Förderung Forschungsobjekt "Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in Frankfurt"
Zusammenfassung
In diesem Bericht wird die Förderung des Forschungsprojekts "Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in Frankfurt" vorgestellt. Der neue Themen-Layer "Feministisches Frankfurt" in der Frankfurt History App soll feministisches Wissen sichtbar machen und zur Auseinandersetzung mit feministischer Geschichte anregen. Geplant sind auch neue geografische Bezugspunkte und Bildungsangebote zur Förderung des Feminismus.
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Thema Kultur verfolgenBericht
Die zur Verfügung gestellten Mittel konnten vollumfänglich im Sinne des Antrages verausgabt werden. Die Federführung lag dabei beim Historischen Museum Frankfurt.
Der neue Themen-Layer "Feministisches Frankfurt" wurde im September 2025 gelauncht und ergänzt seitdem das thematische Angebot der Frankfurt History App (FHA). In der App können Lebensgeschichte mit Orten in der gegenwärtigen Stadt und mit heutigen Positionen des queeren, intersektionalen Feminismus verbunden werden. Die Inhalte der Webseite Frankfurter Frauenzimmer wurden in die FHA (https://www.frankfurthistory.app/) überführt und damit nicht nur gesichert, sondern auch weiteren Zielgruppen zugänglich gemacht.
Mit diesem neuen Themenbereich macht die App feministische Geschichte Frankfurts und seine Gegenwart sichtbar. Feminismus ist keine einheitliche Bewegung - in den Inhalten der App zeigt sie sich entsprechend vielfältig: in theoretischer Auseinandersetzung, politischen Kämpfen und alltäglichen Momenten. Die insgesamt 42 Biografien illustrieren diese Vielfalt vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen der letzten 300 Jahre. In ihnen werden gesellschaftliche, soziale und physische Grenzen deutlich, die Frauen lange einschränkten und die zum Teil bis heute bestehen.
Ein wissenschaftliches und theoretisches Fundament für die Inhalte in der App sind Video-Interviews mit Dr. Katharina Hoppe, wissenschaftlicher Mitarbeiterin an der Goethe Universität Frankfurt mit dem Forschungsschwerpunkt Soziale Ungleichheit. Sie gibt Einblicke in theoretisch feministische Argumentationsstränge und Perspektiven auf Themen wie Reproduktionsarbeit, Diversität und die Relevanz des Sichtbar-Machens von feministischen Räumen und Kämpfen. Für den neuen Themen-Layer in der FHA arbeiteten die Kuratorinnen und Kuratoren mit Initiativen zusammen, beispielsweise mit der Feministischen Bibliothek am Campus Bockenheim oder mit dem Archiv Frauen und Musik. Bunte Illustrationen von Hannah Rödel heben den Themenbereich deutlich von den anderen Inhalten in der FHA ab. Das Projekt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Layer macht vielmehr den Anfang und richtet den Blick auf diejenigen, die in der Geschichte oder in der Gegenwart von Machtstrukturen unsichtbar gemacht wurden und werden.
Der Themen-Layer kann zur niedrigschwelligen Auseinandersetzung mit feministischer Geschichte und Gegenwart anregen. Darum beinhaltet er auch Hilfsmittel wie Einführungsvideos zum Feminismus und ein Glossar mit Begriffen. Je nach Nutzungsweise kann das Thema über den geografischen Bezug oder die inhaltliche Struktur erschlossen werden.
Basierend auf den Texten, die auf der Website Frankfurter Frauenzimmer veröffentlicht sind, wurden die Biografien didaktisch und inhaltlich überarbeitet. Es wurden die Personen ausgewählt, die einen direkten Bezug zu Frankfurt haben - da das die Maßgabe der Frankfurt History App ist.
Zusätzlich zur Weiternutzung bestehenden Wissens, hat sich das Projekt mit der Recherche neuer geografischer Bezugspunkte beschäftigt. In der grafischen Sammlung des Historischen Museum Frankfurt und in anderen Beständen wurde Bildmaterial zu den Orten an denen die Personen gelebt, gearbeitet oder politisch gewirkt haben, gesucht. Auch Orte, an denen sie heute erinnert werden und solche an denen sie früher verfolgt wurden, sind auf der Karte markiert. Insgesamt sind so etwa 50 Orte auf der Karte eingetragen worden. Die Filter, nach denen sie sortiert werden können, sind: Orte des Erinnerns, Orte der Arbeit, Orte des politischen Widerstands, Orte des Wohnens, Orte des Lernens und Lehrens, Orte der Verfolgung.
In der Auseinandersetzung mit der (Un-)Sichtbarkeit im heutigen Stadtraum wurde auch der Kontakt mit dem Projekt des Frauenreferats "Nach Frauen benannt" hergestellt. In Frankfurt gibt es rund 3380 amtliche Straßennamen, darunter Straßen, Plätze, Brücken, Parks und Grünanlagen. Davon sind 1332 nach Personen benannt - 1065 nach Männern und nur 156 nach Frauen. Weitere 12 Namen erinnern an jeweils eine Frau und einen Mann, 98 an Familien oder Adelsgeschlechter und eine an eine gemischte Gruppe ohne familiären Bezug. Diese Zahlen zeigen, wie ungleich Erinnerung im Stadtraum immer noch verteilt ist. Straßennamen erzählen, wer sichtbar wird - und wessen Geschichte im öffentlichen Raum kaum vorkommt.
Ein weiterer Bezug zur Gegenwart wird durch die Verortung von queer-feministischen Initiativen und ihrer Arbeit gemacht. Unter dem Filter "Orte der Gegenwart" geben 14 Orte auf der Karte die Möglichkeit, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen, in Kontakt zu treten oder sich selbst zu engagieren.
Im Bereich "Rundgang" wird der bestehende Audiowalk "Lesbisch unterwegs - Geschichten aus Frankfurt am Main" des LIBS in die App übernommen. Die Übertragung ist noch in Arbeit.
Ein wichtiges Anliegen des Projekts war die Zusammenarbeit mit Initiativen sowie Kooperationspartnerinnen und -partnern aus dem gegenwärtigen Frankfurt. Sie tragen queeres und feministisches Wissen weiter und verbinden Kämpfe miteinander. Sie zeigen damit: Feminismus ist lebendig, beweglich und bleibt unbequem. Auf der Karte und bei den Inhalten finden sich Beiträge von: Archiv Frau und Musik, Frauenreferat Frankfurt, LIBS - Lesben Informations und Beratungsstelle e.V., LUQS Archivcrew, LSKH / LLL e.V., Kinothek Asta Nilsen e. V., Cornelia Goethe Centrum, SCHLAU Frankfurt, plus Fem, Fembib Kollektiv, Kunst im Öffentlichen Raum (Kulturamt Frankfurt).
In einem Begrüßungstext werden Nutzerinnen und Nutzer willkommen geheißen und mit einer Content-Warnung darauf hingewiesen, dass es Inhalte gibt, die gewaltvolle Geschichte erzählen. Außerdem wurde ein Glossar zusammengestellt, in dem historische und feministische Begriffe erklärt werden.
Der Themen-Layer ist ein Beginn zur Auseinandersetzung mit dem Thema feministische und Frauengeschichte Frankfurts. Bereits im Austausch mit der interessierten Öffentlichkeit und den beteiligten Initiativen und Kollektiven wurden weitere Personen und Themen zur Veröffentlichung in der App vorgeschlagen. Da es keine fest angestellte Betreuung der Frankfurt History App im HMF gibt, werden diese Ideen in Zukunft in kleineren Projekten und im Einklang mit den vorhandenen Ressourcen weiterverfolgt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Verfahrensverlauf
Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.
- 6. Juni 2024EE 150Produktbereich: 21 Kultur, Freizeit und Sport Produktgruppe: 21.01 Kulturelle Dienstleistungen und Projekte Förderung Forschungsobjekt „Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in Frankfurt“Etatantrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
- 2. Februar 2026Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 87 WochenBB 44Förderung Forschungsobjekt „Mehr (digitale) Denkmäler für Frauen in Frankfurt“Magistratsbericht
Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.
- 1Magistrat legt Bericht vor
- 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt, Sonstige Voten/Protokollerklärung: Linke, BFF-BIG, ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Stadtv. Bäppler-Wolf (= Kenntnis)