bettenanzahl 7.106 (+ 12,5%) (Angaben aus den Statistischen Landesämtern Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz) Die Inlandsnachfrage hat sich als stabiler Wachstumsmotor positiv entwickelt und ist auch in den Krisenjahren kaum merklich zurückgegangen. Die Auslandsnachfrage bei den Übernachtungen verhält sich dagegen etwas anders. Es sind zwar nicht weniger Gäste in die Region gekommen, aber im Durchschnitt hat sich deren Aufenthaltsdauer verringert. Betrachtet man die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Teilräume in der Region, wird ersichtlich, dass einige der Städte und Landkreise unterschiedliche Übernachtungsentwicklungen aufweisen. Eine dominierende Marktstellung nimmt die Stadt Frankfurt am Main ein, die innerhalb von zehn Jahren ihr Übernachtungsvolumen fast verdoppeln konnte. Die Region Frankfurt Rhein-Main würde ohne das Wachstum der Stadt Frankfurt am Main ein deutlich geringeres Übernachtungswachstum im genannten Zeitraum aufweisen. Rund 40% der Übernachtungen in der Region entfallen auf die Stadt Frankfurt am Main. Auch die stetige Weiterentwicklung des Regionalparks auf konzeptioneller Ebene, durch Einzelprojekte und durch die Öffentlichkeitsarbeit war in den vergangenen zwölf Jahren äußerst erfolgreich. Eine Entwicklung des Regionalparks wäre aber auch mit einer Durchführung von Olympischen Spielen unter den gegebenen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht besser gelaufen. Im Einzelnen konnten seit 2002 auf dem Gebiet der Stadt Frankfurt am Main folgende Regionalparkmaßnahmen mit Mitteln der Regionalparkgesellschaften realisiert werden: Alteichen Einweihung 15.08.2002, Kosten 90.000 € Altes Wehr Einweihung 20.07.2004, Kosten 30.000 € Glitzermoos - Kunstinstallation in der Unterführung der A 661 Fertigstellung 2012, Kosten 11.500 €, davon 4.000 € Zuschuss der Stadt Frankfurt am Main Grüne-Soße-Denkmal / Oberräder Kräutergarten Einweihung 21.05.2007, Kosten 150.000 € Verbunden damit ist die Grundsanierung zweier viel benutzter Wegeabschnitte des äußeren Ringes der Regionalparkroute Südwest, dem Waldweg "Zum Goetheturm" und dem Oberräder Fußweg. Diese fungieren als Zugangswege zum Grüne-Soße-Denkmal. Fertigstellung 2006, Kosten 84.000 € GrünGürtel-Lernstation Alter Flugplatz Neubeordnung und -gestaltung des Eingangsbereiches und des Parkplatzes Fertigstellung 2004-2006, Kosten 75.000 € Niddabrücke am Alten Flugplatz in Bonames/Kalbach Einweihung 15.05.2006, Kosten 55.000 € Hölderlinpfad Einweihung 15.06.2008, Kosten 120.000 € ICH-Denkmal von Hans Draxler Einweihung 11.03.2005, Kosten 22.000 € Irrgarten im Waldspielpark Goetheturm Einweihung 31.03.2006, Kosten 125.000 €, davon 82.000 € von der Stadt Frankfurt am Main Komische Kunst am GG-Rundwanderweg Eule im Norwegerpulli: Einweihung 17.11.2005, Kosten 2.700 € Struwwelpeter und Monstereicheln: Einweihung 13.06.2006, Kosten 600 € und 4.000 € Pinkelbaum und Monsterspecht: Einweihung 11.20.2006, Kosten je 2.500 € Der König der Eichhörnchen: Einweihung 27.10.2007, Kosten 5.800 € Elfmeterpunkt: Einweihung 15.03.2008, Kosten 18.000 €, davon 15.000 € von der Stadt Frankfurt am Main Dicke Raupe: Einweihung 03.09.2008, Kosten 3.000 € Konzeption Brentanoroute Fertigstellung Herbst 2013, Kosten 25.000 €, davon 8.700 € von der Stadt Frankfurt am Main Landschaftslotsen am Alten Flugplatz Seit 2008, Kosten 25.000 € / Jahr Landschaftslotsen am Fluss Zeitraum Sommerhalbjahr 2010, Kosten 25.000 €, davon 8.300 € von der Stadt Frankfurt am Main Mühlenwanderweg Vorstellung der Broschüre mit öffentlicher Wanderung in zwei Teilabschnitten am 17. und 18. Juli 2010, Kosten 11.000 € Neuer Eingang zur Hohen Straße Einweihung 31.08.2009, Kosten 75.000 €, getragen zu jeweils einem Drittel (25.000 €) von der Stadt Frankfurt am Main, der Regionalpark Ballungsraum RheinMain GmbH und dem Land Hessen Rundweg Oberforsthaus Einweihung 17.06.2009, Kosten 12.500 € Safari von Zoo zu Zoo Fertigstellung voraussichtlich 2015, Kosten 75.000 € Schwalbenbergweg - Wegeherstellung Fertigstellung 2002, Kosten 32.000 € Sondermann - Installation im Nordpark Bonames Fertigstellung Frühjahr 2013, Kosten 55.000 €, davon 18.600 € von der Stadt Frankfurt am Main Tiroler Weiher und Schießwallweg Einweihung 20.04.2011, Kosten 60.000 € In der Verkehrsentwicklung ist - unabhängig von der Olympia-Bewerbung - in der Region das Bewusstsein gewachsen, dass sich die mobile Lebenswirklichkeit eines Großteils der Bevölkerung über Gebietskörperschaftsgrenzen hinweg erstreckt. Insofern ist es Konsens, dass die Bewältigung der Verkehrsentwicklung daher einer verstärkten regionalen Zusammenarbeit bedarf, die auch immer mehr zum Tragen kommt, aber gleichwohl noch ausbaufähig ist. Das Verkehrskonzept der Olympia-Bewerbung begründete seine Nachhaltigkeit darin, dass es im Wesentlichen auf vorhandenen bzw. ohnehin in Aussicht genommenen Planungen fußte, die um wenige olympia-spezifische Maßnahmen ergänzt wurden. Die Tatsache, dass die Bewerbung nicht erfolgreich war, hat insofern inhaltlich nur geringen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamtverkehrssystems. Auch im sportlichen Bereich beschränkt sich eine sehr gut funktionierende gebietskörperschaftsübergreifende Zusammenarbeit nicht nur auf die internationalen und nationalen Großveranstaltungen wie z.B. die Fußball-WM 2006, das Deutschen Turnfest 2009 oder die Frauenfußball-WM 2011. Gerade bei den jährlich stattfindenden internationalen Sportereignissen -Frankfurter Sparkasse IRONMAN European Championship, Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt", Frankfurt City Triathlon u.a. - ist diese vertrauensvolle Zusammenarbeit schon jahrzehntelang geübte Praxis.

Zu 4: Eine Einschätzung, ob ein intensiver Kontakt zwischen Bürgermeistern und Landräten auch ohne eine Olympia-Bewerbung denkbar gewesen wäre, ist spekulativer Natur, da eine Olympia-Bewerbung und damit einhergehend eine intensive Zusammenarbeit mit Bürgermeistern und Landräten der Region Rhein-Main tatsächlich stattgefunden hat. Zu 5 + 6: In welcher konkreten Weise sich eine Durchführung von Olympischen Spielen auf die Region Frankfurt Rhein-Main ausgewirkt hätte, ist ebenfalls nur schwer zu beantworten. Sportliche Großveranstaltungen (Fußball-WM 2006, Deutsches Turnfest 2009, Frauenfußball-WM 2011) führen in der Regel aufgrund der Besucherzahlen zu höheren Übernachtungszahlen. In der Folge dieser Großereignisse sind weitere Zuwächse aufgrund des Imagegewinns zu erwarten. Hätten also in der Region Frankfurt Rhein-Main Olympische Spiele stattgefunden, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Übernachtungszahlen in 2012 sowie in den Folgejahren sicher noch positiver entwickelt hätten. Auch wäre sicherlich im Hinblick auf die Hotelbauten ein insgesamt noch stärkeres Wachstum eingetreten. In der Verkehrsentwicklung kann jedoch davon ausgegangen werden, dass eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung lediglich zu einer anderen zeitlichen Priorisierung der Maßnahmen geführt hätte. Im Bereich der Sportinfrastruktur hätte eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung neben der Modernisierung bestehender Sportstätten auch den Bau neuer Anlagen bedeutet. So waren z. B. der Bau eines Olympiastadions, das nach der Durchführung der Olympischen Spiele auf 20.000 bis 30.000 Zuschauerplätze zurückgebaut worden wäre, sowie der Bau eines Superdomes geplant. Dieser sollte nach den Olympischen Spielen als Multifunktionshalle, die nun an anderer Stelle im Kaiserleigebiet entstehen soll, genutzt werden. Eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung hätte durch die vorgesehenen Sanierungen und Neubauten von Sportstätten sicherlich zukunftsweisende Impulse für den Sportbereich gesetzt.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 9. September 2014AA 664Olympia in RheinMain - Folgen der gescheiterten BewerbungSTVV-Anfrage · RÖMER
  2. 12. Dezember 2014Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 13 Wochen
    BB 481Olympia in Rhein-Main - Folgen der gescheiterten Bewerbung
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf2 Beratungen
Ausschusses für Umwelt und Sport
Sitzung 36 · 15.01.2015
TO I, TOP 19
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 481 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDFDPFreie WählerRömer
Ablehnung:
Linke
Sonstige:
Piraten (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD, FDP, FREIE WÄHLER und RÖMER gegen LINKE. (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: Piraten (= Kenntnis)

Ausschusses für Wirtschaft und Frauen
Sitzung 36 · 20.01.2015
TO I, TOP 14
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 481 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUGrüneSPDFDP
Ablehnung:
Linke
Sonstige:
Freie Wähler (Kenntnis)Römer (Kenntnis)Piraten (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, GRÜNE, SPD und FDP gegen LINKE. (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FREIE WÄHLER, RÖMER und Piraten (= Kenntnis)

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